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1924 heiratete Rudolf Sieber die junge Schauspielerin, am 13. Januar 1924 erblickte Tochter Maria Elisabeth1) das Licht der Welt. Die Ehe bestand nach wenigen Monaten nur noch auf dem Papier, wurde jedoch nie geschieden. Aber Sieber und die Dietrich trennten sich bald, der einzige Kontakt blieb über Tochter Maria, die Sieber später auch in Hollywood besuchte. Rolf Sieber, der zuletzt in Kalifornien eine Hühnerfarm betrieb, verstarb im Juni 1976.
Bis Ende der 1940er Jahre drehte Marlene Dietrich weitere erfolgreiche Kinofilme wie beispielsweise "The Garden of Allah" (1936, Der Garten Allahs), für den sie von Produzent David O. Selznick 200.000 Dollar die bis dato höchste Gage im Filmgeschäft erhalten haben soll , "Angel" (1937, Engel), "Herz in Flammen"3) (1941, Manpower), "Pittsburgh" (1942) oder "Kismet"3) (1944), ab den 50er Jahren begann ihr filmischer Ruhm zu verblassen und sie machte sich rar auf der Leinwand; lediglich 1948 sowie 1950 war ihr unter der Regie Billy Wilders in der zynischen Berlin-Komödie "A Foreign Affair" sowie mit dem Krimi "Die rote Lola"3) (1950, Stage Fright) noch einmal ein großartiges Comeback gelungen. Sehenswert ist auch ihr einziger, in Italien gedrehter Film "Monte Carlo Story"3) (1956, The Monte Carlo Story) mit Vittorio De Sica als Partner. Marlene Dietrich war durch die Darstellung der "tollen Lola" in dem 1930 gedrehten Film "Der blaue Engel" nach Heinrich Manns Roman "Professor Unrat" sowie dem Titelsong weltbekannt geworden und bewies bereits hier ihre außergewöhnliche Gestaltungskraft als Chansonsängerin. Für immer blieb ihr Name mit dem Lied "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" verknüpft. Das Angebot Goebbels', in das faschistische Deutschland zurückzukehren, lehnte sie entschieden ab. Immer wieder hatten die Nazis versucht, die 1930 nach Hollywood gegangene Diva zurück zu beordern, "weil eine deutsche Frau nur in Deutschland Filme drehen sollte". Die Dietrich blieb in Amerika, aber , wie einige Kritiker meinen, eher aus beruflichen und finanziellen Erwägungen denn aus politischer Überzeugung. 1939 war sie US-Bürgerin geworden und daraufhin wurde sie von der deutschen Presse totgeschwiegen; sie setzte sich ab 1942 im zweiten Weltkrieg als Truppenbetreuerin an der Front unter Lebensgefahr für die Sache der Alliierten ein, absolvierte unzählige Gesangsauftritte vor amerikanischen Soldaten und machte Propaganda-Sendungen gegen die Nazis in deutscher Sprache. Für ihren Einsatz im Krieg erhielt sie als erste Frau 1972 die "Medal of Freedom" (Medaille der Freiheit der US-Frontkämpfervereinigung), die höchste amerikanische Auszeichnung für Zivilpersonen; die Franzosen ehrten sie mit dem Kreuz der französischen Ehrenlegion. In Deutschland löste ihre gegen das Hitler-Regime gerichtete Tätigkeit im zweiten Weltkrieg noch Jahre später während ihrer Gastspiele in Westdeutschland 1960 und 1963 eine böswillige, von reaktionären Kräften inspirierte Presse-Kampagne aus. In den 1940er Jahren hatte sie eine leidenschaftliche Affäre mit Jean Gabin4) (1904 1976), ihrem Partner in "Martin Roumagnac"3) (1946); auch der berühmte Autor Erich Maria Remarque1) (1898 1970) war zeitweilig ihr Lebensgefährte.
Als in den 1950ern die Filmangebote spärlicher wurden, begann Marlene
einen Konzertzyklus mit unsterblichen Evergreens "Die fesche Lola", "Lili Marleen"1, "Sag mir, wo die Blumen
sind"1) , die sie 1953 von Las Vegas zum Broadway, nach London, in die
UDSSR, zurück nach Berlin und bis Australien führte; die Programme
der Entertainerin und Diseuse Marlene Dietrich wurden auch fürs
Fernsehen aufgezeichnet; Showstar blieb sie für die letzten zwanzig Jahre ihres Bühnenlebens.
Journalisten und Biographen hasste sie, mit knappen Antworten, Lügen und widersprüchlichen Aussagen
trug sie bereits zu Lebzeiten zur Entstehung des Mythos um sie bei.
Die "lebende Legende" hielt durch, bis sie mit 74 Jahren in Sydney buchstäblich
auf der Bühne zusammenbrach und sich einen Oberschenkelhalsbruch zuzog.
Durch den im Jahre 2000 von Joseph Vilsmaier gedrehten "Marlene"-Film1)
nach dem Buch "Meine Mutter Marlene" von Maria Riva mit Katja Flint in der Titelrolle
setzte eine wahre Marlene Dietrich-Manie ein,
auch wenn Vilsmaier Kritik für seinen Film einstecken musste: "Ihr Mythos überstrahlt jede Mode, und selbst eine
missglückte Kinohuldigung wie gerade erst der "Marlene"-Film von Joseph Vilsmaier setzt
neuen Begeisterungsrummel um Leben und Werk der Diva in Gang: Marlene Dietrich, der einzige Weltstar,
den Deutschland je hervorgebracht hat, ist so gegenwärtig wie je und sei es als millionenfach
reproduziertes Motiv auf der
Briefmarke. Ihre androgyne Erotik, ihre grandiose Ausstrahlung, ihr lockeres Liebesleben
zwischen Männern und Frauen und ihre beinhart durchgezogene Karriere wirken
wie ein früher, verwegener Verweis auf das 21. Jahrhundert: Sie war Vamp und Emanze zugleich,
vereinte Hollywood-Glamour und preußische
Disziplin." so der Journalist Hellmuth Karasek in DER SPIEGEL im Juni 2000. Von der Romanze der Diva mit dem Schriftsteller Erich M. Remarque handelt die Veröffentlichung "'Sag mir, daß Du mich liebst '", die in Zusammenarbeit der Dietrich mit Remarque, Werner Fuld und Thomas F. Schneider entstanden ist.
Von Renate Seydel erschien die bebilderte Biografie "Marlene Dietrich",
mit der das Leben und Schaffen einer großen Filmlegende des 20. Jahrhunderts
beleuchtet wird und das zum Teil unbekanntes Fotomaterial beinhaltet. Marlene Dietrich,
eine der ungewöhnlichsten Frauen des zwanzigsten Jahrhunderts, war bereits vor ihrem Tode
eine Legende. Die Bildbiografie belegt lückenlos jedes Jahr ihres Lebens anhand
weitgehend unbekannter Fotos, begleitet von Selbstzeugnissen, Produktions- und Atelierberichten,
Rezensionen der internationalen Presse und authentischen Berichten von Zeitgenossen.
Ein repräsentativer Einblick in den Werdegang und die Entstehungsgeschichte der Filme dieser unvergessenen
Diva.5) Siehe auch die Literatur-Hinweise bei Wikipedia
Seit Februar 2010 besitzt nun auch Berlin am Potsdamer Platz einen "Boulevard der Stars",
inspiriert von dem weltbekannten "Hollywood Walk of Fame";
anlässlich der 60. Berlinale enthüllten Festivaldirektor Dieter Kosslick und der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit am
12. Februar 2010 den ersten Messingstern mit Name und Signatur der Marlene Dietrich.
Wowereit nannte die Filmdiva im Rahmen der Zeremonie
"eine große Deutsche". Die offizielle Eröffnung des
Berliner "Walk of Fame" fand am 10. September 2010 statt, neben
legendären Filmschaffenden wie Marlene Dietrich oder Romy Schneider
sind herausragende Schauspieler wie Mario Adorf, Armin Mueller-Stahl,
Bruno Ganz oder Götz George "verewigt".
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| Link: 1) Wikipedia, 2) Murnau Stiftung, 3) prisma-online.de,
4) Kurzportrait innerhalb dieser HP Quelle: 5) Zitat der amazon-Redaktion Lizenz Foto der Gedenktafel: Der Urheber gestattet jedermann jede Form der Nutzung, unter der Bedingung der angemessenen Nennung seiner Urheberschaft. Weiterverbreitung, Bearbeitung und kommerzielle Nutzung sind gestattet. |
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Textbausteine des Kurzportraits von Dirk
Jaspers Filmlexikon Marlene Dietrich im Internet: www.marlene.com (englisch), home.snafu.de, www.marlenedietrich.org, www.marlenedietrich-filme.de Siehe auch die umfangreiche Seite bei Wikipedia sowie www.dhm.de, Dirk JasperFilmlexikon, www.prisma-online.de |
| Der blaue Engel Siehe auch www.prisma-online.de, Wikipedia, Murnau Stiftung |
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Genre: Drama Farbe, Deutschland, 1930 Uraufführung: 1. April 1930 im Berliner Gloria-Palast Uraufführung der englischsprachigen Fassung "The Blue Angel": 4. Juli in London Laufzeit Kino: 108 Minuten Regie: Josef von Sternberg Drehbuch: Carl Zuckmayer, Karl Gustav Vollmoeller, Robert Liebmann nach dem Roman "Professor Unrat" von Heinrich Mann Produktion: Erich Pommer Musik: Friedrich Hollaender Kamera (deutsche Fassung): Günther Rittau, Kamera (englische Fassung: Hans Schneeberger Darsteller: Die vulgäre und äußerst attraktive Sängerin Lola-Lola ist die unbestrittene Attraktion des Nachtlokals "Der blaue Engel". Wie im Vorübergehen bricht sie das Herz des biederen Gymnasialprofessors Immanuel Rath. Der will die berüchtigte Spelunke eigentlich inspizieren, um seine Schüler vor dem Sündenpfuhl fernzuhalten, aber als er Lola auf der Bühne sieht, vergisst er seine Mission. Die Vorstadt-Sirene lässt sich auf den alten Mann ein und nutzt ihn aus. Als sein Verhältnis zu der Lebedame an die Öffentlichkeit dringt, verliert er Stellung und Ansehen.
"Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt!" singt Lola
nur leicht bekleidet im
"Blauen Engel". In dem Moment nimmt das Leben von Unrat eine jähe Wende! |
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Weitere Filme |
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| Stummfilme | |
| 1919: Im Schatten des Glücks | 1922: So sind die Männer |
| 1923: Der Mensch am Wege | 1923: Tragödie der Liebe |
| 1923: Der Sprung ins Leben | 1924: Der Mönch von Santaren |
| 1925: Der Tänzer meiner Frau | 1926: Der Juxbaron |
| 1926: Kopf hoch, Charly! | 1926: Madame wünscht keine Kinder |
| 1926: Manon Lescaut | 1927: Café Elektric |
| 1927: Sein größter Bluff | 1927: Eine Dubarry von heute |
| 1928: Prinzessin Olala | 1929: Das Schiff der verlorenen Menschen |
| 1929: Die Frau, nach der man sich sehnt | 1929: Ich küsse Ihre Hand, Madame |
| 1929: Gefahren der Brautzeit | |
| Tonfilme | |
| 1930: Der Blaue Engel | 1930: The Blue Angel |
| 1930: Morocco | 1931: Dishonored (Entehrt) |
| 1932: Blonde Venus (Blonde Venus) | 1932: Shanghai Express (Shanghai-Express) |
| 1933: The Song of Songs (Das hohe Lied) | 1934: The Scarlet Empress (Die scharlachrote Kaiserin) |
| 1935: The Devil Is a Woman (Der Teufel ist eine Frau) | 1936: Desire (Sehnsucht) |
| 1936: I Loved a Soldier | 1936: The Garden of Allah (Der Garten Allahs) |
| 1937: Angel (Engel) | 1937: Knight Without Armour |
| 1939: Destry Rides Again (Der große Bluff) | 1940: Seven Sinners (Das Haus der sieben Sünden) |
| 1941: Manpower (Herzen in Flammen) | 1941: The Flame of New Orleans (Die Abenteurerin) |
| 1942: Pittsburgh | 1942: The Lady Is Willing |
| 1942: The Spoilers (Die Freibeuterin) | 1944: Kismet |
| 1946: Martin Roumagnac | 1947: Golden Earrings |
| 1948: A Foreign Affair (Eine auswärtige Affäre) | 1950: Stage Fright (Die Rote Lola) |
| 1951: No Highway in The Sky (Die Reise ins Ungewisse) | 1952: Rancho Notorious (Engel der Gejagten) |
| 1956: Around the World in Eighty Days (In 80 Tagen um die Welt) | 1956: Montecarlo |
| 1957: Witness for the Prosecution (Zeugin der Anklage) | 1958: Touch of Evil (Im Zeichen des Bösen) |
| 1961: Judgment at Nuremberg (Das Urteil von Nürnberg) | 1962: The Black Fox |
| 1964: Paris when it Sizzles (Zusammen in Paris) | 1972: I wish you Love |
| 1979: Schöner Gigolo, armer Gigolo | |
| Textpassagen der Biografie stammen von Dirk Jaspers Filmlexikon |
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