Theater / Filmografie / Hörspiel
Die Theater- und Filmschauspielerin Ingeborg "Inge" Keller erblickte am 15. Dezember 1923 im großbürgerlich geprägten Berliner Ortsteil Friedenau als Tochter des Fabrikanten Arthur Keller (1882 – 1941) und dessen Ehefrau Auguste Dorothea das Licht der Welt; sie hatte eine ältere Schwester Jutta und den jüngeren Bruder Jürgen. Schon früh fühlte sie sich zum Theater hingezogen, nach der Schule ließ sie sich ab 1939 an der privaten Schauspielschule Helmut Bergmann zur Schauspielerin ausbilden und gab 1942 am Berliner "Theater am Kurfürstendamm"1) ihr Bühnendebüt. Eine weitere Stationen wurde ab der Spielzeit 1943/44 unter anderem das "Stadttheater Freiberg" (heute "Mittelsächsische Theater"1)). Nach einem Intermezzo am Berliner "Hebbel-Theater"1) (1947/48) ging sie für zwei Jahre zu Boleslaw Barlog1) an das "Schlosspark Theater"1), trat hier unter anderem als Waltraut von Mohrungen, genannt "Pützchen", in dem Zuckmayer-Drama "Des Teufels General"1) (1948) an der Seite von Protagonist O. E. Hasse und als Leni in "Der Prozeß" nach dem gleichnamigen Romanfragment1) von Franz Kafka1) in Erscheinung. 1950 wechselte Inge Keller an das "Deutsche Theater"1) in Ost-Berlin, feierte dort ihren ersten großen Erfolg als Eliza Doolittle in der Komödie "Pygmalion"1) von George Bernard Shaw1). Mehr als fünf Jahrzehnte gehörte sie dem renommierten Haus als festes Ensemble-Mitglied an, seit der Spielzeit 2000/2001 übernahm sie dann Aufgaben als Gast.
 

Inge Keller 1950
Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, Bild 183-19000-2695;
Fotograf: Gielow / Datierung: 1950 / Lizenz CC-BY-SA 3.0
Genehmigung des Bundesarchivs zur Veröffentlichung innerhalb dieser Webpräsenz wurde am 11.10.2010 erteilt.
Originalfoto und Beschreibung: Deutsches Bundesarchiv Bild 183-19000-2695 bzw. Wikimedia Commons

Inge Keller 1950; Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, Bild 183-19000-2695; Fotograf: Gielow / Datierung: 1950 / Lizenz CC-BY-SA 3.0; Originalfoto und Beschreibung: Deutsches Bundesarchiv Bild 183-19000-2695 bzw. Wikimedia Commons
Rasch hatte sich Inge Keller als exzellente Charakterdarstellerin profiliert und wurde zur unverzichtbaren Größe sowohl in Klassikern als auch in Stücken der Moderne. Ihre Zusammenarbeit mit so berühmten Regisseuren wie Wolfgang Langhoff1) und Wolfgang Heinz1), später mit Thomas Langhoff1), Peter Stein1), Edith Clever1), Einar Schleef1) und Michael Thalheimer1) brachten ihr den Ruf als eine der bedeutendsten Theaterschauspielerinnen ihrer Zeit ein, die ihre Kunst in den 1970er und 1980er Jahren im Rahmen von Gastspielen auch an Westberliner Bühnen zeigte. Beispielsweise brillierte sie 1978 am "Renaissance-Theater"1) unter der Regie von Rudolf Noelte1) als Klytämnestra1) in "Elektra" von Jean Giraudoux1) oder ein Jahr später an der "Volksbühne Berlin"1) als Berta Sörby, Hausdame bei Werle, in "Die Wildente"1) von Henrik Ibsen1).
  
Inge Keller am "Deutschen Theater" / "Kammerspiele" als …
Inge Keller (r.) mit Lisa Macheiner (Auguste Parochlitz) am 23.4.1960 (Premiere) in dem Schauspiel "Weißes Blut" in den Berliner "Kammerspielen"; Bild 183-19000-2695; Urheber: Christa Hochneder; Quelle: Deutsches Bundesarchiv Bild 183-19000-2695 bzw. Wikimedia Commons; Lizenz CC-BY-SA 3.0 Inge Keller als Elmire, Frau von Orgon,am 23.12.1963 (Premiere) in "Tartuffe" in den Berliner "Kammerspielen" mit Fred Düren (Tartuffe); Bild 183-19000-2695; Urheber: Klaus Franke; Quelle: Deutsches Bundesarchiv Bild 183-B1230-0008-003 bzw. Wikimedia Commons Inge Keller (l.) als Frau Alving mit Ulrich Mühe (Sohn Osvald), Simone von Zglinicki (r., Dienstmädchen Regine Engstrand)am 18. 11.1983 (Premiere) in den Berliner "Kammerspielen"; Bild 183-1983-1118-005; Urheber: Hartmut Reiche; Quelle: Deutsches Bundesarchiv Bild 183-1983-1118-005 bzw. Wikimedia Commons
Tochter Eleonore von der Lohe
mit Lisa Macheiner (l., Auguste Parochlitz)
am 23.04.1960 (Premiere) in dem Schauspiel "Weißes Blut"
von Harald Hauser
Bild 183-19000-2695; Urheber: Christa Hochneder
Quelle: Deutsches Bundesarchiv Bild 183-19000-2695
bzw. Wikimedia Commons
Elmire, Frau von Orgon,
am 23.12.1963 (Premiere) in "Tartuffe"
von Molière, mit Fred Düren (Tartuffe)
Bild 183-19000-2695; Urheber: Klaus Franke
Quelle: Deutsches Bundesarchiv Bild 183-B1230-0008-003
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Frau Alving mit Ulrich Mühe (Sohn Osvald),
Simone von Zglinicki (r., Dienstmädchen Regine Engstrand)
am 18. 11.1983 (Premiere)  in "Gespenster" von Henrik Ibsen
Bild 183-1983-1118-005; Urheber: Hartmut Reiche
Quelle: Deutsches Bundesarchiv Bild 183-1983-1118-005
bzw. Wikimedia Commons
Quelle jeweils: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank; Lizenz CC-BY-SA 3.0
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Zu Kellers umjubelten Auftritten der jüngeren Zeit zählte ihre Interpretation der Maria Josefa in Aribert Reimanns1) Oper "Bernarda Albas Haus"1) nach der gleichnamigen Tragödie1) von Federico García Lorca1). Harry Kupfer1) hatte das moderne Musik-Theaterstück mit der Sprechrolle von Bernardas alten, geistig verwirrten Mutter an der "Bayerischen Staatsoper"1) in München uraufgeführt (Premiere: 30.10.2000) und auch ein Jahr später an der "Komischen Oper Berlin"1) in Szene gesetzt. Zuletzt konnte man die über 85-Jährige seit Frühjahr 2009 bis 2013 am "Berliner Ensemble"1) unter der Regie von Robert Wilson1) als mit weiß leuchtendem Pagenkopf maskierten Dichter-Wiedergänger Shakespeare1) in der Uraufführung von "Shakespeares Sonette" bewundern können – eine von Robert Wilson mit dem amerikanischen Popsänger Rufus Wainwright1) (Musik) geschaffene farbenfrohe Bühnenshow mit 25 der 154 Shakespeare-Sonette, die auch im Fernsehen übertragen wurde → deutschlandradiokultur.de, www.tagesspiegel.de. Zudem brillierte sie noch einmal 2012 und 2013 in den "Kammerspielen" des "Deutschen Theaters als "Tilla" in dem gleichnamigen Zweipersonen-Stück von Christoph Hein1) über die Schauspiellegende Tilla Durieux  – deren zweiten Ehemann Paul Cassirer1) gab (betont unauffällig) Bernd Stempel1) → www-nachtkritik.de.
Im "Henschel Theaterlexikon"*) kann man lesen: "Ihren Bühnenfiguren verleiht sie mitunter eine geradezu militante Strenge, aber auch Lässigkeit und Ironie. Ilse Galfert, Dramaturgin am "Deutschen Theater", schrieb: "Inge Keller ist (…) etwas sehr Rares. Sie hat den handfesten Umgang mit sich selber zwar gelernt. Aber das nobel Formvollendete, das sie als ihr spezielles Lebenselement nie aus den Augen läßt, gibt eine Art von Schmelz über alles, was sie darstellt, den sie den unvermittelter sich zeigenden Theaterkönnerinnen auf immerdar voraus hat." Eine kleine Auswahl wichtiger Rollen bzw. Theaterstücke findet man hier, siehe auch Theater-Wirken bei Wikipedia
Inge Keller in "Die letzte Heuer"; Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, Bild 183-19000-2696; Fotograf: Gielow / Datierung: 01/1951 / Lizenz CC-BY-SA 3.0; Originalfoto und Beschreibung: Deutsches Bundesarchiv Bild 183-19000-2696 bzw. Wikimedia Commons Seit Ende der 1940er Jahre stand die stets zart wirkende Inge Keller zudem vor der Kamera, so notiert das "Lexikon der DDR-Stars"**) unter anderem: "Die Theaterarbeit dominiert in ihrer Laufbahn, aber in Phasen geringerer Beschäftigung an der Bühne tritt Inge Keller immer wieder in meist außerordentlichen Rollengestaltungen vor die Kamera, ist ein Garant für große Schauspielkunst, was in ihrem Falle – das muß nicht betont werden – nicht nur die große Geste, sondern immer wieder die zurückhaltende, kleine Nuance bedeutet. Ihr Leinwanddebüt hatte sie in Gerhard Lamprechts Streifen "Quartett zu fünft"1) (1949) gegeben, es folgten das Drama "Der Rat der Götter"1) (1950), die Literaturadaption "Die letzte Heuer"1) (1951) und der Krimi "Zugverkehr unregelmäßig"1) (1951). In den 1960er Jahren zeigte sie sich beispielsweise als Protagonistin bzw. bundesdeutsche Journalistin Ella Conradi in dem Politthriller "Jetzt und in der Stunde meines Todes"1) (1963), als "Frau Venus" in der Komödie "Frau Venus und ihr Teufel"1) (1967) und als Mathilde Nikolai in dem Krimi "Nebelnacht"1) (1969). Eine interessante Rolle war die der älteren, moralisch verantwortungsbewussten Ärztin Lydia Kowalenko in "Ärztinnen"1) (1984), von Horst Seemann1) gedreht nach dem gleichnamigen Drama1) von Rolf Hochhuth1) zum Thema Medikamententests und Praktiken der Pharmaindustrie.

Inge Keller in "Die letzte Heuer"
Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, Bild 183-19000-2696;
Fotograf: Gielow / Datierung: 01/1951 / Lizenz CC-BY-SA 3.0
Genehmigung des Bundesarchivs zur Veröffentlichung innerhalb dieser Webpräsenz wurde am 11.10.2010 erteilt.
Originalfoto und Beschreibung: Deutsches Bundesarchiv Bild 183-19000-2696 bzw. Wikimedia Commons

Danach wirkte sie nur noch in zwei Kinoproduktionen mit, spielte die 83-jährige Lilly Wust1) in Max Färberböcks1) Buchverfilmung "Aimée und Jaguar"1) (1999) und die Ute Schmidt, aristokratische Mutter des schwulen Architekten Friedrich (Michael Gerber1)), in der in einer homosexuellen Migranten-Szene in Berlin angesiedelten skurrilen Komödie "Lola und Bilidikid"1) (1999) → Übersicht Kinofilme.
 
Umfangreicher war dagegen ihre Mitwirkung in etlichen TV-Produktionen, neben verschiedenen Theateraufzeichnungen konnte Inge Keller ihre darstellerische Vielseitigkeit dem Fernsehpublikum vor allem in Inszenierungen von Bühnenstücken zeigen. Immer wieder gewinnt Inge Keller dem Klischee der Dame von Welt neue Nuancen ab, nennt sich selbstironisch die "diensthabende Gräfin der DDR". Besonders nachhaltig wirken Rollen, die Inge Keller in mehrteiligen Fernsehfilmen der 1960er Jahre spielt. Unter der Regie von Günter Reisch1) und Hans-Joachim Kasprzik1) ist sie die Frau des "Retters von Greifswald", Angelika Ebershagen in "Gewissen in Aufruhr"1) (1961), bei Kasprzik die Frau von Prackwitz in " Wolf unter Wölfen"1) (1965) nach Fallada, und in einem Stoff desselben Autors wiederum unter Kasprziks Regie eine umwerfend komische und zugleich erschütternde Mia Pinneberg in "Kleiner Mann – was nun?"2) (1967).**)

Inge Keller 1951
Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, Bild 183-12033-0011;
Fotograf: Neufeld / Datierung: 09/1951 / Lizenz CC-BY-SA 3.0
Genehmigung des Bundesarchivs zur Veröffentlichung innerhalb dieser Webpräsenz wurde am 11.10.2010 erteilt.
Originalfoto und Beschreibung: Deutsches Bundesarchiv Bild 183-12033-0011 bzw. Wikimedia Commons

Inge Keller 1951; Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, Bild 183-12033-0011; Fotograf: Neufeld / Datierung: 09/1951 / Lizenz CC-BY-SA 3.0; Originalfoto und Beschreibung: Deutsches Bundesarchiv Bild 183-12033-0011 bzw. Wikimedia Commons
Die TV-Filmografie der 1970er Jahre weist beispielsweise die Rolle der Mutter Briest in der Theodor Fontane-Adaption "Effie Briest"2) (1970) aus, die Schwester Margot in der dreiteiligen Fallada-Verfilmung "Jeder stirbt für sich allein"2) (1970), die Baronin von Trettnow in dem Dreiteiler "Die Brüder Lautensack" (1973) nach dem Roman von Lion Feuchtwanger, die Maria Tudor1) in "Die Liebe und die Königin"2) (1976) nach Victor Hugos1) Drama "Maria Tudor" in der Übersetzung von Georg Büchner1) oder die Margarethe Krupp1) in dem Zweiteiler "Goldene Zeiten – Feine Leute"2) (1977). Als Lady Markby tauchte sie in der Oscar Wilde-Komödie "Ein idealer Gatte"2) (1986) oder als Konsulin Friedemann in " Der kleine Herr Friedemann"2) (1990), gedreht nach der Erzählung von Thomas Mann1). Inge Kellers weitere Auftritte in Fernsehspielen blieben dann eher die Ausnahme, so trat sie als Mutter des Olivenöl-Produzenten Enrico Sabbatini (Omero Antonutti1)) in Erscheinung, der in "Klaras Hochzeit"3) (2001) die Pläne der kurz vor der Pensionierung stehenden EU-Ressortleiterin Klara Drost (Christiane Hörbiger) durcheinander bringt. In dem Weihnachtsfilm "Alles Samba"1) (2003) mit Gudrun Landgrebe1) und Günther Maria Halmer kam sie als Frau von Lengsdorf daher, mimte in der "Wilsberg"1)-Folge "Tod einer Hostess1) (2004) die Altenheim-Bewohnerin Julika Roth und in dem "Donna Leon"1)-Krimi "Die dunkle Stunde der Serenissima1) (2008) die alte Signora Jacobs, Großmutter der ermordeten Studentin Claudia Leonardo → Übersicht TV-Produktionen.
Inge Keller bei einer Lesung im Kino "Tilsiter Lichtspiele" in Berlin-Friedrichshain am 16.07.2009; Urheber: Werner Gladow; Lizenz: CC BY-SA 4.0; Quelle: Wikimedia Commons Neben ihrer umfangreichen Arbeit für Theater, Film und Fernsehen begeisterte die für ihren präzisen, fein-nuancierten Sprachstil gerühmte Mimin vor allem seit den 1980er Jahren mit Lesungen und Rezitationsabenden. Zu nennen sind unter anderem die Soloprogramme "Das dreißigste Jahr"1) mit den Texten von Ingeborg Bachmann1), "Der fremde Freund"1) von Christoph Hein1), "Die Betrogene"1), "Tristan"1) und "Der Tod in Venedig"1) von Thomas Mann1), "Die Welt von gestern"1) von Stefan Zweig1) oder die frühe Erzählung "Die Memoiren des Blasierten"1) von Alfred Döblin1). Am 18. November 2007 beging sie mit einer Lesung von Kleists "Die Marquise von O. …"1) am "Deutschen Theater" in Berlin ihr 65. Bühnenjubiläum, ein Jahr später brachte sie Stefan Zweigs Novelle "Leporella"1) zu Gehör. 
 
Inge Keller bei einer Lesung im Kino "Tilsiter Lichtspiele" in 
Berlin-Friedrichshain am 16.07.2009
Urheber: Werner Gladow; Lizenz: CC BY-SA 4.0
Quelle: Wikimedia Commons
"Für einen Schauspieler ist die Sprache eine Droge. Sie überkommt einen, und man kann sich nicht wehren gegen sie. Der Genuss eines Kommas, die Überraschung eines Doppelpunktes, das Atemholen eines Gedankenstrichs, das sind Erlebnisse, die weitergegeben werden müssen." sagte Inge Keller in einem Interview mit der "Berliner Zeitung (13.12.2013) → berliner-zeitung.de.
Darüber hinaus bereicherte sie so manches Hörspiel-Ensemble, eine Auswahl der in der ARD-Hörspieldatenbank aufgeführten Produktionen findet man hier am Ende des Artikels. An Hörbüchern sind zu erwähnen Thomas Manns "Die Betrogene" (1998), Schillers Übersetzung bzw. Variante einer Geschichte Diderots "Merkwürdiges Beispiel einer weiblichen Rache"1) (1998/2005) und das 2007 erschienene Hörbuch "Inge Keller – Porträt einer Schauspielerin". Gemeinsam mit Hans-Dieter Schütt1) entstand anlässlich des 75. Geburtstages die erstmals 1998 publizierte Biografie "Inge Keller – Alles aufs Spiel gesetzt"; eine erweiterte Neuauflage kam 2007 zur "Leipziger Buchmesse" heraus.
Kellers herausragenden schauspielerische Leistungen wurden mehrfach ausgezeichnet, zu den frühen Ehrungen zählen der "Kunstpreis der DDR"1) (1960), der "Nationalpreis der DDR, I. Klasse für Kunst und Literatur"1) (1961, im Kollektiv für "Gewissen in Aufruhr"2)) und der "Silberne Lorbeer des Fernsehfunks der DDR" (1965) für ihre Rolle der Inge von Prackwitz in dem Vierteiler "Wolf unter Wölfen". Den "Vaterländischen Verdienstorden"1) in Gold erhielt sie 1972, den "Nationalpreis der DDR", diesmal "II. Klasse für Kunst und Literatur", überreichte man ihr 1977, die "Johannes-R.-Becher-Medaille"1) konnte sie 1981 entgegennehmen. 1984 folgte der "Darstellerpreis" beim "3. Nationalen Spielfilmfestival der DDR" für den Part in "Ärztinnen", ein Jahr später der "Kritikerpreis" des "Verbandes der Film- und Fernsehschaffenden der DDR", ebenfalls für "Ärztinnen". 
  

Walter Ulbricht1) (links) zeichnet Inge Keller 1961 mit dem
"Nationalpreis I. Klasse für Kunst und Literatur" aus.
Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, Bild 183-86965-0020;
Fotograf: Junge, Peter Heinz; Sturm, Horst / Datierung: 06.10.1961 / Lizenz CC-BY-SA 3.0
Genehmigung des Bundesarchivs zur Veröffentlichung innerhalb dieser Webpräsenz wurde am 11.10.2010 erteilt.
Originalfoto und Beschreibung: Deutsches Bundesarchiv Bild 183-86965-0020 bzw. Wikimedia Commons

Walter Ulbricht (links) zeichnet Inge Keller 1961 mit dem "Nationalpreis I. Klasse für Kunst und Literatur" aus. Quelle: Deutsches Bundesarchiv, Digitale Bilddatenbank, Bild 183-86965-0020; Fotograf: Junge, Peter Heinz; Sturm, Horst / Datierung: 06.10.1961 / Lizenz CC-BY-SA 3.0; Originalfoto und Beschreibung: Deutsches Bundesarchiv Bild 183-86965-0020 bzw. Wikimedia Commons
Im neuen Jahrtausend konnte die "Grande Dame" des "Deutschen Theaters" im März 2000 den von der Stadt Leipzig geschaffenen "Caroline-Neuber-Preis" entgegennehmen, mit dem an Friederike Caroline Neuber1) erinnert wird bzw. weibliche Theaterschaffende aus dem deutschsprachigen Raum geehrt werden, am 1. Oktober 2006 den "Verdienstorden des Landes Berlin"1). Zuletzt würdigte man am 16. November 2013 ihr Lebenswerk mit dem Theaterpreis "DER FAUST"1). Die Veranstaltung fand in der "Staatsoper im Schillertheater"1) in Anwesenheit des damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck1) und des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit1) statt – die 89-jährige Inge Keller konnte den Preis krankheitsbedingt nicht persönlich entgegen, sondern ließ sich von ihrer Tochter Barbara Schnitzler vertreten. Seit 1998 war Inge Keller Ehrenmitglied des "Deutschen Theaters", seit 1999 Mitglied der Berliner "Akademie der Künste"1) in der Sektion "Darstellende Kunst" → www.adk.de sowie "Inge Keller Archiv".
Inge Keller während einer Ausstellungserffnung in Berlin-Mitte, Oktober 2006: Urheber: Wikimedia-User SpreeTom; Lizenz: CC BY-SA 3.0; Quelle: Wikimedia Commons Die Ausnahmeschauspielerin und von den Medien als eine der "letzten großen Theaterdiven" bezeichnete Inge Keller starb am 6. Februar 2017 wenige Wochen nach ihrem 93. Geburtstag in einem Berliner Alten- und Pflegeheim. Die letzte Ruhe fand sie auf dem "Friedhof der Dorotheenstädtischen und Friedrichswerderschen Gemeinden"1) → Foto der Grabstelle bei knerger.de sowie Wikimedia Commons.
Jeanine Meerapfel1), Präsidentin der Berliner "Akademie der Künste", sagte in einem Nachruf unter anderem: "Ihr absolutes Beharren auf der Kraft und der Bedeutung von Sprache ragte wie aus einer anderen Zeit herüber. Ihre unverwechselbare Aura war nicht nur in ihren Rollen, sondern auch bei ihren zahlreichen Lesungen zu spüren. Das deutschsprachige Theater hat eine seiner prägnantesten Persönlichkeiten verloren." Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller1) zeigte sich vom Tod der Theater-Legende ebenfalls sehr betroffen und ließ in einer Pressemitteilung unter anderem verlautbaren: "Wir verabschieden uns in tiefer Trauer von der Grande Dame des Schauspiels Inge Keller. Sie hat das Theater in unserer Stadt über Jahrzehnte geprägt und genoss Ansehen und Bewunderung im ganzen Land, in Ost und in West. (…) Inge Keller war eine der ganz großen Künstlerinnen, die ihr Können auch im Film zur Geltung brachte. Unvergessen ist das Erlebnis ihrer eindringlichen Lesungen aus den Werken großer deutscher Schriftsteller, bei denen eine große Stimme große Literatur zum Klingen brachte. Die Theater- und Filmmetropole Berlin trauert um eine unverwechselbare Schauspielerin und sympathische Persönlichkeit. Unsere Gedanken sind bei Inge Kellers Angehörigen, Freunden und Kollegen. Berlin trauert um eine seiner größten Schauspielerinnen." → www.berlin.de

Inge Keller während einer Ausstellungseröffnung in Berlin-Mitte, Oktober 2006
Urheber: Wikimedia-User SpreeTom; Lizenz: CC BY-SA 3.0
Quelle: Wikimedia Commons

Inge Keller war von 1952 bis 1956 kurzzeitig mit dem Chefkommentator des DDR-Fernsehens Karl-Eduard von Schnitzler1) (1918 – 2001) verheiratet, der ab 1960 als Autor und Moderator der Propagandasendung "Der schwarze Kanal"1) von sich reden machte. Aus der Verbindung ging die 1953 geborene Tochter Barbara Schnitzler1) hervor, die ebenfalls den Schauspielerberuf ergriff und mit dem Film- und Fernsehregisseur Michael Knof verheiratet ist. Tochter Pauline Knof1) aus Schnitzlers Beziehung zu Schauspielerkollegen Dieter Mann setzte die Familientradition fort und ist ebenfalls erfolgreich als Schauspielerin tätig.
 

Inge Keller mit ihrer kleinen Tochter
Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pkm_0001175_007)
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek
Urheber: Abraham Pisarek1) (1901–1983); Undatiertes Foto
Quelle: www.deutschefotothek.de
Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017

Inge Keller mit ihrer kleinen Tochter; Quelle: Deutsche Fotothek, (file: df_pkm_0001175_007);Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek; Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983); Undatiertes Foto; Quelle: www.deutschefotothek.de

Quelle (unter anderem): Henschel Theaterlexikon*), Wikipedia sowie
der Artikel bei der ehemaligen Website "defa-sternstunden.de (→ Memento bei web.archive.org)
Siehe auch die Nachrufe bei www.zeit.de, www.nachtkritik.de, www.deutschlandradiokultur.de
*) Henschel Theaterlexikon (Hrsg. C. Bernd Sucher; "Henschel Verlag", 2010, S. 435)
**) F.-B. Habel, Volker Wachter: Lexikon der DDR-Stars (Schwarzkopf & Schwarzkopf  1999, S. 161)
Fremde Links: 1) Wikipedia, 2) fernsehenderddr.de, 3) prisma.de
   
Wirken am Theater (Auswahl) zur Spielzeit …
Quelle: "Henschel Theaterlexikon"*) Wikipedia, "Inge Keller Archiv" bei der Berliner "Akademie der Künste"
(Fremde Links: Wikipedia, filmportal.de, fernsehenderddr.de; R = Regie, P = Premiere, EA = Erstaufführung, UA = Uraufführung)
"Stadttheater Freiberg", (heute "Mittelsächsische Theater") "Hebbel-Theater", Berlin "Schlosspark Theater", Berlin "Deutsches Theater" / "Kammerspiele", Berlin "Renaissance-Theater", Berlin "Volksbühne Berlin" "Theater im Palast" (TiP), Berlin "Bayerische Staatsoper" im "Nationaltheater", München "Bayerisches Staatsschauspiel" / "Residenz-Theater", München

"Haus der Berliner Festspiele"

"Berliner Ensemble"

Filme
Kinofilme / Fernsehen
Filmografie bei der Internet Movie Database sowie filmportal.de
(Fremde Links: Wikipedia (deutsch/englisch), filmportal.de,
fernsehenderddr.de, prisma.de, tittelbach.tv)

 
Porträt Inge Keller
Quelle: Deutsche Fotothek,
file: df_pkm_0001148_004
© SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek
Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983)
Datierung: ungenannt
Quelle: www.deutschefotothek.de
Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017
Porträt Inge Keller; Quelle: Deutsche Fotothek,file: df_pkm_0001148_004; Copyright SLUB Dresden/Deutsche Fotothek/Abraham Pisarek; Urheber: Abraham Pisarek (1901–1983); Datierung: ungenannt; Quelle: www.deutschefotothek.de; Genehmigung zur Veröffentlichung: 30.03.2017
Kinofilme Fernsehen (Auszug)
Hörspielproduktionen (Auszug)
(Fremde Links: ARD-Hörspieldatenbank (mit Datum der Erstausstrahlung), Wikipedia  (deutsch/englisch))
   
Inge Keller 1989 im Hörspielstudio; Urheber: Fotograf Werner Bethsold; Lizenz: CC BY-SA 4.0; Quelle: Wikimedia Commons
Inge Keller Ende der 1980er Jahre im Hörspielstudio
Urheber: Fotograf Werner Bethsold (1925–2019); Lizenz: CC BY-SA 4.0
Quelle: Wikimedia Commons
       
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