
Bei Fritz Lang spielte er in vier Filmen mit: In den beiden Teilen des Abenteuers "Die Spinnen" (1919: Der Goldene See/1920: Das Brillantenschiff) jeweils mit Carl de Vogt in der Hauptrolle, in "Harakiri"1) (1919) u.a. mit Lil Dagover, sowie in den beiden Klassikern "Der müde Tod"1) (1921) und "Dr. Mabuse der Spieler" (1922). Ernst Lubitsch gab ihm mehrfach Aufgaben, so in seiner Komödie "Das Fidele Gefängnis"1) (1917) neben Harry Liedtke, und als Lubitsch seine stumme "Carmen"-Version1) (1918) mit der verführerischen Pola Negri auf die Leinwand bannte, gehörte Biensfeldt wieder zur Besetzungsliste. Weitere Filme von Lubitsch, in denen der Schauspieler prägnante Figuren darstellte, waren das Lustspiel "Meine Frau, die Filmschauspielerin"1) (1919) mit Ossi Oswalda sowie sie beiden Historiendramen "Madame DuBarry"1) (1919) mit Pola Negri und "Anna Boleyn"1) (1920) mit Henny Porten in der Titelrolle, Emil Jannings als König Heinrich VIII. und Biensfeldt als Hofnarr. In Lubitschs Abenteuer "Sumurun"1) (1920, mit Pola Negri) zeigt sich Biensfeldt als Sklavenhändler, in "Romeo und Julia im Schnee"1) (1920) als Dorfrichter, in der Pola Negri-Komödie "Die Bergkatze"1) (1921) musste er für Lubitsch in die Maske des Banditen Dafko schlüpfen. Man sah ihn in Georg Jacobys Filmreihe "Der Mann ohne Namen" mit Harry Liedtke als Titelhelden Peter Voß sowie in den vier "Silberkönig"-Geschichten (1921) von Regisseur Erik Lund, Biensfeldts letzter Stummfilm, "Ihr dunkler Punkt"1) mit Lilian Harvey und Willy Fritsch, kam 1929 in die Lichtspielhäuser. Auch im Tonfilm konnte sich der Mann mit dem rundlichen Kopf und dem manchmal melancholisch-hintergründigem Blick behaupten, zu den bekanntesten zählen Gustav Ucickys Curt Götz-Adaption "Hokuspokus"1) (1930) mit Lilian Harvey und Willy Fritsch, Ucickys Historienfilm "Das Flötenkonzert von Sanssouci"1) (1930) mit Otto Gebühr als. Friedrich II., Kurt Gerrons Krimi "Der Weiße Dämon"1) (1932) mit Hans Albers sowie Georg Jacobys Romanze "Sag mir, wer du bist" (1933) mit Liane Haid und Viktor de Kowa. Der Streifen wurde Biensfeldts letzter Auftritt vor der Kamera, wenig später starb der Schauspieler am 2. April 1933 in in Berlin-Halensee nur wenige Wochen vor seinem 65. Geburtstag. Paul Biensfeldt machte sich während seiner Karriere auch einen Namen als Theaterdarsteller, spielte unter anderem an der Berliner Volksbühne in Schillers "Die Räuber", in Kotzebues "Die Deutschen Kleinstädter" und in Shakespeares "Viel Lärm um Nichts". Noch bis kurz vor seinem Tod hatte er unter der Regie von Heinz Hilpert in dem Shakespeare-Lustspiel auf der Bühne gestanden, konnte noch die Premiere am 22. März 1933 miterleben. Dem Film hatte er sich zugewandt, als seine Kollegen diesen noch als zweitrangige Kunst verdammten. Im Film spielte er seine Episodenfiguren wie bei Brahm2) auf der Bühne, stets mit Ensemblesinn, der seinen Rollen im Gesamtrahmen des Films zukam immer taktvoll, humorvoll, liebenswert. Und als der Tonfilm kam, fühlte er sich erst recht in seinem Element und verschmolz in vielen tönernen Filmwerken Mimik und Sprache zu einem künstlerischen Ganzen.3) |
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1) Der Link führt zur Filmbeschreibung der Murnau-Stiftung 2) gemeint ist der Theaterleiter und Regisseur Otto Brahm (siehe auch Wikipedia). 3) Quelle: Vom Werden Deutscher Filmkunst, Teil 2, von Dr. Oskar Kalbus, 1935 |
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Siehe auch Wikipedia
sowie www.cyranos.ch Foto bei film.virtual-history.com |
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