Sabine Bethmann
Die Schauspielerin Sabine Bethmann wurde am 25. Oktober 1931 im ostpreußischen Tilsit geboren. Nach einer Ausbildung zur Krankengymnastin arbeitete sie nebenher als Fotomodell und wurde mit 24 Jahren für den Film entdeckt. Gleich mit ihrem Leinwanddebüt erreichte sie 1956 über Nacht mit der Rolle der Marianne in Wolfgang Liebeneiners "Glocken der Heimat – Waldwinter", einer in die Gegenwart versetzte Paul-Keller-Verfilmung, als Partnerin von Claus Holm einen enormen Bekanntheitsgrad. Schnell avancierte Sabine Bethmann in gefühlvollen Melodramen und Heimatfilmen zum Star, im selben Jahr erlebte man sie als Helga in Géza von Bolvárys Streifen "Das Donkosakenlied"1), wo sie sich zwischen Claus Biederstaedt und Gunnar Möller entscheiden musste. 1957 folgte die Figur der Edith Wegener in Frank Wisbars Anti-Kriegsdrama "Haie und kleine Fische"1) an der Seite von Hansjörg Felmy, der sich in sie als Frau seines Vorgesetzten (Heinz Engelmann) verliebt. In Franz Antels "Heimweh… dort wo die Blumen blüh'n"1) (1957) war Frauenschwarm Rudolf Prack ihr Partner und in "Der Czardas-König" (1958), der Geschichte um den Komponisten Emmerich Kalman, präsentierte sie sich an der Seite von Gerhard Riedmann und Rudolf Schock.
1959 besetzte sie Franz Lang in seinem zweiteiliges Remake "Der Tiger von Eschnapur"1) und "Das Indische Grabmal"1) als Irene Rhode bzw. Filmehefrau von Claus Holm, im gleichen Jahr tauchte Sabine Bethmann als Partnerin von Joachim Hansen in "Morgen wirst du um mich weinen" sowie mit Rudolf Lenz in "Heimat, deine Lieder" auf.

Bis Mitte der 1960er Jahre erlebte man Sabine Bethmann unter anderem als Schwester Irene neben Lex Barker in "Frauenarzt Dr. Sibelius" (1962), erneut mit Joachim Hansen in "Der Pfarrer mit der Jazztrompete" (1962) oder als Nancy Masterson in dem Krimi "Scotland Yard jagt Dr. Mabuse"1) (1963) zusammen mit Peter van Eyck. Danach wurden ihre Leinwandauftritte seltener, sie übernahm kleinere Rollen in Filmen wie "Oklahoma John" (1965), "Mädchen hinter Gittern" (1965), "Der Arzt stellt fest" (1966) oder "Zum Teufel mit der Penne"1) (1968). Letztmalig erlebte man Sabine Bethmann 1970 mit der Nebenrolle der Monika Knauer in Wolfgang Staudtes Kriminalkomödie "Die Herren mit der weißen Weste"1), unter anderem mit Martin Held, Walter Giller und Mario Adorf, auf der Leinwand.

Mit dem Niedergang des deutschen Unterhaltungsfilms bzw. Heimatfilm-Genres war die schauspielerische Karriere von Sabine Bethmann weitgehend beendet, nur noch gelegentlich trat die Schauspielerin im Fernsehen auf, so unter anderem 1966/67 dreizehn Folgen lang als Assistentin des Titelhelden "Cliff Dexter"2), oder mit einer Gastrolle beim "Landarzt Dr. Brock"2) (1966). Sabine Bethmann zog sich nach rund 25 Kinoproduktionen und verschiedenen Fernsehauftritten vollkommen aus dem Filmgeschäft und ins Privatleben zurück. Lediglich 1982 kam es noch einmal zu einem Wiedersehen in zwei Folgen der TV-Serie "Manni, der Libero", 1990 stand sie letztmalig für Sabine Eckhards kurzem Kinderspielfilm "Kaffeeklatsch" neben Gudrun Genest und Edith Schollwer vor der Kamera.
Danach trat Sabine Bethmann nicht mehr in Erscheinung und scheint in Vergessenheit geraten zu sein. Am 25. Oktober 2011 begeht der ehemalige Publikumsliebling seinen 80. Geburtstag, eine gute Gelegenheit für die Medien, an die beliebte Leinwanddarstellerin zu erinnern.

Link: 1) Wikipedia, 2) Beschreibung innerhalb dieser HP
Siehe auch Wikipedia, www.filmreporter.de
  
Kinofilme
Filmografie bei www.imdb.de
(Link: Wikipedia)
  • 1962: Frauenarzt Dr. Sibelius
  • 1962: Trompeten der Liebe / Der Pastor mit der Jazztrompete
  • 1963: Ist Geraldine ein Engel?
  • 1963: Scotland Yard jagt Dr. Mabuse
  • 1965: Mädchen hinter Gittern
  • 1965: Oklahoma John
  • 1965: Angeklagt nach § 218 / Der Arzt stellt fest
  • 1968: Erotik auf der Schulbank
  • 1968: Die Lümmel von der ersten Bank – Zum Teufel mit der Penne
  • 1968: Als Liebe ein Verbrechen war (Kiedy milosc byla zbrodnia)
  • 1969: Die Herren mit der weißen Weste
  • 1970: Zwanzig Mädchen und die Pauker
  • 1990: Kaffeklatsch (Kurzfilm)
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