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Schwerpunkt von Schumanns Arbeit wurde seit Mitte der 1950er Jahre Film und Fernsehen sowie umfangreiche Hörfunkproduktionen und Synchronarbeiten beim Film. Erste Erfahrungen vor der Kamera hatte er bereits Anfang der 1940er Jahre in dem NS-Propagandastreifen "Himmelhunde"2) (1942) gemacht, trat dann aber während der Kriegsjahre nicht mehr vor die Kamera. Erst in der DEFA-Produktion "Semmelweis Retter der Mütter" (1949/50) machte er mit der kleinen Rolle eines Corps-Studenten wieder auf sich aufmerksam. Der Durchbruch zum Leinwandliebling gelang Schumann 1954 mit seinem ersten Film in der Bundesrepublik: In Erich Engels Melodram "Konsul Strotthoff" geriet er als spröder, begabter junger Musiker beim Werben um die Gunst einer reizenden Musikstudentin (Inge Egger) zum Gegenspieler von Altstar Willy Birgel, mit Birgel als charmantem Konkurrenten stand er auch für "Johannisnacht" (1956) vor der Kamera. Mit "Himmel ohne Sterne" (1955), einer Ost-West-Liebesgeschichte mit tragischem Ausgang, hatte Schumann unter der Regie von Helmut Käutner und mit Eva Kotthaus als Partnerin einen seiner wichtigsten Filme realisiert. Mit Liselotte Pulver drehte er das Melodram "Griff nach den Sternen"1) (1955) und mimte unter der Regie von Carl Heinz Schroth den weltberühmten Jongleur Turell, der fanatisch alles daran setzt, einen Sohn zu bekommen, der in seine Fußstapfen tritt, und schließlich nach einem schweren Unfall seinen hochtrabenden Phantasien erliegt. Weitere, eher heitere Streifen wie Rudolf Jugerts "Ein Stück vom Himmel"1) (1957, mit Toni Sailer und Ingrid Andree), Thomas Engels "Junger Mann, der alles kann"2) (1957) oder Hans Deppes "So angelt man keinen Mann" (1959) ließen den attraktiven Schumann zum Frauenliebling werden. Zweimal war er auch Partner von dem unvergessenen Heinz Erhardt, so in "Vater, Mutter und neun Kinder"1) (1957) und "Natürlich die Autofahrer"1) (1959), wo er ebenfalls den Typ "Liebhaber" mimte. Dass Schumann jedoch mehr zu bieten hatte, als nur gut auszusehen, bewies er mit ernsthaften Rollen wie 1958 als Hauptmann von Arnim in Falk Harnacks Antikriegsfilm "Unruhige Nacht", mit Bernhard Wicki, Hansjörg Felmy und Ulla Jacobsson. Glänzend war auch sein junger Marine-Oberleutnant Hans Schott in Frank Wisbars "Nacht fiel über Gotenhafen"1) (1959, u.a. mit Sonja Ziemann, Gunnar Möller, Brigitte Horney), einem dramatischen Kriegsfilm über den Untergang des Schiffs "Wilhelm Gustloff", das am 30. Januar 1945 mit über 9.000 Flüchtlingen aus Ostpreußen an Bord nach einem Torpedoangriff in der Ostsee versank. Ebenfalls unter der Regie von Frank Wisbar agierte Schumann an der Seite von Helmut Griem und Horst Frank in "Fabrik der Offiziere"1) (1960) nach dem gleichnamigen Bestseller von Hans Hellmut Kirst und überzeugte als dekadenter Schwächling Hauptmann Ratshelm. In dem Drama "Durchbruch Lok 234"1) (1963), das Wisbar nach einer wahren Begebenheit gedreht hatte, beeindruckte er als Lokführer Harry Dölling, der mit einer waghalsigen Zugfahrt 26 Menschen aus der DDR zur Flucht in den Westen verhilft. Ab Mitte der 1960er Jahren war Schumann noch in einigen Krimis und eher unbedeutenden Kinoproduktionen zu erleben, mit dem Niedergang des deutschen Unterhaltungskinos übernahm er vermehrt Aufgaben für das Fernsehen. Zu Beginn der 1980er Jahre wirkte Schumann noch mit prägnanten Nebenrollen in den Fassbinder-Filmen "Lili Marleen"1) (1981) und "Die Sehnsucht der Veronika Voss"1) (1982) mit. Seinen letzten Leinwandauftritt hatte er 1992 in Eckhart Schmidts "Der Sandmann", einem Spielfilm nach der Erzählung von E. T. A. Hoffmann. Als Herzensbrecher griff er nach den Sternen, in Liebesdingen war er immer zu Hause, aber seine Liebhaber besaßen oft einen Unterton von Schmerz und Vergeblichkeit wie in Himmel ohne Sterne. Seine Rollen waren immer seriös, er ließ sich selten in die Niederungen des Films der sechziger Jahre hinab. Und in den achtziger Jahren gelangen ihm in Filmen von Fassbinder noch einmal Figuren, die deutsche Zeitzeugenschaft verkörperten.3)
Auf dem Bildschirm absolvierte Schumann regelmäßige Gastauftritte in
beliebten Krimiserien wie "Tatort", "Derrick", "Die
Krimistunde", "Sonderdezernat K1", "Der Kommissar" "Soko 5113",
"Ein Fall für Zwei" oder zuletzt "Solo für
Sudmann" (1997). Spannende TV-Produktionen wie der
Durbridge-Straßenfeger "Melissa"4) (1966),
Claus Peter Witts Krimi "Hoopers letzte Jagd"5) (1972, mit Max Mairich)
oder die zweiteilige italienisch-amerikanische
Co-Produktion "Christopher
Columbus"1) (1985) sind ebenfalls zu
nennen. |
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Link: 1) Wikipedia, 2) Murnau Stiftung, 4) Beschreibung innerhalb dieser HP, 5) Die Krimihomepage Quelle: 3) "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars von Adolf Heinzlmeier und Bernd Schulz" (Ausgabe 2000, S. 331) |
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| Siehe auch Wikipedia | ||||
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