Fita Benkhoff
Fita Benkhoff wurde am 1. November 1901 als Frieda Elfriede in Dortmund geboren, wo sie später ein Lyzeum besuchte; sie wuchs mit sieben Geschwistern auf, der frühe Tod ihres Vaters überschattete ihre Kindheit. Nach einer Aufführung von Humperdincks "Hänsel und Gretel", stand für das junge Mädchen fest, Schauspielerin zu werden. Um ihre Ausbildung bei Emil Binder in Dortmund finanzieren zu können, arbeitete sie als Zahnarzthelferin und als Telefonistin bei einer Großhandelsfirma. 1925 erhielt Fita Benkhoff ein erstes Engagement am Stadttheater von Dortmund, debütierte in einer winzigen Rolle im "Don Carlos" und gab in der Folge Naiv-Sentimentale, aber auch schon mal Salondamen. Eine weitere Verpflichtung führte die junge Schauspielerin dann bis 1928 nach Lübeck, wo sie unter anderem als "Gretchen" im "Faust", als "Haitang" in Kafkas "Der Kreidekreis", als "Lulu" in Wedekinds "Erdgeist" oder als "Thekla" im Wallenstein" Erfolge feierte. Von Lübeck kam sie dann bis 1931 nach Düsseldorf zu der berühmten Luise Dumont, von der sie "unser Madönnchen mit der reinen Ausstrahlung" genannt und in entsprechenden Rollen eingesetzt wurde. Weitere Stationen ihrer Karriere als Theaterschauspielerin wurden dann Breslau (1931 – 1932) sowie die Kammerspiele in Wien (1932 –1933); in Wien spielte sie neben Käthe Gold und Hans Moser in "Essig und Öl" und wurde bei dieser Gelegenheit von der Ufa für den Film entdeckt, wo sie bald festen Fuß fassen konnte. Daneben lief ihre Tätigkeit in Berlin an der "Volksbühne" sowie dem "Deutschen Theater", wo sie von 1933 bis 1945 – mit kleinen Unterbrechungen – zu den beliebtesten Schauspielerinnen gehörte. So glänzte Fita Benkhoff beispielsweise 1936 als "Orinthia" in Shaws "Der Kaiser von Amerika" oder 1937 als "Klara" in Hebbels "Maria Magdalena".
  
Auf der Leinwand war sie anfangs nur in Kurzfilmen zu sehen, ehe sie 1935 als keifende Dienerin Andria, die von Gott Merkur in Gestalt ihres Gatten Sosias listig getäuscht wird, in Reinhold Schünzels "Amphitryon" ihre ersten großen Erfolg hatte. Weitere Filme folgten, oft als komische Partnerin von Paul Kemp, wie z. B. 1936 als Bianca in "Boccaccio".
Spielfreude, Pfiff und Verstand zeichneten die junge Fita Benkhoff aus, doch wohl aufgrund ihres biederen Aussehens wurde die Charakterdarstellerin im Film immer nur mit Nebenrollen, die jedoch durchaus ihre Wirkung hatten, besetzt.
  
Insgesamt war Fita Benkhoff in über 100 Filmen auf der Leinwand zu sehen und ihr Part war meist die zweite weibliche Heldin, die neben der Hauptfigur weniger gut davon kam. Ihre Rollen waren facettenreich: so glänzte sie 1936 als die nach Luxus gierende Salondame Lisa in "Die Un-erhörte Frau", agierte 1939 als Ehefrau in der Filmadaption von Hans Müller-Schlösser's kölnischem Volksstück "Schneider Wibbel", konnte aber auch 1949 als herb-tragische Auguste Wolff in "Der Biberpelz" nach Gerhart Hauptmann überzeugen. Selbst der an sich anspruchslosen Rolle der Frau des Schmierenkomödianten Striese im bekannten Schwank "Der Raub der Sabinerinnen"(1954 verfilmt von Kurt Hoffmann) verlieh die Schauspielerin noch nachhaltige Züge.
In den 60er Jahren war Fita Benkhoff auch vermehrt in TV-Produktionen zu sehen; so spielte sie 1960 in der TV-Miniserie "Es ist soweit" die Barbara Barstow, 1963 war sie die Katja in "Haus der Schönheit"; weitere Fernsehfilme, in denen Fita Benkhoff mitwirkte, waren u. a. "Ein Engel namens Schmitt" (1964), "Geisterkomödie (1965), "Der Raub der Sabinerinnen" (1966) und "Frühling in Baden-Baden" (1967).

Neben ihrer umfangreichen Arbeit für Film und Fernsehen war Fita Benkhoff dem Theater immer treu geblieben: Bereits kurz nach dem Krieg spielte sie am Hamburger "Thalia-Theater", glänzte dort unter anderem 1947 mit ihrer Lieblingsrolle in Shaws "Pygmalion". 1948 trat sie an der "Tribüne" in Berlin in Noel Cowards "Weekend" auf, 1950 folgte an den Kammerspielen in München Cowards "Geisterkomödie". In München erregte sie dann erst wieder im März 1960 an der "Kleinen Komödie" in Paul Osbornes "Erinnerst Du Dich" wahre Lachstürme, nachdem sie sich elf Jahre lang ausschließlich Filmaufgaben gewidmet hatte. Noch kurz vor ihrem Tod begeisterte sie in der Saison 1966/67 als "Tante Abby" in Kesselring Giftmischerkomödie "Arsen und Spitzenhäubchen im "Theater an der Leopoldstraße".

Fita Benkhoff verstarb am 26. Oktober 1967 kurz vor ihrem 66. Geburtstag in einer Klinik in München. Sie war seit 1939 mit dem Kaufmann Wilhelm Strohn verheiratet und führte mit ihrem Mann ein großes Haus am Starnberger See. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahre 1957 lebte Fita Benkhoff dort fünf Jahre lang völlig zurückgezogen, löste dann ihr Domizil am Starnberger See auf und zog nach München. Dort widmete sie sich zuerst zaghaft, dann immer begeisterter der Malerei und entwickelte einen höchst reizvollen Stil.
Textpassagen der Biografie aus: "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars"  von Adolf  Heinzelmeier und Berndt Schulz
     
Kinofilme
1931: Schachmatt 1933: Eine Ideale Wohnung
1933: Der Störenfried 1933: Der Streitbare Herr Kickel
1934: Alte Kameraden 1934: Ein Mädel wirbelt durch die Welt
1934: Das Erbe von Pretoria 1934: Die Medaille
1934: Heinz im Mond 1934: Der Meisterboxer
1934: Die Kleinen Verwandten 1934: Die Rosarote Brille
1934: Krach um Jolanthe 1934: Schwarzer Jäger Johanna
1934: Lottchens Geburtstag 1934: Die Beiden Seehunde
1934: Charleys Tante 1934: Mutter und Kind
1935: Der Ammenkönig 1935: Die Werft zum Grauen Hecht
1935: Henker, Frauen und Soldaten 1935: Amphitryon
1935: Liebeslied 1935: Ein Kind, ein Hund, ein Vagabund
1936: Moral 1936: Diener lassen bitten
1936: Die Un-erhörte Frau 1936: Boccaccio
1936: Der Schüchterne Casanova 1936: Straßenmusik
1937: Manege 1937: Wenn Frauen schweigen
1937: Stimme des Blutes 1937: Kapriolen
1938: Lauter Lügen 1938: Diskretion - Ehrensache
1938: Petermann ist dagegen 1938: Heiratsschwindler
1938: Schüsse in Kabine 7 1939: Casanova heiratet
1939: Drunter und drüber 1939: Spaßvögel
1939: Opernball 1939: Die Goldene Maske
1939: Schneider Wibbel 1940: Das Fräulein von Barnhelm
1940: Ihr Privatsekretär 1940: Was wird hier gespielt?
1941: Immer nur Du 1942: So ein Früchtchen
1942: Meine Freundin Josefine 1942: Was will Brigitte?
1942: Frau Luna 1943: Johann
1944: Freitag, der 13. 1944: Ich brauche dich
1944: Ich habe von dir geträumt 1948: Morgen ist alles besser
1948: Die Zeit mit dir 1949: Der Biberpelz
1949: Krach im Hinterhaus 1950: Melodie des Schicksals
1950: Taxi-Kitty 1950: Kein Engel ist so rein
1950: Das Gestohlene Jahr 1951: Hilfe, ich bin unsichtbar
1951: Durch dick und dünn 1951: Die Frauen des Herrn S.
1951: Die Mitternachtsvenus 1952: Tanzende Sterne
1952: Wenn abends die Heide träumt 1952: Pension Schöller
1952: Die Diebin von Bagdad 1952: In München steht ein Hofbräuhaus
1953: Muss man sich gleich scheiden lassen? 1953: Von Liebe reden wir später
1953: Das Singende Hotel 1953: Fanfaren der Ehe
1954: Auf der Reeperbahn nachts um halb eins 1954: Fräulein vom Amt
1954: Maxie 1954: Der Raub der Sabinerinnen
1955: Drei Mädels vom Rhein 1955: Der Hauptmann und sein Held
1955: Ein Herz voll Musik 1955: Der Himmel ist nie ausverkauft
1955: Wenn der Vater mit dem Sohne 1956: Wenn wir alle Engel wären
1956: Der Bettelstudent 1956: Der Erste Frühlingstag
1956: Opernball 1956: Dany, bitte schreiben Sie
1957: Zwei Herzen voller Seligkeit 1957: Familie Schimek
1958: Europas neue Musikparade 1958: Ist Mama nicht fabelhaft?
1958: Majestät auf Abwegen 1959: Ein Sommer, den man nie vergisst
1959: Liebe, Luft und lauter Lügen 1959: Immer die Mädchen
1960: Ingeborg 1961: Bei Pichler stimmt die Kasse nicht
1963: Liebe will gelernt sein
Um zur Seite der Leinwandstars zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de