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Gert Fröbe (Karl Gerhart Fröbe) wurde am 25. Februar 1913
im damaligen Oberplanitz (heute Zwickau-Planitz) als Sohn des
Seilermeisters, Lederhändlers bzw. Schusters Karl-Otto Fröbe und dessen
Frau Alma in eine nicht gerade begüterte Familie hineingeboren. Schon als
Schüler spielte er Solovioline im Rundfunk und verdiente sich als
Stehgeiger mit seinem Tanzmusiktrio sein Taschengeld. Mit vierzehn Jahren
hatte er einen schweren Unfall und war ein Jahr lang fast gelähmt. Nach dem Besuch des Realgymnasiums in Zwickau machte er von 1933 bis 1935 eine Lehre als Bühnenmaler in Dresden am Stadttheater; seine Schauspielausbildung erfuhr er bei Erich Ponto*) (1884 1957) in Dresden und später bei Paul Günther (1887 1962) in Berlin.
Da Fröbe zunächst nur wenige Filmangebote mit kleineren Nebenrollen bekam, arbeitete er eine Zeit lang beim Varieté und Zirkus, spielte dann häufig bei Viktor Tourjanski und Paul Hoeven. Die Unfähigkeit des deutschen Nachkriegsfilms, ihn seinem Typ entsprechend einzusetzen, begründete Fröbes internationale Filmkarriere. Bei Orson Welles spielte Fröbe 1954 den Detektiven Eduard Linkers in "Herr Satan persönlich"2) (Mr. Arkadin), neben Joseph Cotten und Eva Bartok den schwedischen Koch Olaf in John Brahms' Komödie "Vom Himmel gefallen" (1955), den Hermann aus Dresden in Yves Ciampis "Die Helden sind müde"1) (1955, Les héros sont fatigués) an der Seite von Yves Montand und in "Taifun über Nagasaki" (1957, Typhon sur Nagasaki) sah man ihn mit Danielle Darrieux und Jean Marais, ebenfalls von Yves Ciampi in Szene gesetzt. 1957 agierte Fröbe in Jules Dassins "Der Mann, der sterben muss" (Celui qui doit mourir) und Henri Decoins "Kavaliere" (Charmants garçons), ein Jahr später in Giles Grangiers "Polizeiaktion Dynamit" (Échec au porteur).
In den letzten Jahren seines Lebens arbeitete Fröbe auch verstärkt für das Fernsehen. So brillierte er als Schmierentheaterdirektor Emanuel Striese in Rolf von Sydows TV-Fassung von Franz und Paul von Schönthans Komödie "Raub der Sabinerinnen" (1982) oder als sächsischer Kurfürst "August der Starke" in dem gleichnamigen Fernsehspiel aus dem Jahre 1984. Zu einer seiner letzten Arbeiten vor der Kamera zählt die Figur des Vampirjägers und Friedhofswärters Geiermeier in der TV-Serie "Der kleine Vampir"1) (1986); die Ausstrahlung seiner Gastrolle in der Episode "Hochzeit mit Hindernissen" (1989) aus dem Quotenrenner "Die Schwarzwaldklinik", wo er einen 100-Jährigen mimte, erlebte er nicht mehr.
Gert Fröbe war einer der ganz wenigen Charakterdarsteller, die es zu internationaler Popularität gebracht haben. Seine Erfolgsbilanz umfasste das Kino ebenso wie Kabarett, Pantomime und Theater. Gert Fröbe selbst sagte einmal zu seiner Schauspielerkarriere: "Ich habe mehr als zwanzig Jahre Theater gespielt. Habe in der Provinz angefangen was viele Kollegen heute als unwürdig bezeichnen. Es muss eben nicht gleich München oder Berlin sein Als Schauspieler muss man so was wie eine Persönlichkeit werden. Wenn man auf die Bühne kommt, müssen die Leute sagen Ah da kommt jemand! Dazu muss aber in einem etwas gewachsen sein. Und dazu trägt alles bei: die Liebe, die Trauer, der Schmerz, die Hoffnung und auch das Unglücklichsein. Das alles trägt dazu bei, die Persönlichkeit zu formen, von der man eines Tages sagen kann: das war ein vernünftiger Schauspieler. Ich bin glücklich, wenn man mich für einen vernünftigen Schauspieler hält aber ein Star bin ich nicht."
Gert Fröbe hat in über 125 Filmen gespielt. Er war Komiker, Kindermörder, Gauner und "Goldfinger". 22 Filme produzierte er in englisch und 17 in französisch und einen sogar in japanisch; dafür musste er 52 Sätze in Originalsprache lernen, die er nie mehr vergaß. 1961 erhielt er für "Der Gauner und der liebe Gott" den Schauspielerpreis und im gleichen Jahr den Ernst-Lubitsch Preis, sowie 1978 den Deutschen Filmpreis Honorary Award und 1978 das Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film. Fröbe zählt zu den ganz wenigen typisch deutschen Schauspieler-Persönlichkeiten, die es zu internationalem Ansehen gebracht haben. Er war sowohl der schwere Charakterkomiker und Bösewicht vom Dienst, das schwammige Ungeheuer und der liebenswerte Großvater. Es steckte ein wenig von Charles Laughton und Michel Simon in ihm, nur blieb er stets in jeder Maske der unverwechselbare Deutsche, dem nichts vom Weltbürger anhaftet. Fröbe "tanzte auf allen Hochzeiten": als Komiker, Killer und Kommissar, er repräsentierte das Bild des typischen Deutschen im Weltkino, schwergewichtig, hässlich, aber auch gutmütig. So schnell wie seine spindeldürre Gestalt an Gewicht zunahm, entwickelte sich das deutsche Wirtschaftswunder: Er war dessen persönlichster Ausdruck. Dabei verwandelte sich der Pantomime in den kaltherzigen Schurken, verstand es, seine Figuren bis zum Wahnhaften zu verfremden. In seiner Mischung aus dämonischem Weichling und ordinärem Kraftprotz verwaltete er das Erbe von Peter Lorre und Emil Jannings. Der Grimasseur und Übermime war ein Komiker von valentineskem Format, er brillierte gleichermaßen als Mabuse, Hotzenplotz oder Rasputin.3)
Seine Erinnerungen veröffentlichte der Schauspieler unter dem Titel
"Auf ein Neues, sagte er
Und dabei fiel ihm das Alte ein. Geschichten aus meinem Leben".
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*) Kurzportrait innerhalb dieser HP Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) prisma-online.de 3) Quelle: "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz, Ausgabe 2000, S. 111 |
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Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma-online.de sowie aus "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz Siehe auch Wikipedia, Dirk Jasper FilmLexikon, www.whoswho.de |
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| Filme (Auszug) Filmografie bei www.imdb.de (Link: Wikipedia, prisma-online.de) |
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| 1948: Berliner Ballade | 1949: Nach Regen scheint Sonne |
| 1950: Die Kreuzlschreiber | 1951: Entscheidung vor Morgengrauen (Decision Before Dawn) |
| 1952: Der Tag vor der Hochzeit | 1953: Salto Mortale |
| 1953: Hochzeit auf Reisen | 1953: Ein Mann auf dem Drahtseil (Man on a Tightrope) |
| 1953: Die vertagte Hochzeitsnacht | 1953: Arlette erobert Paris |
| 1953: Ein Herz spielt falsch | 1954: Die Kleine Stadt will schlafen gehen |
| 1954: Das Kreuz am Jägersteig | 1954: Mannequin für Rio |
| 1954: Das zweite Leben | 1954: Ewiger Walzer |
| 1954: Herr Satan persönlich (Mr. Arkadin) | 1955: Ich weiß, wofür ich lebe |
| 1955: Ein Herz schlägt für Erika | 1955: Das Forsthaus in Tirol |
| 1955: Die Helden sind müde (Les héros sont fatigués) | 1955: Der dunkle Stern |
| 1956: Ein Mädchen aus Flandern | 1956: Waldwinter |
| 1957: Das Herz von St. Pauli | 1957: Robinson soll nicht sterben |
| 1957: Taifun über Nagasaki (Typhon sur Nagasaki) | 1957: Der tolle Bomberg |
| 1958: Es geschah am helllichten Tag | 1958: Das Mädchen Rosemarie |
| 1958: Nick Knattertons Abenteuer | 1958: Der Pauker |
| 1958: Nasser Asphalt | 1958: Wolgaschiffer |
| 1959: Alt-Heidelberg | 1959: Das kunstseidene Mädchen |
| 1959: Der Schatz vom Toplitzsee | 1959: Menschen im Hotel |
| 1959: Jons und Erdme | 1959: Am Tag als der Regen kam |
| 1959: Und ewig singen die Wälder | 1960: Die 1000 Augen des Dr. Mabuse |
| 1960: Mein Mann, das Wirtschaftswunder | 1960: Der Gauner und der liebe Gott |
| 1960: Bis dass das Geld euch scheidet | 1960: Soldatensender Calais |
| 1960: Die Nacht der Liebenden (Le bois des amants) | 1961: Via Mala |
| 1961: Auf Wiedersehen | 1961: Der grüne Bogenschütze |
| 1961: Im Stahlnetz des Dr. Mabuse | 1962: Der längste Tag (The longest Day) |
| 1962: Die Rote | 1962: Der Mörder |
| 1962: Heute kündigt mir mein Mann | 1963: Das Testament des Dr. Mabuse |
| 1963: Die Dreigroschenoper | 1963: 100.000 Dollar in der Sonne (Centomila dollari al sole) |
| 1963: Heißes Pflaster (Peau de banane) | 1964:Der Boss hat sich was ausgedacht (Echappement libre) |
| 1964: James Bond 007 Goldfinger (Goldfinger) | 1964: Tonio Kröger |
| 1965: Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten | 1965: Das Liebeskarussell |
| 1965: Brennt Paris? (Paris brûle-t-il? | 1965: Sturm über Jamaica (A High Wind in Jamaica) |
| 1966: Riffifi in Paris | 1966: Ganovenehre |
| 1966: Tolldreiste Kerle in rasselnden Raketen | 1967: Ich töte Rasputin (J'ai tué Raspoutine) |
| 1967: Spion zwischen zwei Fronten (Tipple Cross) | 1967: Caroline cherie |
| 1967: Tolldreiste Kerle in rasselnden Raketen | 1968: Schön wie die Sünde |
| 1968: Tschitti Tschitti Bäng Bäng (Chitty Chitty Bang Bang) | 1970: Der Räuber Hotzenplotz |
| 1971: Monte Carlo Rallye | 1971: Der Millionenraub (Dollars) |
| 1972: Ludwig II. | 1973: Der Mann ohne Gesicht (Nuits rouges) |
| 1973: Morgenstern am Abend (TV) | 1974: Zehn kleine Negerlein |
| 1975: Mein Onkel Theodor | 1975: Die Ölpiraten (Docteur Justice) |
| 1976: Die Schuldigen mit den sauberen Händen | 1977: Das Schlangenei (The Serpent's Egg) |
| 1977: Das Gesetz des Clans | 1977: Ibiza - Der Tod kommt nur bei blauem Himmel |
| 1977: Tod oder Freiheit | 1978: Der Schimmelreiter |
| 1979: Blutspur (Sidney Sheldon's Bloodline) | 1978: Der Tiefstapler |
| 1980: Der Regenschirmmörder (Le coup du parapluie | 1981: Der Falke |
| 1981: Ein sturer Bock | 1982: Der Garten |
| 1983: Der Raub der Sabinerinnen (TV-Film) | 1984: August der Starke |
| 1985: Alte Sünden rosten nicht (TV-Film) | |
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