Sigrid Göhler wurde am 8. November 1942 im sächsischen Freiberg1) geboren. Ihr schauspielerisches Rüstzeug erwarb sie sich an der "Deutschen Hochschule für Filmkunst" (heute "Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf"1)), Theater-Engagements in Brandenburg (Havel) und Halle/Saale sowie kleinere Aufgaben beim Film schlossen sich an. Ende der 1960er Jahre zog es sie nach Berlin, wo sie nun als freischaffende Schauspielerin überwiegend für das Fernsehen und die Synchronisation tätig war.
So richtig populär wurde Sigrid Göhler durch die Krimireihe "Polizeiruf 110"1), seit der ersten Folge mit dem Titel "Der Fall Lisa Murnau"1), welche am 27. Juni 1971 ausgestrahlt wurde, löste sie als Leutnant Vera Arndt überwiegend gemeinsam mit Peter Borgelt (Oberleutnant Peter Fuchs) aber auch Jürgen Frohriep (Oberleutnant Jürgen Hübner) bis 1983 so manchen kniffligen Fall. Sie schrieb damit TV-Geschichte, war sie doch die erste weibliche Kriminalistin des deutschen Fernsehens. "Sie erweist sich dabei als psychologisch geschickte, einfühlsame Befragerin, die Beruf und Familie gekonnt zu vereinbaren weiß." konnte man auf der ehemaligen Webseite defa-sternstunden.de lesen. Und Peter Hoff (1942 – 2003), Autor des Buches "Polizeiruf 110 – Filme, Fälle, Fakten" schrieb 1996: "Sie nahm diese Rolle sehr ernst und gab ihr ein interessantes Profil als berufstätige junge Frau in der DDR, wenn der Gestaltung von Widersprüchen und Problemen auch durch die SED-Frauenpolitik Grenzen gesetzt waren."*) Letztmalig verkörperte sie die Vera Arndt am 17. April 1983 in der Episode "Es ist nicht immer Sonnenschein"1), stellte diese Figur insgesamt 48 Mal dar, zählt man den Krimi "Herbstzeit"1) (1979) dazu, der als "Polizeiruf 110"-Folge geplant war, dann jedoch als eigenständiger Film gesendet wurde.
Die Dreharbeiten für den "Polizeiruf" ließen Sigrid Göhler wenig Raum für andere Aufgaben, man erlebte sie unter anderem als Graziella in der Komödie "Lügen haben lange Beine"2) (1975) von Eduardo De Filippo1), als Prinzessin Felia in der Märchenkomödie "Die Ringe aus Zinn"2) (1979) oder als Marlies Busch in dem Gegenwartsstück "Kein Tag ist wie der andere"2) (1981). 1984 sah man sie dann noch in zwei Folgen des Vierteilers "Mensch, Oma!"2), danach widmete sie sich erneut der Arbeit am Theater, spielte am "Theater der Bergarbeiter" in Senftenberg1) und am Theater in Schwedt1). Mitte der 1980er Jahre beendete sie ihre schauspielerische Kariere und ließ sich zur Tierheilpraktikerin umschulen. In den 1990er/2000er Jahren arbeitete sie zudem als Leiterin des Besetzungsbüros der Filmproduktionsgesellschaft "Saxonia Media", war dort für das Casting verantwortlich.
2001 kam es noch einmal zu einem Wiedersehen auf dem Bildschirm, als am 24. Juni 2001 anlässlich des 30. Geburtstages der "Polizeiruf 110"-Reihe die Folge "Kurschatten"1) ausgestrahlt wurde – hier hatte sie einen kleinen Auftritt als Frau Raven.
 
Sigrid Göhler ist mit dem Schauspieler und Schriftsteller Peter Reusse verheiratet, mit dem sie wiederholt vor der Kamera stand. Eine erste Zusammenarbeit hatte es bei dem DEFA-Streifen "Das Rabauken-Kabarett"3) (1960) gegeben, bei einigen "Polizeiruf 110"-Folgen musste sie mitunter gegen ihren eigenen Mann ermitteln, verhaftete ihn insgesamt zehn Mal als "Bösewicht". In den letzten Jahren erfreut das Ehepaar die Zuhörer mit Lesungen wie beispielsweise aus Reusses Buch "Da capo für die Leiche" mit dem Untertitel "Geschichten über Schauspieler und andere Merkwürdigkeiten".
Seit Ende der 1990er Jahre lebt das Paar im brandenburgischen Kolberg1). Aus der Verbindung stammen die 1965 in Berlin geborenen Zwillinge Bettina und Sebastian Reusse. Tochter Bettina arbeitet als Sonderschulpädagogin, Sohn Sebastian Reusse1) trat in die Fußstapfen seiner Eltern und wurde ebenfalls Schauspieler; seit 2009 gehört er zum Ensemble des "Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin". Enkelin Linn Reusse1), Tochter von Bettina Reusse, setzte die Familientradition fort und ist seit der Spielzeit 2016/17 festes Ensemblemitglied am Berliner "Deutschen Theater".
Quellen: "Lexikon der DDR-Stars"*), Wikipedia sowie
ehemalige Seite defa-sternstunden.de → Memento bei web.archive.org
*) "Lexikon der DDR-Stars" von F.-B. Habel und Volker Wachter (Ausgabe 1999, S. 101)
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