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Hans Leibelt wurde am 11. März 1885 als Sohn eines Lehrers
in Volkmarsdorf bei Leipzig geboren. Nachdem seine Eltern nach Leipzig
gezogen waren, verbrachte er dort seine Jugend und besuchte das Nikolai-Gymnasium.
Auf Wunsch seiner Eltern absolvierte Leibelt nach der Schule eine
Ausbildung zum Textilkaufmann an der "Höheren Webschule" in Dresden
und begann danach ein Volontariat in einer Dresdner Weberei. Leibelts
Leidenschaft galt jedoch dem Theater und so entschloss er sich, den
erlernten Beruf aufzugeben. Er sprach am Leipziger "Apollotheater"
vor und erhielt ein erste kleine Rolle, machte dann zusammen mit einem
Artisten ein eigenes Unternehmen auf. Inzwischen konnten sich Leibelts
Eltern dem neuen Berufswunsch ihres Sohnes nicht mehr verschließen und
so ermöglichten sie ihm, Schauspielunterricht bei Ernst Bornstedt
vom "Leipziger Schauspielhaus"1) zu nehmen. Anschließend erhielt Leibelt
ein erstes Engagement am Stadttheater von Eisenach,
weitere Stationen seiner Bühnenlaufbahn waren dann Eschwege an der Werra und ab 1905
erneut das "Leipziger Schauspielhaus".
In Leipzig stand Leibelt mit
Unterbrechungen bis 1920 auf der Bühne; 1914 nahm er als Soldat am 1. Weltkrieg teil,
wurde 1916 schwer verwundet und aus dem Kriegsdienst
entlassen. Nach seiner Zeit in Leipzig ging Leibelt zu Gustav Hartung1) (1887 1946) nach Darmstadt, 1923 wechselte er nach München zu Otto Falckenberg1) (1873 1947) an die "Kammerspiele". Zwei Jahre später wurde er von Leopold Jessner1) (1878 1945) nach Berlin geholt, wo Leibelt an den verschiedensten Bühnen unter den bekanntesten Regisseuren der der zwanziger Jahre auf der Bühne stand. Vor allem im Berliner Staatstheater feierte Leibelt als Charakterdarsteller seine größten Erfolge, 1934 wurde er zum "Staatsschauspieler" ernannt.
1935 beispielsweise sah man den Schauspieler als Theaterdirektor Max Kruse in "Die Blonde Carmen" neben Mártha Eggerth und Wolfgang Liebeneiner, 1939 spielte er neben Albrecht Schoenhals und Sybille Schmitz eine Hauptrolle in dem Liebesfilm "Die Frau ohne Vergangenheit"; in "Herzensfreud Herzensleid" übernahm er 1940 die Titelrolle des Konsul Verhagen neben Erika von Thellmann, die seine Frau Adele spielte, und Paul Klinger als beider Sohn Paul; 1941 war Leibelt der Geheimrat Berger in dem Musikfilm "Frauen sind doch bessere Diplomaten"1) mit Marika Rökk und Willy Fritsch.
Auch im deutschen Nachkriegsfilm blieb Leibelt ein gefragter Darsteller und
wirkte in zahlreichen Filmen mit, wobei er auch hier fast ausschließlich auf das Rollenfach des Kriminal-Kommissars oder
des gütigen Vaters festgelegt wurde. Zu Leibelts bekanntsten Filmen nach Ende
des 2. Weltkrieges zählen "Irgendwo in Berlin" (1946), "Ehe im Schatten"1) (1947),
"Fünf unter Verdacht" (1950), wo er neben Hans Nielsen und Dorothea Wieck
als Schuldirektor Dr. Lassen agierte. 1952 sah man ihn als Präsident Meinhard
in "Fritz und Friederike", 1955 in "Königswalzer"1) oder 1956 als Niels Bergström
in "Charleys Tante"1). In "Vater sein dagegen sehr"1)
(1957) mimte er den Pfarrer Miesbach, in "Peter Voss, der Millionendieb"
(1958) den Mr. Rottmann sowie in "Der Pauker"
(1958) den Direktor
Wiesbacher.
1959 stand er als Dr. Grabow in den beiden "Buddenbrook"-Verfilmungen1)
vor der Kamera, 1960 war er der Professor Strohbach in dem Rühmann-Film
"Mein Schulfreund" und spielte im gleichen Jahr, wieder mit Rühmann,
den Bankdirektor James Conelly in "Das Schwarze Schaf"1)
sowie
1962 in "Max, der Taschendieb"1).
Letztmalig sahen die Kinozuschauer
Leibelt, der im Verlaufe seiner Leinwand-Karriere in mehr als 150 Filmen
mitwirkte, 1966 mit einer kleinen Rolle in "Grieche sucht Griechin";
danach zog sich Leibelt vom Filmgeschäft zurück. |
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| Link: 1) Wikipedia | ||
| Siehe auch Wikipedia, www.defa-sternstunden.de, www.cyranos.ch | ||
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