Anita Kupsch wurde am 18. Mai 1940 als Tochter eines Kaufmanns in Berlin
geboren und wuchs auch dort auf. Nach dem Besuch des Gymnasiums entschloss sie
sich zunächst für einen "ordentlichen" Beruf und ließ sich als Kosmetikerin
ausbilden, doch der Drang zur Bühne war stärker. Schon ab dem fünften
Lebensjahr hatte sie eine Ballettschule besucht, nun machte sie eine Tanzausbildung in klassischem Ballett und
Jazztanz bei Tatjana Gsovsky sowie eine Gesangsausbildung (Chanson/Musical)
und besuchte auf Empfehlung des Regisseurs Peter Beauvais die
UFA-Nachwuchsschule von Else Bongers.
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue
(Hamburg) zur Verfügung gestellt. Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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Nach Abschluss ihrer Studien erhielt
Anita Kupsch zur Spielzeit 1960/61 ein erstes Engagement am "Renaissance-Theater";
weitere Stationen ihrer Theatertätigkeit waren unter anderem in
Berlin das "Hebbel-Theater" (1964 bis 1971), die "Komödie"
(seit 1968), in Hamburg die "Kammerspiele" (1969) und "Die Kleine Komödie"
(seit 1980) sowie die "Komödie" in Frankfurt a. M. (1978).
Darüber hinaus gab sie zahllose Gastspiele an deutschen Boulevardtheatern und
feierte mit vielen Stücken auf Tourneen Erfolge.
Die Domäne von Anita Kupsch ist das heitere Fach, in verschiedensten
Boulevardstücken und Lustspielen zeigte (und zeigt) sie immer wieder ihr
komödiantisches Talent. Die Rollen, die sie im Verlaufe der Jahre spielte,
lassen sich an dieser Stelle nicht aufzählen, zu den Titelfiguren
zählen beispielsweise die "Tänzerin" in Terence Rattigans "Der Prinz und die Tänzerin"
oder die "Pepsie" in der gleichnamigen Komödie von Pierette Bruno.
An der Seite von O. E. Hasse glänzte sie 1961 am Renaissance-Theater
als "Loulou" in Sacha Guitrys "Mein Vater hatte recht", am Hebbel-Theater
erlebte man sie 1964 als herrliche "Kitty" in der
Uraufführung von Horst Pillaus "Der Kaiser vom Alexanderplatz"
neben Rudolf Platte, einem Stück, dass mehr als 400 Mal aufgeführt wurde.
Ein weiterer großer Erfolg war beispielsweise 1968 die Terence Frisbey-Komödie
"Das Mädchen in der Suppe", ihrer ersten Hauptrolle in der
"Komödie am Kurfürstendamm", ein Jahr später begeisterte sie
unter der Regie von Ephraim Kishon an den Hamburger Kammerspielen als
"Modell Daliah" in dessen satirischen Farce "Zieh' den Stecker raus,
das Wasser kocht
" Schöne Rollen waren beispielsweise auch die "Adriana" in Shakespeares
"Komödie der Irrungen", die "Cat" in "Eine Rose zum Frühstück"
von P. Barillet/J-P. Gredy oder die "Erika" in Lope de Vegas
"Das Spiel mit dem Feuer".
Ab 2001 begeisterte Anita Kupsch mit der Titelrolle in der Krimikomödie
"Keine Leiche ohne Lilly" und wurde für ihre Leistung mit
dem "BZ-Kulturpreis" ausgezeichnet, ihr neuestes Stück hieß
dann "Männer und andere Irrtümer"*): In der"One-Women-Komödie"
steht sie zwei Stunden allein auf der Bühne, mimt eine von ihrem Ehemann verlassene
Frau, die nach Jahren des Hausfrauendaseins ihre neu gewonnene Freiheit mit allen Höhen und Tiefen
erlebt und dabei in 25 verschiedene Rollen schlüpft. Bis Anfang Dezember 2003
feierte die Schauspielerin an der Berliner Komödie am Kurfürstendamm mit dem
Stück einen riesigen Erfolg, anschließend ging sie bis in jüngste
Zeit auf eine
deutschlandweite Tournee.
Unter der Regie von Wolfgang Spier spielte sie seit Herbst 2007 an der Komödie am Kurfürstendamm
in Alfonso Pasos flott-fröhlichem Stück "Geschichten von Mama und Papa"*) und mimt
Dolores Velasco, eine putzmuntere, dennoch depressive ältere Witwe, die sich
in den ebenso frustrierten Senior Fernando Cano alias Achim Wolff verliebt eine erneute Paraderolle
für die quirlige Anita Kupsch. Das Stück wurde danach in vielen
weiteren Städten aufgeführt, zuletzt bis Juli 2010 in Stuttgart.
Bis 21. November 2010 lief dann an der Komödie am Kurfürstendamm mit
"Die
Perle Anna"*) von Marc Camoletti ein weiteres
Kupsch-Vergnügen. "Wo Anita Kupsch drauf steht, sind die Leute drin.
Erst recht, wenn der winzige blonde Wirbelwind eine so entzückende
Vorstellung gibt wie jetzt mit der "Perle Anna" im Kudamm-Theater."
schrieb unter anderem die "B.Z."
am 19. September 2010.
*) Link: Komödie am Kurfürstendamm
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Seit Anfang der 60er Jahre übernimmt Anita Kupsch interessante Aufgaben für
das Fernsehen, wurde vor allem in Stücken mit Berliner Kolorit rasch
bundesweit bekannt und handelte sich den Titel "Berliner Schnauze mit
Herz" ein. Der Durchbruch auf dem Bildschirm gelang ihr Anfang der
70er Jahre mit der Figur der "Biggi in der Krimi-Serie
"Okay S.I.R.", eine schöne Rolle war auch die der
Else Wagenseil in Herbert Ballmanns Fallada-Verfimung "Ein Mann
will nach oben"1) (1978). Ihre populärste Rolle spielte sie in dem
Quotenrenner "Praxis Bülowbogen"2), fast zehn Jahre und
106 Folgen lang war sie ab 1987 die ewig unglücklich in ihren Chef
Dr. Peter Brockmann (Günter Pfitzmann) verliebte Arzthelferin
Gabi Köhler, die sich um die kleinen und großen Nöte der Patienten
kümmerte; als Pfitzmann 1996 die Rolle abgab, stieg auch Anita Kupsch
aus der Serie aus. Danach erlebte man sie ab 1998 in ZDF-Sitcom
"Anitas Welt", in der sie 13 Folgen lang als lebenslustige
Witwe Anita Wedel ein Speditionsunternehmen leitet und einmal mehr ihr
komödiantisches Talent ausleben konnte.
Das Foto wurde mir freundlicherweise von der Fotografin Virginia Shue
(Hamburg) zur Verfügung gestellt.
Das Copyright liegt bei Virginia Shue.
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Zur TV-Filmografie von Anita Kupsch zählen darüber hinaus Auftritte in
Serien wie beispielsweise "Tiere und Menschen" (1984), "Harry & Sunny" (1993)
und "Immer wieder Sonntag"2) (1993), mehrfach
wirkte sie in "Berliner Weiße mit Schuss" sowie verschiedenen
"Tatort"-Folgen mit und auch in verschiedenen Einzelproduktionen wie
"Glück im Grünen" (1994) oder "Wer zuletzt lügt, lügt am besten" (1999)
war sie auf dem Bildschirm präsent. Zu ihren jüngeren Arbeiten für das
Fernsehen zählt die heitere Geschichte "Schöne Männer hat man nie für sich allein" (2004).
Auf der Leinwand tauchte die Schauspieler eher selten auf, hier sind die
Produktionen "Escape from East Berlin" (1962, Tunnel 28/Regie: Robert Siodmak),
"Ninotschka und Peer" (1962), "Wochentags immer" (1963),
"Brille und Bombe Bei uns liegen Sie richtig!" (1967) , "Rheinsberg" (1967),
"Klassenkeile"2) (1969), "Wir hau'n den Hauswirt in die Pfanne"2) (1971)
und "Einer von uns beiden"2) (1973) zu nennen; eine Hauptrolle spielte
sie 1969 in Herbert Ballmanns eher belanglosem Streifen "Helgalein".
Anita Kupsch war von 1963 bis 1973 mit dem Journalisten Henno Lohmeyer
verheiratet, aus der Verbindung stammt die 1964 geborene Tochter Daniela. 1974 heiratete
die Schauspielerin den französischen TV-Produktionsleiter François Chevreuil,
doch auch diese Ehe ging in die Brüche. Seit Ende der 70er Jahre ist der Innenausstatter Klaus-Detlef Krahn der
Lebenspartner von Anita Kupsch, seit Mitte der 80er Jahre sind beide
auch offiziell ein Paar.
Foto: Anita Kupsch am 8. März 2011 bei "Markus
Lanz"1)
Quelle: Wikipedia
bzw. Wikimedia Commons
Urheber: Udo Grimberg (Wikipedia-Benutzer
Chester100)
Lizenz zur Veröffentlichung siehe hier
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