Liane Haid (ca, 1928/29); Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder1) (1888 – 1929); Quelle: Wikimedia Commons; Ross-Karte Nr. 3365/1; Lizenz: Die Schutzdauer (von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers) für das von dieser Datei gezeigte Werk ist nach den Maßstäben des deutschen, des österreichischen und des schweizerischen Urheberrechts abgelaufen. Es ist daher gemeinfrei. Liane (Juliane) Haid wurde am 16. August 1895 als Tochter einer aus einer bayerischen Adelsfamilie stammenden Geigenbauers in Wien geboren und gilt als Österreichs erster Filmstar. Zu Haids Geburtsjahr gibt es verschiedene Angaben: in bibliographischen Archiven werden neben 1895 auch 1897 und 1905 genannt; ihre jüngere, 1900 geborene Schwester Grit Haid1), die 1938 bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, war ebenfalls Schauspielerin.
Schon als Kind erhielt die kleine Juliane eine Gesangsausbildung und trat als junges Mädchen unter dem Künstlernamen "Hypolita d'Hellas" in Berlin und Wien bereits in Opern und Operetten auf. Ihr Leinwanddebüt gab sie während des 1. Weltkrieges in Jakob Flecks1) Propagandastreifen "Mit Herz und Hand fürs Vaterland" (1915 ), den Durchbruch schaffte sie dann 1921 mit der Titeltrolle in Richard Oswalds1) stummen, opulent inszenierten Historienfilm "Lady Hamilton" als Partnerin von Conrad Veidt2). Ein Jahr später stand sie für "Lucrezia Borgia" wiederum mit Veidt sowie mit Albert Bassermann2) und Adele Sandrock2) vor der Kamera. Zahlreiche weitere Filme machten sie in den folgenden Jahren zu einer der beliebtesten Stummfilmdarstellerinnen, deren Image des "süßen Wiener Mädchens" erfolgreich vermarktet wurde.
 
Foto: Liane Haid (ca. 1928/29)
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder1) (1888 – 1929)
Quelle: Wikimedia Commons; Ross-Karte Nr. 3365/1
Lizenz: Die Schutzdauer (von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers) für das von dieser Datei gezeigte Werk ist nach den Maßstäben des deutschen, des österreichischen und des schweizerischen Urheberrechts abgelaufen. Es ist daher gemeinfrei.
Den Übergang zum Tonfilm schaffte die Schauspielerin problemlos, vielleicht nicht zuletzt wegen ihrer stimmlichen Versiertheit. Die Ufa setze Liane Haid in den 1930er Jahren in vielen erfolgreichen Leinwandproduktionen ein: so spielte sie 1930 neben Willy Forst die Tilla Morland in der Géza von Bolváry-Komödie "Das Lied ist aus" sowie als Partnerin von Gustav Fröhlich die Annerl Reisleitner in der von Gustav Ucicky und Joe May inszenierten Komödie "Der Unsterbliche Lump"3). 1931 war sie in Carl Boeses Biopic "Grock – der geniale Clown" zu sehen, 1932 zeigte sie sich mit Willi Forst in Karl Hartls "Der Prinz von Arkadien". Als Madelaine Wengert und Partnerin von Georg Alexander agierte sie 1933 in Hans Steinhoffs "Madame wünscht keine Kinder" sowie als Helga Petersen in "Roman einer Nacht" oder zeigte sich 1936 als Sängerin Edda Vivian mit Heinz Rühmann und Hans Moser in E. W. Emos Verwechslungskomödie "Ungeküsst soll man nicht schlafen gehen" – um nur einige ihrer Erfolgsfilme zu nennen. Insgesamt wirkte die sympathische Österreicherin während ihrer Leinwandkarriere in rund 90 Kinoproduktionen mit und der Robert Stolz-Schlager "Adieu, mein kleiner Gardeoffizier" aus dem Film "Das Lied ist aus"4) (1930) und wurde zum Evergreen.
 
Ab Beginn des 2. Weltkrieges konnte Liane Haid nicht mehr beim deutschen Film arbeiten – ihre letzte Leinwandrolle war 1940 die der Witwe Ada Rasmus an der Seite von Willy Fritsch in dem Melodram "Unvollkommene Liebe"5) –, sie nahm jedoch auch keine Angebote aus den USA oder Großbritannien an und konzentrierte sich auf ihre Arbeit beim Theater. 1942 flüchtete sie aus Österreich in die Schweiz, heiratete in dritter Ehe den Schweizer Arzt Dr. Carl Spycher, den sie auf seinen Tropenreisen begleitete, und zog sich ins Privatleben zurück; lediglich 1953 wirkte sie noch einmal als Mutter Rosa Klopps in dem österreichischen Heimatfilm "Die fünf Karnickel" (Deutscher Verleihtitel "Im Krug zum grünen Kranze") mit.
In erster Ehe war Liane Haid seit 1923 mit dem Filmmogul Baron Friedrich Haymerle, dem Sohn eines ehemaligen österreichischen Ministerpräsidenten Heinrich Karl von Haymerle1) (1828 – 1881) verheiratet; Ehemann Haymerle gründete damals eigens für seine Frau die Produktionsfirma "Micco-Film". Später ließ sie sich von ihm scheiden und ehelichte den bekannten Berliner Anwalt Hans Somborn1) (1904 – 1993), doch auch diese Ehe scheiterte 1937. Aus der Verbindung mit Dr. Carl Spycher, den sie viele Jahre auf dessen Forschungsreisen durch die Tropen begleitete und der sie Anfang der 1970er Jahre nach 30 Jahren wegen einer anderen Frau verließ, stammt Sohn Pierre Spycher, der Jazzmusiker wurde.
1969 wurde Liane Haid mit dem "Deutschen Filmpreis" für ihr "langjähriges Wirken im deutschen Film" ausgezeichnet und noch am 16. August 2000 feierte sie ihren 105. Geburtstag (legt man das Geburtsjahr 1895 zugrunde) in geistiger Frische und guter körperlicher Verfassung.

Die Schauspielerin, die neben alle Filmgrößen ihrer Zeit wie z. B. Veidt, Krauss, Bassermann, Sandrock, Wegener, George, Fritsch, Kortner, Forst, de Kowa, Rühmann oder Hörbiger gespielt hatte, starb am 28. November 2000 – von den Medien leider relativ unbeachtet – in ihrem Schweizer Haus in Wabern bei Bern im Kreis ihrer Familie; sie wurde auf dem Dornbacher Friedhof beigesetzt.
 
Foto: Liane Haid (ca. 1919–1929)
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder1) (1888 – 1929)
Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons; Ross-Karte Nr. 545/1
Lizenz: Die Schutzdauer (von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers) für das von dieser Datei gezeigte Werk ist nach den Maßstäben des deutschen, des österreichischen und des schweizerischen Urheberrechts abgelaufen. Es ist daher gemeinfrei.

Liane Haid (ca, 1919–1929); Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder (1888 – 1929); Quelle: Wikipedia bzw. Wikimedia Commons; Ross-Karte Nr. 545/1; Lizenz: Die Schutzdauer (von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers) für das von dieser Datei gezeigte Werk ist nach den Maßstäben des deutschen, des österreichischen und des schweizerischen Urheberrechts abgelaufen. Es ist daher gemeinfrei.
Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 3) Murnau Stiftung, 4) www.film.at, 5) www.transitfilm.de
Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch
  Fotos bei film.virtual-history.com
 
Kinofilme
Filmografie bei www.imdb.de
(Link: Murnau Stiftung)
1915: Mit Herz und Hand fürs Vaterland 1916: Auf der Höhe
1916: Mit Gott für Kaiser und Reich 1916: Die Tragödie auf Schloss Rottersheim
1916: Sommeridylle 1916: Die Landstreicher
1917: Der Schandfleck 1917: Mir kommt keiner aus
1917: Der Verschwender 1917: Lebenswogen
1918: So fallen die Lose des Lebens 1918: Der Doppelselbstmord
1918: Der König amüsiert sich 1919: Die Ahnfrau
1920: Doktor Ruhland 1920: Der Herr des Lebens
1920: Durch Wahrheit zum Narren 1920: Lasset die Kleinen zu mir kommen
1920: Eva, die Sünde 1920: Der Leiermann
1920: Die Stimme des Gewissens 1920: Der Tanzende Tod
1920: Verschneit 1920: Freut Euch des Lebens
1921: Betrüger des Volkes 1921: Der Roman eines Dienstmädchens
1921: Die Filme der Prinzessin Fantoche 1921: Sein Lebenslicht
1921: Die Frau in Weiß 1921: Lady Hamilton
1922: Geld auf der Strasse 1922: Lucrezia Borgia
1922: Der Pantoffelheld 1923: Schlagende Wetter
1924: Southern Love 1925: Ich liebe dich
1925: Insel der Träume 1926: Die Brüder Schellenberg
1926: Der Fesche Erzherzog 1926: Der Sohn des Hannibal
1926: Der Provinzonkel 1926: Als ich wiederkam
1926: Im weißen Rößl 1927: L'esclave blanche
1927: Der Goldene Abgrund 1927: Wien, du Stadt meiner Träume
1927: Liebesfeuer 1927: Der Letzte Walzer
1927: Die Weiße Sklavin 1927: Die Czardasfürstin
1928: Die Dame in Schwarz 1928: Dollarprinzessin und ihre sechs Freier
1928: Marquis d'Eon, der Spion der Pompadour 1929: Schiff in Not S.O.S.
1929: Schwarzwaldmädel 1929: Weiberkrieg
1929: Spiel um den Mann 1930: Petit officier… Adieu!
1930: Zweimal Hochzeit 1930: Die Große Sehnsucht
1930: Das Lied ist aus 1930: Der Unsterbliche Lump
1931: Grock 1931: Meine Cousine aus Warschau
1931: Kaiserliebchen 1931: Schatten der Manege
1931: Die Männer um Lucie 1931: Opernredoute
1932: Der Diamant des Zaren 1932: Der Prinz von Arkadien
1932: Ich will nicht wissen, wer du bist 1932: Madame hat Ausgang
1933: Eine Frau wie Du 1933: Das Schloss im Süden
1933: Keine Angst vor Liebe 1933: Der Stern von Valencia
1933: Polizeiakte 909 (aka Taifun)1) 1933: Ihre Durchlaucht, die Verkäuferin
1933: Sag' mir, wer Du bist 1933: Roman einer Nacht
1933: Madame wünscht keine Kinder 1934: Besuch am Abend
1934: Bei der blonden Kathrein 1935: Tanzmusik
1935: Die Fahrt in die Jugend 1936: Whom the Gods Love
1936: Ungeküsst soll man nicht schlafen gehen 1937: Peter im Schnee
1940: Die Unvollkommene Liebe 1953: Die Fünf Karnickel
  
1) Der Film "Polizeiakte 909" wurde am 25. August 1933 unter seinem ursprünglichen Titel in Wien uraufgeführt und erst nach starken Kürzungen und Nachaufnahmen von der deutschen Zensurbehörde freigegeben. Der Name des jüdischen Regisseurs Robert Wiene wurde im Vorspann der deutschen Fassung nicht genannt.
Darsteller: Liane Haid (Sängerin Helene Laroche), Viktor de Kowa (Schriftsteller Renard-Bninski), Valeri Inkijinoff (Dr. Tokeramo), Paul Mederow (Präsident), Paul Henckels (Verteidiger).
Information der nicht mehr existenten Seite" www.deutscher-tonfilm.de"
Um zur Seite der Leinwandstars zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de