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Von 1957 bis 1968 gehörte Boysen zum Ensemble der "Münchner Kammerspiele", danach ging er bis 1978 an das "Deutsche Schauspielhaus" in Hamburg, um anschließend wieder für mehr als zwanzig Jahre an den "Münchner Kammerspielen" auf der Bühne zu stehen. Dieter Dorn, zwischen 1983 und 2001 Intendant der "Kammerspiele", gehörte zu Boysens wichtigsten Regisseuren. Als Dorn 2001 als Intendant an das "Bayerische Staatsschauspiel" wechselte, ging Boysen mit ihm, beeindruckte hier als bereits über 80-Jähriger mit der Figur des "Shylock" in Shakespeares "Der Kaufmann von Venedig" in einer Inszenierung von Dieter Dorn; außerdem spielte unter Dorns Regie er den "Karl" in Thomas Bernhards' "Der Schein trügt" (ab 2001) sowie den "Dionysos" in "Die Bakchen" (2005) von Euripides. Boysens Lesungen am "Bayerischen Staatsschauspiel" sind immer wieder ein Ereignis, beispielsweise brachte er in den letzten Jahren Homers "Ilias" (Februar 2003 in der Allerheiligen Hofkirche) zu Gehör, im Mai 2004 folgte im "Residenz Theater" "Metamorphosen" von Ovid, im November "Das Nibelungenlied" (auch als Hörbuch) in der Allerheiligen Hofkirche. Aus der "Aeneis" von Vergil las Boysen im April 2006 im "Residenz Theater", im Juni 2007 interpretierte er dort Dantes "Die Göttliche Komödie", im Mai 2008 "Tristan und Isolde" von Gottfried von Straßburg und am 28. Oktober 2009 brachte der Charaktermime mit Wolfram von Eschenbachs "Parzival" dem Publikum im "Residenz Theater" ein weiteres Werk der Weltliteratur nahe. Aktuell angekündigt ist für den 18. November 2011 das Programm "Rolf Boysen liest Heinrich von Kleist".
Anlässlich seines 75. Geburtstags, den Rolf Boysen 1995 zugleich mit seinem 50-jährigen Bühnenjubiläum feiern konnte, schrieb damals die Süddeutsche Zeitung unter anderem: "Den Glanz, den Boysen in all seinen Rollen sucht und mit dem er seine Figuren beleben will, ist die Menschlichkeit Sein Spiel ist die Fortsetzung des Blochschen Prinzips Hoffnung auf der Bühne und im Leben. Karin Lottermoser veröffentlichte das Buch "Der Schauspieler Rolf Boysen Seine Karriere im Spiegel der Presse (1946 1996); der Buchrückentext weist unter anderem aus: "Rolf Boysen ist einer der großen deutschen Theaterschauspieler. Das Publikum verehrt ihn, die Rezensenten tasten seinen Status nicht an. Seine Figuren faszinieren, weil er ihnen keine Plausibilität aufoktroyiert, sondern ihnen ihre Widersprüche und Unergründlichkeit bewahrt. Hinter der Professionalität der ästhetischen Gestaltung lässt sich immer menschliches Interesse erkennen. Ein Darsteller von solchem Rang verdient es, nicht unkritisch betrachtet zu werden." Boysen selbst brachte neben zahlreichen Hörbucheinspielungen 1998 seine Reflexionen, Essays und Arbeitsnotizen über das Theater in "Nachdenken über Theater" auf den Markt. Zahlreiche Auszeichnungen untermauern die herausragende Stellung Boysens als Schauspieler bzw. seine künstlerischen Leistungen, neben einer "Goldenen Kamera", der "Wiesbadener Theatermedaille" sowie verschiedenen Kritikerpreisen erhielt er 1998 den "Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst", im gleichen Jahr den Ehrenpreis des "Bayerischen Theaterpreises". 1999 folgte der "Kulturelle Ehrenpreis der Landeshauptstadt München", 2003 konnte er zusammen mit Thomas Holtzmann den Ehrenpreis des "Verbandes der deutschen Kritiker e. V." (Deutscher Kritikerpreis) entgegen nehmen. 2009 wurde ihm das "Große Bundesverdienstkreuz" verliehen. Rolf Boysen ist verheiratet und hat zwei Söhne: Markus Boysen2) (geb. 1954) ist in die Fußstapfen seines Vaters getreten, gehört inzwischen ebenfalls zu den renommierten Charakterdarstellern der deutschen Bühne und tritt in den letzten Jahren auch vermehrt im Fernsehen auf. Sohn Peer Boysen2) (geb. 1957) arbeitet als Regisseur und Bühnenbildner. Aus einer früheren Ehe von Rolf Boysen stammt Tochter Sabine. |
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| Link: 1) Beschreibung bzw. Kurzportrait innerhalb dieser HP, 2) Wikipedia | Stand: Oktober 2011 | ||||
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Siehe auch Wikipedia
sowie
den Artikel zum 90. Geburtstag bei www.faz.net Filmografie bei www.imdb.de |
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