Friedhelm Ptok 01; Copyright Noel Tovia Matoff Friedhelm Ptok wurde am 7. August 1933*) in Hamburg geboren, wo er auch seine Kindheit und Jugend verbrachte. Gleich nach der Schule begann er eine Buchdruckerlehre, ein Germanistikstudium schloss sich an, parallel dazu nahm er privaten Schauspielunterricht und ließ sich in Sprecherziehung ausbilden. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums begann Ptoks Karriere als Schauspieler; 1957 erhielt er ein erstes Engagement an der Niederdeutschen Bühne in Flensburg, zwei Jahre später wurde er von Kurt Hübner an das Ulmer Theater verpflichtet. Ab 1962 gehörte der Schauspieler zum Ensemble des Bremer Theaters, nach einem kurzen Intermezzo am "Staatstheater Stuttgart" wechselte er 1965 an die "Münchner Kammerspiele", wo er für die nächsten vier Jahre mit vielen schönen Rollen beeindruckte. Eine weitere Bühnenstation wurde bis 1972 das "Deutsche Schauspielhaus" in Hamburg, gefolgt von den "Staatlichen Schauspielbühnen" Berlins, wo er – bis zu deren Schließung im Jahre 1993 durch den Berliner Senat – eine künstlerische Heimat fand. In den folgenden Jahren war Friedhelm Ptok an verschiedensten anderen Bühnen engagiert, unter anderem in Berlin am "Renaissance-Theater" oder in jüngerer Zeit an den "Hamburger Kammerspielen".
 
Foto mit freundlicher Genehmigung von Friedhelm Ptok
Das Copyright liegt bei der Fotografin Noel Tovia Matoff (www.matoff.de)
© Noel Tovia Matoff
Rasch war der Schauspieler mit unterschiedlichsten Figuren zu einem bedeutenden Charakterdarsteller avanciert, mit Peter Zadek erarbeitete er in Bremen unter anderem Titelrollen wie Schillers "Don Carlos", Osbornes "Luther" oder Shakespeares "Heinrich V.", an den "Münchner Kammerspielen" mit Fritz Kortner den Beaumarchais in Goethes "Clavigo", am "Hamburger Schauspielhaus2 glänzte er beispielsweise als Kasimir in Ödön von Horvaths Volksstück "Kasimir und Karoline" (1969) an der Seite von Gertraud Jesserer.
Neben Peter Zadek und Fritz Kortner gehören auch Johannes Schaaf, Heribert Sasse, Harald Clemen, Dieter Dorn, Günter Krämer, Helmut Polixa oder Hans Lietzau zu den renommierten Theatermachern, mit denen Friedhelm Ptok im Verlaufe der Jahre eine enge Zusammenarbeit verband. Rollen wie der Schriftsteller Trigorin in Anton Tschechows Schauspiel "Die Möwe", der Wissenschaftler Protassow in Maxim Gorkis Tragikkomödie "Kinder der Sonne" oder der Genosse Höderer in Sartres berühmtem Theaterstück "Die schmutzigen Hände" gehörten ebenso zum Repertoire wie der Lord Leicester in Schillers Drama "Maria Stuart". Die Liste der Bühnenfiguren, die Ptok facettenreich interpretierte, ist lang und kann an dieser Stelle nicht umfassend gewürdigt werden, in jüngerer Zeit ist das Zwei-Personenstück "Unscharfe Bilder" zu nennen, das Georg Immelmann einfühlsam für die Bühne nach dem Roman von Ulla Hahn in Szene gesetzt hatte. In der spannenden Geschichte, die einen Vater-Tochter-Konflikt thematisiert, erlebte man Friedhelm Ptok an der Seite von Sabine Falkenberg, der Dialog zwischen Tochter und Vater über dessen Nazi-Vergangenheit wurde am 4. Mai 2004 in den "Hamburger Kammerspielen" uraufgeführt und fand ein begeistertes Premierenpublikum.
 
 
Die Fernsehzuschauer kennen den Schauspieler seit Mitte der 1960er Jahre nicht nur aus verschiedenen Theateraufzeichnungen, in TV-Spielen und Serien ist er seit Jahrzehnten auf dem Bildschirm präsent.
Ludwig Cremer beispielsweise besetzte ihn in als Scipio in dem Historiendrama "Caligula" (1966) neben Horst Frank in der Titelrolle, in Hans Schweikarts Thoma-Adaption "Magdalena" (1967) agierte Ptok an der Seite von Therese Giehse und Rudolf Vogel. In der Historienserie "Die Melchiors" (1972), den Geschichten um eine Lübecker Kaufmannsfamilie, war er ebenso vertreten wie in Volker Schlöndorffs autobiografisch gefärbtem Problemfilm "Strohfeuer" (1972), zu dem Schlöndorff gemeinsam mit Margarethe von Trotta das Drehbuch geschrieben hatte, die auch die weibliche Hauptrolle spielte. In dem Kriminaldrama "Ermittlungen gegen Unbekannt" (1974), basierend auf von Günter Wallraff zusammengetragenen Fakten, war Ptok als Rechtsanwalt Gründler zusammen mit Vadim Glowna und Dieter Laser zu sehen.
Die 1980er und 90er Jahre waren eher von sporadischen Auftritten in verschiedenen Fernsehspielen (z.B. "Kartoffeln mit Stippe", 1990 oder "Ausweglos", 1995), Mehrteilern (z.B. "Kein Rezept für die Liebe", 1993) sowie Serien geprägt, zu denen auch Quotenrenner wie "Liebling Kreuzberg", "Unser Lehrer, Herr Dr. Specht", "Die Botschafterin", "Der Landarzt" oder "Praxis Bülowbogen" zählen. In jüngerer Zeit tauchte Ptok unter anderem bei "Alarm für Cobra 11", "Der Letzte Zeuge", "Nicht ohne meinen Anwalt", "Für alle Fälle Stefanie" und auf dem "Traumschiff" auf, 2004 wurde Jobst Christian Oetzmanns Problemfilm "Delphinsommer"1) ausgestrahlt, welcher hinter die Kulissen einer Sekte schaut und in dem Friedhelm Ptok den Vorsteher der Glaubensgemeinschaft verkörperte; eine schöne Rolle war 2005/06 viele Folgen lang die des Werner Gravenberg bzw. Großvaters von Daniel (Roman Rossa) in der ZDF-Telenovela "Julia – Wege zum Glück"1) sowie des Ole Olsson in dem Melodram "Die Frau am Leuchtturm" (2006) aus der "Inga Lindström"-Reihe. Zwischen 2008 und 2009 (Folgen 464–;485, 583–585) übernahm er die Rolle des charmanten Heinrich Prigge in der ARD-Telenovela "Rote Rosen"1).
Danach zeigte sich Ptok unter anderem in der Serie "Danni Lowinski" (2010, Episode "Klassenkampf") und in der Komödie "Bei manchen Männern hilft nur Voodoo" (2010). In der ZDF-Krimiserie "Die Rosenheim-Cops" mimt er seit 2009 in einigen Folgen den Olaf Hansen, Vater des Kriminalhauptkommissars Sven Hansen (Igor Jeftic), zuletzt in der Episode "Der Blumenmörder von Rosenheim" (EA: 29.11.2011).
Friedhelm Ptok 02; Copyright Noel Tovia Matoff Neben seiner umfangreichen Tätigkeit für Theater und Film, zu dem auch Kinoproduktionen wie Michael Günthers heiter-besinnlicher Streifen "Der Pfingstausflug" (1978, mit Elisabeth Bergner und Martin Held) und Harun Farockis dokumentarischer Film "Zwischen zwei Kriegen" (1978) zählen, legt Friedhelm Ptok seit Jahren den Schwerpunkt seiner Arbeit auf literarische Lesungen, mit denen er sowohl auf der Bühne oder im Rundfunk als auch mit anspruchsvollen Audioproduktionen seine Zuhörerschaft erfreut. So wurde beispielsweise "Lippels Traum" des Autors Paul Maar nicht zuletzt wegen der herausragenden Erzählweise Ptoks als "bestes Kinder- und Jugend-Hörbuch 2003" ausgezeichnet. Hervorzuheben sind auch die "Gespensterpark"-Geschichten von Marliese Arold, verschiedene Weihnachtsmärchen oder die Rolle des Jeremiah Dako in der Hörfassung von "Otherland" nach den vier Romanen von Tad Williams – um nur einiges zu nennen.
 
 
Foto mit freundlicher Genehmigung von Friedhelm Ptok
Das Copyright liegt bei der Fotografin Noel Tovia Matoff (www.matoff.de)
© Noel Tovia Matoff
Am 25. Dezember 2008 kam Heinrich Breloers Verfilmung der "Buddenbrooks" von Thomas Mann in die Kinos. Vier Wochen vor dem Kinostart war am 21. November 2008 im "Hörverlag" die Hörspielfassung auf CD erschienen, in der Breloer die Geschichte der Lübecker Kaufmannsfamilie auf ca. 140 Minuten stark verdichtet hat. Als Erzähler führt Friedhelm Ptok durch den Roman, die Dialogszenen kommen aus dem Film und ließen den Kinostart nicht zuletzt wegen der prominenten Besetzung – u.a. Armin Mueller-Stahl als Konsul und Iris Berben als Konsulin – mit Spannung erwarten. 
Als Synchronsprecher tritt der Schauspieler vor allem für Ian McDiarmid mit der Rolle des Senators Palpatine bzw. Darth Sidious in den drei "Star Wars"-Episoden in Erscheinung.
  
 
*) Geburtsdatum laut IMDb, Filmportal, Langen Müller's "Schauspielerlexikon der Gegenwart" und "dtv Theaterlexikon".
Die "Agentur Matthies" nennt dagegen 1938 als Geburtsjahr.
Link: 1) Wikipedia
Stand Februar 2012
Kontakt:  www.agentur-matthies.com
Siehe auch Wikipedia; Filmografie bei www.imdb.de
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