Übersicht (Auswahl) Theater / Film / Hörspiel
Wolf Kaiser 1956; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pkm_0001263_003); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek; Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983); Datierung: 12.1956; Quelle: www.deutschefotothek.de Der Theater- und Filmschauspieler Wolf Kaiser (Wolf Wilhelm Kaiser) erblickte am 26. Oktober 1916 in Frankfurt am Main als Sohn eines Eisengießers und Galvaniseurs das Licht der Welt. Um der Arbeitslosigkeit zu entgehen zog die Familie um 1920 in die Schweiz, wenig später verließ der Vater Frau und Kind. Aufgewachsen in Basel), hatte Kaiser nach der Matura (Abitur) anfangs eine Banklehre begonnen, die er 1934 zugunsten eines Studium der Chemie und Physiologie abbrach. Ab 1937 lebte er in Deutschland bzw. in seiner Geburtsstadt, wurde 1938/39 zum Arbeitsdienst sowie zur Wehrmacht verpflichtet, jedoch aufgrund eines Sportunfalls entlassen. Er entschied sich nun für die Schauspielerei und ließ sich ab Ende der 1930er Jahre in Berlin unter anderem von Margarethe Wellhoener entsprechend ausbilden. Sein Bühnendebüt gab der25-Jährige 1941 am Stadttheater im böhmisch-mährischen Iglau (heute Jihlava, Tschechien) in der Tragödie "Die Petersburger Krönung" von Friedrich Wilhelm Hymmen1), einem Stück über den preußischen General Burkhard Christoph Graf von Münnich1). Zu seinen weiteren Rollen in Iglau zählte unter anderem die Titelfigur in Goethes "Egmont"1). Im darauffolgenden Jahr wechselte er für zwei Spielzeiten zu Eugen Klöpfer an die Berliner "Volksbühne"1). Weitere Theaterstationen wurden München, Frankfurt/M. sowie ab 1948 Leipzig, 1950 kam er dann wieder nach Berlin bzw. den Ostteil der Stadt.

Wolf Kaiser 1956
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pkm_0001263_003)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek
Urheber: Abraham Pisarek1) (1901–1983); Datierung: 12.1956
Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017

Zunächst spielte Kaiser am "Deutschen Theater"1), wurde dann von Bertolt Brecht1) und Helene Weigel an deren "Berliner Ensemble"1) verpflichtet, wo er rasch zum gefeierten Star avancierte und bis 1967 dem Haus verbunden blieb. Anschließend fand er für zwei Jahre bei der "Volksbühne" erneut eine Wirkungsstätte. Hatte sich Kaiser bereits in Leipzig und am "Deutschen Theater" als vielschichtiger Schauspieler empfohlen, gehörte er bald zu den unverzichtbaren Brecht-Protagonisten, erlangte mit Auslandsgastspielen unter anderem in Moskau, Leningrad, Stockholm, Helsinki, Paris und London auch internationale Anerkennung. "Hünenhaft und breitschultrig ist die Gestalt, unverkennbar das markante, scharf ausgeprägte Profil des Gesichts. Über lebhaften, oft lustig blitzenden braunen Augen liegen buschige, schwarze Augenbrauen. Der Schauspieler Wolf Kaiser fällt dem Zuschauer unweigerlich schon beim ersten, flüchtigen Blick auf …" wird 1962 in dem Buch "Unsere Filmsterne" ausgeführt.2) Zu seinen Glanzrollen zählten der Wu Tsang in dem chinesischen Volksstück "Der Tag des großen Gelehrten Wu" (Premiere: 08.11 1955), der Kardinal Barberini (später Papst Urban VIII.) in "Leben des Galilei"1) mit Ernst Busch1) in der Titelrolle (Premiere: 15.01.1957), der Gangster Emanuele Giri in "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui"1) mit Ekkehard Schall als Arturo Ui (Premiere: 23.03.1959) und der Senator Menenius Agrippa in der Uraufführung von Brechts "Die Tragödie des Coriolan", einmal mehr Ekkehard Schall als Protagonist (Premiere: 25.09.1964).

Wolf Kaiser als Emanuele Giri in Brechts "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui"1)
1959 am "Berliner Ensemble" (Regie: Peter Palitzsch/Manfred Wekwerth1))
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0004552_d_005)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek
Urheber: Abraham Pisarek1) (1901–1983); Datierung: 18.03.1959
Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017

Wolf Kaiser als Emanuele Giri in Brechts "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui", 1959 am "Berliner Ensemble" (Regie: Peter Palitzsch/Manfred Wekwerth; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pk_0004552_d_005); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek; Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983); Datierung: 18.03.1959; Quelle: www.deutschefotothek.de
Legendär war Kaisers eindrückliche Gestaltung des Macheath, genannt "Mackie Messer", in Erich Engels Inszenierung von "Die Dreigroschenoper"1) (Premiere: 23.04.1960), eine Figur, die er fast 500 Mal umjubelt interpretierte. An der "Volksbühne" feierte er seit 1967 als Cäsar in der Komödie "Cäsar und Cleopatra " von George Bernard Shaw1) mit Angelica Domröse als Cleopatra Triumphe, (Premiere: 09.09.1967), eine Aufführung, die 1970 auch vom "Deutschen Fernsehfunk"1) (DFF) gezeigt wurde.
Seit den 1970er Jahren band sich Kaiser nicht mehr fest an ein Haus, er unternahm Tourneen mit Brecht-Abenden, gab Gastspiele unter anderem am "Schauspielhaus Zürich"1), wo er als Schigolch in "Lulu" (1977), der Zusammenfassung von Frank Wedekinds "Erdgeist"1) und "Die Büchse der Pandora"1), als Alfred III (I-L-L) in "Der Besuch der alten Dame"1) (1977) von Friedrich Dürenmatt oder als Jupiter1) in "Orpheus in der Unterwelt"1) von Jacques Offenbach (1982) brillierte. "Die Zürcher Entdeckung des Jahrzehnts (…): der Schauspieler Wolf Kaiser (…). Ein herrliches Theatergesicht, eine Landschaft von Ohr zu Ohr, und dieser komisch faltige, auf Würde bedachte Jupiter beherrscht die müde olympische Belegschaft (…) wie ein donnernder Theaterregisseur." meinte Reinhardt Stumm (→ tls.theaterwissenschaft.ch) in der "Süddeutschen Zeitung" (14.04.1982).
**)  
Eine schöne Altersrolle war 1980 der Landbesitzer Pozzo in "Warte uf de Godot", der von Urs Widmer1) geschaffenen schweizerdeutsche Fassung von Samuel Becketts "Warten auf Godot"1), inszeniert von Max Peter Ammann1) im ehemaligen "Zürcher Tramdepot" mit Ruedi Walter1) (Estragon) und Jörg Schneider1) (Wladimir) in den Hauptrollen (auch TV 02.04.1981 → www.srf.ch). Bei den "Freilichtspielen Schwäbisch Hall"1) überzeugte Kaiser im Sommer 1984 als Shylock in "Der Kaufmann von Venedig"1) von William Shakespeare, gab 1986 in Berlin an der "Freien Volksbühne" den Basilius, König von Polen, in " Das Leben ist ein Traum"1) von Calderón de la Barca und im gleichen Jahr konnte man ihn am "Staatstheater Nürnberg"1) mit der Titelrolle in "Der Hauptmann von Köpenick"1) von Carl Zuckmayer bewundern. Zu seinen letzten Theater-Auftritten zählte der blinde Seher Teiresias1) in "Antigone"1) von Sophokles, übersetzt von Friedrich Hölderlin1) und bearbeitet von Bertolt Brecht, ein Stück, das Fritz Bennewitz im Frühjahr 1989 am Stadttheater Chur"1) zur Aufführung brachte. Diese Rolle interpretierte Kaiser auch im Sommer 1989 bei den "Bad Hersfelder Festspielen"1), diesmal in einer Fassung von Martin Walser1) und Edgar Selge, der zudem Regie führte → Auswahl der Rollen bzw. Stücke, mit denen Wolf Kaiser im Laufe seiner Karriere in Erscheinung trat siehe hier.
Wolf Kaiser 1956; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pkm_0001263_001); Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek; Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983); Datierung: 12.1956; Quelle: www.deutschefotothek.de Wolf Kaiser, der aufgrund seiner künstlerischen Leistungen zu den bedeutenden Schauspielern der deutschen Theaterlandschaft zählte, wurde durch zahlreiche Filmrollen einem breiten Publikum bekannt. Ab 1969 war festes Mitglied des DFF-Ensembles, dem er bis zur Auflösung (bedingt durch die Wiedervereinigung) Ende 1990 angehörte. Bereits während des 2. Weltkrieges hatte er mit dem Streifen "Das Leben ruft"3) (1944) erste Erfahrungen vor der Kamera gesammelt, seit Anfang der 1950er Jahre übernahm er Aufgaben in Kino-Produktionen der DEFA, blieb jedoch anfangs auf Nebenrollen reduziert, so etwa als Hauptmann der Palastwache in Wolfgang Staudtes Kassenschlager "Die Geschichte vom kleinen Muck"1) (1953). Mehr Beachtung fand er als Bauer Schwabenhannes in Martin Hellbergs aufwendig gedrehten Biopic "Thomas Müntzer – Ein Film deutscher Geschichte"1) (1956) über den von Wolfgang Stumpf1) dargestellten Theologen Thomas Müntzer1), eine erste Hauptrolle spielte er als Hochstapler und Ex-Freund der Titelheldin Maurice Daurignac, der die französische Modistin Yvette (Josephine Back) in Hellbergs satirischen Komödie "Die Millionen der Yvette"3) (1956) zur Rache an der feinen Gesellschaft überredet.

Wolf Kaiser 1956
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pkm_0001263_001)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek
Urheber: Abraham Pisarek1) (1901–1983); Datierung: 12.1956
Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017

Als Hellberg das Schiller-Drama "Kabale und Liebe"1) (1959) auf die Leinwand brachte, gehörte Kaiser als Präsident von Walter zu den Hauptdarstellern, die kleinen Zuschauer konnte er zunächst nicht als einfältiger Kaiser Max in "Das Kleid"1) (1961) erfreuen, die von Konrad Petzold nach dem Märchen "Des Kaisers neue Kleider"1) von Hans Christian Andersen in Szene gesetzte Film-Parabel wurde mit einem Aufführungsverbot belegt und gelangte erst am 9. Februar 1991 zur Uraufführung. Weitere Kinoproduktionen mit Wolf Kaiser waren die Wolfgang Schreyer1)-Verfilmung " Alaskafüchse"1) und seinem Part als Colonel Reed sowie der Antikriegs-Streifen "Die Abenteuer des Werner Holt"1) (1965) nach dem Roman von Dieter Noll1), wo er als traditionsbewusster Generalmajor Wolzow in Erscheinung trat, der seinem Sohn Gilbert (Manfred Karge) zu einem Fanatiker erzogen hat.

Das Fernsehen bot dem Mann mit den markanten Gesichtszügen seit Ende der 1950er Jahre ein breites Betätigungsfeld, immer wieder beeindruckte er mit den unterschiedlichsten Figuren, wobei "… negative Charaktere, eiskalte Verführer, Gentlemanverbrecher, glänzende Schufte und schmierige Intriganten …" meistens sein Metier waren, "… und oft führt ihn dabei eine Neigung zum Grotesken in eine schillernde Komik, die nicht gemütvoll ist, sondern durch kritischen, aggressiven Humor entlarvt." wie schon 1962 die DDR-Zeitschrift "Neues Leben"1) schrieb.4) So kam er beispielsweise als undurchsichtiger Geschäftemacher Jachmann in der zweiteiligen Fallada-Adaption "Kleiner Mann – was nun?"5) (1967) oder als Trick- und Illusionskünstler Richard Kortmann in "Istanbul-Masche"5) (1971) daher. Verschiedentlich verlieh Kaiser historischen Persönlichkeiten Kontur, stellte den französischen "Sonnenkönig" Ludwig XIV.1) in "Hexen von Paris"5) (1958) nach dem Roman von Hans José Rehfisch1) dar und den englischen König Heinrich VIII.1) in "Heinrich oder der Ketzerkönig"5) (1960) nach der Komödie von Joachim Knauth. 

Herausragend bzw. authentisch war seine Verkörperung des Thomas Müntzer in dem erstmals am 28./30.08.1970 als Zweiteiler ausgestrahlten filmischen Porträt "Denn ich sah eine neue Erde"5). "Wolf Kaiser drückte dieser Rolle seinen unverkennbaren Stempel auf. Die Zuschauer in der DDR liebten und bejubelten ihn." heißt es bei www.neues-deutschland.de. Das von Wolf-Dieter Panse1) inszenierte Biopic ist seit 2013 auf DVD im Handel erhältlich.
 
In der zweiten Hälfte der 1960er Jahre wird die Gestalt des von Wolf Kaiser verkörperten Meister Falk in der Fernsehfilmreihe von Benito Wogatzki1) "Meine besten Freunde" (1966–1969) popularisiert. Ursprünglich als Volksfigur gedacht, die mit Lebensweisheit hochfliegende staatliche Vorgaben auf ihre Lebensnähe befragt, wird der Meister Falk im Zuge des kunstfeindlichen 11. Plenums des ZK der SED zu einem volkstümlichen Agitator umgestaltet, löst aber viele Diskussionen aus. Walter Ulbricht lobt 1969: "Millionen Menschen sind ergriffen von der Gestalt des Meister Falk. Für sie ist Meister Falk das Vorbild: das Vorbild des Leiters, einer Brigade, das Vorbild des Kommunisten." Kaiser erhält für diese Rolle zwei Nationalpreise.*)

  

Abbildung DVD-Cover  mit freundlicher Genehmigung
von "Studio Hamburg Enterprises GmbH
Quelle: presse.studio-hamburg-enterprises.de

Denn ich sah eine neue Erde: Abbildung DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von "Studio Hamburg Enterprises GmbH"; Quelle: presse.studio-hamburg-enterprises.de

   

1966–1969: Meine besten Freunde (als Meister Werner Falk)
(Link: fernsehenderddr.de)

Der hochgewachsene Charakterdarsteller präsentierte sich dem TV-Publikum in etlichen Literaturadaptionen, unter anderem als "Heiratsschwindler" Alois Klapatschek in "Die Heirat des Heiratsschwindlers"5) (1963) nach der Komödie von Oldřich Daněk1), mit der Titelrolle in "Volpone"5) (1964) nach der Komödie von Ben Jonson1), oder an der Seite von Gisela May als Filumenas Geliebter Domenico Soriano in "Filumena Marturano"5) (1965) nach der Komödie von Eduardo de Filippo1). Großartig war sein Herr Orniffle in der Jean Anouilh-Komödie "Der Herr Ornifle"5) (1972), "nach außen ein leichtlebiger Grandseigneur, ließ er durch den Zynismus hindurch die Tragik eines verpfuschten Lebens erkennen. (…) In grandiosem doppelbödigem Spiel machte er aus diesem oft als Boulevardkomödie aufgefaßten Stück eine Tragödie." notierte Ehrentraud Novotny 1976.*)

Aufmerksamkeit erregte auch seine bravourös gespielte Charakterstudie eines verbitterten alten Mannes an der Seite von Hanna Schygulla in der Schweizer Produktion "Der Stumme"1) (1976), ebenso wie sein Privatdetektiv Karl Fretsch in dem Zweiteiler "Sein letzter Fall"5) (1976) nach dem Tatsachenbericht "Großes Bundesverdienstkreuz"1) von Bernt Engelmann1). Egon Günthers Verfilmung der Keller-Novelle "Ursula"1) in Ko-Produktion DDR/Schweiz mit Wolf Kaiser als Schnurrenberger wird 1978 zum Eklat, weil der Film ein neues Denken und die Auflehnung gegen die Obrigkeit propagiert. Wolf Kaiser zieht sich aus dem Kulturbetrieb der DDR immer stärker zurück. Ein letztes großes Kabinettstück im DFF liefert er 1981 neben der ihm ebenbürtigen Marianne Wünscher, als er den alternden Casanova in einem Kammerspiel von Karl Gassauer in einer Mischung von Eitelkeit und Weisheit charakterisiert.*) → "Casanova auf Schloß Dux "5). Seit 2017 ist diese legendäre Produktion auf DVD im Handel erhältlich.
 
Einen letzten TV-Auftritt hatte er 1985 als Pedro de Miura in das "Das heilige Experiment" (Produktion SRG/ORF/BR) nach dem Drama von Fritz Hochwälder1). Ebenfalls 1985 kam mit Xavier Kollers "Der schwarze Tanner"3) die von Meinrad Inglin1) publizierte Geschichte des Kaspar Tanner, genannt "Schwarzer Tanner"1), in die Kinos, in der Kaiser als Pfarrer Mettler zu sehen war → mehr zur Filmografie siehe hier.
 

Abbildung DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung
von "Studio Hamburg Enterprises GmbH"
Quelle: presse.studio-hamburg-enterprises.de

Casanova auf Schloss Dux: Abbildung DVD-Cover mit freundlicher Genehmigung von "Studio Hamburg Enterprises GmbH"; Quelle: presse.studio-hamburg-enterprises.de
Seit Ende der 1940er Jahre beteiligte sich Kaiser mit seiner unverkennbar kräftigen Stimme zudem als Sprecher an Hörspielen, eine Auswahl der in der ARD-Hörspieldatenbank aufgeführten Produktionen findet man hier am Ende des Artikels.
 
Mehrfach würdigte man Kaisers schauspielerische Leistungen, zu nennen sind

  • 1961: Kunstpreis der DDR1)
  • 1965: Nationalpreis der DDR1) II. Klasse
  • 1967: Nationalpreis der DDR III. Klasse für "Geduld der Kühnen" (im Kollektiv)
  • 1968: Nationalpreis der DDR I. Klasse für "Zeit ist Glück" (im Kollektiv)
  • 1977: Vaterländischer Verdienstorden1) in Silber
  • 1981: Vaterländischer Verdienstorden in Gold
  • 1986: Ehrenspange zum Vaterländischen Verdienstorden in Gold
Wolf Kaiser, fotografiert von Werner Bethsold; Copyright Werner Bethsold; Lizenz: CC BY-SA 4.0; Quelle: Wikimedia Commons

Zudem war Kaiser zeitweise Präsident des in der Luisenstraße beheimateten Künstlerclubs "Die Möwe", einem Klub der dem FDGB unterstellten " Gewerkschaft Kunst", der zu den beliebten kulturellen Treffpunkten Ost-Berlins zählte → lv.sachsen-anhalt.de.
Nach der so genannten "Wende" nahm Kaiser, bereits von Krankheit gezeichnet, noch sporadisch Aufgaben in Hörspielen wahr, zog sich jedoch mehr und mehr aus der Öffentlichkeit zurück. Vier Tage vor seinem 76. Geburtstag nahm er sich am 21. Oktober 1992 durch einen Sprung aus dem Fenster seiner Wohnung im 4. Stock in der Berliner Friedrichstraße 128 das Leben. Eberhard Esche bezeichnete seinen Kollegen in der Grabrede als einen "ungekrönten Monarchen der Schauspielzunft", Regisseur Konrad Petzold1) suchte Gründe für den erschütternden Selbstmord und äußerte: "Wenn Schauspieler von seiner Qualität keine Angebote bekommen, erkranken sie an Verzweiflung".
 
Wolf Kaiser, fotografiert von Werner Bethsold1)
© Werner Bethsold; Lizenz: CC BY-SA 4.0
Quelle: Wikimedia Commons

Die letzte Ruhe fand der gefeierte Schauspieler auf dem Berliner "Dorotheenstädtischen Friedhof"1) – das auf Grabstein angebrachte Relief von Fritz Cremer1) stammt aus einer Szene von Bertolt Brechts "Die Dreigroschenoper" → Foto der Grabstelle bei Wikimedia Commons, knerger.de.
Wolf Kaisers schriftlicher Nachlass befindet sich in der Berliner "Akademie der Künste"1) → Wolf-Kaiser-Archiv.
1992 widmeten Roland Steiner1) und Walther Petri1) dem Charaktermimen das filmische Porträt "Wolf Kaiser – Schauspieler. Berlin Friedrichstraße".
Am 5. Oktober 2010 strahlte der NDR die Sendung "Der Unbelehrbare" – Warum Mackie Messer aus dem Fenster sprang. Eine Wendegeschichte" erzählt von Helmut Kopetzky1) aus: "Wenige Monate nach der deutschen Vereinigung stürzte sich der 76-Jährige aus dem Fenster seiner Wohnung, Friedrichstraße 128. 1990 hatte er seiner Abscheu über die "neue Zeit" wie über das Wende-Verhalten mancher Mitglieder der DDR-Führungsschicht ungehemmt Ausdruck verliehen. Noch in den letzten Tagen vor seinem Freitod verließ der Star ohne Engagement jeden Morgen pünktlich die Wohnung mit der abgeschabten Aktentasche, mit der er als Brecht-Schauspieler und Mitglied des DDR-Fernsehensembles immer zur Arbeit gegangen war – eine Inszenierung auch für die eigene Frau. Das bittere Ende einer ostdeutschen Schauspieler-Karriere wird zu einer Parabel für den gesellschaftlichen Umbruch, der mit dem Fall der Mauer 1989 und der deutschen Vereinigung 1990 nicht erledigt war." (Quelle: www.bremer-hoerkino.de; siehe auch www.deutschlandfunkkultur.de)
Quellen: Wikipedia, www.film-zeit.de, www.defa-stiftung.de, tls.theaterwissenschaft.ch sowie
"Lexikon der DDR-Stars"*), Henschel Theaterlexikon**)
*) "Lexikon der DDR-Stars" von F.-B. Habel und Volker Wachter (Ausgabe 1999, S. 156/157)
**) Henschel Theaterlexikon (Hrsg. C. Bernd Sucher; Henschel Verlag, 2010, S. 423)
Fremde Links: 1) Wikipedia, 3) filmportal.de, 5) fernsehenderddr.de
2) Quelle: ehemalige Webseite defa-sternstunden.de aus "Unsere Filmsterne. Jahrbuch Magazin der Jugend "Neues Leben" (Berlin Verlag "Junge Welt" 1962) → Memento bei web.archive.org
4) Quelle: ehemalige Webseite defa-sternstunden.de → Memento bei web.archive.org sowie www.filmstadt-quedlinburg.de
  
Theater-Wirken (Auszug)
Quelle. Henschel Theaterlexikon**),  Wikipedia, "Wolf-Kaiser-Archiv"
(Fremde Links: Wikipedia, Berliner "Akademie der Künste"; R = Regie, P = Premiere)
 
Filme
Kinofilme / Fernsehen
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de

(Fremde Links: filmportal.de, Wikipedia (deutsch/englisch), defa-stiftung.de, 
fernsehenderddr.de, fernsehserien.de)
Kinofilme (wenn nicht anders vermerkt DEFA-Produktionen) Fernsehen (Auszug)
Hörspielproduktionen (Auszug)
(Link: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung),
Wikipedia (deutsch/englisch), fernsehenderddr.de, fernsehserien.de)
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