Henny Porten als "Anna Boleyn" Henny Porten wurde am 7. Januar 1890 in Magdeburg als zweite Tochter des Opernsängers und Filmpioniers Franz Porten1) (1859 – 1932) geboren, wuchs aber in Breslau und bei den Großeltern in Ehrang auf. Nachdem der Vater 1895 das Stadttheater in Dortmund gepachtet hatte, trat sie dort in Kinderrollen auf. Nach dem Umzug nach Berlin besuchte sie eine Höhere Töchterschule, wirkte mit ihrer um einige Jahre älteren Schwester Rosa Porten1) (1884 – 1972) in von ihrem Vater inszenierten Tonbildern, einer Verbindung von Film und Grammophon, mit.
Ab 1907 arbeitete sie mit dem Filmpionier
Oskar Messter1) (1866 – 1943) in weiteren Tonbildern und wurde, obwohl sie nie Schauspielunterricht erhalten hatte, eine der ersten bekannten deutschen Stummfilmstars, avancierte neben Asta Nielsen und Pola Negri zum Idol der stummen Leinwand. 1913 gab es die erste Henny-Porten-Serie, durch Stummfilme wie "Rose Bernd" (1919) oder Ernst Lubitschs erster Verfilmung von "Kohlhiesels Töchter"2) (1920) wurde sie sehr beliebt und war in den zwanziger Jahren als "jugendliche Naive" in zahlreichen Filmen zu sehen. Schon damals spielte sie an der Seite von Emil Jannings, wie beispielsweise 1920 unter der Regie von Ernst Lubitsch in dem Historienstreifen "Anna Boleyn".
 
 
Foto: Henny Porten als
"Anna Boleyn"2) in dem gleichnamigen Film aus dem Jahre 1920
Foto mit freundlicher Genehmigung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
2) Der Link führt zur Filmbeschreibung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
Dem Tonfilm stand die Porten anfangs skeptisch gegenüber, doch in ihrem ersten "sprechenden" Streifen "Skandal um Eva" (1930), zeigte sie eine reife Leistung als fortgeschrittene Lehrerin Dr. Eva Rüttgers. Da sie ab 1921 in zweiter Ehe mit dem halbjüdischen Arzt Dr. von Kaufmann-Asser verheiratet war, von dem sie sich trotz der Aufforderung Goebbels nicht scheiden ließ, stand sie auf der "Schwarzen Liste" und wurde in der Nazi-Ära nur noch gelegentlich eingesetzt. So sah man sie bis Kriegsende lediglich noch in 13 Filmen; unter anderem in "Luise, Königin von Preußen" (1931), "Krach im Hinterhaus"2) (1935, siehe auch www.deutscher-tonfilm.de), "Komödianten"2) (1941), "Wenn der junge Wein blüht"2) (1943) und "Familie Buchholz"2) (1944).
Foto: Henny Porten und der Kinotechniker Oskar Messter (Mitbegründer der Deutschen Filmindustrie, Deutschland) auf dem Internationalen Film-Kongress 1935, anlässlich der von der Reichsfilmkammer veranstalteten Vorführung der ersten Filme des Reichsfilmarchivs im Harnack-Haus (Datierung: 29. April 1935).
 
Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, Bild N 1275 Bild-349;
Fotograf: Horst G. Lehmann, / Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Genehmigung des Bundesarchivs zur Veröffentlichung innerhalb dieser Webpräsenz wurde am 11.10.2010 erteilt.
Originalfoto und Beschreibung: 
Deutsches Bundesarchiv  N 1275 Bild-349 bzw. commons.wikimedia.org
Henny Porten und der Kinotechniker Oskar Messter (Mitbegründer der Deutschen Filmindustrie, Deutschland) auf dem Internationalen Film-Kongress 1935, anlässlich der von der Reichsfilmkammer veranstalteten Vorführung der ersten Filme des Reichsfilmarchivs im Harnack-Haus (Datierung: 29. April 1935). Quelle: Bilddatenbank Deutsches Bundesarchiv, Bild N 1275 Bild-349 / Fotograf: Horst G. Lehmann / Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Nach dem Kriege und der Arbeit als Sprechstundenhilfe in der Praxis ihres Mannes hoffte Henny Porten auf eine Comeback, dass jedoch im Westen von Deutschland eher ausblieb. Lediglich bei der DEFA konnte die Porten Proben ihres unverminderten Könnens ablegen, was ihr von Presse als "Überläufertum" ausgelegt wurde. Als sympathische, vornehm-damenhafte Titelgestalt in der von Eugen York in Szene gesetzten E.T.A.-Hoffmann-Kinoadaption "Das Fräulein von Scuderi"1) (1955) zeigte sie ihr darstellerisches Potential oder auch mit der Titelrolle in Hans Müllers "Carola Lamberti – Eine vom Zirkus"1) (1954). Einige Jahre zuvor war sie zudem in der westdeutschen Produktion "Absender unbekannt" (1950) zu sehen gewesen. Angebote, unbedeutendere Rollen zu spielen, lehnte der ehemalige Star ebenso ab wie Angebote aus dem Ausland.
Gedenktafel für Henny Porten Im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf, Albrechtstraße 40;  Quelle (Foto Gedenktafel): Wikipedia; Urheber des Fotos: Wikimedia-User OTFW, Berlin; Lizenz Foto der Gedenktafel: Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar. Henny Porten, die in ihren letzten Lebensjahren mit finanziellen Problemen zu kämpfen hatte, starb nach längerer, schwerer Krankheit am 15. Oktober 1960 in einem Westberliner Krankenhaus; sie fand ihre letzte Ruhe auf dem Kirchhof der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Gemeinde am Fürstenbrunner Weg in dem Familiengrab ihres zweiten Mannes, der ein Jahr zuvor verstorben war. Noch im Mai 1960 waren ihre Verdienste mit dem "Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland" gewürdigt worden.
Im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf, Albrechtstraße 40, wurde zu Ehren von Henny Porten eine Gedenktafel angebracht.
 
 
Quelle (Foto Gedenktafel): Wikipedia; Urheber des Fotos: Wikimedia-User OTFW, Berlin
Lizenz zur Nutzung bzw. Veröffentlichung siehe hier.
Henny Porten war in erster Ehe seit 10. Oktober 1912 mit dem Schauspieler und Filmregisseur Curt A. Stark1) verheiratet gewesen, der auch mehrere Kinofilme mit ihr als Hauptdarstellerin realisierte Stark fiel 1916 im 1. Weltkrieg an der Siebenbürger Front. Am 24. Juni 1921 heiratete sie in zweiter Ehe den Arzt Dr. Wilhelm von Kaufmann-Asser (1888 – 1959), damaliger Leiter des Sanatoriums "Wiggers Kurheim" in Garmisch-Partenkirchen.
 
Lizenz Foto der Gedenktafel: Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext. Der vollständige Lizenztext ist im Kapitel GNU-Lizenz für freie Dokumentation verfügbar.
Link: 1) Wikipedia, 2) Murnau-Stiftung
Siehe auch Wikipedia, www.defa-sternstunden.de, www.cyranos.ch
Filmografie bei der german.imdb.com, Fotos bei film.virtual-history.com und silentladies.com
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