|
||||
Ab 1932 arbeitete Gielgud auch als Regisseur, mitunter auch als Theaterleiter und galt neben Sir Laurence Olivier3) (1907 1989) und Sir Alec Guinness3) (1914 2000) als einer der bedeutendsten Schauspieler seiner Generation. Bis in die 1950er Jahre war der Mime nur relativ selten auf der Leinwand zu sehen; so spielte er u. a. 1936 in Hitchcocks "The Secret Agent"2) (Geheimagent) den schriftstellernden Offizier Edgar Brodie alias Richard Ashenden, der sich als Geheimagent verpflichten lässt und versehentlich einen unschuldigen Touristen tötet. Seine Kinorollen ab den 1950er Jahren waren vorrangig Shakespeare-Rollen und gelten als Höhepunkte seiner Filmkarriere: so verkörperte er 1953 den Verschwörer Cassius in Joseph Mankiewiczs "Julius Caesar"2), 1955 neben Laurence Olivier und Ralph Richardson den Clarence in Oliviers "Richard III.". Nach seiner glänzenden Verkörperung des Earl of Warwick in Otto Premingers "Saint Joan"2) (1957, Die heilige Johanna) gedreht nach dem gleichnamigen Drama von George Bernard Shaw , erhielt Gielgud 1964 eine Oscar-Nominierung für die Interpretation des Königs Louis VII. in Peter Glenvilles Anouilh-Adaption "Becket". 1966 war er als Henry IV. in Orson Welles' "Chimes at Midnight" (Falstaff) zu sehen, zwei Jahre später gab er den historischen Lord Raglan2) (1788 1855) in dem Abenteuer "The Charge of the Light Brigade"2) (1968, Der Angriff der leichten Brigade). In Michael Andersons hochkarätig besetztem Drama "The Shoes of the Fisherman"2) (1968, In den Schuhen des Fischers) war er als der alte Papst Pius XIII. zu erleben, 1970 spielte Gielgud erneut Caesar in Stuart Burges "Julius Caesar". Einen Ausflug in das kriminalistische Unterhaltungsfach machte er als Mr. Beddoes in Sidney Lumets Agatha Christie-Verfilmung "Murder on the Orient Express"2) (1974, Mord im Orient-Expreß), 1979 zeigte er sich neben Richard Attenborough mit der Hauptrolle des Brigadier Tomlinson in Otto Premingers Spionagethriller "The Human Factor"2) (Der menschliche Faktor), basierend auf dem gleichnamigen Roman von Graham Greene. Es folgten Produktionen wie "Murder by Decree"2) (1979, Mord an der Themse), wo er an der Seite von Christopher Plummer (Sherlock Holmes) und James Mason (Dr. Watson) den Premierminister Lord Salisbury mimte, "Caligola"2) (1979, Caligula Aufstieg und Fall eines Tyrannen) mit der Figur des Nerva und Andrzej Wajdas "eindringliches psychologisches Kammerspiel"4) "Dyrygent"2) (1980, Der Dirigent) mit der Hauptrolle des Dirigenten John Lasocki. In Hugh Hudsons Sportlerfilm "Chariots of Fire"2) (1981, Die Stunde des Siegers), im darauffolgenden Jahr erhielt er dann 1982 den Oscar für seine Nebenrolle des Butlers Hobson in Steve Gordons "Arthur"2) (Arthur Kein Kind von Traurigkeit). Das "Lexikon des internationalen Films" notiert: "Der turbulente Film lebt vor allem von seinen Darstellern; bemerkenswert: John Gielgud als Butler".
Zu den Höhepunkten von Gielguds qualitativ sehr unterschiedlichen und teils kaum
beachteten Filme gehörten 1977 die Rolle des Clive Langham
in Alain Resnais' "Providence"2),
1980 die Rolle des Carr Gomm in David Lynchs "The Elephant Man"2) (Der
Elefantenmensch), 1982 der Lord Irvin in Richard Attenboroughs
vielfach ausgezeichnetem Meisterwerk "Ghandi"
sowie 1991 die Titelrolle in Peter Greenaways Shakespeare-Adaption
"Prospero's Books"2) (Prosperos Bücher). 1995 spielte er sich selbst
in Al Pacinos ambitioniertem Shakespeare-Film "Looking for Richard",
1996 gehörte Gielgud zum aufwendigen Team von Kenneth Branaghs "Hamlet"2) und
1998 verkörperte er den Papst Pius V. in dem mehrfach Oscar-nominierten Historiendrama
"Elizabeth"2).
Dazwischen agierte er in Filmen wie den Thrillern "The
Scarlet and the Black"2) (1983, Im
Wendekreis des Kreuzes) und "Shining
Through"2) (1992, Wie ein Licht in dunkler Nacht), dem Agatha-Christie-Krimi "Appointment
with Death"2) (1988, Rendezvous mit einer Leiche)
oder dem Gruselstreifen "Haunted" (1995, Haunted Haus der Geister).
Zu den zahlreichen Auszeichnungen, die der Schauspieler im Verlaufe seiner
60-jährigen Laufbahn erhielt, ist wohl als Höhepunkt seine Erhebung in
den Adelstand zu nennen; seit 1953 durfte sich Gielgud mit "Sir" anreden
lassen. Zu seinen Ehren wurde 1994 das Londoner "Globe Theatre" in
das "Gielgud Theatre" umbenannt. |
||||
|
|
||||
|
Link: 1) Wikipedia (englisch), 2) Wikipedia (deutsch), 3)
Kurzportrait innerhalb dieser HP, 5) www.fernsehserien.de 4) Lexikon des internationalen Films Lizenz Foto Sir John Gielgud (Urheber Allan Warren): Diese Datei ist unter der Creative Commons-Lizenz Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported lizenziert. Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar. |
||||
|
Siehe auch www.prisma-online.de,
Wikipedia
sowie den Nachruf bei www.spiegel.de |
||||
|
||||
|
Um zur Seite der Leinwandstars zurückzukehren, bitte dieses Fenster
schließen. Home: www.steffi-line.de |