Georg Thomalla wurde am 14. Februar 1915 als Sohn eines Justizbeamten in Kattowitz (Oberschlesien) geboren. Nach der Schule absolvierte er zunächst eine Lehre als Koch und machte seine Gesellenprüfung. 1932 vermittelte ihm sein Bruder in Hamburg eine Rolle in der Operette "Land des Lächelns". Über Wanderbühnen spielte er sich dann bis an die Berliner Boulevardtheater hoch, machte sich unter anderem an der "Komödie" und dem "Theater am Kurfürstendamm" einen Namen als brillanter Charakterkomiker. Zwischen 1948 und 1956 war er außerdem Mitglied des "Kabaretts der Komiker"1).
 
 
Foto: Georg Thomalla mit (?) in dem Lustspiel "Der Mustergatte"
von Avery Hopwood im März 1946 am "Jürgen-Fehling-Theater" in Berlin
 
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Georg Thomalla mit (?) in dem Lustspiel "Der Mustergatte" von Avery Hopwood im März 1946 am "Jürgen-Fehling-Theater" in  Berlin;  Copyright: SLUB Dresden/Deutsche Fotothek;  Urheber: Abraham Pisarek; Datierung: 1946.03 / Lizenz CC-BY-SA 3.0.
Georg Thomalla 01; Copyright Virginia Shue 1939 wurde er dann von der Ufa für den Film entdeckt; er begann zunächst mit kleinen Rollen, wo er zunächst in NS-Propagandastreifen wie "Stukas"1) (1941) schneidige Unteroffiziere verkörperte. Dann aber machte er 1942 als legeres Mitglied einer Musikerband in dem Käutner-Film "Wir machen Musik"1) erstmals im größeren Ausmaß auf sein komödiantisches Talent aufmerksam. Im bundesdeutschen Nachkriegsfilm avancierte Thomalla zum vielbeschäftigten Darsteller, konnte in zahllosen heiteren Unterhaltungsproduktionen sein Spieltemperament voll zur Geltung bringen und machte eine ungeahnte Karriere als Leinwanddarsteller – unvergessen beispielsweise sein arbeitsloser Musiker Peter, der als Frau verkleidet in "Fanfaren der Liebe"1) (1951) in einer Damenkapelle mitspielt. Thomallas auch in turbulenten Klamaukszenen stets reservierte Komik zeichnete sich wechselnd in Hauptrollen – wie 1953 als junger Ministerialbeamter Paul Norman in der Benatzky-Verfilmung "Bezauberndes Fräulein" – und kleineren, profilierten Nebenparts aus.
Er trat 1957 die Nachfolge von Hermann Thimig als gehemmter, erfolgloser Varietékünstler in "
Viktor und Viktoria"1) – die Erstverfilmung hatte Reinhold Schünzel 1933 inszeniert – an und gestaltete 1958 in "Die Sklavenkarawane"1) oder "Der Löwe von Babylon"1) (1959), frühen Vorläufern der bundesdeutschen Karl-May-Filmwelle, einen in seiner naiven Schläue sehr komischen Hadschi Halef Omar.
Während Thomalla in anspruchsvollen Aufgaben wie seinem treu ergebenen Buchhalter Vittgers in "Bei Pichler stimmt die Kasse nicht" (1961) seine Begabung für tragikomisches Spielmaterial nur selten beweisen konnte, entwickelte er sich in zahllosen Lustspielen zum Aushängeschild des deutschen Unterhaltungsfilms der 1950er Jahre.
Im darauffolgenden Jahrzehnt blieb er durch seine Mitwirkung in den "Lümmel"-und anderen Lustspiel-Wellen äußerst populär, ehe er zum Fernsehen abwanderte und sich mit Personality-Shows in den 1970er und 80er Jahren behauptete. 1988 erschienen seine Memoiren "In aller Herzlichkeit". 
 
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Thomalla, einer der originellsten und beliebtesten Charakterkomiker des deutschen Films nach 1945, überzeugte sowohl im Grotesken durch körperliche Agilität als auch durch seine sprachliche Virtuosität, mit der er gleichermaßen Pointen trocken zu setzen, Schnoddrigkeit sympathisch und natürlich zu vermitteln und Gefühlvolles unsentimental auszudrücken vermochte.  
Auch als Bühnendarsteller und Kabarettist war er erfolgreich und als Synchronsprecher lieh er unter anderem Danny Kaye2) (1913 – 1987) und Jack Lemmon2) (1925 – 2001) seine Stimme. Als Thomalla 1999 verstarb, ging mit ihm "die" deutsche Stimme von Jack Lemmon. Thomalla hatte Lemmon seit 1957 synchronisiert und war mit ihm eine in der Synchronbranche beispiellose und einzigartige Verbindung eingegangen – Thomalla war Lemmons perfekter Gegenpart gewesen.
Als Theaterschauspieler feierte ebenfalls Thomalla große Erfolge: Anfang der 1970er Jahre beispielsweise stand er in verschiedenen deutschen Städten mehr als 900 Mal in Curt Flatows Boulevardstück "Der Mann, der sich nicht traut" auf der Bühne. Unvergessen bleiben auch seine Rollen in den Flatow-Stücken "Die Durchreise" und "Das Geld liegt auf der Bank".

 
Seit 1957 verheiratet mit der Hoteliers-Tochter Margit Mayrl und Vater von zwei Söhnen, lebte der Schauspieler Jahrzehnte im österreichischen Bad Gastein, seine letzten Lebensjahre verbrachte Thomalla überdies in München-Schwabing am Hohenzollernplatz sowie im spanischen Javea zwischen Alicante und Valencia. Thomalla brauchte privat die Ruhe. Häufige Erwähnung finden in Artikeln über ihn seine Vorliebe für Meditationen (Yoga) und sein Hobby, das Sammeln von Ikonen.3)
Am 25. August 1999  starb der beliebte Künstler im Alter von 84 Jahren an Herzversagen in einem Krankenhaus im oberbayerischen Starnberg. Er hatte sich im Februar bei einem Sturz in seiner Münchner Wohnung das Hüftgelenk gebrochen und musste daraufhin mehrmals operiert werden, darunter auch an der Gallenblase. Sein Gesundheitszustand hatte sich durch eine Lungenentzündung noch verschlechtert, an deren Folgen er verstarb.4) Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof von Bad Gastein → Foto der Grabstätte bei knerger.de.
Georg Thomalla 02; Copyright Virginia Shue Thomalla mimte gern den Verwirrten, dabei "feuert er seine Lachsalven nicht allein auf andere ab. Nur allzu gern haut er sich selbst in die Pfanne, verhaspelt er sich im Netz eigener Unzulänglichkeiten" urteilte die Kritik. Ein Markenzeichen des Schauspielers war seine Schussligkeit, gepaart mit virtuoser Komik, blitzschneller Improvisationsgabe und einem rasantem Sprechtempo. Er galt in Deutschland lange Zeit als "ungekrönter Klamottenkönig", international jedoch als renommierter Kabarettstar und Charakterkomiker.
 
 
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
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Thomalla konnte auf zahlreiche Auszeichnungen stolz sein, so erhielt er 1971 den Publikumspreis "Goldener Bildschirm" der TV-Zeitschrift Zeitschrift "Hören und Sehen", 1976 folgte der "Goldene Vorhang" des Berliner Theaterclubs e. V., mit dem der Künstler erneut 1983 geehrt wurde. 1977 verlieh ihm die nordrhein-westfälische Landesregierung den "Oberschlesischen Kulturpreis", 1984 würdigte man seine Leistungen "für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film" mit dem "Filmband in Gold". Ein Jahr später konnte er das "Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland" entgegen nehmen.
 
Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP
Quelle: 3) www.prisma.de, 4) Nachruf bei www.spiegel.de
Textbausteine des Kurzportraits aus
"Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz (Ausgabe 2000, S. 348/349)
Siehe auch: www.prisma.de, Wikipedia
Fotos bei film.virtual-history.com

       

Georg Thomalla an seinem 70. Geburtstag in Hamburg
Georg Thomalla feiert den 70. Geburtstag 01; Copyright Virginia Shue    Georg Thomalla feiert den 70. Geburtstag 02; Copyright Virginia Shue
… schneidet die Geburtstagstorte an, nascht die "7", schaut durch die "0" in die Zukunft
 …und erhält von Lonny Kellner-Frankenfeld ein Geburtstagsküsschen
 
Georg Thomalla und Lonny Kellner-Frankenfeld; Copyright Virginia Shue
Die Fotos wurden mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.

  

Filme (Auszug)
Filmografie bei www.imdb.de
(Link: Murnau Stiftung, Wikipedia, prisma.de)
1939: Ihr erstes Erlebnis
1940: Der Kleinstadtpoet
1941: Jungens (VB-Film)
1941: Über alles in der Welt (VB-Film)
1941: Stukas (VB-Film)
1942: Wir machen Musik
1943: Besatzung Dora (VB-Film)
1944: Nora
1944: Der Große Preis
1944: Ein Schöner Tag
1944: Solistin Anna Alt (→ Murnau Stiftung)
1944: Ein fröhliches Haus
1945: Wenn die Musik nicht wär
1945: Ein Toller Fall (Erstaufführung: 30.12.1949)
1945: Die Tolle Susanne (unvollendet)
1945: Tierarzt Dr. Vlimmen (unvollendet)
1945: Heidesommer (unvollendet)
1946: Peter Voss, der Millionendieb
1946: Sag' die Wahrheit
1947: Ein Walzer ins Glück
1949: Man spielt nicht mit der Liebe
1949: Um eine Nasenlänge
1949: Die Seltsame Geschichte des Brandner Kaspar
1950: Drei Mädchen spinnen
1950: Eine Nacht im Separee
1950: Maharadscha wider Willen
1951: Fanfaren der Liebe
1951: Schwarze Augen
1951: Königin einer Nacht
1952: Der Fürst von Pappenheim
1952: Der Keusche Lebemann
1952: Meine Frau macht Dummheiten
1952: Tanzende Sterne
1952: Ein Ganz großes Kind
1952: Mikosch rückt ein
1953: Bezauberndes Fräulein
1953: Damenwahl
1953: Der Onkel aus Amerika
1953: Fanfaren der Ehe
1954: Bei Dir war es immer so schön
1954: Die Sieben Kleider der Katrin
1954: Fräulein vom Amt
1954: Viktoria und ihr Husar
1955: Himmel ohne Sterne
1955: Solang' es hübsche Mädchen gibt
1955: Wunschkonzert
1956: Ein Mann muss nicht immer schön sein
1956: Musikparade
1956: Meine Tante, deine Tante
1957: Das Glück liegt auf der Straße
1957: Ein Stück vom Himmel (→ Murnau Stiftung)
1957: Junger Mann, der alles kann
1957: Viktor und Viktoria
1957: Tante Wanda aus Uganda
1958: Das haut einen Seemann doch nicht um
1958: Die Sklavenkarawane
1958: Oh, diese Ferien
1958: Scampolo (→ Murnau Stiftung)
1959: Der Löwe von Babylon
1959: Lass mich am Sonntag nicht allein
1959: Paprika
1960: Das Spukschloss im Spessart
1960: Juanito
1961: Adieu, Lebewohl, Goodbye
1961: Bei Pichler stimmt die Kasse nicht
1961: Der Traum von Lieschen Müller
1961: Ramona
1962: …und ewig knallen die Räuber
1962: Der Vogelhändler
1962: Die Försterchristel
1962: Schneewittchen und die sieben Gaukler
1963: Mit besten Empfehlungen
1964: Erzähl mir nichts
1964: Lausbubengeschichten
1965: Tante Frieda – Neue Lausbubengeschichten
1965: Ich suche einen Mann
1967: Wenn Ludwig ins Manöver zieht
1968: Die Lümmel von der ersten Bank: Zur Hölle mit den Paukern
1968: Immer Ärger mit den Paukern
1969: Herzblatt
1969: Unser Doktor ist der Beste
1969: Hilfe, ich liebe Zwillinge
1970: Hurra, unsere Eltern sind nicht da
1970: Nachbarn sind zum Ärgern da
1970: Unsere Pauker gehen in die Luft
1971: Hochwürden drückt ein Auge zu
1971: Einer spinnt immer
1971: Hurra, wir sind mal wieder Junggesellen
1971: Verliebte Ferien in Tirol
1971: Kinderarzt Dr. Fröhlich
1972: Immer Ärger mit Hochwürden
1972: Meine Tochter – Deine Tochter
1972: Mensch, ärgere dich nicht
1973: Wenn jeder Tag ein Sonntag wär
1973: Crazy – total verrückt
1979: Schimpo, was macht ein Aff' in Afrika
1979: Vater einer Tochter (TV)
1990: Willi – Ein Aussteiger steigt ein
1992: Lilien auf der Bank
1996: Klinik unter Palmen (TV)
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