Ein erstes Engagement erhielt
Lippert nach der Abschlussprüfung zur Spielzeit 1957/58 an den
"Münchner Kammerspielen",
weitere Verpflichtungen führten ihn an viele bedeutende deutschsprachigen
Theater, so unter anderem an die "Württembergische Landesbühne", das
"Düsseldorfer Schauspielhaus", das Berliner "Theater am Kurfürstendamm"
und das Wiener "Burgtheater",
auch bei den Salzburger Festspielen konnte er seine schauspielerische
Dominanz unter Beweis stellen. In München trat er vor allem an den
"Kammerspielen" und der "Kleinen Komödie" auf, außerdem am
"Deutschen Theater" sowie am Theater "Die Kleine Freiheit".
Lippert interpretierte viele großen Bühnenrollen, glänzte
beispielsweise viele Male als Fürst Myschkin in "Der Idiot"
von Dostojewski oder als Hermann Casimir in Wedekinds
"Marquis von Keith". Auf der Musicalbühne begeisterte er
über 200 Mal als Petrucchio bzw. Graham in "Kiss me, Kate!"
von Bella und Samuel Spewack bzw. Cole Porter, über 100 Mal
erlebte man ihn als Bandit El Gallo in Harvey Schmidts
"The Fantasticks" nach dem Bühnenstück "Les Romanesques" von Edmond Rostand,
beides Musicals, mit denen er auch auf Tournee ging. Einen weiteren
riesigen Erfolg konnte Lippert mit der Titelrolle in dem Musical
"Der Mann von La Mancha" verzeichnen, das Mitch Leigh nach
der Romanvorlage von Cervantes' "Don Quichote" komponiert
hat.
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin
Virginia Shue
(Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
|
 |
 |
Vor allem das Fernsehen bot Lippert ab Mitte der 1960er Jahre ein
breites Betätigungsfeld, schon in der Abenteuerserie "Alarm in den Bergen"2) (1965),
den spannenden Geschichten um zwei bayrische Grenzpolizisten, hatte er
als Grenzer Toni Kaiser an der Seite von Armin Dahlen2), der
seinen Kollegen Hans Maussner spielte, das Publikum für sich
gewinnen können; eine weitere frühe Rolle war die des Juniorchefs Jörg Buchner
in der Familienserie "Der Forellenhof"2), die Ende September 1965
erstmals ausgestrahlt wurde.
Im Verlaufe der Jahre folgten zahlreiche Rollen, oft
in volkstümlichen Stücken, und auch auf der Leinwand war er in
verschiedenen Unterhaltungsstreifen zu sehen. So unter anderem in "Unser Doktor ist der Beste"1) (1969),
"Pepe, der Paukerschreck"1) (1969)
oder "Der Jäger von
Fall"1) (1974). Internationale
Produktionen wie "Stadt
ohne Mitleid"1) (1961, Town Without Pity) an der
Seite von Hollywood-Star Kirk Douglas gehören zu seiner Filmografie.Seit Jahrzehnten ist Lippert ein beliebter Darsteller und meist
Protagagonist in den Lustspielen des "Komödienstadels"2),
die ihm den
Ruf eines "Volksschauspielers" einbrachten. So etwa als verliebter Lehrer in dem Klassiker "Die
drei Dorfheiligen"3) (1973),
erneut als Lehrer Mattheis Summerer in "Mattheis bricht's Eis" (1974),
als fescher Wegrainer Martin in "Die Widerspenstigen"3) (1977),
als Großknecht Leonhard Brugger in "Der ledige Hof"3) (1978),
als Bauer Markus Grabmüller in "Heiratsfieber"3) (1983),
als Landwirt Alois Brenner in "Millionen im Heu"3) (1991),
als Zimmermann Ferdl Schwinghammer in "Achterbahn ins Glück"3) (2002)
oder als Wirt Quirin Stadler in "Der Vatertagsausflug"3) (2009).
Auch beim "Chiemgauer Volkstheater" gehört Lippert zum
Stammpersonal, begeisterte unter anderem als charmanter Martin in
"Herz
am Spieß"3) (1992), als Bauer Albert Bergmann
in "Da Bauern Nero" (2010) oder
als Vater Huber in "Wieder dahoam" (2010.
DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von
"pidax film" |
Lippert verkörperte unter anderem eindrucksvoll die historische Titelfigur des Müllner Peter von Sachrang
in der Literaturverfilmung "Sachrang"1) (1978), einer
dreiteiligen Chronik aus den Bergen nach Motiven des Romans "Der Müllner Peter von
Sachrang" von Carl Oskar Renner. Mit vielen Serien
gehört der sympathische Darsteller zum festen Bestandteil in der
Fernsehlandschaft.
Zu seinen Serienauftritten zählen erfolgreiche Produktionen
wie "Timm Thaler"2) (1979),
"Weiberwirtschaft" (1987),
"Josef Filser" (1989) oder "Heidi und Erni"1) (1990).
Seinen wohl größten Serien-Triumph feierte er ab 1993 vier Jahre lang
als der "Bergdoktor"2) Dr. Thomas Burgner,
in "Tierarzt Dr. Engel"2) mimte er ab 2000 den Ökobauern Ulrich Hallhuber.
 |
Gerhart Lippert und Evelyn Hamann2) bei den
Dreharbeiten
zu dem TV-Film "Segeln macht Frei" (1986)
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin
Virginia Shue
(Hamburg)
zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
|
Ein Jahr zuvor agierte er erstmals als Bürgermeister Toni Kirchbichler in der
losen Reihe "Wilder Kaiser", eine Figur, die er
zuletzt 2002 in der Episode "Herzen in Gefahr" spielte. Zu
Lipperts jüngeren Arbeiten für das Fernsehen zählen unter anderem
die Pilcher-Verfilmung "Flamme der Liebe" (2003) sowie die
Rolle des Vaters und Hotelbesitzers Herbert Schwarz in "Die Schwarzwaldklinik Die nächste
Generation" (2005) und "Die Schwarzwaldklinik Neue Zeiten" (2005).
Danach zeigte sich Lippert in dem Meloderam "Das Geheimnis von Svenaholm" (2006)
aus der "Inga Lindström"-Reihe sowie in der Episode
"Feuernacht" (2007) aus der Krimiserie "SOKO Kitzbühel".
Eine schöne Serienrolle war ab 2008 einige Folgen lang auch die des Gunnar Wintersdorf in
den neuen Folgen des Quotenrenners "Der Landarzt", in dem
Pilcher-Melodram "Pfeile der Liebe" (EA: 09.03.2008) mimte er den Charles Archibald.
Zuletzt sah man Lippert als Bauer Joseph Heilmeier sen. in der Episode "Väter und Söhne" (2009) aus
der BR-Serie "Der Kaiser von Schexing"1).
Neben seiner umfangreichen Arbeit für Film und Fernsehen ist Lippert,
der auch als Regisseur für den Bayerischen Rundfunk und den Südwest-Rundfunk gearbeitet
hat, der Bühne stets treu geblieben: So konnte man ihn bei den "Luisenburg
Festspielen" in Wunsiedel ab 25. Juni bis Anfang August 2005 in
der dramatischen Liebesgeschichte "Geierwally" als anfangs
hartherzigen Vater der Titelheldin und Bauerntochter Walburga Stromminger
(Barbara Romaner) sehen. Seine Leidenschaft zur Musik setzt
Lippert vor allem in der Vorweihnachtszeit mit Tourneen um, in deren
Rahmen jeweils einheimische Volksmusikanten auftreten. Lippert umrahmt
die Lieder dabei mit literarischen, besinnlichen und humorvollen
Advents- und Weihnachtsgeschichten.4)
Gerhart Lippert ist seit 1994 zum dritten Mal verheiratet,
seine zweite Frau war übrigens die Tochter von Jane Tilden2)
(1910 2002); aus der Verbindung stammt Tochter Nicole.
Mit seiner jetzigen Frau, der Sängerin Maria Neuhaus, deren Tochter Carolin und dem gemeinsamen
"Nachzügler" Katja lebt Lippert in Niederndorf am Fuße
des Kaisergebirges.
Seit Jahrzehnten engagiert sich der sympathische Künstler für die
Kinderkrebshilfe.
|