Rudolf Lenz wurde am 25. Mai 1920 als Sohn eines Motorradfabrikanten bzw. Ingenieurs im österreichischen Graz1) (Steiermark) geboren. Er wollte ursprünglich Medizin studieren, entschied sich dann aber für den Maschinenbau, diente zwischen 1941 und 1945 als Schiffsingenieur bei der Handelsmarine. Durch seine Tante Lorie Weiser, eine Schauspielpädagogin, kam Lenz nach dem Krieg zum Theater. Er nahm Schauspielunterricht bei Prof. Kirchner in Wien und debütierte 1950 an den "Städtischen Bühnen Graz"1). Anschließend spielte er am "Stadttheater Klagenfur"1), zwischen 1952 und 1958 gehörte Lenz zum Ensemble des Wiener "Theaters in der Josefstadt"1), wo er meist als jugendlicher Held und Liebhaber glänzen konnte. Einer seiner ersten Auftritte war der Lord Chapworth in dem amüsanten Einakter "Mittel und Wege" ("Ways and Means") von Nol Coward1) (Premiere: 05.11.1952), wenig später gab er unter der Regie von Peter Preses1) den Otto Kreindl in dem Lustspiel "Matura" von Ladislas Fodor1) (Premiere: 02.12.1952).
Parallel zu seiner Bühnentätigkeit arbeitete Lenz als Synchronsprecher wie beispielsweise bei "Tiefland"1) von und mit Leni Riefenstahl und übernahm zudem erste kleinere Rollen beim Film. Nach einer größeren Aufgabe bzw. dem Part des Alexander II. von Russland1) in "Mädchenjahre einer Königin"1) (1954) nach der Komödie von Sil-Vara1) mit Romy Schneider als junge Queen Victoria und Adrian Hoven als Prinz Albert1), erhielt Lenz dann in dem Heimat-Streifen "Der Förster vom Silberwald"1) (1954, Titel in Deutschland) als Förster Hubert Gerold seine erste Hauptrolle. Ursprünglich war die Produktion von dem steirischen Unternehmer und österreichischen Bundesjägermeister Franz von Mayr-Melnhof1) unter dem Titel "Echo der Berge" als Dokumentarfilm über die Tätigkeit der Jägerschaft konzipiert und finanziert worden, doch dann wurde um die dabei entstandenen opulenten Naturaufnahmen nachträglich eine Handlung gerankt. "Der Förster vom Silberwald" geriet zum Riesenerfolg, war neben "Schwarzwaldmädel"1) (1950) und "Grün ist die Heide1) (1951) einer der größten Kassenschlager der 1950er Jahre und Lenz avancierte durch diese Produktion zum Star des Heimatfilms, der durch den Mimen noch einmal einen ungeahnten Aufschwung erlebte. Die romantische Liebesromanze zwischen dem Förster Hubert und der Wiener Künstlerin Liesl (Anita Gutwell) wird umrahmt von herrlichen Tier- und Landschaftsaufnahmen, die mit zum Schönsten gehören was der Heimatfilm aufzuweisen hat. Doch Eifersucht und Intrigen zerstören diese Idylle und drohen dem Förster alles zu nehmen was er liebt – seine Arbeit und seine Liesl. Die alpenländische Tierwelt in einmaliger Schönheit zu zeigen, war das Bestreben vieler späterer Heimatfilme, doch wurde es so überzeugend nie mehr erreicht.
  
Mit ähnlich gelagerten Produktionen konnte sich Lenz in der Filmszene behaupten und seine weiteren rund 30 Filme variierten den Ruhm dieser Rollenfigur, so auch 1957 zusammen mit Anita Gutwell in der Fortsetzung "Der Wilderer vom Silberwald"1). Fotogenes, jugendliches Aussehen und eindimensionales Naturell machten Lenz zur austauschbaren und gerade deswegen idealen Identifikationsfigur des Genres "Heimatfilm". Er mimte immer wieder den gutaussehenden Naturburschen, unter anderem in den Ganghofer1)-Verfilmungen "Das Schweigen im Walde"1) (1955), "Der Jäger von Fall"1) (1957) und "Der Edelweißkönig"1) (1957) oder mit seiner bevorzugten Partnerin Anita Gutwell, mit der er auch für "Die Sennerin von St. Kathrein"1) (1955), "Försterliesel"1) (1956), "Einmal noch die Heimat seh'n"1) (1956) und "Heimweh nach dir, mein grünes Tal"1) (1960) vor der Kamera stand.
Neben Rudolf Prack (1905 – 1981) ist der Name "Rudolf Lenz" Synonym für das "Heile Welt"-Genre im bundesdeutschen Nachkriegsfilm. Als blauäugiger, wetterfrischer, kraftgespannter Mann trat er gegen die problematischen, psychologisch vertieften Gestalten der Leinwand an. So lebenskräftig, gesund und naturhaft wie er war im deutschen Kino sonst kein männlicher Star.2)
Mit dem Abebben der Heimatfilmwelle endete auch weitgehend die filmische Karriere von Rudolf Lenz, anrührende Geschichten in einer idyllischen Bergwelt mit kernigen Bauern und netten Tieren waren nicht mehr gefragt. Lenz versuchte sich noch als Moderator einer Reise-Serie im Fernsehen, ging mit Boulevardstücken auf Tournee, betrieb in München einen auf englische Möbel spezialisierten Antiquitätenladen und betätigte sich mit mäßigem Erfolg als Verkäufer von Investment-Zertifikaten.
Ein kleines Comeback gelang Lenz zu Beginn der 1970er Jahre mit Nebenrollen in einigen Werken von Rainer Werner Fassbinder1), so in den TV-Produktionen "Acht Stunden sind kein Tag"1) (1972, Teil "Oma und Gregor"3)), "Welt am Draht"1) (1973) und "Martha"1) (1974) sowie in den Kinofilmen "Fontane Effi Briest"1) (1974), "Faustrecht der Freiheit"1) (1974) und "Lili Marleen"1) (1980). 1980 zeigte sich Lenz als Freiherr Benno von Caldern in "Herbstromanze"4) wieder einmal in einem eher zu vernachlässigendem Heimatfilm, gedreht von dem Sexfilm bzw. Erotikfilm-Regisseur Jürgen Enz1)  – dem Streifen war kein großer Erfolg beschieden. Einen letzten kleinen Leinwandauftritt hatte er als Sir Derek in dem von Peter Zadek1) nach dem Roman "Hurra, wir leben noch"1) von Johannes Mario Simmel1) gedrehten Spielfilm "Die wilden Fünfziger"1) (1980)
Neben den erwähnten Fassbinder-Filmen sah man Lenz im Fernsehen neben einigen Theater-Aufzeichnungen unter anderem als Commissär Felsenthal in dem Krimi "Der Fall Bohr"5) (1966) neben Ernst Deutsch als Peter von Bohr1) und als Justizminister und Dollfuß-Nachfolger Kurt Schuschnigg1) in "Das Attentat – Der Tod des Engelbert Dollfuß"5) (1967) mit Kurt Zips1) als Engelbert Dollfuß1) → Übersicht Filmografie.
 
1979 bestand Lenz eine Prüfung als Naturheilpraktiker und eröffnete im Jahr darauf in München eine eigene Praxis, die er zusammen mit seiner Ex-Frau und deren Ehemann betrieb. In Talkshows plauderte er gerne über ihre "Ehe zu dritt". Ab 1985 betrieben diese auch das Naturheilkunde-Hotel "Novavita" in Gschwall, einem Gemeindeteil von Inzell1), wo Lenz bis zuletzt als Heilpraktiker wirkte.
Rudolf Lenz erlag am 9. Juli 1987 im Alter von 67 Jahren im oberbayerischen Inzell den Folgen eines Herzinfarktes; die letzte Ruhe fand er auf dem dortigen Friedhof → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Der in den 1950er Jahren ungemein populäre Schauspieler  war zwei Mal geschieden und Vater einer Tochter.
Siehe auch Wikipedia
Fremde Links: 1) Wikipedia, 3) filmportal.de, 4) filmdienst.de, 5) Die Krimihomepage
Quelle: 2) "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzlmeier/Berndt Schulz (Ausgabe 2000, S. 219)
  
Filme
Kinofilme / Fernsehen
Filmografie bei Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links: Wikipedia (deutsch/englisch), filmportal.de, fernsehserien.de, tls.theaterwissenschaft.ch, 
theatertexte.de, Die Krimihomepage, Österreichisches Biographisches Lexikon)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
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