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Loos drehte in rascher Folge zahlreiche Filme, trat sowohl mit Hauptrollen als auch prägnanten Nebenrollen in Erscheinung. Zur Filmografie der 1910er Jahre zählen unter anderem die fünf Teile von Otto Ripperts gruseliger "Homunculus"-Reihe2) (1916), Georg Alexanders "Der Geigende Tod" (1917) sowie Richard Oswalds "Es werde Licht!", (1918, Teil 1 und Teil 3), einem von Oswalds ersten umstrittenen sogenannten "Aufklärungsfilmen", der mit Unterstützung der "Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten" entstanden war und ein gesellschaftliches Tabu in der Beschäftigung mit den als "Volkskrankheit" verbreiteten Geschlechtskrankheiten brechen sollte. Richard Oswald besetzte ihn neben den Stummfilmgrößen Paul Wegener und Conrad Veidt auch in "Nachtgestalten" (1920), einer Filmfassung von Karl Hans Strobls Horror-Geschichte "Eleagable Kuperus", erneut unter der Regie Oswalds tauchte er an der Seite von Conrad Veidt und Asta Nielsen in "Der Reigen Ein Werdegang" (1920) auf. Mit Otto Gebühr spielte er in Ripperts "Der Menschheit Anwalt" (1920), Richard Oswald besetzte ihn als Schmierenkomödianten und "armen Schlucker" Raoul Hasenzwing in der Burleske "Kurfürstendamm" (1920), ein Film, der das Publikum nicht nur wegen Conrad Veidt und Asta Nielsen sondern auch aufgrund des Untertitels "Ein Höllenspuk in 6 Akten" scharenweise in die Lichtspielhäuser lockte. Eine weitere Zusammenarbeit mit Oswald war der Film "Das Haus in der Dragonerstrasse" (1921), der "Film-Kurier" (Nr. 146, 24.6.1921) vermerkt hierzu "Loos, bläßlich-angenehm, wie immer". In dem lange verschollen geglaubten Stummfilm von Curt Goetz "Friedrich Schiller Eine Dichterjugend" (1923) mimte er eindrucksvoll das Dichtergenie, in Fritz Langs zweiteiligem Historienepos "Die Nibelungen"1) (1924: Die Nibelungen. 2. Teil: Kriemhilds Rache2)) einen unterschwellig masochistischen König Gunther und in Langs expressionistischem Meisterwerk " Metropolis"1) (1926/27) den treuen Gehilfen Josaphat. Weitere Stummfilme waren unter anderem "Prinz Louis Ferdinand" (1927), "Königin Luise Teil 1"2)/"Königin Luise Teil 2"2) (1927/1928), "Anastasia, die falsche Zarentochter" (1928) und "Die Nacht des Schreckens" (1929). In Ewald André Duponts "Atlantik" (1929) konnte man dann erstmals auch die Stimme von Theodor Loos hören, die von der Kritik hochgelobt wurde. Im "Film-Kurier" (Nr. 63, 14.3.1934) steht beispielsweise "Seiner Rede Melodie ist oft unirdisch schön, ohne daß er Pathos brauchen müßte, und die menschliche Schauspielkunst erreicht einen Gipfel, wenn Loos spricht." Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen konnte sich Theodor Loos somit auch im Tonfilm behaupten und blieb trotz seiner umfangreichen Arbeit für das Theater ein vielbeschäftigter Leinwanddarsteller, seine Leistungen wurden mit Auszeichnungen und Titeln wie "Staatsschauspieler" (1933) bedacht. Beispielsweise mimte in Fritz Langs Klassiker "M Eine Stadt sucht einen Mörder"1) (1931) den Inspektor Gröber, gemeinsam mit Else Elster stand er für "Das Geheimnis des blauen Zimmers" (1932) vor der Kamera. In dem musikalischen Heimatfilm "Grün ist die Heide"1) (1932, auch: Der geheimnisvolle Wildschütz) war er der Partner von Camilla Spira und auch in Langs legendärem Krimi "Das Testament des Dr. Mabuse"1) (1933) gehörte er zur Besetzung. Seine Mitwirkung in zahlreichen Nazi-Propagandafilmen wurde Theodor Loos nach dem Krieg ebenso angelastet wie seine Mitgliedschaft im Präsidialrates der Reichsfilmkammer. Zu den Filmen jener Ära, in denen der Schauspieler vor allem in historischen Sujets mit verschiedensten Masken auftrat, zählen unter anderem die Hauptrolle in "Anekdoten um den alten Fritz" (1935), Hans Steinhoff besetzte ihn in "Der alte und der junge König"1) (1935, mit Emil Jannings und Werner Hinz), in Arthur Robisons Remake "Der Student von Prag" (1935) zeigte er sich neben Adolf Wohlbrück als mysteriöser Dr. Carpis. Unter der Regie von Douglas Sirk drehte er neben Willy Birgel und Lil Dagover das Melodram "Schlussakkord"2) (1936) und trat als Professor Obereit in Erscheinung, den er "mit seiner reifen und kultivierten Darstellungskunst einprägsam und lebensnah wie alle seine Rollen auf der Bühne und im Film gestaltet, von denen stets ein nachhaltiger Eindruck ausgeht. ( ) Darsteller wie ihn braucht das deutsche Filmschaffen." (Film-Kurier, Nr. 174, 28.7.1936). Nach Karl Ritters Kriegsdrama "Verräter"1) (1936) wirkte er unter anderem in dem bis heute zu den "Vorbehaltsfilmen (VB-Film2)) zählendem Propagandastreifen "Kameraden auf See"2) (1938) und Hans Steinhoffs Filmbiografie "Robert Koch, der Bekämpfer des Todes"2) (1939) mit, ließ sich in Veit Harlans unsägliches Hetz-Machwerk "Jud Süß"1) (1940, VB-Film) ebenso einbinden wie in Herbert Maischs verherrlichende Biografie über das Leben und Werk des preußischen Baumeisters "Andreas Schlüter"2) (1942, mit Heinrich George). Bis Ende des 2. Weltkrieges übernahm Theodor Loos Aufgaben in Produktionen wie "Heimaterde" (1941), "Die Entlassung"2) (1942), "Ewiger Rembrandt"2) (1942), "Reise in die Vergangenheit"2) (1943), "Gabriela Dambrone"2) (1943) oder, "Philharmoniker"2) (1944) um nur einiges zu nennen. Der Hans Moser-Streifen "Der Millionär"2) (1944/45) gelangte erst am 17.01.1947 in die Lichtspielhäuser, "Der Fall Molander"2) (1945) blieb unvollendet. Mit Einmarsch der russischen Truppen in Berlin floh Theodor Loos über Prag nach Salzburg, in Deutschland erhielt er zunächst Berufsverbot. Nach seiner Rehabilitation durch die französische Militärregierung ließ er sich in Tübingen nieder und spielte dort Theater, ab August 1949 gehörte er zum Ensemble des Württembergischen Staatstheater in Stuttgart; außerdem arbeitete er für den Rundfunk. Vor der Kamera stand er nur noch sporadisch, so erhielt er eher unbedeutende Rollen in "Mordprozeß Dr. Jordan" (1949), "Die Gefangene des Maharadscha" (1953), "Sterne über Colombo" (1954) und zuletzt in "Rosen aus dem Süden"2) (1954). Theodor Loos starb am 27. Juni 1954 in Stuttgart im Alter von 71 Jahren an den Folgen eines schweren Gallenleiden; kurz zuvor war er für seine Leistungen mit dem "Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland" ausgezeichnet worden. Der Schauspieler war verheiratet und Vater zweier Söhne, die im 2. Weltkrieg gefallen sind. In Berlin-Gropiusstadt und Berlin-Rudow erinnert der "Theodor-Loos-Weg" an den einstigen Theater- und Filmstar, dessen Filmografie mehr als 220 Kinoproduktionen umfasst. |
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| Link: 1) Wikipedia, 2) Murnau Stiftung | ||
| Kurzportrait in Anlehnung an "CineGraph", Lg. 32; siehe auch www.cyranos.ch, Wikipedia sowie den Artikel des Arbeitskreises Zwingenberger Synagoge e.V. Fotos bei film.virtual-history.com |
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