|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Karl (Ludwig Josef Maria) Schönböck wurde am 4. Februar 1909 als Sohn
das Donaukapitäns Emanuel Schönböck in
der österreichischen Hauptstadt Wien geboren. Als junger Mann nahm er Fecht- und
Boxunterricht, gewann auch Meisterschaften. Er entschloss sich schon früh,
Schauspieler zu werden und entschied sich nach zwei Semestern Philologie für
ein Studium an der Wiener "Akademie für Musik und
Darstellende Kunst", zusätzlich nahm er Gesangsunterricht bei Professor
Jekelius in Berlin. Sein Bühnendebüt gab Schönböck 1930
mit dem Part des Ashley in der Komödie "Vater sein dagegen sehr" am Stadttheater in Meißen.
Weitere Engagements führten ihn nach Hannover, Salzburg, Königsberg und an
verschiedene Berliner Bühnen. Schon in jungen Jahren avancierte Karl Schönböck in Berlin zum gefragten Ufa-Star. Erstmalig war er 1936 als eleganter, grau melierter englischer Lord John Corbett neben Lil Dagover in Reinold Schünzels Melodram "Das Mädchen Irene"1) auf der Leinwand zu sehen. In den folgenden Jahren gab Schönböck im deutschen Tonfilm in zahlreichen Unterhaltungsfilmen den Salonlöwen und war besonders im Lustspiel und der Operette zu Hause, so zeigte er sich beispielsweise 1941 in Theo Lingens Filmversion der Paul Lincke-Operette "Frau Luna"1).
Ab Mitte der 1960er Jahre konzentrierte sich Schönböck vor allem auf Rollen am Theater und empfahl sich für das gehobene Boulevard sowie englische Konversationsstücke als der ideale Schauspieler. Auch das Fernsehen bot ihm ein weiteres Betätigungsfeld, Schönböck wirkte in zahlreichen Produktionen mit, war im "Tatort" oder "Dem Täter auf der Spur" ebenso zu sehen wie in Familienserien. Er spielte ab 1986 den Dr. Dr. Gürtler in "Die Wicherts von nebenan"2) und ungeheure Popularität erlangte er ab 1987 als Graf Steinfeld in der Serie "Das Erbe der Guldenburgs"2). In den 1990er Jahren erlebte man ihn noch einmal als Professor Strasser in Helmut Dietls Satire über die gefälschten Hitler-Tagebücher "Schtonk!"2) (1992) auf der Leinwand, die Zuschauer im "Pantoffelkino" konnten 1994 über ihn als greisen Gutsherrn Friedemann von Sarau in der Jäger-Satire "Halali oder Der Schuss ins Brötchen"2) schmunzeln. 1997 spielte er in Joy Fieldings " Mörderischer Sommer" den Großvater, als blasierter, aber ungemein abgeklärter Vater des Titelhelden "Professor Capellari" alias Friedrich von Thun begeisterte er dann ab 1998 in der TV-Reihe "Die Verbrechen des Professor Capellari"2) bis zu seinem Tod acht Folgen lang sein Publikum.
Karl Schönböck, der über Jahrzehnte zu den beliebtesten deutschen Film-, Fernseh- und
Theaterschauspielern zählte, erlag am 24. März 2001 im Alter von 92 Jahren in München
den Folgen eines Schlaganfalles; er wurde auf dem Münchener Waldfriedhof (Alter
Teil) neben seiner ersten Frau Herta Saal beigesetzt. In erster Ehe war der sympathische Künstler mit
der Schauspielerin Herta Saal2) (1912 1964) verheiratet gewesen; aus
der Verbindung stammt die 1942 geborene Tochter Christine. Nach dem Tod seiner
Frau ging Schönböck 1965 seine zweite Ehe mit der Schauspielerin
Corinna Genest3)
ein.
Bereits 1988 waren rechtzeitig zu Schönböcks 80. Geburtstag die Lebenserinnerungen
des Schauspielers unter dem Titel "Wie es war durch achtzig Jahr"
erschienen. Hierin bekannte der "Grandseigneur vom Dienst": "Ich bin Schauspieler
geworden aus purer Freude am Spielen, an der Verwandlung und aus der Lust heraus,
den Menschen etwas vorzuspielen, ihnen zu gefallen, sie zu unterhalten,
ihren Beifall zu gewinnen." Dabei räumte er freimütig ein, auch manche
"wesensfremde Rolle" übernommen zu haben, "weil ich sie beim
Lesen nicht richtig erkannte, oder weil ich einfach das Geld brauchte und kein besseres Angebot
hatte". |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Link: 1) Murnau Stiftung, 2) Murnau Stiftung, 3) Kurzportrait innerhalb dieser HP | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Textbausteine des Kurzportraits aus "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz (Ausgabe 2000, S. 324) sowie www.prisma.de Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch Fotos bei film.virtual-history.com |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
Um zur Seite der Leinwandstars zurückzukehren, bitte dieses Fenster
schließen. Home: www.steffi-line.de |