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| Heidemarie Hatheyer wurde am 8. April 1918 in Villach
(Kärnten)
als Tochter eines Unternehmers geboren. Geboren aus Diskretionsgründen in
einem Villacher Sanatorium als Heide Marie Pia Nechansky, das Kind einer außerehelichen
Verbindung der in Klagenfurt ansässigen Eltern Helene Maria Nechansky geb. Feucht und Paul Hatheyer,
wuchs als "Adoptivtochter" ihrer später
miteinander verheirateten Eltern im "Hatheyer-Haus" am Heuplatz in
Klagenfurt neben der vom Großvater Paul Hatheyer gegründeten Seifenfabrik
auf.1) Zunächst wollte die junge Frau aufgrund eines Stipendiums Journalistin werden, nahm dann aber Schauspielunterricht bei Anna Kainz in Wien. Erste Auftritte hatte sie anschließend in dem Kabarett "Atelier am Naschmarkt", 1936 spielte sie in einer Mohrenmaske neben Zarah Leander in der Ralph Benatzky-Operette "Axel vor der Himmelstür" am "Theater an der Wien". Weitere Stationen waren ab 1937 die "Münchner Kammerspiele", wo ihr in Richard Billingers Stück "Der Gigant" endgültig der Durchbruch gelang. Sie wurde mit größeren Aufgaben betraut, vor allem im Fach der heroischen Sentimentalen, 1942 verpflichtete sie dann Gustaf Gründgens2) (1899 – 1963) nach Berlin an das "Preußische Staatstheater". 1937 suchte Luis Trenker2) (1892 – 1990) ein neues Gesicht für sein legendäres Berg-Drama "Der Berg ruft"3), mit der er die Erstbesteigung des Matterhorns im Jahre 1865 thematisierte, entdeckte er die junge Kärtnerin und gab ihr die Rolle der Verlobten des "Gipfelstürmers" Antonio Carrel (Luis Trenker), die als Einzige an den Erfolg des waghalsigen Unternehmens glaubt. Berühmt wurde die Hatheyer aber 1940 mit der Titelrolle in der von Hans Steinhoff in Szene gesetzten Bergtragödie "Die Geierwally"4), der Geschichte einer stolzen Verfemten, die einen Raubvogel zähmt. Vorlage für den Film war der gleichnamige Bestseller von Wilhelmine von Hillern (1836 1916) über die emanzipierte Malerin Anna Stainer-Knittel3), die allein mit einem zahmen Adler hoch oben in den Bergen hauste. 1942 ließ sich die Schauspielerin mit der Rolle der unheilbar Kranken Hanna Heyth von den Nazis für Wolfgang Liebeneiners Euthanasie-Streifen "Ich klage an" einspannen. Danach stand sie für Produktionen wie "Die Nacht in Venedig"4) (1942), "Der Große Schatten"3) (1942), "Man rede mir nicht von Liebe"4) (1943), "Regimentsmusik"4) (1945) und "Die Jahre vergehen" (1944/45) vor der Kamera. Nach Kriegsende spielte Heidemarie Hatheyer weiter Charakterrollen an Bühnen in München, Düsseldorf, Hamburg. Von 1946 bis 1949 war sie am "Staatsschauspiel" und an der "Kleinen Komödie" in München engagiert, glänzte dort vor allem als "Mrs. Antrobus" in Thornton Wilders "Wir sind noch einmal davongekommen". Später holte Boleslaw Barlog sie an das Berliner "Schillertheater", dann ab 1951 erneut Gründgens nach Düsseldorf, wo die Hatheyer bis 1957 zum Ensemble gehörte. Weitere Verpflichtungen folgten am "Thalia-Theater" in Hamburg sowie am "Renaissance-Theater" Berlin unter Kurt Raeck. Ab Mitte der 1950er Jahre war sie eng mit dem Züricher Schauspielhaus verbunden, dem sie bis 1983 als Mitglied angehörte. Gastspiele gab sie seit 1952 unter anderem am Berliner "Schillertheater", seit 1960 am Wiener "Burgtheater", seit 1965 am "Deutschen Schauspielhaus" in Hamburg sowie ab 1983 an den Düsseldorfer "Kammerspielen"; daneben unternahm sie zahlreiche Tourneen. Mit ihrem facettenreichen Spiel verlieh sie zahlreichen klassischen und modernen Frauenfiguren eindrucksvolle Bühnenpräsenz, so Schillers "Maria Stuart", Grillparzers "Medea", Bruckners "Elisabeth von England", Hauptmanns "Rose Bernd" oder Brechts "Mutter Courage". Mit Titelrollen glänzte sie in Dürrenmatts "Der Besuch der alten Dame" und Lorcas "Bernada Albas Haus", ebenso wie als Frau Alving in Ibsens "Gespenster" um nur einige der herausragenden Theaterrollen zu nennen.
Ihren ersten Auftritt in einem Nachkriegsfilm hatte Heidemarie Hatheyer
1949 als Partnerin von Carl Raddatz in Boleslaw Barlogs Trümmerfilm
"Wohin die Züge fahren", in dem sie als Fanny Förster einem verzweifelten
Kriegsheimkehrer Mut macht. Rasch etablierte sich auch im deutschen
Nachkriegsfilm der 1950er Jahre zu einer festen Größe, war jedoch in eher seichten
Rührstücken meist auf tragisch-sentimentale Rollen
und leidende Frauenfiguren
festgelegt. Nur in wenigen Fällen konnte sie auf der Leinwand ihr
schauspielerisches Potential ausleben, glänzend war ihre Darstellung der
"Mathilde Möhring" (1950) in Rolf Hansens Fontane-Adaption, der
sie neben O.W. Fischer auch in dem Melodram "Das Letzte Rezept" (1952)
sowie neben Ewald Balser in dem Biopic "Sauerbruch Das war mein Leben"3) (1954)
mit einer Hauptrolle besetzte. In der Kästner-Verfilmung "Pünktchen und Anton"3) (1953)
mimte sie Antons Mutter, mit Sonja Ziemann und Curd Jürgens
spielte sie in dem kitschigen Streifen "Liebe ohne Illusion" (1955),
beeindruckte im gleichen Jahr als Anna John in Robert Siodmaks Hauptmann-Verfilmung
"Die Ratten"3) (1955) an der Seite von Maria Schell und Curd Jürgens.
Robert A. Stemmle gab ihr die Rolle der Salvör in dem im norwegischen
Fischermilieu angesiedelten Liebesdrama "Du darfst nicht länger schweigen" (1955),
weitere Erfolgsfilme wurden beispielsweise "Die Ehe des Dr. med. Danwitz" (1956, mit Karlheinz Böhm),
"Skandal um Dr. Vlimmen"
(1956, mit Bernhard Wicki) und "Ruf der Wildgänse"5) (1961, mit
Ewald Balser). |
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| Quelle: 1) Wikipedia (abgerufen 11.10.2011) nach: Hansruedi Lerch: Heidemarie Hatheyer. In: Historisches Lexikon der Schweiz (abgerufen 19. Mai 2010) 7) "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz, Ausgabe 2000, S. 149 Link: 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP, 3) Wikipedia, 4) Murnau Stiftung, 5) www.globus-film.de, 6) www.film-lexikon.de |
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| Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch | ||||||
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