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Julius Falkenstein, geboren am 25. Februar 1879 in Berlin,
zählte als renommierter Theaterdarsteller zu den vielbeschäftigten
Akteuren beim deutschen Stummfilm. Etwa 1904/05 trat er erstmals an Berliner
Bühnen auf, wo er in den nachfolgenden knapp drei Jahrzehnten zu den
vielbeschäftigten Schauspielern, vornehmlich im komischen Fach zählte. Ab 1908 war er
für zwei Jahre am Lustspielhaus in Düsseldorf verpflichtet,
dann ging er für zwei Jahre nach Wien, spielte am Wiener Bürgertheater
(1911) und am Theater an der Wien (1912). Darüber hinaus ging er auf
Gastspielreisen, führte auch bei einigen Stücken Regie.
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Im noch jungen Medium Film machte sich Julius Falkenstein in
zahlreichen stummen Dramen einen Namen, sein Leinwanddebüt hatte der Mann, dessen
Glatze und Monokel zum Markenzeichen wurden, 1914 in Joe Mays "Stuart Webbs"-Streifen
"Die geheimnisvolle Villa" neben dem Titelhelden Ernst Reicher
gegeben. Es folgten Produktionen wie "Eine Nacht im Mädchenpensionat" (1914) mit Wilhelm Bendow,
"Arme
Eva Maria"1) (1916) mit Mia May oder "Der
Rodelkavalier" (1918) von und mit Ernst Lubitsch. Falkenstein
mimte Adlige, Militärpersonen, Direktoren, ebenso wie Sekretäre und Buchhalter,
manchmal in bis zu 20 Produktionen pro Jahr. Daneben fand er immer noch Zeit für Theatereinsätze, zuletzt an der
"Komischen Oper" und im "Theater am Kurfürstendamm". Er schrieb auch selbst eine Komödie namens
"Julie", die mit Erfolg aufgeführt wurde.2)
Foto: Julius Falkenstein vor 1929
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander
Binder*) (1888 1929)
Quelle: Wikipedia;
Photohemie-Karte 183
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ist daher gemeinfrei.
*) Link: Wikipedia
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Bis Ende der 1920er Jahre spielte Falkenstein unter der Regie so
namhafter Filmemacher wie Ernst Lubitsch, Robert Wiene, Joe May, Fritz Lang,
Friedrich Wilhelm Murnau oder Alexander Wolkoff und zeigte sich mit
prägnanten Nebenrollen. In Lubitschs Komödie "Die
Austernprinzessin"1) (1919) war er der Freund
des Prinzen Nuki alias Harry Liedtke, für Friedrich Wilhelm Murnau
mimte er in dem Melodram "Schloss Vogelöd"2) (1921)
einen "Ängstlichen Herrn" und in der Komödie
"Die
Finanzen des Großherzogs"1) (1923;
mit Harry Liedtke als Großherzog Don Ramon XX.) einen Bankier. Fritz Lang
besetzte ihn den beiden Teilen seines "Dr. Mabuse"-Meisterwerks3)
"Der
Große Spieler"1) und "Inferno"1)
die im April bzw. Mai 1922 Premiere feierten. Weitere Stummfilme waren unter
anderem das Melodram "Der
Roman der Christine von Herre"1) (1921), Lubitschs
Komödie "Romeo
und Julia im Schnee"1) (1920), die beiden Teile von
Georg Jacobys heiteren Geschichte "Seine Exzellenz von Madagaskar" (1921;
Teil 1
und Teil 21))
mit Georg Alexander als Bobby Stubbs, die Komödie um
die Intrigen und lustigen Verwicklungen "Die
Selige Exzellenz"1) (1927), die stumme Operettenversion
"Ein
Walzertraum"1) (1925) und Fritz Langs Krimi
"Spione"1) (1928)
nach dem Roman von Thea von Harbou. Zu Falkensteins letzten
stummen Auftritten zählt Johannes Guters Lustspiel
"Die blaue
Maus"1) (1928), wo er neben Jenny Jugo und Willi Forst auftauchte.
Auch im Tonfilm konnte sich Falkenstein im Gegensatz zu vielen
anderen Schauspielern ungemindert behaupten, spielte pro Jahr in mehr Filmen
als zur Stummfilmzeit. Allein die letzten vier Jahre vor seinem Tod weisen
rund 20 Filme pro Jahr auf, darunter Kassenschlager wie
-
der Max Schmeling-Streifen "Liebe
im Ring"1) (1930),
-
die "Dr.-Jekyll-und-Mr.-Hyde"-Geschichte "Der
Andere"3) (1930) mit Fritz Kortner
- "Der Kongress
tanzt"1) (1931) mit dem Traumpaar Lilian Harvey und
Willy Fritsch,
- die Döblin-Verfilmung "Berlin Alexanderplatz" (1931) mit Heinrich George als Franz Biberkopf,
- die Balzac-Adaption "Mensch ohne
Namen"1) (1932),
- die Komödie "Ich bei Tag und Du bei
Nacht"3) (1932) mit Käthe von Nagy und Willy Fritsch,
- der ganz auf den polnischen Star-Tenor Jan Kiepura zugeschnittene
Liebesfilm "Das
Lied einer Nacht"1) (1932),
- die Rühmann-Komödie "Lachende
Erben"1) (1933) oder
- die musikalische Romanze
"Ich
und die Kaiserin"1) (1933) mit Falkenstein als Jacques Offenbach an
der Seite von Heinz Rühmann und Lilian Harvey. Den
Komponisten Offenbach verkörperte Falkenstein auch in der
englischsprachigen Version "The Only Girl" (1934) mit Lilian Harvey, Charles Boyer und Maurice Evans.
Als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kamen, war die
Karriere des als Juden geltenden Julius Falkenstein stark
gefährdet. Zunächst erhielt er eine Sondergenehmigung, weiter als
Schauspieler arbeiten zu dürfen, wenig später starb Julius Falkenstein
am 9. Dezember 1933 mit nur 54 Jahren in Berlin an den Folgen einer Gehirnhautentzündung;
sein Grab befindet sich auf dem jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee.
Julius Falkenstein gehörte zu den wenigen Komikern, die in Berlin
geboren waren, aber weder auf der Bühne noch auf der Leinwand den
Berliner Humor vertrat, kein Komiker, der mit dem Dialektwitz sein Spiel
trieb. Er hat sich stets seinen eigenen Humor als Schauspieler zurecht
gemacht. Er wusste stets seinen Figuren neue originelle Züge zu
verleihen, sie mit komisch wirkenden Eigenschaften auszustatten und sie
dadurch zu einem "Original" zu machen. Dadurch wurde der
Künstler selbst zu einem Original: Er war für das Publikum "Jule"
geworden, ein Beweis für seine große Volkstümlichkeit.4)
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