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Schon zu Stummfilmzeiten hatte Klöpfer sporadisch Rollen in Streifen wie "Die Arche" (1919), und "Die Letzten Menschen" (1919) übernommen, unter der Regie von F. W. Murnau spielte er in den Filmen "Sehnsucht" (1920), "Der brennende Acker"1) (1922), "Schlagende Wetter" (1922/23) und "Die Austreibung" (1923), Hans Kyser besetzte ihn mit der Titelrolle in seinem Historienepos ""Luther" (1928). Der Tonfilm erweitert die Möglichkeiten des Charakterdarstellers, Klöpfer spielte nun Hauptrollen im Heldenfach, verkörperte Persönlichkeiten jedweder Art. Bedingt durch seine kraftvolle Erscheinung spielte er oft geschichtliche Größen und bürgerlich-proletarischen Kraftkerle. Er konnte "die dumpfe Gequältheit eines tierhaft verhaltenen Menschen glaubhaft machen und ließ in Kleinbürger-Abgründe blicken" so der Publizist und Schriftsteller Kurt Pinthus. In Richard Oswalds "1914, die letzten Tage vor dem Weltbrand" (1931) mimte er den Kaiser Franz Josef, in Erich Engels Shaw-Adaption "Pygmalion" (1935), mit Gustaf Gründgens als Professor Higgins und Jenny Jugo als Eliza, den Alfred Doolittle. Carl Froelich besetzte ihn als kraftvollen Karl Ludwig in "Liselotte von der Pfalz" (1935), Herbert Maisch als trotzigen württembergischen Volksdichter Schubart in der Biografie "Friedrich Schiller Der Triumph eines Genies1) (1940), neben Horst Caspar in der Titelrolle und Heinrich George als Herzog Karl Eugen von Württemberg. Die Dickköpfigkeit seiner Figuren besaß Klöpfer selbst, so ließ er sich gegen jede Vernunft auch vor den Karren der NS-Propagandafilme spannen. Beispielsweise wirkte er in Veit Harlans perfiden antisemitischem Hetz-Streifen "Jud Süß"1) (1940) mit, erneut unter der Regie Harlans in "Die Goldene Stadt"1) (1942), wo er den strengen Vater der weiblichen Hauptfigur Anna (Kristina Söderbaum) spielte. In "Friedemann Bach"1) (1941) verkörperte er den Komponisten Johann Sebastian Bach, dessen begabter Sohn Friedemann (Gustaf Gründgens) an der Größe seines Vaters zerbricht, weiterhin zu nennen ist seine Hauptrolle in Hans Schweikarts "Der unendliche Weg" (1943), einem heroisierenden biographischen Film um den Nationalökonomen Friedrich List (1789 1846). Zu Klöpfers weiteren Filmen bis Kriegsende zählen unter anderem Hans Steinhoffs Literaturverfilmung "Gabriele Dambrone" (1943, nach einem Theaterstück des NS-Autors Richard Billinger), Herbert Maischs historischer Unterhaltungsstreifen "Die Zaubergeige"1) (1944) mit Will Quadflieg und Gisela Uhlen, Paul Verhoevens Musikfilm "Die Philharmoniker"1) (1944) und Werner Klinglers Melodram "Solistin Anna Alt"1) (1945). Seine letzten Leinwandauftritte hatte der Schauspieler als Mühlenbesitzer Karst in Gerhard Lamprechts Milieudrama "Die Brüder Noltenius" (1945) mit Willy Birgel in der Hauptrolle, sowie in dem Heimatfilm "Der Erbförster" (1945), wo Klöpfer die Titelfigur mimte; Alfred Brauns Film "Der Puppenspieler" (1945), nach der Novelle "Pole Poppenspäler" von Theodor Storm, wurde ebenso wie der Albers-Krimi "Shiva und die Galgenblume"1) (1945) nicht mehr vollendet. Nach Kriegsende wurde Eugen Klöpfer wegen seiner zweifelhaften Karriere während des Nazi-Regimes zunächst mit einem Auftrittsverbot belegt, musste auch zwei Monate in Haft. Nur zögernd wurde er entnazifiziert, 1948 entlastete ihn ein Spruchkammerverfahren von dem Vorwurf, für den Selbstmord des Schauspielers Joachim Gottschalk2) (1904 1941) mitverantwortlich gewesen zu sein. Nur noch kurze Zeit übte Klöpfer nach Kriegsende seinen Schauspielerberuf aus, spielte ab Anfang 1949 mit einem eigenen Ensemble wieder Theater. Eugen Klöpfer starb am 3. März 1950 in Wiesbaden wenige Tage vor seinem 64. Geburtstag an einer Lungenentzündung; seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Südfriedhof in Wiesbaden. Klöpfer war nie verheiratet, jedoch mit der Schauspielerin Flockina von Platen1) (1905 1984) liiert. |
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| Link: 1) Wikipedia, 2) Kurzportrait innerhalb dieser HP | ||
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Textbausteine des Kurzportraits aus: "Lexikon der deutschen Film- und
TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz; sowie www.cyranos.ch, wo man ein weiteres Foto des Schauspielers findet. Siehe auch Wikipedia sowie einige Bilder bei www.virtual-history.com Filmografie bei www.imdb.de |
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