Eddi Arent wurde am 5. Mai 1925 als Gebhardt Arent und Sohn eines Wasserwerkbetriebsleiters in Danzig geboren. Nach dem Abitur wurde er zunächst zum Kriegsdienst einberufen und nahm nach Kriegsende erst spät Schauspielunterricht.
Sein Filmdebüt gab Arent 1956 in dem Rühmann-Film "Der Mustergatte", einem breiteren Publikum wurde er jedoch erst Ende der 50er Jahre durch seine Rollen in den Wallace-Verfilmungen bekannt. Dreimal durfte er einen Mörder mimen, ansonsten wurde er durch sein Talent für Komik populär. In 24 der insgesamt 38 Edgar-Wallace-Verfilmungen, die zwischen 1959 und 1972 in Deutschland entstanden, gab er meist den "Trottel vom Dienst" und sorgte für die Lacher in den damaligen "Horror-Schockern". Er spielte unverwüstliche, skurrile Butler, verträumte Buchhalter, eifrige Privatdetektive und wurde mit seinen Slapstick-Einlagen und seiner sympathische Quengelstimme zu einem festen Bestandteil der beliebten Kinoreihe.
1959 tauchte er erstmals als James in "Der Frosch mit der Maske" auf, 1960 gab er den Sgt. Haggett in "Der Rote Kreis", im gleichen Jahr den Polizeifotograf Edwards in "Die Bande des Schreckens"; ein Jahr später war er der Spike Holland in "Der Grüne Bogenschütze", der tölpelhafte Polizeifotograf Sunny Harvey in "Die Toten Augen von London", der Stone in "Der Fälscher von London sowie der Lord Selwyn Moron in "Die Seltsame Gräfin". 1962 war er als Parker in "Das Rätsel der roten Orchidee" zu sehen, in "Die Tür mit den 7 Schlössern spielte er den vertrottelten Kriminalassistent Holms und im "Gasthaus an der Themse" den Barnaby. Bis Mitte der 60er Jahre folgten ähnlich gelagerte Rollen in "Das Rätsel der roten Orchidee", "Das Geheimnis der schwarzen Witwe", "Zimmer 13", "Das Indische Tuch", "Der Schwarze Abt", "Der Zinker", "Der Fluch der gelben Schlange", "Das Verrätertor", "Der Hexer", "Die Gruft mit dem Rätselschloss", "Der Unheimliche Mönch", "Neues vom Hexer, "Das Geheimnis der weißen Nonne" und "Der Bucklige von Soho". In letztgenanntem Film durfte er dann auch einmal den Bösewicht spielen, danach allerdings stieg er dann aus der Serie aus.
 
Das Foto wurden mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue (Hamburg) zur Verfügung gestellt. 
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
Eddi Arent
In Folge wurde Arent's komisches Talent in wenig bemerkenswerten Streifen wie z. B. "Kompanie der Knallköppe" (1971), "Kinderarzt Dr. Fröhlich" (1972) oder "Unsere Tante ist das Letzte" (1973) verheizt, doch Ende der 70er Jahre gelangte er durch das Fernsehen als Charakterkomiker zu neuer Popularität. In der von ihm geschriebenen Sketchserie "Es ist angerichtet" brachte er sein Publikum zum Lachen, in der Sendung "Cabaret" trat er als Conférencier auf; ab März 1987 zeigte er zusammen mit Harald Juhnke in "Harald & Eddi" gespielte Witze und war der eher "leisere", aber ebenso beliebte, kongeniale Gegenpart zum Publikumsmagneten Juhnke. Immer wieder zeigt das Fernsehen diese legendären Sendungen und damit bleibt Eddi Arent bis heute als genialer Komiker unvergessen. Er ist ein Künstler, dem laute Knalleffekte stets zuwider sind, ein kultivierter 'Herr der Sketche'. (Quelle WDR)
Anlässlich des 80. Geburtstages von Eddi Arent würdigte "Die Welt" 2005 die Leistungen des Künstlers unter anderem mit den Worten: Seine Pointen waren akkurat gesetzt. Sein Stil unnachahmlich, sein Gesichtsausdruck unerschütterlich. Ein perfekter Darsteller, dessen Ausdrucksvermögen man hierzulande wohl unter britischem Charme versteht, ob als Lord Castlepool in Karl-May-Verfilmungen oder als späterer Widerpart des nur vermeintlich omnipräsenten Juhnke. Aber selbst in solchen filmischen Kunstwerken wie "Unsere Tante ist das Letzte" verlor Arent nie die Beherrschung, blieb mustergültiger Akteur, dessen exakter Humor manchen stumpfsinnigen Film vor totalem Chaos rettete.
  
Anfang der 90er Jahre zog sich Eddi Arent weitgehend aus dem Showbusiness zurück; gemeinsam mit Ehefrau Franziska eröffnete er 1993 das Hotel "Neustädter Hof" im Schwarzwald unweit vom Titisee, nahm nur noch selten Filmrollen an und genoss seinen "Ruhestand".
1996 ließ er sich noch einmal dazu überreden, in dem TV-Remake der Wallace-Filme mitzuwirken. So spielte er den Flatter in "Die Katze von Kensington" und "Das Karussell des Todes", 1998 war er als Sir John der Chef von Scotland Yard in "Edgar Wallace – Whiteface", "Edgar Wallace – Die unheimlichen Briefe" und " Edgar Wallace – Das Haus der toten Augen".
  
2004 musste das Ehepaar Arent eine private Niederlage hinnehmen, konnte das Hotel "Neustädter Hof" nicht mehr halten und musste Insolvenz anmelden. Arent und seine Frau standen nach der Schließung des Hotels vor dem finanziellen Ruin, Arent selbst hatte starke gesundheitliche Probleme. Inzwischen ist das Haus Ende Februar 2005 von einer gemeinnützigen Stiftung ersteigert worden, die dem Ehepaar Arent lebenslanges Wohnrecht gewährt.
  
Siehe auch wikipedia.org, www.moviesection.de
  
Kinofilme
Filmografie bei der german.imdb.com
1956: Der Mustergatte 1958: Der Sündenbock von Spatzenhausen
1958: Der Arzt von Stalingrad 1959: Paprika
1959: Ein Sommer, den man nie vergisst 1959: Der Frosch mit der Maske
1960: Gustav Adolfs Page 1960: Schlagerparade
1960: Die Bande des Schreckens 1960: Der Rote Kreis
1961: So liebt und küsst man in Tirol 1961: Die Seltsame Gräfin
1961: Der Fälscher von London 1961: Schlagerparade
1961: Die Toten Augen von London 1961: Der Grüne Bogenschütze
1962: Der Schatz im Silbersee 1962: Das Gasthaus an der Themse
1962: Die Tür mit den 7 Schlössern 1962: Das Rätsel der roten Orchidee
1963: Das Geheimnis der schwarzen Witwe 1963: Der Zinker
1963: Das Indische Tuch 1963: Der Fluch der gelben Schlange
1963: Der Schwarze Abt 1964: Das Verrätertor
1964: Winnetou – 2. Teil 1964: Die Gruft mit dem Rätselschloss
1964: Der Hexer 1964: Zimmer 13
1965: Die Liebesquelle 1965: Neues vom Hexer
1965: Der Unheimliche Mönch 1966: Maigret und sein größter Fall
1966: Der Bucklige von Soho 1966: Das Geheimnis der weißen Nonne
1966: Das Rätsel des silbernen Dreiecks 1967: Mister Dynamit – morgen küsst Euch der Tod
1967: Feuer frei auf Frankie 1968: Das Go-Go-Girl vom Blow Up
1968: Ich spreng' euch alle in die Luft 1968: Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten
1969: Hilfe, ich liebe Zwillinge 1970: Hurra, unsere Eltern sind nicht da
1970: Nachbarn sind zum Ärgern da 1970: Das Gelbe Haus am Pinnasberg
1970: Wenn du bei mir bist 1971: Hilfe, die Verwandten kommen
1971: Kompanie der Knallköppe 1971: Wer zuletzt lacht, lacht am besten
1972: Grün ist die Heide 1972: Kinderarzt Dr. Fröhlich
1972: Immer Ärger mit Hochwürden 1973: Alter Kahn und junge Liebe
1973: Unsere Tante ist das Letzte 1973: Blau blüht der Enzian
1975: Operation Lady Marlene 1976: Der Geheimnisträger
1977: Lady Dracula 1979: Himmel, Scheich und Wolkenbruch
1980: Keiner hat das Pferd geküsst 1983: Mary and Gordy in the Country
1990: Eine Frau namens Harry 1995: Mutters Courage
2000: Manila
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