Siegfried Rauch wurde am 2. April 1932 als Sohn eines Kaufmanns in Landsberg am Lech geboren. Er besuchte die Schule in Garmisch-Partenkirchen und studierte nach dem Abitur zunächst Architektur, später Theaterwissenschaften an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität; nach Abschluss des Studiums entschied er sich für die Schauspielerei, ließ sich dementsprechend ausbilden und schloss auch dieses Studium mit einer staatlichen Prüfung erfolgreich ab. Ein erstes Engagement erhielt er 1958 am Theater in Bremen, wo er vier Jahre lang auf der Bühne stand. Weitere Engagements führten ihn dann unter anderem nach München, Hamburg und Berlin, er gab zahlreiche Gastspiele und ging auf Tournee.
Zum Film kam der blendend aussehende Schauspieler Mitte der 50er Jahre und gab sein Leinwanddebüt 1956 als "Toni" in der Ganghofer-Verfilmung "Der Jäger von Fall"; im Verlaufe der nächsten Jahre folgten Rollen in Krimis wie "Kommissar X – Drei gelbe Katzen" (1967), "Der Mönch mit der Peitsche" (1967) oder "Im Banne des Unheimlichen" (1968), 1970 spielte er einen Kommissar in "Die Engel, die ihre Flügel verbrennen". Schnell folgten neben deutschen auch internationale Kinoproduktionen wie beispielsweise 1970 die Rolle des Captain Oskar Steiger in "Patton: A Salute to a Rebel1" (Patton – Rebell in Uniform) oder 1971 die Rolle des Rennfahrers Erich Stahler in "Le Mans, mit Steve McQueen in der Hauptrolle. In "Zwei himmlische Dickschädel" mimte er 1974 den Lenz, im gleichen Jahr den Pfarrer Franz Gruber in "Der Gestohlene Himmel" oder war 1977 der Krischbin in "Waldrausch". In den 80ern agierte er in Kinofilmen wie beispielsweise "Samuel Fuller and the Big Red One" (1980), "Popcorn und Paprika" (1984), "Niemand weint für immer" (1984) oder "Der Stein des Todes" (1986).
 
 
Foto: Privatarchiv Siegfried Rauch
Das Foto wurde mir freundlicherweise von www.siegfriedrauch.com zur Verfügung gestellt.
Siegfried Rauch 01
Das Rollenrepertoire Siegfried Rauchs ist breit gefächert, reicht vom Heimatfilm über Krimi, Actionfilm und Romanverfilmungen bis hin zur Familienserie und immer wieder stellte und stellt der Schauspieler seine darstellerische Vielseitigkeit unter Beweis. Populär und zum Star wurde Siegfried Rauch aber vor allem ab den 70er Jahren durch zahlreiche Rollen in erfolgreichen Fernsehserien. Neben Auftritten in so beliebten Krimireihen wie "Tatort" oder "Derrick" erlangte er 1977 ungeheure Zuschauerresonanz mit seiner Verkörperung des Agenten Thomas Lieven in der dreizehnteiligen TV-Serie "Es muss nicht immer Kaviar sein" nach dem Roman von Johannes Mario Simmel. Ab 1985 agierte er als Busunternehmer Burger in der Serie "Irgendwie und sowieso", 1987 spielte er neben Maria Schell deren Filmehemann Florian Behringer in der Serie "Die Glückliche Familie". Für die ARD-Vorabendserie "Wildbach"1) übernahm er ab 1993 vier Staffeln lang (bis 1997) den Part des Chefs der Bergwacht Martin Kramer; in der ab Ende Dezember 1994 ausgestrahlten ProSieben-Familiensaga "Der Gletscherclan" (u.a. mit Dietmar Schönherr) war Rauch ebenfalls mit von der Partie, die Serie brachte jedoch nicht den erhofften Erfolg.
  
Seit 1999 lenkt er nun als Kapitän Fred Paulsen und Nachfolger des langjährigen Kapitäns Heinz Hansen alias Heinz Weiss das "Traumschiff"1) sicher durch die Gewässer dieser Welt, übernimmt seit Januar 2007 diese Aufgabe auch in dem "Traumschiff"-Ableger "Kreuzfahrt ins Glück". Zu Siegfried Rauchs weiteren TV-Produktionen zählt ab 2000 seine Rolle des Max Hafer in der Familienserie "Bei aller Liebe" sowie 2002 der Hubertus Sander und Großvater der Titelheldin Eva Sander alias Lara Joy Körner in "Eva – ganz mein Fall". 2001 war er als Max Meindl neben Heidelinde Weis in dem Liebesfilm "Sommerwind" zu sehen sowie als Anton Fenzl in "Geregelte Verhältnisse" wo er an der Seite von Monika Baumgartner spielte. In der Uta Danella-Verfilmung "Die Hochzeit auf dem Lande" mimte er 2002 den Catering-Unternehmer Otto Kilian, in "Tierärztin Dr. Mertens" spielte er ein Jahr später den Professor Baumgart und Schwiegervater der Titelheldin Susanne Mertens alias Christina Plate. Anfang 2005 erlebte man ihn als tyrannischen Vater und Bergbauern Franz Flender in dem neuerlichen Remake "Die Geierwally", unter der Regie von Peter Sämann und mit Christine Neubauer in der Titelrolle. Der Heimatfilm nach der gleichnamigen, 1875 erschienenen Buchvorlage von Wilhelmine von Hillerns, welcher bereits vier Mal verfilmt wurde, erzählt die dramatische Geschichte einer Frau, die sich ihrem tyrannischen Vater widersetzt und in der Bergeinsamkeit für ihre Unabhängigkeit kämpft.
Siegfried Rauch 02 2005 sah man Siegfried Rauch als Tierpsychologen und "Hundeflüsterer" Stefan Suttner, der in dem modernen Heimatfilm "Der Ruf der Berge" eine Spezialschule für Blinden- und Lawinenhund aufbauen will und dabei gegen die korrupten Machenschaften seines ehemaligen Jugendfreundes und jetzigen Bürgermeisters Wegerer (Franz Buchrieser) zu kämpfen hat; mit der Folge "Schatten der Vergangenheit" wurde die Geschichte um Stefan Suttners Hundeschule Ende November 2007 vor der Bergkulisse des Wilden Kaisers im österreichischen Ellmau fortgesetzt, wieder versucht der intrigante Bürgermeister seinem Widersacher Suttner bei dessen ambitionierten Plänen Steine in den Weg zu legen.
 
Foto-Quelle (auch Hintergrund): www.wildbachfans.de
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Der beliebte Darsteller ist in letzter Zeit immer wieder in TV-Produktionen zu sehen, die keinen Anspruch auf tiefgehende Fernsehunterhaltung erheben, dennoch das Publikum für einige Zeit den Alltag vergessen lassen. In dem Anfang 2006 ausgestrahlten Pilcher-Liebesdrama "Land der Sehnsucht" spielte Rauch den Lord Ravenhurst, weitere Arbeiten waren der etwa der Heimatfilm "König der Herzen" (2006, mit Florian Silbereisen), die Komödie "Liebe auf vier Pfoten" (2006, mit Susanne Michel und Florian Fitz), das moderne Märchen "Kurhotel Alpenglück" (2006, mit Fritz Wepper) oder seit&nbnsp;2006 die bisher sieben Melodramen um die "Die Landärztin" Dr. Johanna Lohmann alias Christine Neubauer und der durchgehenden Rolle des Hofrats Fritz Senholzer, der schließlich in der 5. Folge "Ein neues Leben" (EA: 07.11.2008) Johannas Tante Marie (Johanna von Koczian) heiratet. Nette Unterhaltungskost war Mitte April 2007 auch das ganz auf die Protagonistin Marianne Sägebrecht zugeschnittene, von Bettina Woernle feinfühlig inszenierte Fernsehspiel "Das Geheimnis meiner Schwester", in dem die Sägebrecht als naturverbundene Antonia Wiedemann mit der Tatsache konfrontiert wird, dass sie eine Nichte hat und von der verstorbenen Schwester zum Vormund bestellt wurde. Rauch mimte den Tierarzt Dr. Rafael Hansen, der Antonia bei ihrer Tierpension auf dem Land unterstützt und ihr auch bei dem Versuch, das Herz des bockigen Teenagers Lisa (Isolda Dychauk) zu gewinnen, hilfreich zur Seite steht – schließlich empfindet er tiefe Gefühle für die liebevoll-resolute Tierfreundin.
 
Wenige Monate später spielte Rauch die männliche Hauptrolle in dem Ende August 2007 in der ARD ausgestrahlten Melodram "Das Wunder der Liebe" nach dem gleichnamigen Bestseller von Ruth Maria Kubitschek. Die Kubitschek hatte selbst die Rolle der Protagonistin Elisabeth Romm, einer sympathischen Antiquitätenhändlerin, die von einem schweren Schicksalsschlag heimgesucht wird, übernommen: Ihre große Liebe Bert erleidet vor dem Standesamt einen Herzinfarkt und stirbt! Für Elisabeth bricht eine Welt zusammen. Nachdem sie ihren ersten Schmerz überwunden hat, erkennt Elisabeth jedoch, dass sie nach vorne blicken muss: Also packt sie kurzerhand ihre Koffer und tritt eine Reise an – ohne Ziel und ohne Rückfahrkarte! Ihr Weg führt sie auf die griechische Insel Santorin. Hier lernt Elisabeth den charmanten Schmuckhändler Konstantin (Siegfried Rauch) kennen. Mit ihm scheint Elisabeth ein neues Glück zu finden… (Quelle: prisma-online.de)
In der Utta Danella-Romanze "Wenn Träume fliegen" gab Rauch Ende Februar 2008 den Vater Rudolf Berger der beiden Hauptdarstellerinnen Juliane (Karin Thaler) und Sarah (Alma Leiberg), deren Gefühlswelt vor der Kulisse des malerischen Örtchens Mittenwald durch den charismatischen Buchhändler Philipp (Michael Fitz) durcheinander gerät. In der Neuauflage der erfolgreichen Serie "Der Bergdoktor"1) ist Rauch seit Anfang Februar 2008 im ZDF als Arzt Dr. Roman Melchinger zu sehen, der den jungen Dr. Martin Gruber alias Hans Sigl dazu überredet, sein Nachfolger zu werden. In den ersten zwei Staffeln trat Sigl das Erbe von Gerhart Lippert und Harald Krassnitzer an und eröffnete als "Bergdoktor" im idyllischen Ellmau am Wilden Kaiser in Tirol seine TV-Praxis; die Dreharbeiten für eine dritte Staffel sind abgeschlossen, 16 neue "Bergdoktor"-Folgen gingen ab Januar 2010 auf Sendung.
Zuletzt tauchte Siegfried Rauch in dem TV-Movie "Schwarzwaldliebe" (EA: 9.10.2009) als Vater des ziemlich sturen Jungbauern Karl Lindner (Timothy Peach) auf, der seinen Besitz gegen geldgierige Investoren verteidigen muss. Als die erfolgreiche, knallharte Rechtsanwältin und Karrierefrau Elisabeth von Holbach (Claudine Wilde) auf den Plan tritt und nicht nur ihre Liebe für das Landleben entdeckt, kommt es zum (vorhersehbaren) Happy End (mehr bei programm.daserste.de). 

  
Auch als Sänger hat sich Siegfried Rauch einen Namen gemacht: Zusammen mit Martin Böttcher und dessen Orchester veröffentlichte er 1979 die LP "Mich stört der Regen nicht" und gab anschließend die Single "Der Mann in den Bergen" heraus. 1981 ging er unter die Schriftsteller und brachte das Buch "Es muß nicht immer Steak sein. Meine besten Rezepte aus aller Welt" auf den Markt.
Der beliebte und vielseitige Schauspieler Siegfried Rauch, der trotz seiner umfangreichen Verpflichtungen für Film und Fernsehen der Theaterbühne nie ganz den Rücken gekehrt hat, ist seit 1964 mit seiner Frau Karin verheiratet und Vater der Söhne Benedikt und Jakob; er lebt mit seiner Familie in einem Bauernhaus im bayerischen Obersöching bei Weilheim.
  
1) Der Link führt zu Wikipedia
Offizielle Webpräsenz: www.siegfriedrauch.com
Siehe auch Wikipedia, Filmografie bei der german.imdb.com
Autogrammwünsche an: Marco Cataldo
Fanpost Siegfried Rauch
Glockengasse 1
63546 Hammersbach/Hessen
Stand: Oktober 2009
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