Sieghardt Rupp um 1975; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber/Autor: Alfred Cermak; Datierung: um 1975; Copyright Alfred Cermak/ ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer CE 118/12) Sieghardt Rupp wurde am 14. Juni 1931 als Sohn eines Schuldirektors im österreichischen Bregenz1) (Vorarlberg) geboren. Nach der Schule besuchte er zunächst in Wien die "Hochschule für Welthandel" (heute: "Wirtschaftsuniversität Wien"1)), entschied sich dann für den Beruf des Schauspielers und ließ sich am "Max-Reinhardt-Seminar"1) entsprechend ausbilden. Sein Bühnendebüt gab Rupp 1954 in Klagenfurt, zwei Jahre später wechselte er an das "Salzburger Landestheater"1), 1958 kam er an das "Landestheater Linz"1). Nach einem Gastspiel bei den "Bad Hersfelder Festspielen"1) gehörte Rupp seit 1959 zum Ensemble des Wiener "Volkstheaters"1). Weitere Stationen seiner Bühnentätigkeit waren bis weit in die 1990er Jahre das "Theater in der Josefstadt"1) in Wien sowie die "Bregenzer Festspiele"1) (1974, 1976, 1980) und die "Sommerspiele Perchtoldsdorf"1) (1984), darüber hinaus ging Rupp mit zahlreichen Stücken auf Tournee. In Bregenz glänzte er unter anderem 1976 als Du Bosc in dem auch vom Fernsehen ausgestrahlten Stück "Donadieu" von Fritz Hochwälder"1) (inspiriert durch die Ballade "Die Füße im Feuer"1) von Conrad Ferdinand Meyer1)) neben Protagonist Ullrich Haupt (Regie: Wolfgang Glück1)) und 1980 als Julian Fichtner in dem Schnitzler-Drama "Der einsame Weg"1)  (Regie: Klaus Maria Brandauer). Im selben Jahr gestaltete er den Bassa Selim (im Wechsel mit Heinz Peters1)) in der Mozart-Oper "Die Entführung aus dem Serail"1).
 
Noch unter dem Namen "Tommy Rupp" tauchte er erstmals Ende der 1950er Jahre in den Besetzungslisten von Kinoproduktionen auf, so in "Mädchen für die Mambo-Bar" (1959). Er agierte in einigen Heimatfilmen wie "Heimweh nach dir, mein grünes Tal"1) (1960), "Glocken läuten überall"1) (1960) und "Der Orgelbauer von St. Marien"1) (1961) oder in Dramen wie "Am Galgen hängt die Liebe"1) (1960) und "Der Teufel spielte Balaleika"1) (1961).

Sieghardt Rupp um 1975
Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber/Autor: Alfred Cermak → Bildarchiv Austria; Datierung: um 1975
© Alfred Cermak/ ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer CE 118/12)

Rupp spielte in deutschen, österreichischen und weiteren internationalen Produktionen, war an der Seite vieler Stars zu sehen. So zeigte er sich mit Klaus Kinski in dem spannenden Psychothriller "Der rote Rausch"1) (1962), einem Film, der lange verschollen war, mit Dieter Borsche spielte er in der Lenz-Adaption "Das Feuerschiff1) (1963), mit Ruth Leuwerik und Peter van Eyck in dem Krimi "Ein Alibi zerbricht"1) (1963). In den kommenden Jahren folgten Rollen in Italo-Western und Karl May-Verfilmungen, so unter anderem an der Seite von Clint Eastwood in "Für eine Handvoll Dollar"1) (1964, "Per un pugno di dollari"), mit Stewart Granger und Pierre Brice in "Unter Geiern"1) (1964), mit Götz George in "Sie nannten ihn Gringo"1) (1965) oder mit Lex Barker in "Im Reich des silbernen Löwen"1) (1965).  Wegen seiner markanten äußeren Erscheinung schien Rupp besonders für Schurken-Rollen geeignet, bis Ende der 1960er Jahre folgten Produktionen wie "Wer kennt Jonny R.?"1) (1966) erneut mit Lex Barker, mit Kinski der Streifen "Die Pagode zum fünften Schrecken"1) (1967), mit Michèle Mercier und Robert Hossein "Unbezähmbare Angélique"1) (1967) sowie "Angélique und der Sultan"1) (1968).
Doch so richtig wollte dem Österreicher der Durchbruch auf der Leinwand nicht gelingen, erst im Fernsehen erreichte er mit dem Dauerbrenner "Tatort"1) ungeheure Popularität: Am 10. Januar 1971 ging er als draufgängerischer Zollfahnder Kressin1) für den WDR in "Kressin und der tote Mann im Fleet"1) erstmals auf Verbrecherjagd, sein Auftritt fand beim Publikum und in der Presse aufgrund seines machohaften Gehabes bzw. dem Playboy-Image ein geteiltes Echo und führte zu kontroversen Diskussionen. "Kressin tritt stets in smarter James-Bond-Manier auf, mit coolen Sprüchen und begleitet von hübschen Mädchen. Seinem Charme und Charisma können nur die wenigsten Damen widerstehen. Mit reichlich Haargel, lässiger Kleidung und sportlicher Figur stellt er sich allen Herausforderungen. Er arbeitet unkonventionell und ist nicht teamfähig. Immer im Alleingang unterwegs, spannt er manchmal auch seine weibliche Begleitung mit ein. Seine Hartnäckigkeit bringt ihm immer Erfolg, und er gelangt oft auch an die Hintermänner der Verbrechen. Allerdings jagt er seinen Hauptwidersacher, den kriminellen Bandenchef Sievers (Ivan Desny), über alle Folgen hinweg, ohne ihn jemals zu erwischen. Als Frauenheld, Macho und Raucher ist er stets auf Eroberungen aus, am liebsten Damen mit einem flotten Sportwagen. Seine Fälle löst er nebenbei, während er sein Leben genießt. Da seine Besoldung dem nicht so recht entspricht, hat er jede Menge Schulden, über die er aber nicht weiter bekümmert ist. Trotzdem bleibt er geradlinig auf der Seite des Rechts und ist nicht korrupt. Als echtes Raubein geht er auch keiner Schlägerei aus dem Weg und ähnelt darin dem zehn Jahre später geschaffenen Horst Schimanski1) (Götz George)." notiert Wikipedia. Bis 1973 war Rupp als Hauptermittler in sieben Folgen wie "Kressin und der Laster nach Lüttich"1) (1971), "Kressin stoppt den Nordexpress"2) (1971), "Kressin und der Mann mit dem gelben Koffer"1) (1972) oder (letztmalig) mit "Kressin und die zwei Damen aus Jade"1) (1973) auf dem Bildschirm präsent → die Folgen mit Zolloberinspektor Kressin bei Wikipedia. Anschließend wurde Rupp 1974 von Hansjörg Felmy alias dem eher bieder wirkenden  Kommissar Haferkamp1) abgelöst, der für den WDR in Essen und Umgebung in 20 Fällen auf Verbrecherjagd ging.
Nach seiner Zeit als Zollfahnder Kressin trat Sieghardt Rupp nur noch selten im Fernsehen oder auf der Leinwand in Erscheinung, da er sich wieder vermehrt auf das Theater konzentrierte. Bis weit in die 1990er Jahre wirkte er in Wien am "Theater in der Josefstadt", unternahm zahlreiche Tourneen und unterrichtete zudem am "Reinhardt-Seminar" im Fach "Rollengestaltung".
Im Kino sah man ihn unter anderem in Alfred Vohrers Konsalik-Verfilmung "Wer stirbt schon gerne unter Palmen?"1) (1974), als Gefreiter Rothe in dem Kriegstreifen "Steiner – Das Eiserne Kreuz II"1) (1979), als Herr Hermann in Franz Antels Bühnenadaption "Der Bockerer"1) (1981) und zuletzt als Vater Leopold Weininger1) / Siegmund Freud1) in "Weiningers Nacht"2) (1990). Der Film entstand als Aufzeichnung einer Aufführung des Wiener "Volkstheaters", gedreht von Hauptdarsteller Paulus Manker1) nach dem gleichnamigen Theaterstück1) des israelischen Schriftstellers Joshua Sobol1) über den jüdischen Philosophen, Selbstmörder und Frauenhasser Otto Weininger1) (1880–1903) → Übersicht Kinofilme.

Sieghardt Rupp um 1975
Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek1) (ÖNB)
Urheber/Autor: Alfred Cermak → Bildarchiv Austria; Datierung: um 1975
© Alfred Cermak/ ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer CE 118/11)

Sieghardt Rupp um 1975; Foto mit freundlicher Genehmigung der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB); Urheber/Autor: Alfred Cermak; Datierung: um 1975; Copyright Alfred Cermak/ ÖNB Wien; Bildarchiv Austria (Inventarnummer CE 118/11)
Den Fernsehzuschauern präsentierte er sich unter anderem als Unterweltboss Ferdl Willek, genannt "Der Gstopfte", in dem ORF-"Tatort" mit dem Titel "Seven Eleven"1) (1990). Zu seiner letzten Arbeiten vor der TV-Kamera zählte das TV-Drama "Etwas am Herzen" (1994) mit der Rolle des pensionierten Altphilologen Paul, der vor den Trümmern seiner Ehe steht, mit Erika Pluhar als Partnerin. 1995 konnte man Rupp dann noch einmal in einer Aufzeichnung aus dem "Theater in der Josefstadt" im Fernsehen erleben, "Die spanische Fliege" hieß der Schwank von Franz Arnold/Ernst Bach1) (Regie: Heinz Marecek1)), wo er den Senffabrikanten Ludwig Baumann gab → theatertexte.de, josefstadt.org
Auf der Bühne brillierte Rupp zur Spielzeit 1997/98 am "Rabenhoftheater"1) (bis 2000 Nebenspielstätte des "Theaters in der Josefstadt") in dem Stück "Der Fall Furtwängler" (Original: "Taking Sides") von Ronald Harwood1) und wurde für seine Darstellung des ins Nazi-Regime verstrickten Dirigenten Wilhelm Furtwängler1) mit der "Kainz-Medaille"1) ausgezeichnet. Ein letztes Mal überzeugte er seit der Premiere am 17. Dezember 1998 als charismatischer Fliegergeneral Harras in dem Drama "Des Teufels General" von Carl Zuckmayer  (Regie: Otto Schenk): "Sieghardt Rupp in der Titelrolle bringt vieles mit, was diesen kraftvollen Typ ausmacht. Man nimmt ihm den erfolgreichen, von der Ausübung seines "Handwerks" beflügelten Offizier ab, auch den gewandten Gesellschaftsmenschen und Charmeur." schrieb unter anderem die "Wiener Zeitung"; siehe auch → josefstadt.org.
  
Danach zog sich Sieghardt Rupp endgültig vollständig ins Privatleben bzw. aus der Öffentlichkeit zurück, in den letzten Jahren war es still geworden um den einst so populären Schauspieler. Informationen zufolge lebte der einstige Publikumsliebling sehr zurückgezogen im Wiener Stadtteil Pötzleinsdorf1) und starb dort laut "Filmarchiv Austria"1) am 20. Juli 2015 im Alter von 84 Jahren in einem Krankenhaus → kleinezeitung.at. Öffentlich bekannt wurde sein Tod erst nach mehr als zehn Monaten, als er anlässlich seines 85. Geburtstages geehrt werden sollte. Seine Betreuerin Elisabeth Stocker von der Caritas1), die in den letzten vier Jahren seines Lebens seine Ansprechperson war, sagte, sie habe versprechen müssen, seinen Tod nicht öffentlich zu machen. Die "Caritas" wurde von Rupp als Haupterbin eingesetzt. notiert Wikipedia3).
Den künstlerischen Nachlass übernahm das "Filmarchiv Austria". Die letzte Ruhe fand der Schauspieler an der Seite seiner Tochter auf dem Neustifter Friedhof1) in Wien (Gruppe U6, Nummer 24) → Foto der Grabstelle bei Wikimedia Commons, knerger.de.
Tochter Iris Angela Rupp (1956 – 2013) stammte aus Rupps Verbindung mit Gotlinde, einer Schauspielerin, von der er sich in den 1980ern nach 30 Jahren Ehe trennte.
Textbausteine des Kurzportraits von prisma.de
Siehe auch Wikipedia, austria-forum.org sowie
die Nachrufe bei www.sueddeutsche.de, www.welt.de, www.spiegel.de
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) filmportal.de
3) Georg Markus: "Der stille Tod eines Stars", in der Serie "Geschichten mit Geschichte" (Tageszeitung "Kurier", Wien, 29. Mai 2016, S. 32 f.)
  
Filme
Kinofilme / Fernsehen
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links: Wikipedia, filmportal.de, Die Krimihomepage,
fernsehserien.de, deutsches-filmhaus.de)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
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