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Doris Day wurde am 3. April 1924 als Doris Mary Ann von Kappelhoff
in Cincinnati (Ohio) geboren. Ihre Eltern hatten ihre Ursprünge in Deutschland,
ihre deutsch-amerikanische Mutter betrieb eine Gaststätte, ihr ebenfalls
deutschstämmiger Vater Wilhelm Kappelhoff (1892 1967) war
Musiklehrer und Kirchenorganist, sodass die
junge Doris von klein auf Kontakt zur Musik hatte. Sie besuchte die
"Withrow High School" in Cincinnati sowie ab 1937 im Alter von zwölf Jahren
die "Fanchon And Marco Dance School" in Los Angeles. Sie nahm dort Tanzstunden
und trat mit ihrem Partner Jerry Doherty, einem jungen Stepp-Tänzer, bei diversen Amateurveranstaltungen auf. Nach einem schweren
Autounfall schien der Traum von Doris' Mutter, ihr Kind ins Rampenlicht zu schicken,
vorerst beendet. Doris nahm
daraufhin Gesangsunterricht, damit sie wenigstens
noch eine erfolgreiche Sängerin würde, tatsächlich war sie schon bald
in zahlreichen Radioshows und Nachtclubs zu hören. Um eine feste Anstellung
in einer Big Band zu bekommen, änderte sie, in Anlehnung an den Song
"Day by Day", ihren Nachnamen und hoffte so auf noch mehr Erfolg
im Showbusiness. Sie brachte es zu einigem Ansehen als Sängerin in der
Band von Bob Crosby1) (1913 1993) und dann zwischen 1943 und 1946 bei der Band von
Les Brown1) (1912 2001), Songs
wie "Sentimental Journey" oder "My Dreams" gerieten Mitte
der 1940er Jahre zu Hits → Diskografie
bei Wikipedia.
Trotzdem dauerte es noch fast zehn
Jahre, ehe Doris Day ihre erste Filmrolle bekam:
der Regisseur Michael Curtiz entdeckte sie für den Film und bald hatte
sie einen Vertrag mit den "Warner Brothers" in Hollywood. Nach
zwei ersten Filmversuchen 1941 und 1948
drehte "Casablanca"-Regisseur Curtiz mit ihr den
Musikfilm "Zaubernächte in Rio"1)
(1948, Romance on the High Seas).
Foto: Doris Day an Bord der USS Juneau, um 1953
Quelle: Wikimedia
Commons; Foto-Ausschnitt von www.history.navy.mil
(Photo #: NH 97163)
Angaben zur Lizenz siehe hier |
Von da ab spielte
Doris Day in Filmen
verschiedenster Genres mit und war beim Publikum auf Anhieb beliebt.
In den folgenden Jahren sicherte sie sich mit Komödien wie "Ein
tolles Gefühl"1) (1949, It's a Great Feeling),
Melodramen wie "Der
Mann ihrer Träume"1) (1950, Young Man with a Horn),
aber auch in Krimis, Western und Musicals einen Platz unter den begehrtesten Schauspielerinnen Hollywoods.
1953 drehte sie das Western-Musical "Calamity Jane"1)
(Schwere Colts in zarter Hand), in dem sie
ihre Talente als Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin einsetzen
konnte, an der Seite von James Cagney verkörperte sie 1955 in
"Nachtclub-Affären" (Love Me Or Leave Me) Ruth Etting, den Musical-Star der zwanziger Jahre.
1956 stand sie zusammen mit James Stewart in Alfred Hitchcocks
spannendem Thriller
"Der Mann der zuviel wusste"2)
(The Man who Knew too
Much1)) vor der Kamera. Wieder wurde ihr
Gesangstalent bewusst eingesetzt; sie sang hier zum ersten Mal das Lied
" Qué sera, sera" (Whatever Will Be, Will Be), das ein bekannter Evergreen wurde.
Ihre größten Erfolge hatte sie jedoch in der Folgezeit in Komödien,
in denen sie äußerst tugendhafte, der konservativen weiblichen Geschlechterrolle
entsprechende Frauen verkörperte Ende der 1950er wurde sie
damit endgültig zum Star. Nach George Seatons "Reporter
der Liebe"1) (1958, Teacher's Pet) und Gene Kellys "Babys
auf Bestellung"2) (1958, The Tunnel of Love) brachte ihr
der Beziehungsklamauk "Bettgeflüster"2)
(1959, Pillow
Talk1)) mit Partner Rock Hudson sogar eine
Oscar-Nominierung ein.
Die Filmkomödie wurde zum Auftakt einer erfolgreichen
Reihe von simpel gestrickten, dennoch herrlich-turbulenten Liebesfilmen, die ihr
den Ruf der "ewigen Jungfrau" und gewitzten,
resoluten, frischen "Sauberfrau" einbrachten,
die immer eine leicht
aseptische Wirkung ausstrahlte. Mit Hudson und Day hatte
Hollywood wieder ein neues Traumpaar
gefunden; sie wurden gemeinsam zu Galionsfiguren der neuen, prüden Erotik der
1960er Jahre. Die Dialoge drehten sich fast ausschließlich um das Thema Sex,
doch mehr als ein Kuss
war vor der Ehe nicht erlaubt. Nach "Bettgeflüster" war "Ein Pyjama für
Zwei"1) (1961, Lover Come Back) der zweite große Erfolg des
Traumduos.
Aber auch ohne Hudson
feierte Doris Day Erfolge, so mit Jack Lemmon in der heiteren Geschichte
"Mit
mir nicht, meine Herren"1) (1959, It Happened to Jane)
oder mit mit David Niven in der Komödie "Meisterschaft im
Seitensprung" (1959, Please, Don't Eat the Daisies). In dem Psychothriller "Mitternachtsspitzen"2) (1960, Midnight
Lace1)) zeigte sie sich mit Rex Harrison, an der Seite von Herzensbrecher
Cary Grant
in "Ein
Hauch von Nerz"2) (1961, That Touch of Mink1)). Unvergessen
ihre Paraderolle der Hausfrau Beverly Boyer in
der Komödie "Was
diese Frau so alles treibt"2) (1962, The Thrill of It
All1))
mit James Garner als gestresstem Ehemann, mit Garner spielte Doris Day wenig
später auch
in "Eine
zu viel im Bett"2) (1963, Move over
Darling1)). Ein Wiedersehen an der Seite von Rock Hudson gab es
1964 in "Schick
mir keine Blumen"1) (Send Me No Flowers), sehenswert
ist auch Frank Tashlins amüsante
Geschichte "Spion
in Spitzenhöschen"2) (1965, The Glass Bottom Boat1)) mit
Rod Taylor. Aufgrund des Erfolgs von "Spion
in Spitzenhöschen" schob Frank Tashlin zwei Jahre später mit
"Caprice"1)(1967)
eine weitere Agentenpersiflage nach, die jedoch an den Vorgänger nicht
heranreichte.
In fast allen ihren Filmen nutzte man Doris Days großes Talent als Sängerin,
viele ihrer Leinwandsongs wie "Move Over, Darling" oder " Everybody Loves a Lover"
wurden Evergreens, standen in den Hitparaden und ihre Alben verkauften sich
millionenfach.
Ende der 1960er Jahre drehte das blonde "American Sweetheart" ihre
vorerst letzten Filme, "Als
das Licht ausging"1) (1968, Where Were You When the Lights
Went Out?) und
" Was macht der Mann in Mammis Bett" (1968, With Six You Get Eggroll), im gleichen Jahr, als die Streifen in die Kinos kamen, starb ihr
Manager und dritter Ehemann Marty Melcher, der ihr gesamtes Vermögen durchgebracht
und sie ohne ihr Wissen in einen Vertrag für eine TV-Serie eingebunden hatte. Zähneknirschend machte sie
zwischen 1968 und 1972 die "Doris Day Show", die jedoch ein Riesenerfolg wurde.
1976 gab Doris Day ihre Memoiren unter dem Titel " Doris Day: Her Own
Story" heraus, 1985 begann sie mit "Doris Day and Friends" und 1993
sah man sie noch einmal mit einer kleinen Rolle in dem Kinofilm "Hearts and Souls", danach retrospektiv in
"That's Entertainment III", ebenfalls 1994. 1989 hatte sie den
"Cecil B. DeMille-Award" für ihr Lebenswerk von der "Foreign
Press Association" in Hollywood erhalten; weitere Auszeichnungen bei Wikipedia.
Doris Day war vier Mal verheiratet, von 1941 bis 1943 mit dem Posaunisten
Al Jorden, der gemeinsame Sohn Terry1)
(adoptiert von
Martin Melcher) wurde im Februar 1942 geboren und starb am 21. November 2004 an Krebs.
Nach der Scheidung war ab 1946 der Saxofonist George Weidler ihr
Lebenspartner, die Scheidung erfolgte 1949. Zwei Jahre später ehelichte Doris Day
ihren Manager
Martin Melcher3), nach dessen Tod am 20. April 1968
drehte der Star keinen Kinofilm mehr. Seit ihrer letzten Scheidung 1981 von ihrem
vierten Mann Barry Comden (Heirat 1976) und jahrzehntelanger Leinwandabstinenz lebt die Schauspielerin
heute mit zahlreichen Hunden, Vögeln und Katzen im kalifornischen
Carmel, engagiert sich für den Tier- und Umweltschutz; mit ihrer Stiftung
"Doris Day Animal League" setzt sie sich ganz für den Schutz von herrenlosen und leidenden
Haustieren ein. Außerdem betreibt sie mit ihrem Geschäftspartner Dennis LeVette
im kalifornischen Carmel ein kleines Hotel namens "Cypress Inn".
Am 3. April 2004 feierte die ehemalige Hollywood-Diva, die
sich ganz aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat, ihren 80. Geburtstag; für Aufmerksamkeit sorgte
der Leinwandstar zuletzt aber wieder durch ihre Tierschutz-Kampagne, als sie Ende der
1990er Jahre den
damaligen Präsidenten Bill Clinton aufforderte, seinen Hund Buddy kastrieren zu lassen.
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