| Charles Laughton |
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Charles Laughton wurde am 1. Juli 1899 in Scarborough (North Yorkshire, Großbritannien)
als ältester Sohn von Robert and Eliza Laughton geboren. Vier Jahre später
erblickte sein Bruder Robert Thomas das Licht der Welt, und wiederum vier Jahre später sein Bruder Francis. Alle drei
Jungen wurden zu Hause im elterlichen im "Victoria Hotel" geboren. Obwohl
Charles schon früh wusste, dass er Schauspieler werden wollte, bestanden seine Eltern darauf, dass er die Hotellaufbahn
einschlagen sollte. So wurde Laughton zunächst Zimmerkellner im Londoner
Claridge-Hotel, stieg später zum Empfangschef auf. 1917/18 musste er
als Soldat am 1. Weltkrieg
teilnehmen und wurde durch deutsche Gasangriffe schwer verletzt. Nach dem Krieg entschloss er sich, endgültig den Schauspielerberuf zu ergreifen, 1919 ging er als Amateur-Schauspieler zum Theater, arbeitete jedoch noch weiterhin im elterlichen Hotel. Nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1924 ließ Laughton sich an der "Royal Academy of Dramatic Art" in Stonyhurst entsprechend ausbilden und gab schließlich 1926 sein professionelles Bühnendebüt. Zum Film kam Laughton Ende der 1920er Jahre, 1928 arbeitete er an Kurzfilmen mit, die H. G. Wells für die Schauspielerin Elsa Lanchester1) (1902 1986) schrieb. Ein Jahr später wurde Elsa Lanchester Laughtons Ehefrau und blieb es bis zu seinem Tod ungeachtet der homosexuellen Neigungen des Schauspielers. In E. A. Duponts letztem Stummfilm "Piccadilly" (1929, Nachtwelt) feierte Laughton als herumnörgelnder Restaurantgast sein Leinwanddebüt, es folgten Auftritte in eher unbedeutenden Streifen wie "Wolves" (1930), "Das Haus des Grauens"1) (1932, The Old Dark House) oder "Ketten" (1932, Payment Deferred). Als Regisseur Cecil B. De Mille den begabten Schauspieler auf der Bühne sah, nahm er ihn für die "Paramount" unter Vertrag und besetzte ihn als Kaiser Nero in seinem historischen Ausstattungsfilm "Im Zeichen des Kreuzes"1) (1932, The Sign of the Cross). Schon 1926 hatte Charles Laughton die Aufmerksamkeit des Hollywoodregisseurs erregt, als dieser ihn in der Rolle von Gogols "Revisor" auf der Bühne sah. Jahre später erinnerte er sich an ihn und machte den Briten zum Hollywood-Star. Fortan stand Laughton wechselweise am Londoner "Old Vic" und am New Yorker Broadway auf der Bühne, arbeitete parallel für den Film. In Alexander Kordas "Das Privatleben Heinrichs VIII."1) (1933, The Private Life of Henry VIII.) brillierte er mit der Titelrolle und erhielt für seine Leistung den Oscar als "Bester Schauspieler". Wenig später erlebte man den charismatischen Schauspieler unter der Regie von Sidney Franklin in "The Barretts of Wimpole Street"1) (1934), dem romantischen Filmdrama über die Liebesbeziehung zwischen der englischen Dichterin Elizabeth Barrett Browning1) (1806 - 1861) und dem Dichter und Dramatiker Robert Browning1) (1812 - 1889), als Edward Moulton-Barrett, tyrannischer Vater der Dichterin (Norma Shearer). Sein komisches Talent konnte anschließend mit der Hauptrolle des Butlers Marmaduke Ruggles, der in Leo McCareys Screwball-Komödie "Ein Butler in Amerika"1) (1935, Ruggles of Red Gap) von seinem Herrn (Roland Young) an einen Amerikaner verspielt wird, ausleben. Danach realisierte Frank Lloyd mit Laughton als grausamen Kapitän Bligh den Klassiker "Meuterei auf der Bounty"2) (1935, Mutiny on the Bounty2)) wohl eine der brillantesten Rollen in Laughtons Filmkarriere: Kapitän Bligh (Laughton) gilt als übler Schinder. Er weiß, dass er seine Besatzung nur durch äußerste Wachsamkeit in Schach halten kann; dennoch kommt es auf der beschwerlichen Seereise von Plymouth nach Tahiti zu Auseinandersetzungen. Bligh lässt auf sadistische Weise Leute auspeitschen und verschachert Reiseproviant. Bis Tahiti gärt der Aufstand, doch es passiert nichts; erst als auf der Rückreise der wahnsinnige Kapitän seine Leute erneut unter Druck setzt, bricht die Meuterei aus. Anders als das Jahrzehnte später von Lewis Milestone mit großem technischen Aufwand inszenierte Remake des berühmten Romans von Nordhoff & Hall gelang Frank Lloyd mit seinen hervorragenden Darstellern unter anderem Clark Gable als Leutnant Fletcher Christian ein eindringlicher Schwarzweißfilm von unwahrscheinlicher Härte. (Quelle: prisma-online.de) Laughton war zum Leinwandstar avanciert, er spielte ebenso genial den Bettler wie den Millionär, den König wie den Landstreicher, gab Künstler oder Piraten, aber auch den vertrottelten Hausvater wie in David Leans "Herr im Hause bin ich"1) (1954, Hobson's Choice); für die Darstellung dieses liebenswerten Haustyrannen und erfolgreichen Schuhmachers Henry Horatio Hobson wurde Laughton bei der Berlinale als "Bester Darsteller" ausgezeichnet. Als "Rembrandt"1) glänzte er in Alexander Kordas gleichnamigen Biopic (1936), wenig später drehte Josef von Sternberg den unvollendeten Spielfilm "Ich, Claudius" (1937, I Claudius) mit Laughton in der Titelrolle. Ebenfalls 1937 gründete Laughton gemeinsam mit Erich Pommer die Filmgesellschaft "Mayflower Pictures", in drei Produktionen übernahm er die Hauptrolle, so als versoffener Nichtsnutz an der Seite seiner Frau in "Vessel of Wrath" (1938), in "St. Martins Lane" (1938, auch: Sidewalks of London) und in Alfred Hitchcocks "Riff-Piraten"1) (1939, Jamaica Inn). Die letzte englische Produktion des Gruselmeisters ist eigentlich kein richtiger "Hitchcock-Film": Nach dem Roman von Daphne du Maurier erzählt er eine Geschichte, die gegen Ende des 18. Jahrhunderts spielt. In einer mysteriösen Herberge, wo Strandräuber wohnen, passieren allerlei fürchterliche Dinge; der Anführer der Bande aber gilt weithin als ehrbarer Mann. Es ist der von Charles Laughton gespielte Friedensrichter. Hitchcock musste diese Rolle für den Produzenten des Films Laughton aufwerten und war mit dem Ergebnis wenig zufrieden. (Quelle: prisma-online.de)
Der von William Dieterle nach dem Roman von Victor Hugo
inszenierte Film "Der Glöckner von Notre Dame"1) (1939,
The Hunchback of Notre
Dame2))
gab Laughton erneut eine große Chance, als
Charaktertyp zu brillieren. Zweifellos wurde der oft verfilmte sozialkritische
Schauerroman durch William Dieterles Regie und die
Schauspielkunst Laughtons als buckliger, entstellter Quasimodo, der im spätmittelalterlichen Paris
der hübschen, als Hexe verfolgten Zigeunerin Esmeralda
(Maureen O'Hara) Verständnis und
Zuflucht bietet, zu einem eigenwilligen Kinostück. Darüber hinaus
verstand es Kameramann Joseph H. August, das aufregende
Schwarzweißepos mit dem Sozialdrama in Einklang zu bringen. Nach dem Episodenfilm "Fünf Perlen"1) (1950, O. Henry's Full House) und dem Kinospaß "Abbott und Costello als Piraten wider Willen"1) (1952, Abbott and Costello Meet Captain Kidd) konnte Charles Laugton in George Sidneys farbenprächtigem Kostümfilm "Die Thronfolgerin"1) (1953, Young Bess) neben Stars wie Jean Simmons, Stewart Granger und Deborah Kerr noch einmal seine Paraderolle des Heinrich VIII. ausleben. Zwei Jahre später inszenierte Laughton mit "Die Nacht des Jägers" (1955, The Night of the Hunter2)) seinen einzigen und zugleich bemerkenswerten Spielfilm, seine Protagonisten waren Robert Mitchum, Shelley Winters und Lillian Gish: Der psychopathische Prediger Harry Powell (Robert Mitchum), für ein kleines Vergehen ins Gefängnis geraten, versucht aus dem Raubmörder und Todeskandidaten Ben Harper (Peter Graves) das Versteck einer beachtlichen Raubsumme herauszupressen. Nach dem Tode des Delinquenten schleicht sich Harry ins Vertrauen der Witwe (Shelley Winters), heiratet sie, kann aber das Geheimnis nicht lösen. Das Misstrauen eines zehnjährigen Jungen löst ein blutiges Drama aus. ( ) Die einzige Regiearbeit des großen Schauspielers Charles Laughton erweist sich als ein einzigartiges, expressionistisches Meisterwerk mit beklemmender, teilweise sogar schockierender Atmosphäre und einem bemerkenswert psychopathisch agierenden Mitchum, dessen Performance stark an "Ein Köder für die Bestie" erinnert. Ein Film, der in Atmosphäre und Thema seiner Zeit weit voraus war. Düsterer geht es kaum!. (Quelle: prisma-online.de; siehe auch www.dieterwunderlich.de) In dem von Billy Wilder gedrehten, spannenden Justizdrama "Zeugin der Anklage"1) (1957, Witness for the Prosecution2)) zieht Laughton als gesundheitlich angeschlagener, dennoch brillanter Strafverteidiger Sir Wilfrid Robarts noch einmal alle Register seines schauspielerischen Könnens. Die Hauptrollen in dieser sowohl skurrilen als auch ironischen Kriminalgeschichte spielen neben Laughton, der für seine Leistung eine Oscar-Nominierung erhielt, Marlene Dietrich (Christine Helm Vole), Tyrone Power (Leonard Stephen Vole) sowie Elsa Lanchester (Miss Plimsoll), die für einen Nebenrollen-Oscar nominiert war. Laughton ist wenn es darauf ankommt ganz schön böse, drohend und beharrlich. Billy Wilder gibt ein intelligentes Denkspiel auf und läst raten, bangen, falsche Schlüsse ziehen, bis die Romanstory der Agatha Christie ihre verblüffende Auflösung findet.In Stanley Kubricks, mit Stars wie Kirk Douglas, Peter Ustinov und Jean Simmons hochkarätig besetztem Monumentalfilm "Spartacus" (1960) verwandelte sich der Charaktermime in die dem historischen Tiberius Sempronius Gracchus1) nachempfundene Figur gleichen Namens, zu seiner letzten Arbeit für das Kino zählt die Rolle des Senators Seabright Cooley in Otto Premingers Drama "Sturm über Washington" (1962, Advise & Consent); in seinen letzten Lebensjahren trat Charles Laughton auch einige Male im Fernsehen auf, war beispielsweise in den TV-Serien "Wagon Train" und "Checkmate" zu sehen. Charles Laughton, der in den 36 Jahren seiner Schauspielerkarriere in mehr als 40 Theaterstücken und rund 55 Kinofilmen seine außergewöhnliche schauspielerische Kraft unter Beweis stellte, erlag am 15. Dezember 1962 in Hollywood mit 63 Jahren unerwartet seiner Krebserkrankung; seine letzte Ruhestätte fand er auf dem dortigen Friedhof "Forest Lawn". Der ebenso boshafte wie sanftmütige Hundeblick von Charles Laughton war sprichwörtlich und in seiner Hässlichkeit lag Profil. "Er ist ein schrecklich fetter, alter Knabe", lästerte Hollywoods Klatschkolumnistin Else Maxwell, als sie von einer Hollywood-Party nach Hause kam, bei der ihr Charles Laughton vorgestellt wurde. Der Schauspieler habe ausgesehen wie Falstaff im Frack, soll sie gesagt haben. |
| 1) Der Link führt zu Wikipedia 2) Der Link führt zu prisma-online.de |
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Textbausteine des Kurzportraits von www.prisma-online.de Eine ausführliche Biografie zu Charles Laughton findet man auf der englischsprachigen offiziellen Website. Siehe auch Wikipedia; Fotos bei www.virtual-history.com Filmografie bei der www.imdb.de |
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