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Ab 1962 war sie Mitglied
des von Bertolt Brecht gegründeten und dessen Frau Helene Weigel
geleiteten "Berliner Ensemble", wo sie bis 1992 auf der Bühne stand.
Dreizehn Jahre lang brillierte sie dort als "Mutter Courage"
und diese Rolle wird als Höhepunkt ihrer schauspielerischen
Entwicklung angesehen. Aber auch in anderen Brecht-Stücken begeisterte Gisela May
das Publikum, so als als Madame Cabet in "Die Tage der Commune",
als Frau Peachem in "Die Dreigroschenoper" oder als Frau Kopecka in
"Schweyk im Zweiten Weltkrieg". Daneben gab sie
Gastrollen an der Deutschen Staatsoper, dem Berliner Metropol-Theater,
wo sie mit der Titelrolle in dem Musical "Hallo Dolly"
begeisterte, sowie ab 1992 am Renaissance-Theater. Ihre künstlerische Laufbahn war nicht immer einfach und sie selbst
sagte einmal "Niemand hat mich entdeckt. Mein künstlerischer
Weg ging unsensationell, mühsam und langsam bergan. Dass ich ihn gehen musste, stand außer Frage."
Im Fernsehen hatte Gisela May 1958 ihren Durchbruch mit der Titelrolle in Helmut Sakowskis vieldiskutiertem Stück "Die Entscheidung der Lene Mattke", welches Probleme bei der Kollektivierung der Landwirtschaft thematisierte. Ende der 1950er Jahre begann Gisela May in Mailand eine umjubelte internationale Karriere als Chansonsängerin und sie feierte Erfolge auf allen großen Bühnen dieser Welt, gab beispielsweise Konzerte in der Mailänder Scala, der Carnegie-Hall in New York oder dem Opernhaus in Sydney. In nur kurzer Zeit galt sie als Brecht-Interpretin schlechthin, machte mit den Kompositionen von Kurt Weill, Hanns Eisler und Paul Dessau Furore; sie hatte aber auch Erfolge mit Liedern von Tucholsky, Kästner, Friedrich Hollaender oder Jacques Brel und avancierte zur "First Lady" des politischen Chansons. Sie nahm zahlreiche Platten und CDs auf, wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. in Frankreich mit dem "Grand Prix du Disque". In den 80er Jahren moderierte Gisela May mehr als ein Dutzend Folgen ihrer eigenen TV-Unterhaltungsshow "Die Pfundgrube" und in jüngerer Zeit übernahm sie die Rolle der Marlene Dietrich neben Gisela Uhlen als Leni Riefenstahl in der Hörbuchversion des Theaterstücks "Marleni" von Thea Dorn. Trotz ihrer umfangreichen Arbeit für Theater und Chanson trat Gisela May immer wieder in großen Fernsehrollen auf, oft in Stoffen der Weltliteratur, aber auch gelegentlich in Komödien. 1975 beispielsweise sah man sie mit der Titelrolle in "Frau Jenny Treibel" nach dem Roman von Theodor Fontane, ein Höhepunkt war 1977 ihre alternde Sängerin Adele Fuchs in der Heinrich-Mann-Adaption "Die Verführbaren". Auch nach der "Wende" blieb Gisela May Film- und Fernsehen treu; so wurde sie 1991 für ihre Rolle in der Komödie "Die Hallo-Sisters", das den vergeblichen Comeback-Versuch eines Schlagerduos aus den 50er Jahren schildert, neben Ilse Werner und Harald Juhnke mit dem Bundesfilmpreis geehrt. Seit 1993 verkörperte sie humorvoll die Rosa Müller-Graf-Kleditsch und "Muddi" von Adelheid Möbius alias Evelyn Hamann in der erfolgreichen Krimi-Serie der ARD "Adelheid und ihre Mörder"1) und war aus der beliebten Serie nicht mehr wegzudenken. Ihr fast schon legendärer Satz "Sag nicht immer Muddi zu mir", durfte in keiner Folge fehlen. Durch den plötzlichem Krebstod von Evelyn Hamann2) am 28. Oktober 2007 fand die beliebte Serie ein abruptes Ende. Gisela May, die sich in der ehemaligen DDR politisch engagierte so übernahm sie für lange Zeit den Vorsitz der Berliner Bezirksorganisation der Gewerkschaft Kunst erhielt mehrfach hohe staatliche Auszeichnungen für ihre Leistungen: So wurde sie 1972 in der ehemaligen DDR ordentliches Mitglied der "Akademie der Künste" sowie 1993 der "Akademie der Künste Berlin-Brandenburg"; sie ist unter anderem mehrfache Nationalpreisträgerin der DDR (1973 und 1988), erhielt den Deutschen Kleinkunstpreis und wurde 2000 mit dem Verdienstordens des Landes Berlin geehrt. 2004 wurde ihr das Bundesverdienstkreuz überreicht.
Seit den 1960er Jahren arbeitete die Künstlerin auch als Dozentin an der Berliner Humboldt Universität
sowie an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler", führte
Chanson-Workshops durch, die sie unter anderem regelmäßig nach Schweden, Finnland, Norwegen, Italien, Belgien und in
die Schweiz führten. |
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| Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP | Stand: Februar 2012 | ||
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Gisela May im Internet: www.giselamay.de,
unter anderem mit aktuellen
Terminen. Siehe auch Wikipedia; Filmografie bei www.imdb.de |
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