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| Paul Bildt wurde am 19. Mai 1885 als Sohn eines Gemischtwarenhändlers bzw. späteren Gastwirts in Berlin geboren und war eines von sechs Kindern der Familie. Auf Wunsch seiner Eltern sollte er nach dem Besuch der Oberrealschule eigentlich Beamter werden, doch der junge Mann entschied sich für eine künstlerische Laufbahn. Er nahm Schauspielunterricht bei Friedrich Moest1) (1866 1948), der in Berlin eine Theaterschule betrieb, stand anschließend an Provinztheatern auf der Bühne und wurde schließlich von Max Reinhardt nach Berlin geholt. | ||
Seinen ersten Tonfilm drehte Bildt 1930 und spielte in Robert Wienes Krimi "Der Andere"1) einen Professor. Zwischen 1920 und 1950 war Paul Bildt in über 150 Filmen zu sehen, meist in kleinen, prägnanten Nebenrollen, nach 1945 dann vereinzelt auch in Hauptrollen. Bildt sagte einmal selbst, "Die kleinste Rolle muss immer den Charakter des Einmaligen haben". Zu den Figuren, die im Gedächtnis bleiben, gehört die des scharfzüngigen Untersuchungsrichters Konrat in der DEFA-Produktion"Affaire Blum"1) (1948), besonders populär wurde er auch durch die Rolle des "Glasmännleins" in dem DEFA- Märchenklassiker "Das kalte Herz"1). In dem Film über den IG-Farben-Konzern "Rat der Götter" glänzte er 1950 als der Industrielle Mauch, beeindruckend war auch seine Darstellung des Richard Wagner in Helmut Käutners "Ludwig II."1) (1954); letztmalig erlebte man den Schauspieler 1956 mit einer kleinen Rolle in "Anastasia Die letzte Zarentochter"1) auf der Kinoleinwand; siehe auch die Filmografie (Auswahl) bei Wikipedia.
Oft spielte Bildt historische Persönlichkeiten, so den Kaiser Napoléon
Bonaparte1) (1769 1821) in Richard Oswalds Stummfilm "Lützows wilde verwegene Jagd" (1927), den
französischen Staatsmann Georges Clemenceau1)
(1841 1929) in Oswalds Drama über die "Dreyfus-Affäre"1)
(1930, "Dreyfus"), den Herzog Friedrich Wilhelm von Braunschweig1)
(1751 1815) in
"Schwarzer Jäger Johanna"1) (1934) oder den
berühmten britischen Krimi-Autor Sir Arthur Conan Doyle1)
(1859 1930) in dem Rühmann/Albers-Spaß "Der Mann, der Sherlock Holmes war"1) (1937). Er verkörperte Professoren
ebenso eindrucksvoll wie einfache Bürger, gab Generäle, Anwälte, Minister und auch schon mal einen Oberkellner.
Mit zunehmendem Alter erinnerte seine Erscheinung
nicht nur auf der Leinwand immer stärker an einen preußischen Geheimrat.
Paul Bildt war ein Charaktermime,
der Chargen von großer Vielseitigkeit und Wandlungsfähigkeit verkörperte.
Ihnen gab er Leben und Kontur mit "der Genauigkeit eines seelischen Landvermessers",
so einmal der bedeutendste Theaterkritiker der Weimarer Republik, Herbert Georg Albrecht Gustav Ihering, der Bildt als den "kunstvollen Meister der minutiösen vorgefassten
Verwandlung" bezeichnete. |
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| Link: 1) Wikipedia | ||
| Textbausteine des Kurzportraits aus: "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz | ||
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Siehe auch Wikipedia,
www.defa-sternstunden.de,
www.cyranos.ch Filmografie bei der german.imdb.com |
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