James Garner
James Garner, wurde am 7. März 1928 als James Scott Baumgarner in Norman (Oklahoma) geboren. Der Sohn eines deutschstämmigen Polstermeisters und Tischlers wuchs ohne seine Mutter Mildred, einer Halbindianerin, auf; diese starb, als ihr einziges Kind erst fünf Jahre alt war. Garner wartete nicht den Highschool-Abschluss ab, sondern arbeitete mit 16 Jahren auf den Ölfeldern seiner Heimat und fuhr dann ein Jahr lang bei der Handelsmarine zur See. Als seine Familie nach Kalifornien zog, ging er dort wieder zur Schule, nebenbei verdiente er sein Geld als Model für Badehosen und arbeitete als Tankwart und Teppichverleger. Als der Koreakrieg ausbrach, wurde Garner einberufen, kehrte nach 14 Monaten verwundet und hochdekoriert zurück. Garner studierte anschließend zunächst Betriebswirtschaft, weil ihm das Fach jedoch zu trocken war, sattelte er um und nahm an der Berghof Schule in New York Schauspielunterricht.
 
Ein Jugendfreund, der inzwischen Produzent war, vermittelte dem angehenden Schauspieler eine Nebenrolle in der Broadway-Produktion "Die Caine war ihr Schicksal". Garner musste zwar während des ganzen Stückes nur stumm auf der Geschworenenbank sitzen, lernte bei den Proben aber Hauptdarsteller Henry Fonda kennen, mit dem er Zeit seines Lebens befreundet blieb. Garner ging mit der Gruppe auf Tournee und kam so auch nach Hollywood. Nach 512 Aufführungen übernahm Garner die Rolle des Lt. Steve Maryk und unterschrieb kurz darauf 1956 einen Vertrag bei "Warner Brothers", die durch seine erste Rolle in der TV-Serie "Cheyenne" auf den jungen Schauspieler aufmerksam geworden war. 1956 feierte er in dem Melodram "Einst kommt die Stunde" (Toward the Unknown) an der Seite von William Holden und Virginia Leith seine Leinwand-Premiere. Da er aber während der gesamten Vertragslaufzeit nur Nebenrollen erhielt, löste er schließlich 1960 per Gerichtsbeschluss den Vertrag mit dem Studio. 1957 wurde Garner für die Titelrolle in der Western-Serie "Maverick"1) verpflichtet, die ein phänomenaler Erfolg wurde und den Schauspieler innerhalb von drei Jahren zu einem der populärsten Fernsehhelden der Vereinigten Staaten machte: "Maverick" war keine Westernserie im üblichen Sinne: Bret Maverick ist ein Spieler, der von Stadt zu Stadt und von Saloon zu Saloon zieht, um beim Glücksspiel sein Geld zu machen. Schnöde Arbeit ist ihm verpönt. Bekanntermaßen bringen Glücksspiele nicht nur Freuden. Da gibt es auch jene Zeitgenossen, die niemals verlieren können, und so muss Bret Maverick des öfteren seinen Colt ziehen oder sein Heil in der Flucht suchen…
Garner trat auch 1994 in der Kino-Version neben Jodie Foster und Mel Gibson in "Maverick – Den Colt am Gürtel, ein As im Ärmel"2)
auf, mimte nun aber den Marshal Zane Cooper.
  
1963 gründete Garner eine eigene Produktionsfirma und stellte in vielen Filmen seine Wandlungsfähigkeit als Kinostar unter Beweis, konnte in Komödien ebenso wie in Western und Thrillern überzeugen. Unvergessen bleibt er als leidgeprüfter Filmehemann von Doris Day in der Komödie "Was diese Frau so alles treibt"3) (1963, The Thrill of It All2)), wenig später tauchte er erneut mit Doris Day in der heiteren Geschichte "Eine zuviel im Bett"3) (1963, Move Over, Darling2)) auf. In der Westernkomödie "Getrennte Betten"3) (1953, The Wheeler Dealers) hatte man ihn als charmanten Texaner Henry Tyroon und Partner von Lee Remick erleben können, in "Die Fünf Geächteten" (1967, Hour of the Gun) glänzte er dann neben Jason Robards und Robert Ryan unter der Regie von John Sturges als berühmter Wyatt Earp: Tombstone, 26. Oktober 1881. Die legendäre Schießerei am O.K. Corral zwischen Wyatt Earp, Doc Holliday auf der einen und den Clanton-Brüdern auf der anderen Seite. In wenigen Sekunden ist – zu Beginn des Films – das Showdown beendet. Anders als John Ford und Sturges in einem früheren Film mystifiziert und glorifiziert dieser Film nichts von der alten Western-Legende.
Ein weiteres Kino-Highlight mit James Garner wurde der Streifen "Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe"3) (1969, Support Your Local Sheriff!2)), der heute zu den witzigsten Westernparodien schlechthin zählt. Kriegsfilme wie "Gesprengte Ketten"3) (1962, The Great Escape2)) gehören ebenso zur Filmografie der 60er Jahre wie die Rennfahrerstory "Grand Prix"3) (1966), mit denen James Garner immer wieder seine unangefochtene Spitzenposition unter den Hollywood-Stars festigte und dokumentierte.
Danach spielte Garner die Titelrolle des Detektivs Philip Marlowe in Paul Bogarts "Der Dritte im Hinterhalt" (1969, Marlowe) nach Raymond Chandlers "The Little Sister", mit Rita Moreno, Gayle Hunnicutt, Bruce Lee und Jackie Coogan – ein konventioneller, aber spannend inszenierter Film: Marlowe erhält von einem nervösen jungen Mädchen den Auftrag, ihren verschwundenen Bruder ausfindig zu machen. James Garner spielte den Marlowe, der aber mit der Chandlerschen Figur wenig zu tun hatte. Dennoch machte er zwischen den beiden Damen Moreno und Hunnicutt eine sympathische Figur.

Die 70er Jahre waren durch Garners Rückkehr auf den Bildschirm geprägt. Nach der erfolglosen Serie "Nichols", die  1971 und 1972 lief, machte er 1974 als Jim Rockford in der TV-Serie "Detektiv Rockford – Anruf genügt"1) erneut Furore und sorgte sechs Jahre lang für Rekordeinschaltquoten. Die Serie wurde ein Krimi-Klassiker, der in den 70er Jahren internationale TV-Geschichte schrieb. Im März 1974 lief die erste der ursprünglich nur auf 112 Folgen ausgelegte Serie im US-Fernsehen, die sich schnell in über 50 Länder der Welt verkaufte. Der Name des Hauptdarstellers wurde zum Programm, noch als 70jähriger drehte Garner ab 1994 mehrere Langfolgen für den Serien-Dauerbrenner.
Nach dem endgültigen Durchbruch als Krimi-Held hatte der zweifache Vater ausgesorgt, drehte eher zum Vergnügen noch ein paar Kinostreifen. Neben Julie Andrews und Robert Preston spielte er 1982 den "King Marchand" in dem Kinohit "Victor/Victoria"3), einem Remake von Reinhold Schünzels gleichnamiger deutschen Musikkomödie; bei Blake Edwards wurde eine spritzige US-Filmsatire daraus, quirlig und überschäumend, eine Geschichte aus dem "Gay Paris" von 1934.

Garner machte sich dann auch in den 80er Jahren weiter als Darsteller in sensiblen Liebesgeschichten wie "Die zweite Wahl – Eine Romanze" (1985, Murphy's Romance), für die er eine Oscar-Nominierung erhielt, und in intelligenten Komödien wie  "Sunset – Dämmerung in Hollywood"3) (1988, Sunset2)) einen Namen. Der Film "Sunset", wiederum von Blake Edwards in Szene gesetzt, erzählt die Geschichte vom Wunderreiter Tom Mix (Bruce Willis), der zu Beginn des Tonfilms in die Krise gerät und von seinem Produzenten die Rolle des berühmten Frontiermarshal Wyatt Earp (James Garner) bekommt. Diesen persönlich heuert das Studio noch als Berater an – und jetzt schlagen sich beide Helden gemeinsam um schöne Frauen und gegen brutale Gangster durch die frühen 30er Jahre. Der Western als Legende vom Kino an der Schwelle zum Tonfilm, nostalgische Erinnerung an den Glanz der Traumfabrik, – das wollte Edwards mit diesem Film noch einmal auf die Leinwand bannen.

In den 90er Jahren kehrte Garner noch einmal in mehreren Reunion-Filmen als Detektiv Rockford auf den Bildschirm zurück, 1993 war er unter anderen in Glenn Jordans TV-Film "Der Konzern" (Barbarians at the Gate) als US-Tycoon F. Ross Johnson zu sehen. In Peter Segals "Ein Präsident für alle Fälle"2) (My Fellow Americans) war er 1996 schließlich der verhasste demokratische Präsident Matt Douglas bzw. Kollege des Politikers und konservativen US-Präsidenten President Russell P. Kramer alias Jack Lemmon. Im Jahre 2000 agierte er in dem von Clint Eastwood inszenierten spaßigen Science-Fiction-Abenteuer "Space Cowboys"3) neben Tommy Lee Jones und Donald Sutherland. Eine schöne Rolle war 2002 auch die des alten Schriftstellers Mark Twain in der TV-Biografie "Roughing It" nach dem Bestseller von Mark Twain.
In letzter Zeit steht James Garner nur noch sporadisch vor der Kamera, zu seinen jüngeren Arbeiten zählt Nick Cassavetes'  Kinodrama "Wie ein einziger Tag"
2) (2004, The Notebook) sowie ab 2003 die Sitcom "Meine wilden Töchter"2) (8 Simple Rules… for Dating My Teenage Daughter), wo Garner zwei Jahre lang den Großvater Jim Egan spielte, der sich nach dem überraschenden Tod von Hauptdarsteller John Ritter alias Familienvater Paul Hennessy ab Folge 32 um den turbulenten Haushalt der Fernsehfamilie kümmert. Nach dem Drama "The Ultimate Gift" (Kinostart USA: 9.3.2007) von Regisseur Michael O. Sajbel spielte Garner zuletzt in dem Kurzfilm "First Night" (2007).

James Garner gehört nun schon seit mehr als fünf Jahrzehnten zur ersten Garde der amerikanischen Schauspieler. Wie kaum ein anderer behauptete er sich gleichzeitig im Kino als auch auf dem heimischen Bildschirm. Im Juli 2000 wurde Garner für seine berühmte Fernsehrolle, Jim Rockford, als "populärster Fernsehdetektiv aller Zeiten" ausgezeichnet. Heute lebt James Garner zurückgezogen abwechselnd auf seiner Ranch im kalifornischen Santa Ynez oder in Los Angeles. Der Schauspieler ist seit Mitte August 1956 mit Lois Clarke verheiratet; aus der Verbindung stammt die 1958 geborene Tochter Greta Scott. Stieftochter Kimberly Garner stammt aus der ersten Ehe von Lois Clarke.
  

Textpassagen des Kurzportraits von www.djfl.de sowie www.prisma-online.de
Siehe auch Wikipedia, www.whoswho.de
Link: 1) Beschreibung innerhalb dieser HP, 2) Wikipedia, 3)  prisma-online.de Stand Mai 2010
  
Filme (Auszug)
Filmografie bei der german.imdb.com
1956 Einst kommt die Stunde (Toward the Unknown)
1956 Playboy – Marsch, marsch! (The Girl He Left Behind)
1957 Sayonara (Sayonara)
1957 Schussbereit (Shoot-Out at Medicine Bend)
1958 Von Panzern überrollt (Darby's Rangers)
1959 Eine Frau für zwei Millionen (Cash McCall)
1959 Geheimkommando im Pazifik (Up Periscope)
1961 Infam ((The Children's Hour)
1962 Sexy! – Männer gehören an die Leine (Boys' Night Out)
1963 Was diese Frau so alles treibt (The Thrill of it All)
1963 Gesprengte Ketten (The Great Escape)
1963 Getrennte Betten (The Wheeler Dealers)
1963 Eine zuviel im Bett (Move over, Darling)
1964 Nur für Offiziere (The Americanization of Emily)
1964 36 Stunden (36 Hours)
1965 Bei Madame Coco (The Art of Love)
1966 Willkommen Mr. BÉ (A Man Could Get Killed)
1966 Duell in Diablo (Duel at Diablo)
1966 Grand Prix (Grand Prix)
1966 Gesicht ohne Namen (Mister Buddwing)
1967 Die fünf Geächteten (Hour of the Gun)
1968 Der türkisfarbene Bikini (How Sweet It Is! )
1968 Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe (Support your local sheriff)
1969 Der Dritte im Hinterhalt (Marlowe)
1970 Latigo (Support your local gunfighter)
1970 Der Einsame aus dem Westen (A Man Called Sledge)
1971 Zwei Galgenvögel (Skin Game)
1972 Die Spur der schwarzen Bestie (They only kill their Masters)
1973 Ein Kamel im Wilden Westen (One Little Indian)
1974 Südsee-Cowboy (The Castaway Cowboy)
1980 Der Gesundheits-Kongress (HealtH)
1981 Der Fanatiker (The Fan)
1982 Victor/Victoria (Victor/Victoria)
1984 Der Tank (Tank)
1985 Die zweite Wahl – Eine Romanze (Murphy's Romance)
1988 Sunset – Dämmerung in Hollywood (Sunset)
1992 Ein ehrenwerter Gentleman (The Distinguished Gentleman)
1993 Feuer am Himmel (Fire in the sky)
1994 Maverick (Maverick)
1996 Ein Präsident für alle Fälle (My Fellow Americans)
1997 Dead Silence – Flammen in der Stille (Dead Silence) 
1998 Im Zwielicht (Twilight)
1999 Zauber einer Winternacht (One special night)
2000 Space Cowboys 
2000 Gnadenloses Duell (The Last Debate)
2001 Atlantis – Das Geheimnis der verlorenen Stadt (Atlantis: The Lost Empire/(Sprechrolle)
2002 Die göttlichen Geheimnisse der Ya-Ya-Schwestern (Divine Secrets Of the Ya-Ya Sisterhood)
2004 Wie ein einziger Tag (The Notebook)
2004 Al Roach: Private Insectigator
2006 Das ultimative Geschenk (The Ultimate Gift)
2007 First Night
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