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Seit Ende der 1950er Jahre war Dieter Kirchlechner mit verschiedensten Fernsehrollen auch einem breiten Publikum bekannt geworden, in zahlreichen Krimi-Reihen wie "Die Fünfte Kolonne", "Der Kommissar", "Kriminalmuseum", "Der Alte", "Schwarz-Rot-Gold", "Ein Fall für Zwei", "Wolffs Revier", "Der Ermittler", "Rosa Roth" (zwischen 1996 und 2007 spielte er hier den Kurt Steinkopf), "Bella Block", "Anwalt Abel", "Doppelter Einsatz" oder "Tatort" ist er seit Jahrzehnten auf dem Bildschirm präsent, aber auch in verschiedensten Einzelproduktionen zeigte und zeigt er immer wieder seine enorme schauspielerische Wandlungsfähigkeit. Bösewichte, zwielichtige Gestalten und hintergründige Charaktere gehören ebenso zu seinem Repertoire wie Männer der Gesellschaft oder in den letzten Jahren reife Liebhaber, auf ein bestimmtes Rollenklischee lässt sich Kirchlechner nicht festlegen. Man erlebte den Schauspieler in zahlreichen Literaturverfilmungen, beispielsweise unter der Regie von Franz Peter Wirth in Brechts "Der Kaukasische Kreidekreis" (1958) und als Laertes in dessen Shakespeare-Adaption "Hamlet, Prinz von Dänemark" (1961), Edward Rothe besetzte ihn als Nicholas Devize in "Die Dame ist nicht fürs Feuer" (1960) nach dem Bühnenstück von Christopher Fry. Franz Josef Wild gab ihm eine Rolle in seiner Forster-Verfilmung "Robinson soll nicht sterben", für Imo Moszkowicz stand er als Leonato in "Der Ritter vom Mirakel" (1966) nach Lope de Vega vor der Kamera. Es folgten Fernsehspiele wie beispielsweise Rolf Hädrichs "Heydrich in Prag" nach einer Erzählung von Marek Hlasko, Axel Eggebrechts Dokumentarspiel "Der Röhm-Putsch" (1970), in dem Tatort "Strandgut" (1972) mimte er die Hauptrolle des Gauners Helmut Possky, an der Seite von Rolf Becker als Sherlock Holmes sah man ihn in dem Conan Doyle-Krimi "Das Zeichen der Vier" (1974), mit Witta Pohl spielte er in Thomas Engels "Der Führerschein" (1978). Unter der Regie von Franz Peter Wirth agierte er in der anfangs 11-teiligen später in drei Teilen ausgestrahlten Fernsehfassung von Thomas Manns "Die Buddenbrooks"2) (1979) als bierseliger Hopfenhändler "Herr Permaneder" und zweiter Ehemann der unglücklichen Tony Buddenbrook alias Marion Kracht. Ein Jahr zuvor hatte er bereits in Franz Peter Wirths Mehrteiler "Wallenstein"2) mitgewirkt, zur TV-Filmografie der 1980er Jahre gehören erfolgreiche Produktionen wie Hartmut Griesmayrs gesellschaftskritische Filme "Jeans" (1981) mit Hans-Georg Panczak und Agnes Dünneisen und "Die Stunde des Löwen" (1982) mit Judy Winter und Dietmar Schönherr, Wolfgang Staudtes Literaturverfilmung "Satan ist auf Gottes Seite" (1983) nach dem gleichnamigen Roman von Hans Herlin mit Hans Christian Blech; weiterhin Konrad Sabrautzkys "Der Hochzeitstag" (1985) mit Witta Pohl, Tom Toelles Fiktion "Kennwort Möwe" (1986) mit Hans Christian Blech, Claus Peter Witts "Michas Flucht" (1988) sowie Auftritte in den Serien "Hans im Glück" (1986), "Die Wilsheimer" (1987) und "Always Afternoon" (1988).
Nach dem Familien-Portrait "Gwendolyn"3) (2007) und seiner Rolle des unkonventionellen Gemeindepfarrers Oskar Birnbaum, mimte er in dem Alpendrama "Am Seil"3) (2009) erneut einen Pfarrer. Kirchlechner gehörte auch zum Staraufgebot von Xaver Schwarzenbergers Neuverfilmung von "Sisi"1), mit der Romy Schneider als Kaiserin von Österreich Filmgeschichte geschrieben hat. In dem international besetzten Zweiteiler, eine Koproduktion von ORF, ZDF und RAI, verkörpert er den Otto von Bismarck, für die Titelrolle konnte die Italienerin Cristiana Capotondi verpflichtet werden. In weiteren Rollen waren Martina Gedeck als Erzherzogin Sophie, Herbert Knaup als Max Herzog in Bayern und David Rott als Kaiser Franz-Josef zu sehen, Fritz Karl gab den ungarischen Grafen Gyula Andrássy; die Zuschauer konnten das opulent ausgestattete Remake am 17. bzw. 20. Dezember 2009 im ZDF erleben. Danach wirkte er mit einer kleinen Rolle in den Krimis "Die Tochter des Mörders"3) (EA: 25.10.2010) und "Tödlicher Rausch"3) (EA: 12.12.2011) mit. Dieter Kirchlechners Filmschaffen weist darüber hinaus ambitionierte, auch internationale Produktionen für das Kino auf. Sein Leinwanddebüt hatte er mit einer kleinen Rolle in Fritz Umgelters "Alle Sünden dieser Erde" (1958) gegeben, ein Jahr später folgte Wilm ten Haafs Melodram "Du gehörst mir" (1959) mit Barbara Rütting und Peter van Eyck. Wolfgang Staudte besetzte ihn in dem Jugendfilm "Das Lamm" (1964), Walter Grauman in dem Kriegsdrama "I Deal In Danger" (1966) und Bernhard Wicki in seiner Verfilmung der Novelle von Günter Herburger "Die Eroberung der Zitadelle" (1977). Einen kleinen Part spielte er in Andrzej Wajdas Film "Eine Liebe in Deutschland" (1983), der auf auf Rolf Hochhuths gleichnamigen Roman basiert, ebenso wie in Sönke Wortmanns Kurzfilm "Drei D"1) (1988). Vor allem als Herbert Hencke in Volker Schlöndorffs "Homo Faber"1) (1991), nach dem Roman von Max Frisch, bleibt Kirchlechner dem Kinopublikum in nachhaltiger Erinnerung, ebenso wie mit der Hauptrolle in Hilde Becherts schwarze Kriminal-Satire "Zürich Transit"3) (1992). Weitere Arbeiten für das Kino waren Sönke Wortmanns Komödie "Mr. Bluesman"3) (1993), Charles Mattons autobiografisch gefärbter Film "La lumière des étoiles mortes"3) (1994, Licht der erloschenen Sterne), Alexandre Arcadys packender Thriller "K" (1997) sowie Eric Tills "Bonhoeffer: Agent of Grace"1) (2000, Bonhoeffer Die letzte Stufe) über das Leben des evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer (Ulrich Tukor), der sich während des Dritten Reiches aktiv an den Umsturzplänen der Deutschen Abwehr um General Canaris beteiligte, nach deren Scheitern zwei Jahre im Gefängnis saß und drei Wochen vor Kriegsende hingerichtet wurde; Kirchlechner überzeugte hier als bayerischer Politiker Josef Müller1) (1898 1979). Zuletzt stand der Schauspieler 2011 für Norbert Lechners Kinderfilm "Tom und Hacke" vor der Kinokamera, erzählt wird eine an "Tom Sawyer und Huckleberry Finn" angelehnte Geschichte, angesiedelt im Bayern der Nachkriegszeit; als Kinostart wird Sommer 2012 genannt. Als Regisseur erntet Kirchlechner seit Anfang der 1970er Jahre Lorbeeren, so inszenierte er unter anderem am "Bayerischen Staatsschauspiel" das Drama "Equus" von Peter Shaffers, am Hamburger "Thalia-Theater", "Gimme Shelter" von Barrie Keefe und am "Wiener Schauspielhaus" das Stück "Kampf des Negers und der Hunde" (Combat de nègre et de chiens) von Bernard-Marie Koltès. Für das Schweizer Fernsehen setzte er Arthur Millers "Tod eines Handlungsreisenden" in Szene. Dieter Kirchlechner ist mit der Schauspielerin Monika Schwarz1) verheiratet, das Paar lebt in Starnberg und Berlin. Gemeinsam mit seiner Frau veranstaltet er szenische Lesungen wie beispielsweise in jüngerer Zeit aus dem Buch "Mensch Frankenstein" von Bernd Dost, auch für einige TV-Spiele stand er mit seiner Frau vor der Kamera, so waren beide in "Kanadische Träume Eine Familie wandert aus" zu sehen. |
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| Link: 1) Wikipedia, 2) Beschreibung innerhalb dieser HP, 3) prisma.de | Stand: Februar 2012 | ||||
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Dieter Kirchlechner im Internet, auch mit aktuellen
Informationen: www.dieter-kirchlechner.de |
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