Elma Karlowa wurde am 12. März 1932 als Selma-Karolina Karlowac im damals jugoslawischen Zagreb (heute Kroatien) geboren. Bereits zu Beginn der 1950er Jahre hatte das attraktive Mädchen in ihrer Heimat Theater gespielt und auch einige Filme wie "Opstinsko dete" (1953) und "Ciganka" (1953) gedreht. Als Géza von Bolváry ein neues Gesicht für den deutsch-jugoslawische Unterhaltungsstreifen "Einmal kehr' ich wieder"1) (1953, auch "Dalmatinische Hochzeit") suchte, erhielt sie als Partnerin von Heinz Drache die weibliche Hauptrolle der Marina. Drache überredete die dunkelhaarige Schönheit, ihr berufliches Glück in Deutschland zu suchen, Elma Karlowa verließ ihre Heimat und erhielt schon bald weitere Rollenangebote im deutschen Film. Meist waren es leichte Lustspiele oder banale Musikfilme, in denen sie das Klischee des süßen Mädels oder der exotischen Verführerin bediente, so in Ernst Marischkas Sängerfilm "König der Manege" (1954) mit Rudolf Schock, Werner Jacobs' "Gitarren der Liebe" (1954) mit Vico Torriani oder Willi Forsts musikalischem Rührstück "Dieses Lied bleibt bei dir" (1954), zu dem Johannes Mario Simmel das Drehbuch geschrieben hatte und in dem sie die Soubrette Trixie mimte.
Elma Karlowa blieb eine vielbeschäftigte Darstellerin auch wenn es nicht immer Hauptrollen waren, in rascher Folge drehte sie zahlreiche weitere Streifen.
 

Foto: © K.H. Vogelmann (1927 – 2011)
Mit freundlicher Genehmigung der Familie Vogelmann

Foto Elma Karlowa: Copyright K.H. Vogelmann (1927 – 2011);  mit freundlicher Genehmigung der Familie Vogelmann
So zeigte sie sich beispielsweise an der Seite von Rudolf Schock und Waltraut Haas in Hans Quests Heimatfilm "Der fröhliche Wanderer"1) (1955), im gleichen Jahr erlebte man sie in dem Verwechslungslustspiel "Zwei Herzen und ein Thron"1) (1955) mit Hans von Borsody, Willy Birgel besetzte sie in dem Melodram "Rosenmontag" (1955) und Rudolf Jugert in dem Gesellschaftsdrama "Studentin Helene Willfüer" (1956) nach dem Roman von Vicky Baum. In Werner Jacobs' Verfilmung der Millöcker-Operette "Der Bettelstudent"1) (1956) mimte sie die Komtesse Bronislawa neben Gerhard Riedmann und Waltraut Haas, mit denen sie dann auch wieder in Paul Verhoevens Komödie "Jede Nacht in einem anderen Bett"1) (1957) auf der Leinwand auftauchte. Erneut unter der Regie von Hans Quest drehte sie den geschmacklosen Filmschwank "Das Mädchen ohne Pyjama" (1957), für Harald Reinl spielte sie das Mädchen Ilonka in dem Klamauk "Almenrausch und Edelweiß"1) (1957), für Harald Philipp die Dompteuse Yvonne in dem Zirkusfilm "Rivalen der Manege" (1958), neben Claus Holm und Germaine Damar. Ein weiterer Musikfilm war Harald Philipps Emmerich Kálmán-Biografie "Der Czardas-König"1) (1958), wo sie wieder mit Gerhard Riedmann und Rudolf Schock zu sehen war, mit Harald Reinls Kriegsdrama "Die grünen Teufel von Monte Cassino"1) (1958) wurde die Kette der unbekümmerten Unterhaltungsfilme dann mal unterbrochen. Doch bereits mit "Besuch aus heiterem Himmel"1) (1959) bediente sie als Filmtochter von Johannes Heesters wieder das Genre der Komödie, ebenso wie in dem eher banalen Filmchen "Liebe verboten – Heiraten erlaubt"1) (1959) mit Peter Weck.
  
In den 1960ern wurde Elma Karlowa in wenig anspruchsvollen, typischen Streifen jener Jahre zunehmend als "Ulknudel" eingesetzt, in denen nur selten ihr komödiantisches Talent zum Tragen kam. So besetzte sie unter anderem Hans Grimm in "Schick deine Frau nicht nach Italien" (1960), Franz Marischka in "Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehn"1) (1961) und "So liebt und küsst man in Tirol"1) (1961) sowie Werner Jacobs in "Freddy und das Lied der Südsee"1) (1962). Es folgten noch Produktionen wie "Und wenn der ganze Schnee verbrennt"1) (1963, auch "Zwei blaue Vergissmeinnicht"), "Übermut im Salzkammergut"1) (1963), "Holiday in St. Tropez"1) (1964) und "St. Pauli Herbertstraße" (1965), dann begann der Stern der Schauspielerin zu sinken – nicht zuletzt wegen ihrer Figurprobleme. Sie hatte aufgrund einer Diabetes-Erkrankung erheblich an Gewicht zugenommen und verschwand für längere Zeit fast ganz von der Leinwand. Elma Karlowa war nicht mehr gefragt, verfiel in Depressionen, versuchte sich mit Schlaftabletten das Leben zu nehmen.
  
Erst in den 1970er Jahren erhielt sie wieder Rollenangebote und war aufgrund ihrer finanziellen Situation (sie soll zeitweise als Putzfrau, Krawattennäherin und in einer Bar gearbeitet haben) nicht grade wählerisch. Zur Filmografie jener Jahre zählen so auch eher unwichtige Chargenrollen in seichten Sexfilmchen wie "Junge Mädchen mögen's heiß, Hausfrauen noch heißer" (1973) oder Klamotten wie Ivan Passers "Frankensteins Spukschloß"1) (1975, Ace Up My Sleeve). Doch durch Rainer Werner Fassbinder gelang Elma Karlowa mit der Rolle der Frau Kargus in "Angst essen Seele auf"1) (1974) noch einmal ein bescheidenes Comeback in anspruchsvollen Kinoproduktionen. Fassbinder hatte ihr bereits in dem zweiteiligen TV-Film "Welt am Draht"1) (1973) eine Mini-Rolle gegeben und auch in seinen Kinofilm "Martha"1) (1974) und "Faustrecht der Freiheit"1) (1975) erhielt sie kleinere Parts. Weitere winzige Aufgaben erhielt sie in Peter Patzaks Literaturverfilmung "Das Einhorn" (1978), Billy Wilders Hollywood-Drama "Fedora"1) (1978), May Spils' skurriler Geschichte "
Wehe, wenn Schwarzenbeck kommt"1) (1979), Christian Rischerts Drama "Wenn ich mich fürchte" (1984) und in Helmer von Lützelburgs schwarzen Satire "Im Himmel ist die Hölle los"1) (1984).
Vereinzelt war Elma Karlowa auch im Fernsehen zu sehen; neben den beiden bereits erwähnten Filmen "Welt am Draht" und "Martha" besetzte sie Fassbinder noch in "
Bolwieser"1) (1977) und in seiner hochgelobten 13-teiligen (plus Epilog) Adaption von Alfred Döblins weltberühmtem expressionistischem Großstadtroman "Berlin Alexanderplatz"2) (1980), wo sie als Frau Gerner in Erscheinung trat. Sie übernahm seit Mitte der 1970er Jahre Gastrollen in verschiedenen TV-Serien, hatte kleinere Auftritte in der "Tatort"-Episode "Schwarzer Einser"1) (1978), der Serie "Merlin" (1980)" sowie in der Kult-Reihe "Kir Royal"1) (1986). Zu Elma Karlowas letzten Arbeiten für das Fernsehen zählen die "Tatort"-Folgen "Kainsmale"1) (1992) und "Laura mein Engel"1) (1994) sowie das Lustspiel "Liebling, ich muss auf Geschäftsreise" (1994), bei dem Peter Kraus Regie geführt hatte.

"Elma Karlowa war die typische Repräsentantin des wirtschaftswunderlichen Nachkriegskinos mit seinen u.a. unzähligen, oft romantisch-verkischten und bis zur albernsten Schnulze reichenden Amüsierstreifen. Insgesamt drehte sie 35 Filme, stand u.a. auch zusammen mit David Niven, Gina Lollobrigida, Vico Torriani, Catharina Valente oder Joachim Fuchsberger vor der Kamera. Die Männer schwärmten für die zierliche Frau mit den braunen Katzenaugen."3)
  
Elma Karlowa starb am 31. Dezember 1994 im Alter von 62 Jahren in München an den Folgen ihrer Diabetes-Erkrankung4); ihre letzte Ruhestätte befindet sich in Sydney (Australien).5)
 
Siehe auch Wikipedia
Link: 1) Wikipedia, 2) Beschreibung innerhalb diese HP 
Quelle: 3) Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1996,  4) DER SPIEGEL (2/1995), 5) Wikipedia (abgerufen 30.09.2011)
  
Filme (Auswahl)
Filmografie bei der Internet Movie Database

(Link: Wikipedia, filmportal.de, Beschreibung innerhalb dieser HP)
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