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Robert Redford (Charles Robert Redford Jr.) wurde am 18. August 1936
im kalifornischen Santa Monica als Sohn eines Angestellten geboren und wuchs
gemeinsam mit Halbbruder William in einfachen Verhältnissen auf. Während der
Schulzeit galt er als jugendlicher Rebell ohne Ambitionen und seine Leistungen in der High School
ließen zu wünschen übrig. Im Sport jedoch war er ein As, er brillierte im Tennisteam der
Schule und spielte in der Baseball-Mannschaft
des späteren Dodgers-Stars Don Drysdale. Doch sein Baseball-Stipendium am
College verlor er wegen wiederholter Trunkenheit, der frühe Tod seiner Mutter
im Jahre 1955 machte ihm zu schaffen.
Nach dem College ging er nach Paris und Florenz, um dort Malerei und
Kunstgeschichte zu studieren; ein Jahr später kehrte er jedoch bereits
wieder nach New York zurück. Er blieb bei seiner Rückkehr in die Staaten der Kunst treu und motiviert
von seiner Frau Lola Jean Van Wagenen, die er 1958
geheiratet hatte schrieb sich schließlich im "Pratt Institute",
einer renommierten Kunsthochschule
im New Yorker Stadtteil Brooklyn ein,
wo er unter anderem Theaterdesign studierte. Auf Vorschlag seines Lehrers
ging er
dann auf die "American Academy of Dramatic Art" und entdeckte seine Leidenschaft für die darstellende Kunst, die
Schauspielerei. Er begann seine Schauspiellaufbahn Anfang der 60er Jahre am Theater und in
verschiedenen Fernsehproduktionen.
1962 war er zum ersten Mal in "Hinter feindlichen Linien" (War Hunt)
in einer Nebenrolle als junger Rekrut Roy Loomis auf der Leinwand zu
sehen.
Nach den 1965 bzw. 1966 gedrehten Streifen "Verdammte süße Welt"
(Inside Daisy Clover), "Ein Mann wird
gejagt"1)
(The
Chase2)) und "Dieses Mädchen ist für alle"
(This Property is Condemned)" kam 1967 seinen ersten größeren Erfolg
als Paul Bratter neben Jane Fonda in der Neil Simon-Komödie "Barfuß im Park"2)
(Barefoot in the Park).
Diese Hauptrolle, die Redford bereits 1963 mit Erfolg auf der Bühne
gespielt hatte, legte den Grundstein für seinen kometenhaften Leinwand-Aufstieg.
Er wurde zwar von Jane Fonda in diesem Film noch glatt an die Wand gespielt, konnte
aber sein Image des "ausschließlich gutaussehenden jungenhaften
Darstellers" bald ablegen. An der Seite von Paul Newman stieg er 1968
zum internationalen Star auf, als der gemeinsame Western
"Zwei Banditen"1)
(Butch Cassidy and the Sundance
Kid2)) ein riesiger Erfolg an den Kinokassen wurde. Als Revolverheld Harry
"Sundance Kid" Longabaugh katapultierte sich der gutaussehende
Redford auf Anhieb in die erste Riege Hollywoods. Er gründete seine eigene Produktionsfirma
"Wildwood Enterprises" und engagierte 1969 den noch unbekannten
Regisseur Michael Ritchie für den Skifahrerfilm
"Schussfahrt" (Downhill Racer), im gleichen Jahr folgte der Western "Blutige
Spur"2) (Tell Them Willie Boy Is Here) von Abraham Polonsky.
1970 spielte Robert Redford einen Motorradrennfahrer in "Stromer der Landstraße"
(Little Fauss and Big Halsy),
1972 einen politisch engagierten Rechtsanwalt
in "Bill MacKay Der
Kandidat"1) (The Candidate).
Nach der Krimikomödie "Vier schräge Vögel"1) (1971,
The Hot
Rock2)) und dem beeindruckenden Western
"Jeremiah Johnson"1) (1972)
drehte er 1973 wieder mit
Paul Newman die Gangsterkomödie
"Der Clou"1)
(The Sting2)), in dem er
unter der Regie von George Roy Hill den Ganoven und Glücksspieler
Johnny Hooker darstellte; die Rolle brachte Redford eine Oscar-Nominierung
ein, der Film selbst wurde mit sieben Oscars ausgezeichnet, unter anderem für
die "Beste Regie", die "Beste Musik" und das "Beste
Drehbuch".
Redford galt nach diesem Film und dem
im gleichen Jahr gedrehten Erfolg bzw.
seiner Titelrolle in "Der große Gatsby"1) (The Graet
Gatsby2)) als der
beliebteste Schauspieler Hollywoods.
Mit seinem außergewöhnlich guten Aussehen war der blonde, blauäugige Schauspieler
vor allem für weibliche Verehrer der Inbegriff des männlichen
Sexsymbols geworden.
Der Starrummel wurde ihm jedoch bald zuviel und Redford zog sich 1975 nach
dem Abenteuer "Tollkühne
Flieger"1) (1974, The Great Waldo Pepper) und
dem Thriller "Die drei Tage des Condors"1)
(1975, Three Days of the
Condor2)) für einige Zeit auf seine Ranch in Utah zurück.
1976 spielten er und Dustin Hoffman in
dem Politthriller "Die Unbestechlichen"1) (All The President's
Men2)) das Reporterduo
Bob Woodward und Carl Bernstein, das die Watergate-Affäre
aufdeckt, 1978 folgte Sydney Pollacks sehenswerte
Westernkomödie "Der
elektrische Reiter"1) (The Electric Horseman) mit
Redford als abgewracktem Rodeoreiter und
Jane Fonda als Partnerin.
In den 80ern verlagerten sich Redfords Interessen und immer seltener stand
er selbst vor der Kamera, denn neben seinen darstellerischen Aufgaben wurde
Redford auch hinter der Kamera aktiv. Zwischen 1980 und 1990 konnte
man ihn in nur fünf Filmen auf der Leinwand erleben: In dem
Gefängnisfilm "Brubaker"1) (1980, Brubaker2)),
in dem Dreißigerjahre-Baseball-Epos "Der Unbeugsame"1) (1984,
The Natural2)), in dem Oscar-prämiierten Tanja
Blixen-Melodram
"Jenseits von Afrika"1) (1985, Out of Africa2)),
in der Krimikomödie "Staatsanwälte küsst man nicht"1) (1986,
Legal Eagles2)) sowie in dem monumentalen Revolutionsdrama "Havanna"2) (1990), in dem
Redford, wie viele meinen, der falsche Mann für die Hauptrolle war und Sydney Pollack
sich im Epischen verlor. Dafür jedoch startete Redford 1980 mit dem sensiblen
Melodram "Eine ganz normale Familie"2)
(Ordinary People) eine nicht minder erfolgreiche Karriere als Regisseur und Produzent. Sein Regiedebüt
bescherte Redford den ersten Oscar seiner Karriere sowie einen "Golden Globe". Er wartete dann jedoch
acht Jahre, bis er 1988 seine zweite Regiearbeit präsentierte:
"Milagro Der Krieg im Bohnenfeld"1)
(The Milagro Beanfield
War2)); eine weitere vielbeachtete Arbeit hinter der
Kamera wurde die Familienchronik "Aus
der Mitte entspringt ein Fluss"1) (1991, A River Runs
through It2)).
Anfang der 90er Jahre aber meldete sich der engagierte Umweltschützer
Redford er gründete das "Institute for Resource Menagement", das
Forschern und Umweltschützern ein gemeinsames Forum
bietet als Darsteller auf der Leinwand zurück. Eindrucksvoll
bewies er 1992 mit der
Actionkomödie "Sneakers Die
Lautlosen"1) (Sneakers2))
und dem Melodram "Ein unmoralisches Angebot"1)
(Indecent
Proposal2), mit Demi Moore) sowie 1996 mit
dem Liebesfilm "Aus nächster Nähe"1)
(Up Close and
Personal2), mit Michelle Pfeiffer), dass er längst noch nicht zum
alten Eisen gehörte, sondern immer noch zum romantischen Helden
taugte.
1998 dann war Redford neben Kirstin Scott Thomas als Hauptdarsteller und Regisseur des
Abenteuerfilms "Der Pferdeflüsterer"1)
(The Horse Whisperer2))
nach dem gleichnamigen Bestseller-Roman des englischen Newcomers Nicholas Evans auf der Leinwand
zu sehen wieder international ein riesiger Erfolg für den Schauspieler. Kaum war der Film endlich im
Kasten, begann Redford bereits mit den Vorbereitungen seines nächsten Projekts,
"Die Legende von Bagger Vance"1)
(The Legend of Bagger
Vance2)), ein Film, der 2000 mit Will Smith
in der Titelrolle in die Kinos kam; hier war Redford Regisseur und Produzent in Personalunion.
Nach der Hauptrolle in Rod Luries Drama "Die
letzte Festung"1) (2001, The Last Castle2))
sowie der Figur des alternden Agenten Nathan D. Muir in dem
Streifen "Spy Game Der finale
Countdown"1) (2001, The Spy
Game2)), verkörperte er als nächstes ein Entführungsopfer: In dem Thriller
"Anatomie
einer Entführung"1) (The
Clearing2)) stellt der Oscar-Gewinner einen reichen Unternehmer dar,
der von einem früheren Angestellten gekidnappt und in einem Waldstück gefangenen gehalten wird.
Die Ehefrau gespielt von Helen Mirren soll das Lösegeld
für ihn beschaffen. Debüt-Regisseur
Pieter Jan Bruegge begann Mitte September 2002 in North Carolina mit den Dreharbeiten,
Kinostart war Ende Oktober 2003. Zu den letzten Arbeiten Redfords für
das Kino zählt Lasse Hallströms sensible
Familiengeschichte "Ein
ungezähmtes Leben" (2005, An Unfinished
Life2)) sowie das
Polit-Drama "Von Löwen und Lämmern"2)
(2007, Lions
for Lambs), mit dem Redford auch seine inzwischen siebte
Regiearbeit ablieferte. Lediglich hinter der Kamera stand er für seinen
neuesten Streifen "The Conspirator" (Der Verschwörer), mit dem er
die wahren Ereignisse nach der Ermordung von US-Präsident Abraham Lincoln
thematisiert; als deutscher Kinostart wird der 15. April 2011 genannt.
Geplant ist laut Medienberichten eine Hauptrolle in
"Untitled Jackie Robinson Project", der Geschichte über den
legendären amerikanischen Baseballspieler Jackie Robinson2) (1919 1972),
der bei den damaligen "Brooklyn Dodgers" berühmt
wurde.
Mittlerweile gilt Robert Redford als einer der attraktivsten Schauspieler aller Zeiten
und lebende Legende. Die Liste seiner Erfolge ist lang, fast 40 Kinohits als Darsteller,
acht gefeierte Filme als Regisseur und zahlreiche Erfolge als
Produzent. Dazu kommen verschiedenste Gastauftritte im Fernsehen, fünf
Produktionen, in denen er als Erzähler
fungierte, wie etwa in dem Dokumentarfilm "Zwischenfall in Oglala" (1992, Incident at Oglala)
sowie Sprecherrollen wie in "Schweinchen Wilbur und seine Freunde" (2006, Charlotte's Web)
nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Elwyn Brooks White,
wo er dem Pferd Ike seine Stimme lieh.
Redford hat sich auch immer als Anwalt des unabhängigen Films
verstanden. 1980 gründete er in Park City, Utah, das "Sundance Film Institute"
als Workshop und Ausbildungsstätte für junge Filmemacher eine Organisation,
die sich der Unterstützung und der Entwicklung von Nachwuchsautoren und Regisseuren des
nationalen und internationalen unabhängigen Kinos verschrieben hat. Längst ist das daraus entsprungene
"Sundance Filmfestival" zum wichtigsten Treffpunkt und Markt für die
"Independent"-Szene in den USA avanciert. 2005 erklärte Redford,
dass er eine Kinokette für anspruchsvolle Filme gründen wolle, in denen Autorenfilme, ausländische
Produktionen, Dokumentationen und Interviews mit Kinoschaffenden gezeigt werden
sollen. Der Hollywood-Star, der am 18. August 2011 seinen 75. Geburtstag feierte und als
Schauspieler bisher nie einen Oscar erhielt, wurde 2002 mit einem Ehren-Oscar für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Die Mitte September 1958 geschlossene Ehe Redfords mit Lola Redford Van Wagenen wurde 1985 geschieden. Mit
ihr hat er vier Kinder, Tochter Amy Hart Redford2) (geb. 1970) und Sohn David James Redford
(geb. 1962) sind als Schauspieler bzw. Produzenten in
die Fußstapfen ihres berühmten Vaters getreten, der 1959 geborene
Sohn Scott starb kurz nach der Geburt, Tochter Shauna hatte 1960 das Licht der
Welt erblickt. Nach der Scheidung waren die brasilianische Schauspielerin Sônia
Braga und die
Kostümdesignerin Kathy O'Rear
Redfords Lebensgefährtinnen, seit Mitte der 90er Jahre ist die in Hamburg
geborene Malerin Sibylle Szaggars seine Partnerin. Nach mehr als zwölf Jahren Beziehung
haben der Filmstar und die Malerin am 11. Juli 2009 geheiratet. Die Trauung im
Hamburger Nobelhotel "Louis C. Jacob" war zunächst geheim gehalten
worden, erst Tage später berichteten die Medien darüber.
Seit Jahren lebt Robert Redford, inzwischen mehrfacher Großvater und einer der führenden Persönlichkeiten des amerikanischen Films, abwechselnd im Napa Valley bei San Francisco,
in New York sowie, ganz im Einklang mit der Natur, auf seinem Anwesen im
Bergland von Provo in Utah.
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