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Alfred Abel wurde am 12. März 1879 als Sohn des Handlungsreisenden Louis Abel und dessen
Frau Anna Maria Selma in Leipzig geboren. Bevor Sohn Alfred zu einem bedeutenden Schauspieler
avancierte, hatte er zunächst eine Forstlehre, später eine Lehre als
Gärtner im sächsischen Mittweida absolviert, dann eine
kaufmännische Ausbildung gemacht; ein kurzes Studium zum Kunstzeichner an der Akademie in
Leipzig schloss sich an. Schon während dieser Zeit nahm Abel privaten
Schauspielunterricht. Ein erstes Engagement erhielt er dann in Luzern,
stand an zahlreichen Theatern in der Provinz auf der Bühne, bis er
schließlich nach Berlin kam und dort unter Max Reinhard oder an
den Baranowsky-Bühnen
schnell zu einem gefragten Darsteller wurde. So brillierte er
beispielsweise als Partner von Fritzi Massary in Erich Engels Inszenierung von
"Die erste Mrs. Selby" am Theater in der Königgrätzer Straße,
machte aber auch international auf sich aufmerksam, gab Gastspiele
unter anderem am New Yorker "Irving Place Theatre". Zehn Jahre gehörte er zum Ensemble des
"Deutschen Theaters", in Berlin gab es kein Theater, auf dessen Brettern er nicht
gestanden hat.
Foto: Alfred Abel ca. 1919 1924
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder1) (1888 1929)
Quelle: Wikipedia
bzw. Wikimedia
Commons;
Ross-Karte Nr. 3364/1
Genehmigung/Lizenz siehe hier
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Zum noch jungen Medium Film kam Abel Anfang der 10er Jahre des vorigen Jahrhunderts und gab 1913 sein Leinwanddebüt
mit der Hauptrolle des Anselmus Aselmeyer in Max Reinhardts Stummfilm "Eine venezianische Nacht"2). Über hundert
weitere
"stumme" Streifen schlossen sich an, Abel arbeitete mit so
bedeutenden Regisseuren seiner Zeit wie Ernst Lubitsch, F. W. Murnau, Max Mack
oder Richard Oswald zusammen, spielte an der Seite berühmter Stummfilmstars
wie Pola Negri, Henni Porten, Jenny Jugo oder Asta Nielsen. Mit
Pola Negri erlebte man
ihn beispielsweise in Ernst Lubitschs "Die Flamme"1) (1922), mit Henni Porten
in "Die Dame, der Teufel und die
Probiermamsell" (1918), mit Jenny Jugo in "Die Feuertänzerin" (1925)
und mit Asta Nielsen in "Rausch"1) (1919) oder "Die Frau im
Feuer" (1924). Abels berühmteste Rolle war wohl die des Johhan
(Joh) Fredersen in Fritz Langs
Klassiker "Metropolis"3) (1927),
einem hochmütigen Beherrscher der futuristischen Mega-polis (siehe auch Wikipedia).
Fritz Lang hatte Abel bereits 1922 den Part des Grafen Told in seinem Krimi
"Dr. Mabuse, der Spieler"1), mit Rudolf Klein-Rogge in der Titelrolle,
übertragen. Ebenfalls 1922 kam Friedrich Wilhelm Murnaus Drama "Der
brennende Acker"1) in die Lichtspielhäuser, mit Abel
als Ludwig von Lellewel sowie Murnaus Gerhart Hauptmann-Adaption "Phantom"1),
wo Abel die Hauptrolle des Schreibers Lorenz Lubota verkörperte. Eine
tragende Rolle war auch die des Malers Sillon in Alexander Kordas
Unterhaltungsstreifen "Eine
Dubarry von heute"1) (1927), wenig später
mimte er den Bankier Alphonse Gunderman in der französischen Produktion
"Das
Geld"1) (1928), basierend auf dem 1891 erschienen Roman
"L'argent" von Émile Zola.
Der Schauspieler glänzte sowohl in Haupt- als auch Nebenrollen, in vier Filmen führte er Regie.
Nach "Der Streik der Diebe" (1921) folgte sein ehrgeizigstes Werk,
der Film "Narkose" (1929), welcher nach einer Erzählung von Stefan Zweig entstanden war,
"Glückliche Reise" (1933) unter anderem
mit Magda Schneider sowie "Alles um eine Frau" (1935) mit Gustav Diessl, Paul Hartmann und
Hubert von Meyerinck
gehören zu Abels weiteren Regiearbeiten. Bei "Der Streik
der Diebe" (1921) fungierte er auch als Produzent, doch der Streifen
mit ihm in der Hauptrolle wurde ein Misserfolg.
Mit Beginn des Tonfilms blieb Alfred Abel weiterhin ein
vielgefragter Darsteller auf der Leinwand. In rund vierzig Filmen
übernahm er Rollen, stand für so renommierte Regisseure wie Alfred Hitchcock,
Detlef Sierck, Anatole Litvak oder Paul Martin
vor der Kamera. In "Mary"1)
(1930), der deutschen Fassung des parallel von Alfred Hitchcock gedrehten Thrillers
"Mord – Sir John greift
ein!"1) (1930, Murder!), übernahm er den Part des
Protagonisten Sir John Menier, der in "Murder!" von Herbert Marshall
gespielt wurde. In Anatole Litvaks
"Dolly macht Karriere"2) (1930) mimte er an der Seite von Dolly Haas den Grafen Eberhard,
in Kurt Gerrons Komödie "Meine Frau, die Hochstaplerin"1) (1931)
sah man ihn zusammen mit Heinz Rühmann und Käthe von Nagy, in Reinhold Schünzels Romanze
"Das Schöne Abenteuer" (1932) war er der Graf d'Eguzon und
hatte Ida Wüst als Filmehefrau. Auch in Erik Charells
Kinoklassiker und ersten großen Musikfilm des deutschen Tonfilms "Der
Kongress tanzt"1) (1931) machte er als König von Sachsen eine gute
Figur. In Robert Siodmaks " Brennendes Geheimnis" (1933)
spielte er an der Seite von Willi Forst, in "Manolescu, der Fürst der Diebe" (1933)
zusammen mit Iván Petrovich oder in Detlef Siercks "Das Hofkonzert"2) (1936) neben Mártha Eggerth und Johannes Heesters.
Foto: Alfred Abel als Stahlmagnat Astor Terbanks in dem Film "Sieben
Ohrfeigen"*) (1937)
Foto mit freundlicher Genehmigung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
*) Der Link führt zur Filmbeschreibung der
Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
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Zu
Abels letzten Leinwandauftritten zählen unter anderem der
Harvey-Fritsch-Film "Sieben
Ohrfeigen"1) (1937), Arthur Maria Rabenalts
" Millionenerbschaft" (1937) sowie die Rolle des Daffinger in Herbert Maischs
"Frau Sylvelin"2) (1938) mit Maria von Tasnady in der
Titelrolle, ein Film, der erst nach Abels Tod in die Kinos kam.
Als einer der prägnantesten Stars des deutschen Stummfilms vermied Abel stets
die dramatische Geste; er verstand es, durch Psychologisierung die innere
Spannung seiner Charaktere zu gestalten. Im Tonfilm
wurde er auf den distinguierten Herrn mit Spott im Mundwinkel festgelegt,
eine aristokratische Gestalt von weltmännischer Noblesse.4)
Alfred Abel starb am 12. Dezember 1937 mit nur 58 Jahren nach
längerer Krankheit in Berlin; sein Grab auf dem Waldfriedhof wurde längst eingeebnet.
Der Schauspieler, der als einer der bestangezogenen Männer Berlins galt und und sich auch gerne über
Modefragen äußerte, war mit Elisabeth Seidel verheiratet; Tochter
Ursula (1915 1951),
die ebenfalls Schauspielerin wurde, erhielt 1935 Auftrittsverbot, weil sie für den Vater den
"Arier-Nachweis" nicht erbringen konnte.
Foto: Alfred Abel ca. 1919 1924
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander Binder1) (1888 1929)
Quelle: Wikipedia;
Ross-Karte Nr. 757/2
Genehmigung/Lizenz siehe hier
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Kinofilme
(Auszug)
Filmografie
bei der Internet Movie Database
(Quelle und Link: Wikipedia, weitere Links: Murnau
Stiftung) |
Stummfilme
- 1913: Eine venezianische Nacht
- 1914: Die Geschichte der stillen Mühle
- 1914: Lache, Bajazzo!
- 1915: Das Laster
- 1915: §51 StGB / Der Weg zum Guten
- 1916: Das Spiel ist aus
- 1916: Peter Lump
- 1916: Ernst ist das Leben
- 1916: Das Geständnis der grünen Maske / Der grüne Dämon
- 1916: Wenn Menschen reif zur Liebe werden
- 1917: Der Seele Saiten schwingen nicht
- 1917: Ein Blatt im Sturm
- 1918: Es werde Licht 4. Teil: Sündige Mütter
- 1918: Drohende Wolken am Firmament
- 1918: Colomba
- 1918: Lola Montez
- 1918: Tanzendes Gift
- 1918: Die Dame, der Teufel und die Probiermamsell
- 1918: Lukas, Kapitel 15 / Der verlorene Sohn
- 1919: Rausch
- 1919: Eine junge Dame aus guter Familie
- 1919: Kameraden
- 1919: Die Geächteten
- 1920: Die Frau ohne Seele
- 1920: Der schwarze Graf
- 1920: Die Frau im Himmel
- 1920: Der Ruf aus dem Jenseits
- 1920: Wenn der junge Kaktus blüht
- 1920: Mord… Die Tragödie des Hauses Garrick
- 1920: Fakir der Liebe
- 1920: Die Präriediva
- 1921: Der Streik der Diebe (auch Regie und Produktion)
- 1921: Irrende Seelen
- 1921: Die große und die kleine Welt
- 1921: Das Opfer der Ellen Larsen
- 1921: Mann über Bord
- 1921: Der Schrecken der roten Mühle
- 1921: Grausige Nächte
- 1921: Das Geheimnis von Bombay
- 1921: Sappho
- 1921: Die Geschichte des grauen Hauses
- 1921: Die im Schatten gehen
- 1921: Lotte Lore
- 1922: Die Intrigen der Madame de la Pommeraye
- 1922: Die Jagd nach der Frau
- 1921/22: Dr.
Mabuse, der Spieler
→ Dr.
Mabuse, der Spieler - Teil I: Der große Spieler
→ Dr.
Mabuse, der Spieler - Teil II: Inferno
- 1922: Menschenopfer
- 1922: Zwischen Tag und Traum
- 1922: Der
brennende Acker
(→ Murnau
Stiftung)
- 1922: Phantom
(→ Murnau
Stiftung)
- 1922: Bigamie
- 1922: Der falsche Dimitry
- 1922: Scheine des Todes
- 1922: Die
Flamme
- 1923: Die Prinzessin Suwarin
- 1923: Arme Sünderin
- 1923: Buddenbrooks
- 1923: Das Spiel der Liebe
- 1923: Im Rausch der Leidenschaft
- 1923: Das Laster des Spiels
- 1923: Dudu, ein Menschenschicksal
- 1924: Die
Finanzen des Großherzogs
(→ Murnau
Stiftung)
- 1924: Das Spiel mit dem Schicksal / Die Frau in Versuchung
- 1924: Mensch gegen Mensch
- 1924: Die Frau im Feuer
- 1925: Die Feuertänzerin
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- 1925: Der Herr Generaldirektor
- 1925: Der Bankkrach Unter den Linden
- 1925: Der Gardeoffizier
- 1926: Tragödie einer Ehe
- 1926: Menschen untereinander
- 1926: Eine
Dubarry von heute
(→ Murnau
Stiftung)
- 1926: Die lachende Grille
- 1926: Die Tragödie eines Verlorenen
- 1927: Metropolis
(→ Murnau
Stiftung)
- 1927: Laster der Menschheit / Laster
- 1927: Das tanzende Wien
- 1927: Das Geheimnis von Genf
- 1927: Jahrmarkt des Lebens
- 1928: Wer das Scheiden hat erfunden
- 1928: Eine Nacht in Yoshiwara
- 1928: Heut’ spielt der Strauß
- 1928: Prinzessin Olala
- 1928: Rasputins Liebesabenteuer
- 1928: Ariane im Hoppegarten
- 1928: Mein Herz ist eine Jazzband
- 1928: Das
Geld (L’argent)
- 1929: Autour de L’Argent (Dokumentarfilm)
- 1929: Cagliostro / Graf Cagliostro
- 1929: Narkose (auch Regie und Produktionsleitung)
- 1929: Giftgas
- 1929: Ehe in Not
Tonfilme
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