1953 folgte die Rolle des "Rautenkranz" in "Liebeskrieg nach Noten",
anschließend übernahm er prägnante Nebenrollen in Filmen wie "Ewiger Walzer" (1954),
"Sauerbruch Das war mein Leben"1) (1954) oder "Kinder, Mütter
und ein General"1) (1955). 1954 erlebte man ihn als Robert in "Feuerwerk"1)
neben Lilli Palmer und Romy Schneider, 1955 spielte er in der Kästner-Verfilmung
"Drei Männer im Schnee"1) den Dr. Fritz Hagedorn neben Paul Dahlke und Günther Lüders.
Von nun an war Biederstaedt auf den Typ des Sonnyboys, dem die Herzen der Frauen zufliegen, festgelegt.
Er spielte an der Seite von vielen weiblichen Stars der
50er Jahre, so in "Schwarzwaldmelodie" (1957) und "Die Christel von der
Post" (1956) neben Gardy Granass, "Das Donkosakenlied" (1956)
mit Sabine Bethmann, "Kleines Zelt und große Liebe" (1956) mit Susanne Cramer,
" Kindermädchen für Papa gesucht" (1957) mit Germaine Damar
oder "Die Beine von Dolores" (1957), " Scala-total verrückt" (1958)
mit Maj-Britt Nilsson oder "Mandolinen und Mondschein" (1959)
mit Christine Görner und Monika Dahlberg.
DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von
www.e-m-s.de
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In den 60er Jahren folgten Rollen in
Unterhaltungsfilme wie beispielsweise "Willy, der Privatdetektiv" (1960),
"Was macht Papa denn in Italien?" (1961), "Wenn die Musik spielt am Wörthersee" (1962),
"Übermut im Salzkammergut" (1963) oder "Hotel der toten Gäste" (1965);
bis Mitte der 60er Jahre war Biederstaedt regelmäßig im Kino zu sehen.
Seinen letzten Streifen drehte er 1974 "Auch ich war nur ein mittelmäßiger Schüler",
danach widmete sich der Schauspieler vermehrt seiner Theaterarbeit
und übernahm Rollen in Fernsehspielen. Neben Gastauftritten in so
beliebten Krimi-Reihen wie "Der Kommissar", "Sonderdezernat K1", "Der Alte"
oder "Derrick" war er unter
anderem als Antipholus von Syrakus in "Komödie der Irrungen" (1964)
auf dem Bildschirm zu sehen, oder als Ingenieur Lewitzki in "Hava, der Igel" (1966).
In den 70er und 80er Jahren erlebte man ihn beispielsweise in
TV-Stücken wie "Tausend Francs Belohnung" (1974), "Haben Sie nichts zu verzollen?" (1977),
"Villa zu vermieten" (1982) oder als Dieter in der
beliebten Serie "Unsere schönsten Jahre" (1983).
Auch wenn er nicht immer die Hauptrollen spielte, entwickelte sich Biederstaedt
in seinen
rund 50 Kinofilmen zu einem der beliebtesten Filmstars der fünfziger und sechziger Jahre.
Er war der nette junge Herr des deutschen Nachkriegslustspiels, ein fröhlicher Zeitgenosse,
der unbekümmert seinen Charme versprühte und die Lage
meisterte. Er war in Melodram und Schnulze, sogar in Kriegsfilmen zu Hause
und gab diesen Werken durch sein augenzwinkerndes Auftreten
aber immer den Tonfall eines vertrauten
Heimatfilms.2)
In den letzten Jahren spielte Biederstaedt nur noch Theater,
begeisterte vor allem in Boulevardstücken das Publikum, und führte auch Regie in Berlin, Frankfurt/Main und
Düsseldorf. Zu einer seiner letzten Bühnenrollen zählte das Flatow-Stück
"Ach du lieber Geist", mit dem er sich 2003 nach einer langen und erfolgreichen Karriere
am Berliner "Theater am Kurfürstendamm" vorerst von seinem
Theaterpublikum verabschiedete. Doch so ganz konnte es der
Vollblutschauspieler nicht lassen, schon bald ging er wieder auf Tournee
wie in jüngerer Zeit mit der flotten, pointenreichen Komödie "Der
Neurosen-Kavalier", wo er an der Seite von Karin Dor allabendlich
als Kaufhaus-Räuber Felix Bollmann brillierte, der sich in eine Arztpraxis flüchtet
und dort unfreiwillig in die Rolle eines Psychiaters schlüpfen muss;
auch muss erwähnt werden, dass Biederstaedt für die Regie
verantwortlich zeichnete. Bereits 1986 hatte dieser Komödien-Hit von Gunther Beth und
Alan Cooper in einer Inszenierung von und mit Claus Biederstadt Premiere
gefeiert, wurde in den nachfolgenden Jahrzehnten in zahllosen deutschen
Städten aufgeführt.
Neben seiner umfangreichen Arbeit für Film und Bühne lieh der
Schauspieler internationalen Filmstars wie beispielsweise Marlon Brando, Charlton Heston,
James Mason, James Garner,
Yves Montand, "Columbo" Peter Falk oder Paul Newman seine prägnant-sonore Stimme.
Auch als Regisseur war er erfolgreich, 1985 inszenierte er unter anderem Carl Zuckmayers
Drama "Des Teufels General", ein Jahr später dessen Schauspiel "Der Hauptmann von Köpenick"
und 1993 Gerhart Hauptmanns "Vor Sonnenuntergang".
Claus Biederstaedt, der in zweiter Ehe seit mehr als 30 Jahren mit
seiner Frau Barbara, einer Kieferorthopädin, verheiratet ist, lebt heute in
in Eichenau nahe München. Er hat einen Sohn aus erster Ehe.
Am 28. Juni 2008 beging der einstige Sonnyboy des
deutschen Films seinen 80. Geburtstag; kurz zuvor hatte er sich einer
schweren Hüftoperation unterziehen müssen.
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