Germaine Damar
Germaine Damar wurde am 31. August 1929 im luxemburgischen Petingen als Germaine Haeck geboren; schon als Kind zeigte sich ihr Talent für Akrobatik und später wurde sie zusammen mit ihrer Schwester Geny Mitglied einer Artistentruppe. Nebenher nahm sie Tanz- und Schauspielunterricht, begann dann nach dem 2. Weltkrieg eine Solokarriere und tingelt durch Frankreich und Italien.
Sie nannte sich nun Ria Poncelet, bereiste auch Nordafrika und den vorderen Orient, wo sie die legendäre Zarah Leander kennen lernte, die sie überredete es beim Film zu versuchen und ihr 1952 Probeaufnahmen in Hamburg vermittelte. Ihre ersten filmischen Versuche überzeugten den Regisseur Robert A. Stemmle jedoch nicht und Germaine Damars Pläne, Filmschauspielerin zu werden, schienen beendet. Durch Zufall hörte Géza von Cziffra von der jungen Tänzerin und da er grade einen Ersatz für die erkrankte Maria Litto in seinem Film "Tanzende Sterne" suchte, übertrug er Germaine Damar, wie sie sich jetzt nannte, die Rolle der Nicolle Ferrar. Von da an ging es mit der Filmkarriere der Newcomerin aufwärts; Germaine Damar erhielt von der "Herzog-Filmverleih" einen Fünf-Jahresvertrag und wurde zum Star aufgebaut.

In den nächsten Jahren stand sie für etliche leichte Musik- und Revuefilme – oft unter der Regie von Cziffras, aber auch anderen renommierten Regisseuren – mit beliebten Filmgrößen jener Zeit vor der Kamera. Robert A. Stemmle, der sie anfangs abgelehnt hatte, setzte sie neben Margit Saad und Erwin Strahl in "Südliche Nächte" (1953) ein, Erik Ode gab ihr die Hauptrolle in "An jedem Finger zehn" (1954), Ernst Marischka besetzte sie in "König der Manege" (1954). Unter der Regie Franz Antels spielte sie zusammen mit Joachim Fuchsberger in "Symphonie in Gold" (1956), Peter Weck war ihr Partner in von Cziffras Komödie "Mädchen mit schwachem Gedächtnis" (1956) sowie in Ernst Neubachs "Der Kaiser und das Wäschermädel" (1957) und Walter Giller in von Cziffras musikalischem Lustspiel "Der Schräge Otto" (1957). In beliebten Schlagerfilmen stand Germaine Damar mit den Stars jener Zeit vor der Kamera, so drehte sie mit Vico Torriani den Musikfilm  "Siebenmal in der Woche" (1957), mit Willy Hagara "Weißer Holunder" (1957), mit Peter Alexander "So ein Millionär hat's schwer" (1958), "Peter schießt den Vogel ab" (1959) und "Salem Aleikum" (1959), mit Toni Sailer "Tausend Sterne leuchten" (1959) und mit Fred Bertelmann "Gauner-Serenade" (1960).

In "Die Beine von Dolores" – ihrem wohl bekanntesten Film –  spielte Germaine Damar 1957 die Titelrolle an der Seite von Claus Biederstaedt, ebenso wie ein Jahr später in "Scala – total verrückt" und 1959 in "Glück und Liebe in Monaco"; Claus Holm war ihr Partner in dem Artistendrama "Rivalen der Manege" (1958).
Anfang der 60er Jahre drehte Germaine Damar noch zwei Filme, allerdings nicht in Deutschland, sondern in Spanien, und stand für die Komödien "Cariño mío" (1961) und "Escala en Hi-Fi" (1963) vor der Kamera. Der Film "Die Beine von Dolores" war in Argentinien ein ungeheurer Publikumserfolg gewesen, Germaine Damar siedelte nach Südamerika über und avancierte dort zu einem beliebten Fernsehstar. In ihrer neuen Heimat lernte sie den Amerikaner Roman G. Toporow kennen, das Paar heiratete und 1966 wurde Sohn Roman geboren. Danach zog sich Germaine Damar aus dem Film- und Fernsehgeschäft zurück.
  
Seit dem Tod ihres Mannes im Jahre 1994 lebt Germaine Damar mit ihrem Sohn in Fort Lauderdale (Florida); in Gabriele Salvatores Science-Fiction-Film "Nirvana" war sie 1997 noch einmal mit einer kleinen Nebenrolle auf der Leinwand zu sehen.
 

Siehe auch wikipedia.org, Filmografie bei der german.imdb.com
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