Doris Day an Bord der USS Juneau, um 1953; Quelle: Wikimedia Commons; Foto-Ausschnitt von www.history.navy.mil (Photo #: NH 97163) Doris Day wurde am 3. April 1924 (nach anderen Angaben 1922) als Doris Mary Ann von Kappelhoff in Cincinnati (Ohio) geboren. Ihre Eltern hatten ihre Ursprünge in Deutschland, ihre deutsch-amerikanische Mutter betrieb eine Gaststätte, ihr ebenfalls deutschstämmiger Vater Wilhelm Kappelhoff (1892 – 1967) war Musiklehrer und Kirchenorganist, sodass die junge Doris von klein auf Kontakt zur Musik hatte. Sie besuchte die "Withrow High School" in Cincinnati sowie ab 1937 im Alter von zwölf Jahren die "Fanchon And Marco Dance School" in Los Angeles. Sie nahm dort Tanzstunden und trat mit ihrem Partner Jerry Doherty, einem jungen Stepp-Tänzer, bei diversen Amateurveranstaltungen auf. Nach einem schweren Autounfall schien der Traum von Doris' Mutter, ihr Kind ins Rampenlicht zu schicken, vorerst beendet. Doris nahm daraufhin  Gesangsunterricht, damit sie wenigstens noch eine erfolgreiche Sängerin würde, tatsächlich war sie schon bald in zahlreichen Radioshows und Nachtclubs zu hören. Um eine feste Anstellung in einer Big Band zu bekommen, änderte sie, in Anlehnung an den Song "Day by Day", ihren Nachnamen und hoffte so auf noch mehr Erfolg im Showbusiness. Sie brachte es zu einigem Ansehen als Sängerin in der Band von Bob Crosby1) (1913 – 1993) und dann zwischen 1943 und 1946 bei der Band von Les Brown1) (1912 – 2001), Songs wie "Sentimental Journey" oder "My Dreams" gerieten Mitte der 1940er Jahre zu Hits → Diskografie bei Wikipedia.
 
Trotzdem dauerte es noch fast zehn Jahre, ehe Doris Day ihre erste Filmrolle bekam: der Regisseur Michael Curtiz entdeckte sie für den Film und bald hatte sie einen Vertrag mit den "Warner Brothers" in Hollywood. Nach zwei ersten Filmversuchen 1941 und 1948 drehte "Casablanca"-Regisseur Curtiz mit ihr den Musikfilm "Zaubernächte in Rio"1) (1948, Romance on the High Seas). 

Foto: Doris Day an Bord der USS Juneau, um 1953
Quelle: Wikimedia Commons; Foto-Ausschnitt von www.history.navy.mil (Photo #: NH 97163)
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Von da ab spielte Doris Day in Filmen verschiedenster Genres mit und war beim Publikum auf Anhieb beliebt. In den folgenden Jahren sicherte sie sich mit Komödien wie "Ein tolles Gefühl"1)  (1949, It's a Great Feeling), Melodramen wie "Der Mann ihrer Träume"1) (1950, Young Man with a Horn), aber auch in Krimis, Western und Musicals einen Platz unter den begehrtesten Schauspielerinnen Hollywoods. 

1953 drehte sie das Western-Musical "Calamity Jane"1) (Schwere Colts in zarter Hand), in dem sie ihre Talente als Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin einsetzen konnte, an der Seite von James Cagney verkörperte sie 1955 in "Nachtclub-Affären" (Love Me Or Leave Me) Ruth Etting, den Musical-Star der zwanziger Jahre. 1956 stand sie zusammen mit James Stewart in Alfred Hitchcocks spannendem Thriller "Der Mann der zuviel wusste"2) (The Man who Knew too Much1)) vor der Kamera. Wieder wurde ihr Gesangstalent bewusst eingesetzt; sie sang hier zum ersten Mal das Lied " Qué sera, sera" (Whatever Will Be, Will Be), das ein bekannter Evergreen wurde.
Ihre größten Erfolge hatte sie jedoch in der Folgezeit in Komödien, in denen sie äußerst tugendhafte, der konservativen weiblichen Geschlechterrolle entsprechende Frauen verkörperte – Ende der 1950er wurde sie damit endgültig zum Star. Nach George Seatons "Reporter der Liebe"1) (1958, Teacher's Pet) und Gene Kellys "Babys auf Bestellung"2) (1958, The Tunnel of Love) brachte ihr der Beziehungsklamauk "Bettgeflüster"2) (1959, Pillow Talk1)) mit Partner Rock Hudson sogar eine Oscar-Nominierung ein. 
Die Filmkomödie wurde zum Auftakt einer erfolgreichen Reihe von simpel gestrickten, dennoch herrlich-turbulenten Liebesfilmen, die ihr den Ruf der "ewigen Jungfrau" und gewitzten, resoluten, frischen "Sauberfrau" einbrachten, die immer eine leicht aseptische Wirkung ausstrahlte. Mit Hudson und Day hatte Hollywood wieder ein neues Traumpaar gefunden; sie wurden gemeinsam zu Galionsfiguren der neuen, prüden Erotik der 1960er Jahre. Die Dialoge drehten sich fast ausschließlich um das Thema Sex, doch mehr als ein Kuss war vor der Ehe nicht erlaubt. Nach "Bettgeflüster" war "Ein Pyjama für Zwei"1) (1961, Lover Come Back) der zweite große Erfolg des Traumduos.
 
Aber auch ohne Hudson feierte Doris Day Erfolge, so mit Jack Lemmon in der heiteren Geschichte "Mit mir nicht, meine Herren"1) (1959, It Happened to Jane) oder mit mit David Niven in der Komödie "Meisterschaft im Seitensprung" (1959, Please, Don't Eat the Daisies). In dem Psychothriller "Mitternachtsspitzen"2) (1960, Midnight Lace1)) zeigte sie sich mit Rex Harrison, an der Seite von Herzensbrecher Cary Grant in "Ein Hauch von Nerz"2) (1961, That Touch of Mink1)). Unvergessen ihre Paraderolle der Hausfrau Beverly Boyer in der Komödie "Was diese Frau so alles treibt"2) (1962, The Thrill of It All1)) mit James Garner als gestresstem Ehemann, mit Garner spielte Doris Day wenig später auch in "Eine zu viel im Bett"2) (1963, Move over Darling1)). Ein Wiedersehen an der Seite von Rock Hudson gab es 1964 in "Schick mir keine Blumen"1) (Send Me No Flowers), sehenswert ist auch Frank Tashlins amüsante Geschichte "Spion in Spitzenhöschen"2) (1965, The Glass Bottom Boat1)) mit Rod Taylor. Aufgrund des Erfolgs von "Spion in Spitzenhöschen" schob Frank Tashlin zwei Jahre später mit "Caprice"1)(1967) eine weitere Agentenpersiflage nach, die jedoch an den Vorgänger nicht heranreichte. 
In fast allen ihren Filmen nutzte man Doris Days großes Talent als Sängerin, viele ihrer Leinwandsongs wie "Move Over, Darling" oder " Everybody Loves a Lover" wurden Evergreens, standen in den Hitparaden und ihre Alben verkauften sich millionenfach.
Ende der 1960er Jahre drehte das blonde "American Sweetheart" ihre vorerst letzten Filme, "Als das Licht ausging"1)  (1968, Where Were You When the Lights Went Out?) und " Was macht der Mann in Mammis Bett" (1968, With Six You Get Eggroll), im gleichen Jahr, als die Streifen in die Kinos kamen, starb ihr Manager und dritter Ehemann Marty Melcher, der ihr gesamtes Vermögen durchgebracht und sie ohne ihr Wissen in einen Vertrag für eine TV-Serie eingebunden hatte. Zähneknirschend machte sie zwischen 1968 und 1972 die "Doris Day Show", die jedoch ein Riesenerfolg wurde.
1976 gab Doris Day ihre Memoiren unter dem Titel " Doris Day: Her Own Story" heraus, 1985 begann sie mit "Doris Day and Friends" und 1993 sah man sie noch einmal mit einer kleinen Rolle in dem Kinofilm "Hearts and Souls", danach retrospektiv in "That's Entertainment III", ebenfalls 1994. 1989 hatte sie den "Cecil B. DeMille-Award" für ihr Lebenswerk von der "Foreign Press Association" in Hollywood erhalten; weitere Auszeichnungen bei Wikipedia.

Doris Day war vier Mal verheiratet, von 1941 bis 1943 mit dem Posaunisten Al Jorden, der gemeinsame Sohn Terry1) (adoptiert von Martin Melcher) wurde im Februar 1942 geboren und starb am 21. November 2004 an Krebs. Nach der Scheidung war ab 1946 der Saxofonist George Weidler ihr Lebenspartner, die Scheidung erfolgte 1949. Zwei Jahre später ehelichte Doris Day ihren Manager Martin Melcher3), nach dessen Tod am 20. April 1968 drehte der Star keinen Kinofilm mehr. Seit ihrer letzten Scheidung 1981 von ihrem vierten Mann Barry Comden (Heirat 1976) und jahrzehntelanger Leinwandabstinenz lebt die Schauspielerin heute mit zahlreichen Hunden, Vögeln und Katzen im kalifornischen Carmel, engagiert sich für den Tier- und Umweltschutz; mit ihrer Stiftung "Doris Day Animal League" setzt sie sich ganz für den Schutz von herrenlosen und leidenden Haustieren ein. Außerdem betreibt sie mit ihrem Geschäftspartner Dennis LeVette im kalifornischen Carmel  ein kleines Hotel namens "Cypress Inn".
Am 3. April 2004 feierte die ehemalige Hollywood-Diva, die sich ganz aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat, ihren 80. Geburtstag; für Aufmerksamkeit sorgte der Leinwandstar zuletzt aber wieder durch ihre Tierschutz-Kampagne, als sie Ende der 1990er Jahre den damaligen Präsidenten Bill Clinton aufforderte, seinen Hund Buddy kastrieren zu lassen.

  
Link: 1) Wikipedia (deutsch), 2)  prisma-online.de, 3) Wikipedia (englisch)
Lizenz Foto Doris Day: Diese Datei ist ein Werk eines Mitarbeiters der Streitkräfte der Vereinigten Staaten oder des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Staaten, aufgenommen oder hergestellt während seiner offiziellen Anstellung. Als amtliches Werk der Bundesregierung der Vereinigten Staaten ist dieses Bild gemeinfrei.
Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma-online.de
Englischsprachige Website: www.dorisday.com
siehe auch Wikipedia, Dirk Jasper FilmstarLexikon, www.whoswho.de
sowie den Artikel von Julia Mohr zum 85. Geburtstag am 3. April 2009 bei www.zeit.de
Fotos bei film.virtual-history.com
Kinofilme
Filmografie bei der Internet Movie Database und Wikipedia

(Die Beschreibung einiger Filme findet man innerhalb dieser HP; Link: Wikipedia)
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