Rudolf Schündler
Der Schauspieler und Regisseur Rudolf Schündler wurde am 17. April 1906 als Sohn eines Kaufmanns in Leipzig geboren. Nach der Schule absolvierte er die Leipziger Schauspielschule und gab sein Debüt 1926 am Theater in Beuthen. Anschließend folgten Stationen in Zürich, Dortmund und Nürnberg. Anfang der 1930er Jahre ging er nach Berlin, wo er an den unterschiedlichsten Theatern und ab 1937 auch als Regisseur arbeitete. Bis zu dessen Schließung trat er regelmäßßig im "Kabarett der Komiker" auf. (Quelle: Wikipedia)
 
Bereits seit Anfang der 30er Jahre tauchte sein Name in den Besetzungslisten von Kinoproduktionen auf, Schündler spielte in zahllosen Filmen meist prägnante Nebenrollen. Sein Leinwanddebüt hatte er in dem Streifen "Annemarie, die Braut der Kompanie" (1932) gegeben, es folgten erfolgreiche Filme wie beispielsweise "Das Testament des Dr. Mabuse"1) (1933), "Das Mädchen Johanna" (1935), "Das Schweigen im Walde" (1937), "Am seidenen Faden" (1938), "Kitty und die Weltkonferenz" (1939), "Kleider machen Leute" (1940), "…reitet für Deutschland" (1941), "Sechs Tage Heimaturlaub" (1941), "Der Ewige Klang" (1943) oder "Das Schwarze Schaf" (1944) – um nur wenige der Vorkriegsfilme zu nennen, in denen Schündler mitwirkte.
  
Auch nach Ende des 2. Weltkrieges konnte der Schauspieler seine Karriere erfolgreich fortsetzen; so stand er unter anderem für "Der Herr vom andern Stern"1) (1948), "Der Theodor im Fußballtor" (1950), "In München steht ein Hofbräuhaus" (1952), "Wenn der Vater mit dem Sohne" (1955) und "IA in Oberbayern" (1956) vor der Kamera. In den 60er und 70er Jahren mimte er meist überzeichnete Figuren in einer Reihe von nichtssagenden Komödien, die damals überaus populär waren, und auch in einigen Wallace-Streifen wie "Der Unheimliche Mönch"1)  (1965), "Der Mann mit dem Glasauge"1) (1965) oder "Der Mönch mit der Peitsche"1)  (1967) tauchte er auf. Er spielte in seichten Sex-Streifen jener Zeit ebenso wie in den zahlreichen "Pauker-Filmen"1), in letzteren verkörperte er den unsäglich vertrottelten, aber gutmütigen Studienrat Dr. Knörz. 
Eine schöne Rolle, die des rüstigen Hobbydetektivs Willy Stademann, der zusammen mit der Rentnergang Oberlandesgerichtsrat Herbert Zänker (Martin Held), Studienrat Heinrich Scheller (Heinz Erhardt) und Kriminalrat Sikorski (Willy Reichert) auf Ganovenjagd geht, hatte er in Wolfgang Staudtes Krimikomödie "Die Herren mit der weißen Weste"1) (1970), in Helmut Käutners Remake von "Die Feuerzangenbowle"1) (1970) sah man ihn als Musiklehrer. Ein weiterer Höhepunkt seiner Altersrollen wurde die Mitwirkung in der amerikanischen Produktion "The Exorcist"1) (1973), weitere interessante Aufgaben fand er in Filmen wie der Rühmann-Komödie "Die Ente klingelt um halb acht"1) (1968), in der Malpass-Verfilmung "Als Mutter streikte" (1974) oder in der Böll-Adaption "Gruppenbild mit Dame" (1977); Wim Wenders besetzte ihn in "Der Amerikanische Freund"1) (1977) und David Hemmings in "Schöner Gigolo, armer Gigolo"1) (1979). Zu seinen letzten Arbeiten für das Kino zählen die Science-Fiction-Komödie "Der Unsichtbare" (1987), der Thriller "Ätherrausch" (1987) sowie die Michael Verhoevens politische Komödie "Das Schreckliche Mädchen"1) (1990), ein Film, der erst nach seinem Tod in die Kinos kam.

Auch auf dem Bildschirm war Schündler seit Mitte der 60er Jahre in verschiedensten Serien oder Fernsehspielen präsent. Man erlebte ihn in beliebten Krimi-Reihen wie "Der Kommissar", "Der Alte", "Derrick", "Stahlnetz", "Dem Täter auf der Spur" und "Tatort" ebenso wie in den Serien "St. Pauli Landungsbrücken" oder "Engel auf Rädern". Unter anderem spielte er zusammen mit Heinz Bennent in "Die Ängste des Dr. Schenk" (1978), Konrad Sabrautzky gab ihm die Rolle des Hern Lodeweik in dem sechsteiligen Abenteuerfilm "Sternensommer" (1981) und Dagmar Damek besetzte ihn als Professors Spalanzani in dem Politthriller "Der Sandmann" (1983).

Neben seiner Arbeit als Darsteller und seiner Mitwirkung in rund 200 Filmen, machte sich Rudolf Schündler seit den 50er Jahren auch einen Namen als Regisseur; mehr als zwanzig humorvolle Heimatfilme wie "Der Geigenmacher von Mittenwald" (1950), "Viktoria und ihr Husar" (1954), "Mein Mädchen ist ein Postillion" (1958), "Mikosch, der Stolz der Kompanie" (1959), "Willy, der Privatdetektiv" (1960) oder "Wilde Wasser" (1962) tragen seine Handschrift.

Rudolf Schündler, der unter anderem mit Schauspielerkollegin Christine Laszar1) verheiratet war, starb am 12. Dezember 1988 im Alter von 82 Jahren in München an den Folgen eines Herzanfalls. Sein Sohn Oliver ist nach rund 14 Jahren als Produzent und Koproduktionschef heute geschäftsführender Gesellschafter der "Yellow Bird Pictures", einer TV- und Filmproduktionsfirma. Tochter Karin, aus der Verbindung mit Christine Laszar, lebt in Berlin und arbeitet als Redakteurin und Dokumentarfilmerin.
 
Link: 1) Wikipedia, 2)  www.defa-sternstunden.de
Siehe auch die Kurzbiografie bei www.cyranos.ch (mit einem Foto) sowie Wikipedia
Filmografie bei der german.imdb.com
Um zur Seite der Publikumslieblinge zurückzukehren, bitte dieses Fenster schließen.
Home: www.steffi-line.de