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Heinz Reincke wurde am am 28. Mai 1925 als Karl-Heinz Reincke und Sohn
eines Schneidermeisters in Kiel geboren. Obwohl er viele Jahre in Österreich
lebte er besaß seit 1970 auch die österreichische Staatsbürgerschaft galt er
stets als
"typischer Norddeutscher": Wortkarg aber schlitzohrig, rau aber herzlich
unter der harten
Schale und natürlich eine wahre Seele von Mensch. Das ist
Heinz Reincke zumindest spielt er diesen Typen.
Bevor er Schauspieler wurde, absolvierte Heinz Reincke auf Wunsch
seines Vaters eine
Lehre bei der Industrie- und Handelskammer in Kiel, ging aber gleichzeitig
seiner Leidenschaft, der Schauspielerei, nach und arbeitete er als Komparse beim Kieler
Stadttheater. So erlernte er als Autodidakt sein Handwerk von der Pike
auf, eine Schauspielschule besuchte er nie. Nach seiner Entscheidung, die
Schauspielerei zum Beruf zu machen, gab Reincke 1942 am Kurtheater Landsberg an der
Warthe sein professionelles Bühnendebüt. Bis zum Ende des 2. Weltkrieges
war er unter anderem mit einer Theatergruppe als Truppenbetreuer tätig, erhielt
dann 1947/48 am "Renaissancetheater" in Schleswig ein erstes
Engagement. Weitere Verpflichtungen führten Reincke unter anderem nach Bonn und Stuttgart, wo er zunächst
mit kleineren Aufgaben betraut wurde, sich später jedoch als Charakterdarsteller
einen Namen machen konnte.
Das Foto wurde mir
freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue
(Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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In Carl Zuckmayers "Gesang im Feuerofen" spielte Reincke seine
erste Hauptrolle. Im Jahr 1954 feierte er seinen Durchbruch bei einem Gastspiel in Berlin.
Er repräsentierte den Konstantin in Tschechows "Die Möwe" mit solchem Erfolg, dass
Gustav Gründgens auf ihn aufmerksam wurde und ihn 1955 am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg verpflichtete.
Zehn Jahre blieb er festes Ensemblemitglied in Hamburg und spielte nebenher gelegentlich in Inszenierungen
auf österreichischen Bühnen, bevor er sich 1968 vertraglich an das Wiener Burgtheater band.
(Zitat: www.zdf.de)
Reincke interpretiere etliche große Charakterrollen, so beispielsweise den
Artilleriehauptmann Bluntschli in Bernard Shaws "Helden", den Beckmann in
Borcherts "Draußen vor der Tür", den Figaro in Beaumarchais'
"Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit", war unter anderem der
Protagonist in Jahnns Tragödie "Thomas Chatterton". Am Wiener
Burgtheater glänzte Reincke unter anderem als Leon in Grillparzers Lustspiel
"Weh dem, der lügt!" oder als Einstein in Dürrenmatts "Die
Physiker", mit der Figur des Wilhelm Voigt in Zuckmayers "Der Hauptmann von Köpenick"
und als als Harold in Pinters " Der Hausmeister"nahm er zur
Spielzeit 1985/86 Abschied von der Bühne.
Zum Film war Reincke Mitte der 1950er Jahre gekommen und spielte einen kleinen Part
in "Ein Herz kehrt heim" (1956); im Verlaufe der nächsten Jahre
folgten Rollen in deutschsprachigen und internationalen Produktionen, wie
beispielsweise in
"Faust"1) (1960), den Kriegsdramen "Der längste Tag"1)
(1962, The Longest Day) und "Die Brücke von
Remagen"1)
(1969, The Bridge at Remagen), unvergessen sein Dr. Robert Uthofft, genannt Nichtraucher,
in dem Kästner-Remake "Das fliegende Klassenzimmer"1) (1973). Auch in
Krimi- und Unterhaltungsstreifen
wie "Jerry
Cotton: Der Mörderclub von
Brooklyn"1) (1966), "Heintje ein Herz geht auf Reisen"1) (1969)
oder "Der Pfarrer von St. Pauli" (1970) war Heinz Reincke auf der Leinwand zu sehen.
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Heinz Reincke mit Suzanne von Borsody
während einer Drehpause zu "König & Consorten"
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Heinz Reincke mit Inge Meysel
nach Dreharbeiten
im Hotel Süllberg (Hamburg)
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Die Fotos wurden mir
freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue
(Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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Reincke drehte im Laufe seiner Karriere über 460 Filme für ARD, ZDF und
die "Dritten", absolvierte zahlreiche Gastauftritte in so
beliebten Reihen wie "Der Alte", "Derrick", "Ein Fall für zwei"
oder "Die Schwarzwalklinik".
Dem Internet bleibt nichts verborgen: Heinz Reincke spielte unter anderem auch mal in der Krimi-Serie
"Der Kommissar" mit. Auf der liebevoll zusammengestellten Fan-Seite
"Der Kommissar im Alkoholrausch" wird akribisch
aufgelistet, wer was in welcher Folge gesüffelt
hat: Heinz Reincke kam auf 4 Whisky, 3 Bier und 1 Schnaps.
Reinckes Liebe zur Schauspielerei blieb auch im Alter ungebrochen, im Fernsehen brillierte er
viele Jahre in zahlreichen "Geschichten aus der Heimat", in
nachhaltiger Erinnerung wird er mit seinem Part des Pfarrers Albert Eckholm
in dem ZDF-Dauerbrenner "Der
Landarzt"1) bleiben, eine Rolle, die er seit 1987
urwüchsig und als Sympathieträger mimte. Wegen seiner 2008 festgestellten Lungenkrebserkrankung musste
Reincke kürzer treten, verabschiedete sich dann am 15. Oktober 2010 in der
Episode "Der verlorene Sohn" endgültig von einem Millionenpublikum; zu
Reinckes letzten Arbeiten vor der Kamera zählt auch 2006/2007 zwölf
Folgen lang die Rolle des Willi Horrowitz in der österreichischen TV-Serie "Oben ohne"1).
Im Januar 2001 gab der "Serienliebling" unter anderem sein Debüt als Sänger: "Schön, dass es dich gibt!"
hieß die erste Single, die im Stil des volkstümlichen Schlagers veröffentlicht
wurde.;
der Künstler hatte bereits CD' veröffentlicht, in denen er
literarische Werke liest, z. B. von Ringelnatz, Lessing,
Endrikat, Tucholsky und viele mehr
Anlässlich des 85. Geburtstages des sympathischen Künstlers am
28. Mai 2010 reihte sich
auch der österreichische Bundespräsident Dr. Heinz Fischer in die
Gratulantenschar ein und übersandte Kammerschauspieler Prof. Heinz Reincke
ein Glückwunschschreiben. Er dankte ihm für all das, was er in den vergangen Jahrzehnten in hervorragender
Weise für das
österreichische Kulturleben geleistet hat. "Vielseitig und brillant haben Sie so mancher
Figur der Weltliteratur Farbe und Profil gegeben
und damit unzähligen Menschen schöne Stunden der Unterhaltung, Besinnlichkeit und Freude geschenkt", so
der Bundespräsident in
seinem Schreiben.3)
Der populäre Schauspieler Heinz Reincke starb am 13. Juli 2011
im Alter von 86 Jahren in der Nähe von Wien. In den letzten Jahren
hatte er sich wegen seiner Lungenkrebs-Erkrankung immer mehr aus der Öffentlichkeit
zurückgezogen.
NDR Intendant Lutz Marmor äußerte sich tief betroffen: "Heinz Reincke hat die deutschsprachige Theater- und Filmlandschaft und nicht zuletzt das Fernsehen geprägt. Über Jahrzehnte hinweg bereicherte er auch NDR Produktionen: von 'Adrian der Tulpendieb' in den 60ern bis zu den 'Heimatgeschichten' in den 90er-Jahren - Heinz Reincke bleibt den Zuschauern als norddeutscher Charakterkopf
unvergesslich."4)
Anlässlich des Todes hat der NDR sein Programm umgestellt und erinnert ab
dem späten Samstagabend (16. Juli 2011) mit einer "langen Nacht" an den verstorbenen Fernseh- und Theaterschauspieler.
Das Programm beginnt um 23.15 Uhr mit der "Heimatgeschichten"-Folge
"Sein letzter Fall", danach kann man sich auf Reincke als
Seniorchef Herbert König in "König & Consorten" freuen. Nach
der "Heimatgeschichten"-Episode "Auf gute Nachbarschaft"
(17.07.2011, 01:35 Uhr) werden ab 02:20 Uhr "Inselzauber" und
"Kleine Möwe flieg nach Helgoland" aus der Reihe "Geschichten aus der Heimat"
ausgestrahlt, gefolgt von "Fluchtweg St. Pauli Großalarm für die Davidswache"
(03:00 Uhr); mehr bei www.ndr.de.
Verheiratet war Heinz Reincke seit über 20 Jahren mit seiner Frau Elfi;
seine erste, 1958 mit der Schauspielerin Erni Mangold2) geschlossene Ehe war
1978 geschieden worden.
Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP
3) Österreichische Präsidentschaftskanzlei, Presse- und Informationsdienst
4) www.ndr.de
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Heinz Reincke mit Ehefrau Elfi 1996
Die Fotos wurden mir
freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue
(Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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Mehr Informationen zu dem Künstler gibt es auf seiner Homepage www.heinz-reincke.de
Siehe auch Wikipedia
sowie den Artikel zum 85. Geburtstag bei www.focus.de
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