Gisela Uhlen wurde am 16. Mai 1919 in Leipzig als Gisela Friedhilde Schreck und Tochter des Spirituosen-Fabrikanten und ehemaligen Wagner-Sängers Augustin Schreck geboren; der Stummfilmstar Max Schreck1) (1879 – 1936), der vor allem durch seine dämonische Titelrolle in Friedrich Wilhelm Murnaus Stummfilm-Klassiker "Nosferatu, eine Symphonie des Grauens" (1921) einen enormen Bekanntheitsgrad erlangt hatte, war ihr Onkel. Schon mit 5 Jahren erhielt die kleine Gisela am Leipziger Konservatorium Unterricht im Ausdruckstanz bei Mary Wigman, an der Opernschule erlernte sie klassisches Ballett und Akrobatik und machte mit 15 Jahren ihre Abschlussprüfung. Bereits zu dieser Zeit trat sie schon heimlich in Leipziger Kabaretts auf und gab sich den Künstlernamen Gisela Uhlen; später absolvierte sie eine Schauspielausbildung bei Lilly Ackermann.
Unter der Intendanz von Saladin Schmitt stand die 17-jährige Gisela Uhlen 1936 erstmalig auf der Bühne des Bochumer Schauspielhauses, ab 1938 spielte sie dann neun Jahre am Berliner Schiller-Theater unter der Regie von Heinrich George und konnte sich so in der Theater-Szene profilieren.
Bereits ein Jahr zuvor hatte sie ihre erste tragende Leinwandrolle in Fritz Peter Buchs Literaturverfilmung "Annemarie"2) (1936, nach dem Roman "Lauter Sonnentage" von Bruno Wellenkamp) erhalten, einem Melodram, welches die Geschichte der Liebe einer jungen Dörflerin zu einem Kriegsfreiwilligen (Victor von Zitzewitz) erzählt, der im Ersten Weltkrieg fällt. Der Streifen wurde nach Kriegsende 1945 wegen der nationalistischen Tendenzen mit einem Aufführungsverbot belegt.
Mit weiteren populären Produktionen war Gisela Uhlen schnell einem breiten Publikum bekannt geworden. 1938 beispielsweise triumphiert sie an der Seite von Gustaf Gründgens als Angèle Destouche in Hans Steinhoffs "Tanz auf dem Vulkan"1): Der Film ist eine Mischung aus Spielfilm, Historienfilm und Revuefilm. Heute gilt er als ein Gesamtkunstwerk aus Schauspiel, Ballett und Musik und als eine der perfektesten Inszenierungen ihrer Zeit. Vor allem die schauspielerische Leistung Gründgens' und die Musik Mackebens haben zum Erfolg dieses Films beigetragen. (Quelle: Wikipedia)
 
Das Foto wurden mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Gisela Uhlen 01
Nach Streifen wie "Morgen werde ich verhaftet" (1939), "Zwischen Hamburg und Haiti" (1940) oder auch dem Propagandafilm "Ohm Krüger" (1941), spielt Gisela Uhlen 1942 in ihrem persönlichen Lieblingsfilm "Rembrandt" erneut unter der Regie von Hans Steinhoff eindrucksvoll die Hendrickje Stoffels, Lebensgefährtin des berühmten Malers, dargestellt von Ewald Balser.
Gisela Uhlen zählte zu den "Ufa-Diven" jener Jahre, agierte neben so bekannten Stars wie Paul Wegener oder Gustaf Gründgens, wurde von den Regisseuren jener Zeit gerne in Historienfilmen und Geschichten mit propagandistischen Inhalten besetzt. Meist verkörperte sie stille Frauengestalten, wie z. B. 1943 in Erich Waschnecks "Die beiden Schwestern". Mit Will Quadflieg drehte sie unter der Regie von Herbert Maisch "Die Zaubergeige" (1943) und mimte die Freundin des Violinisten Andreas Halm, Harald Braun besetzte sie als Partnerin von René Deltgen in "Der Stumme Gast" (1945), einem Kriminalfilm nach Theodor Fontane.
Nach dem Krieg erhielt Gisela Uhlen eine Arbeitserlaubnis als "nicht betroffen" und spielte zunächst nur am Theater, nahm jedoch Ende der 40er Jahre ihre Tätigkeit für den Film wieder auf, auch wenn sie an ihre früheren Ufa-Erfolge nicht mehr ganz anschließen konnte. Sie trat an den Bühnen von Wiesbaden, Stuttgart, München und Berlin auf, zwischen 1954 und 1957 war sie an verschiedenen Theatern in Ostberlin engagiert. Neben Klassikern brillierte sie in verschiedensten Boulevard-Komödien und zeigte immer wieder ihre schauspielerische Dominanz.
   
In diversen Produktionen der DEFA fand sie interessante Aufgaben, später stand sie in Westdeutschland, Österreich und der Schweiz vor der Kamera. Unter anderem drehte sie mit Werner Krauss und Dieter Borsche den eigenwilligen, etwas versponnenen Film "Der fallende Stern" (1950), Karl Hartl besetzte sie in der Literaturverfilmung "Der schweigende Mund" (1951, nach einem Roman von Hugo Maria Kritz) neben Oskar Homolka und Curd Jürgens, nach Hans Bertrams "Türme des Schweigens" (1952, mit Philip Dorn, Carl Raddatz) und der DEFA-Produktion "Das Traumschiff" (1956) sah man sie zwei Jahre später als Gräfin Orsina in der von Martin Hellberg in Szene gesetzten Theaterverfilmung "Emilia Galotti", neben Karin Hübner in der Titelrolle.
In mehreren Edgar-Wallace-Krimis war Gisela Uhlen mit von der Partie, so 1962 als Mrs. Tilling in "Das Indische Tuch", ein Jahr später als Emely Cody in "Die Tür mit den 7 Schlössern" oder 1966 als "Puffmutter" in der "Der Bucklige von Soho". 1968 wirkte sie als Mrs. Love in Christian-Jacques Historienfilm "Lady Hamilton – Zwischen Schmach und Liebe" mit, hatte 1978 besonders großen Erfolg als Mutter in Rainer Werner Fassbinders Gesellschaftsdrama "Die Ehe der Maria Braun" mit Hanna Schygulla; für ihre Darstellung wurde Gisela Uhlen 1979 mit dem Bundesfilmpreis in Gold ausgezeichnet.
Daneben arbeitete Gisela Uhlen ab den 60er Jahren intensiv fürs Fernsehen und war beispielsweise in verschiedenen Folgen des "Kriminalmuseums", "Der Alte", "Derrick", "Kommissar Rex" oder "Tatort" ebenso präsent wie in unterhaltsamen Serien, zu denen der Dauerbrenner "Der Landarzt" zählt, wo sie Anfang der 90er Jahre wiederholt auftrat. Seit 1989 spielte Gisela Uhlen mit Unterbrechungen erfolgreich in der populären Serie "Forsthaus Falkenau" als "Oma Inge" die leicht exzentrische Mutter des Försters Martin Rombach alias Christian Wolff, obwohl sie es anfangs ablehnte in Serien aufzutreten, da sie die Festlegung auf ein bestimmtes Rollenklischee fürchtete. Noch kurz vor ihrem Tod hatte Gisela Uhlen am 22. Dezember 2006 in der letzten Folge "Der Aufbruch" einen kurzen Auftritt mit dieser Rolle.
Gisela Uhlen 02 Mehr als 60 Filme, 80 Fernsehspiele und mehr als 100 Bühnenrollen haben Gisela Uhlen zu einer der bekanntesten deutschen Schauspielerinnen gemacht, die während ihrer Karriere mit legendären Filmpartnern wie Paul Hörbiger, Gustav Knuth, Willy Fritsch, Gustaf Gründgens oder O. W. Fischer gemeinsam vor der Kamera stand. Zu einer ihrer letzten Arbeiten für das Kino zählt "Toto le Héros" (1991), dem von der Kritik hoch gelobten Spielfilmdebüt des Belgiers Jaco van Dormael.
In den 80er Jahren hatte Gisela Uhlen, die dem Theater stets verbunden blieb, ihre eigene "Wanderbühne Gisela Uhlen" gegründet und absolvierte zahlreiche Tourneen quer durch Deutschland, begeisterte unter anderem mit Tochter Susanne in Ibsens "Gespenster" oder mit ihrem vierten Ehemann Wolfgang Kieling in "Die Party" das Publikum.

Das Foto wurden mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.  Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Die Schauspielerin Gisela Uhlen, welche zu den großen Ufa-Stars gehörte, verstarb am 16. Januar 2007 nach längerer Krankheit im Alter von 87 Jahren in Köln, wo sie nach vielen Jahren in der Schweiz zuletzt zurückgezogen lebte. Der Theaterkritiker Friedrich Luft hat über Gisela Uhlen einmal geschrieben: "Sie hatte eine ironische Frische, war hochintelligent und hatte eine zielsichere Anmut. Sie war, sozusagen auf Deutsch, eine Französin." Treffender kann man diese Schauspielerin, der Bühne, Film und Fernsehen viele unvergessliche Momente verdanken, kaum charakterisieren. Ob sie nun mit Heinrich George in Berlin die Luise in Schillers "Kabale und Liebe" spielte oder in dem Gründgens-Film "Tanz auf dem Vulkan" wie ein Irrwisch über die Leinwand wirbelte oder mysteriöse Ladies bei Edgar Wallace gab oder in der TV-Serie "Forsthaus Falkenau" die überlegene Reife einer entschlossenen Frau auf den Bildschirm zauberte – sie war immer sie selbst, souverän, couragiert, neugierig. (Quelle: mobil.morgenpost.de)
  
Die Schauspielerin konnte auf ein bewegtes und prall gefülltes Leben zurückblicken, ihre Erinnerungen hatte sie erstmals 1978 unter dem Titel "Mein Glashaus. Roman eines Lebens" veröffentlicht und beschreibt darin ihre eigene Geschichte als "ein Frauenleben voller Widersprüche, Irrtümer und Katastrophen". 1993 erschien "Meine Droge ist das Leben", zuletzt kam im Jahre 2002 eine erneute Lebensgeschichte mit dem Titel "Umarmungen und Enthüllungen. Collage eines Lebens." auf den Markt. Einen Teil ihrer privaten Sammlung mit zahlreichen Fotos und Zeitungsartikeln, die ihr Filmschaffen dokumentieren, übergab Gisela Uhlen Ende 2005 dem Filmmuseum Potsdam; weiterhin enthält die Sammlung unveröffentlichte Gedichte und Kurzgeschichten sowie einen Teil des Schmucks, den die Künstlerin für ihre Rollen erworben hatte.
  
Gisela Uhlen war insgesamt sechs Mal verheiratet, ihre erste Ehe mit dem Ballettmeister Herbert Freund, den die damals blutjunge Schauspielerin noch währen ihrer Ausbildungszeit in Berlin geheiratet hatte, scheiterte ebenso wie die dritte Verbindung mit dem Regisseur Hans Bertram (1906 – 1993), der verschiedene Filme (u. a. 1942 "Symphonie eines Lebens") mit ihr drehte; aus der Ehe stammt die 1945 geborene Tochter Barbara Bertram, die ebenfalls Schauspielerin wurde. 1953 heiratete Gisela Uhlen ihren Schauspielerkollegen Wolfgang Kieling (1924 – 1985); aus der Verbindung stammt die 1955 geborene Tochter Susanne Uhlen, die sich ebenfalls als erfolgreiche Film- und Theaterschauspielerin einen Namen machte. Um im Rechtstreit mit Bertram nicht das Sorgerecht für die gemeinsame Tochter Barbara zu verlieren, ließ sich Gisela Uhlen mit der neuen Familie zunächst in die Schweiz nieder, ein Jahr später in der ehemaligen DDR. Nach der Trennung von Kieling im Jahre 1957 heiratete sie in fünfter Ehe den DEFA-Regisseur Herbert Ballmann, mit dem sie unter anderem 1956 den Streifen "Das Traumschiff" drehte; ihre sechste Ehe mit einem 34 Jahre jüngeren Mann wurde 1985 geschieden.
  
Siehe auch wikipedia.org und www.cyranos.ch
Fotos bei film.virtual-history.com
 
Kinofilme (Auszug)
Filmografie bei der german.imdb.com
1936: Annemarie 1938: Der Tanz auf dem Vulkan
1939: Mann für Mann 1939: Morgen werde ich verhaftet
1940: Die Rothschilds 1940: Zwischen Hamburg und Haiti
1940: Die Unvollkommene Liebe 1941: Ohm Krüger
1942: Der 5. Juni 1942: Symphonie eines Lebens
1942: Schicksal 1942: Rembrandt
1943: Die Beiden Schwestern 1944: Die Zaubergeige
1945: Der Stumme Gast 1949: Eine Große Liebe
1950: Der Fallende Stern 1951: Der Schweigende Mund
1952: Türme des Schweigens 1956: Das Traumschiff
1958: Emilia Galotti 1960: Mit 17 weint man nicht
1962: Die Tür mit den 7 Schlössern 1962: Das Mädchen und der Staatsanwalt
1963: Das Indische Tuch 1965: Hotel der toten Gäste
1966: Ferien mit Piroschka 1966: Der Bucklige von Soho
1968: Lady Hamilton – Zwischen Schmach und Liebe 1969: Dr. med. Fabian – Lachen ist die beste Medizin
1974: Drei Männer im Schnee 1979: Die Ehe der Maria Braun
1980: Meister Eder und sein Pumuckl 1991: Toto der Held
1992: Zürich – Transit
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