Dieter Eppler; Copyright Virginia Shue Dieter Eppler (Heinz Dieter Eppler) wurde am 11. Februar 1927 in Stuttgart geboren und wuchs auch dort auf. Schon früh interessierte er sich für das Theater, sang im Kinderchor an der "Stuttgarter Oper", stand schon als Schüler als Statist auf der Bühne und entschloss sich nach dem Abitur für den Beruf des Schauspielers. Er ließ sich entsprechend ausbilden, finanzierte das Schauspielstudium unter anderem mit Jobs als Bauarbeiter und Verkäufer. Nach seiner Ausbildung erhielt er erste Engagements in Heidenheim und Sigmaringen, tingelte mit Wanderbühnen durch die Provinz, bekam dann schließlich einen Sieben-Jahres-Vertrag am "Württembergischen Staatstheater"1) in Stuttgart. Zu seinen frühen, herausragenden Interpretationen zählte dort beispielsweise der Tempelherr in Lessings "Nathan der Weise"1), der Hippolyt in Racines "Phaedra"1) aber auch den Fliegeroffizier Hartmann in Zuckmayers "Des Teufels General"1). Weitere Verpflichtungen führten Eppler bis Mitte der 1980er Jahre unter anderem an das "Badische Staatstheater Karlsruhe"1), an die Stuttgarter "Komödie im Marquardt"1) und an das "Deutschen Schauspielhaus"1) in Hamburg, wo er den Dr. Walpo in "Der Arzt am Scheideweg" von George Bernard Shaw1) gestaltete. Eppler trat am Theater "Die Kleine Freiheit1) in München auf, am "Kammertheater Karlsruhe", am "Theater Baden-Baden"1) oder an der "Kleinen Komödie"1) in München, wo er zusammen mit Sonja Ziemann in der Komödie "Kalifornisches Roulette" von Gene Stone gefeiert wurde. 

Das Foto wurde mir freundlicherweise von der
Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Einem breiten Publikum bekannt wurde der Schauspieler seit Mitte der 1950er Jahre durch Film und Fernsehen. Auf der Leinwand spielte er in mehr als dreißig Produktionen – oft unter der Regie Harald Reinls1) – prägnante Haupt- und Nebenrollen, vor allem in Kriegsdramen und den beliebten Wallace-Krimis bleibt er in nachhaltiger Erinnerung. Zu Epplers ersten Kinofilmen zählte Harald Reinls Kriegsstreifen "U47 – Kapitänleutnant Prien"1) (1958), wo er als U-Bootkommandant Kapitänleutnant Günther Prien1) neben Joachim Fuchsberger gleich eine Hauptrolle erhielt. Im gleichen Jahr sah man ihn erneut mit Fuchsberger in Reinls "Die grünen Teufel von Monte Cassino"1), in "Kleine Leute mal ganz groß"1) (1958), der Geschichte um vier Berliner Ferienkinder in einer süddeutschen Kleinstadt, stand er mit Bibi Johns und Walter Gross vor der Kamera, 1959 folgte die Rolle des Bildhauers Paul in Victor Trivas' Horror-Klassiker "Die Nackte und der Satan"1) an der Seite von Horst Frank und Michel Simon. In den Krimis "Der Frosch mit der Maske"1) (1959), "Die Bande des Schreckens"1) (1960), "Die weiße Spinne"1) (1963), "Der Würger von Schloss Blackmoor"1) (1963), "Das Wirtshaus von Dartmoor"1) (1964) und "Der unheimliche Mönch"1) (1965) mimte er verschiedenste zwielichtige Gestalten. Weitere Thriller, in denen sich Eppler auf der Leinwand präsentierte, waren "Piccadilly null Uhr zwölf"1) (1963), "Frühstück mit dem Tod"1) (1964), "Die Todesstrahlen des Dr. Mabuse"1) (1964), "Die Schlangengrube und das Pendel"1) (1967), "Mister Dynamit – morgen küsst Euch der Tod"1) (1967) sowie "Dynamit in grüner Seide"1) (1968) und "Todesschüsse am Broadway"1) (1969) aus der Jerry Cotton-Reihe1).
    

DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung der heute
nicht mehr existierenden "e-m-s new media AG
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U47 - Kapitänleutnant Prien; DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von www.e-m-s.de
Dazwischen lagen mehr oder weniger anspruchslose Heimatstreifen wie "Freddy unter fremden Sternen"1) (1959) und "Der Orgelbauer von St. Marien"1) (1961), aber auch internationale Produktionen wie die Kriegsfilme "Sotto dieci bandiere"1) (1960, Unter zehn Flaggen) mit Charles Laughton und "Den Sidste vinter" (1960, Kein Pardon nach Mitternacht), der Geschichte dänischer Widerstandskämpfer im Kampf gegen die deutsche Besatzungsmacht. Weitere Kinofilme, in denen Dieter Eppler mitwirkte, waren beispielsweise das aufwendige, zweiteilige Historienabenteuer "Die Nibelungen1) (1966), die deutsch-italienische Produktion "Hermann der Cherusker"1) (1967) mit Hans von Borsody in der Titelrolle, die beiden Teile "Kampf um Rom"1) (1968/69) sowie Jerzy Skolimowski preisgekröntes Drama "Deep End"1) (1971) und Christoph Bölls Sportlerkomödie "Der Sprinter"2) (1984)   → Übersicht Kinofilme.

Auch das Fernsehen bot Dieter Eppler seit Mitte der 1950er ein breites Betätigungsfeld, in vielen spannenden und populären Krimiserien wie "Die fünfte Kolonne", "Der Kommissar", "Der Alte", Derrick", "Großstadtrevier", "Stahlnetz" und "Schwarz-Rot-Gold" tauchte er mit verschiedensten Rollen immer wieder auf; in der "Tatort"-Folge "Saarbrücken an einem Montag"1) zeigte er sich am 13. Dezember 1970 erstmals als Kommissar Liersdahl. Zwei weitere Folgen lang verrichtete Eppler als Ermittler des Saarländischen Rundfunks seinen Dienst, war danach noch öfter als Gast-Kommissar wie in "Weißblaue Turnschuhe"1) (1973) oder "Kressin und die zwei Damen aus Jade"1) (1973) zu sehen, mimte "Täter" wie den machthungrigen Landespolitiker Bossle in "In Bienzle und der Biedermann"1) (1992) oder einen Geschäftsmann, der in " Bienzle und der Traum vom Glück"1) (1996) mit üblen Machenschaften seinen Schwiegersohn in den Tod treibt.  
Zur Serien-Filmografie Epplers zählen jedoch auch heitere Unterhaltungsreihen wie die Anwaltsserie "Gestern gelesen" (1972), die Familiengeschichten "Vivatgasse 7" (1982) und "Erbin sein – dagegen sehr"1) (1985, mit Heidi Kabel) sowie das Abenteuer "Der Schatz im Niemandsland"1) (1986). In der BR-Vorabendserie "Polizeiinspektion 1"1) wurde Eppler ab Oktober 1978 als Polizeichef Heinrich der Nachfolger von Polizeichef Hölzlmüller alias Beppo Brem und schaute unter anderem Walter Sedlmayr auf die Finger, der viele Folgen lang den Ermittler Franz Josef Schöninger spielte. In dem Quotenrenner "Mit Leib und Seele"1) (1989) um den schwergesichtigen Pfarrer Dr. Dr. Adam Kempfert (Günter Strack) mimte er den Bürgermeister Rösner, in dem Dauerbrenner "Der Landarzt"1) war er ab 1989 mehrere Episoden lang als Hugo Cornelsen und Jugendfreund von Olga Mattiesen (Antje Weisgerber) zu sehen. In "Abenteuer Airport"1) (1990) unterstützte er als Flughafendirektor Tiedemann die Hauptakteure Carsten Wolf (Ezard Haußmann) und Charly Kapitzky (Hansjörg Felmy), in der Schmonzette "Schloss Hohenstein – Irrwege zum Glück"1) (1992) war er ebenso vertreten wie in "Die Aubergers"2) (1997), wo er den selbstherrlichen Familienpatriarchen Herbert Auberger sen. gab.
In verschiedensten Einzelproduktionen zeigte Eppler ebenfalls immer wieder seine schauspielerische Wandlungsfähigkeit, so beispielsweise in Peter von Zahns Dokumentarspiel "Die Pueblo-Affaire"3) (1972), Tom Toelles Satire "Grüß Gott, ich komm von drüben" (1978), Wilm ten Haafs Komödie "Bilder machen Leute" (1991) sowie in Oliver Storz' preisgekröntem gesellschaftskritischem Drama "Drei Tage im April"1) (1994) mit seiner eindringlichen Rolle des Gastwirts Stegmaier. Zu den letzten Arbeiten des Schauspielers für das Fernsehen zählten der Liebesfilm "Das Verbotene Zimmer" (1999), der TV-Film "Jugendsünde" (2000) mit Harald Juhnke in der Hauptrolle, das Melodram "Stimme des Herzens" (2000) mit Christian Wolff sowie 2001 fünf Episoden lang die Figur des Josef in der Serie "Alle meine Töchter → Übersicht TV-Produktionen.
Darüber hinaus arbeitete Eppler viele Jahre lang für den "Süddeutschen Rundfunk", führte in rund 40 Hörspielen, vornehmlich Krimis, Regie und war ein gefragter Sprecher in zahlreichen Audio-Produktionen. Eine Auswahl der bei der ARD Hörspieldatenbank gelisteten Produktionen findet man hier.

Dieter Eppler starb am 12. April 2008 im Alter von 81 Jahren nach langer schwerer Krankheit in Stuttgart; die letzte Ruhe fand er auf dem Friedhof des Stuttgarter Stadtbezirks Birkach1) → Foto der Grabstelle bei knerger.de.
Der Vater von fünf Kindern war seit 1947 mit Magdalene Schnaitmann (1924 – 2015) verheiratet, hatte seit Jahrzehnten seine Geburtsstadt Stuttgart zu seinem Lebens- aber auch beruflichen Mittelpunkt gemacht.
Siehe auch Wikipedia sowie den Nachruf bei spiegel.de
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) fernsehserien.de, 3) Die Krimihomepage
  
Filme
Kinofilme / Fernsehen
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links: Wikipedia, filmportal.de, Die Krimihomepage, fernsehserien.de, prisma.de)
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
Hörspielproduktionen (Auszug)
Als Sprecher / Als Regisseur
(Fremde Links: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung), Wikipedia, vvb.de. krimilexikon.de)
Als Sprecher Als Regisseur
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