| Albert Bassermann | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Albert Bassermann wurde am 7. September 1867 in Mannheim als
Fabrikantensohn geboren und erhielt zunächst eine Ausbildung als
Chemiker, wurde dann später Volontär am Mannheimer Theater.
Zunächst galt es, ein großes Hindernis zu überwinden, nämlich seine
krankhaft heisere, zerbrochene raue Stimme, die er durch eiserne Disziplin
zu einem einzigartigen Instrument künstlerischen Ausdrucks zwang. Sein handwerkliches Können erarbeitete sich Bassermann am Stadttheater in Bern, spielte dort klassische Charakterrollen wie "Richard III.", "Franz Moor", "Mephisto" oder "Hamlet", kam dann über Engagements in der Provinz 1895 (oder 1897) an das Deutsche Theater Berlin, wo er unter Otto Brahm vorwiegend in Ibsen-Dramen auftrat. Ab 1909 zählte er dann unter der Regie von Max Reinhardt, neben Wegener und Moissi, zu den bedeutendsten Charakter-Schauspielern des angehenden 20. Jahrhunderts. Zum Film kam Bassermann 1912 und war erstmals in Max Macks Stummfilm "Der Andere" auf der Leinwand zu sehen. In einer dieser frühen Versionen des "Jeckyll/Hyde"-Themas spielte er den Gelehrten Dr. Hallers bzw. dessen nächtliche Monsterausgabe. Obwohl der Streifen keine überragenden Kritiken bekam, blieb Bassermann in den folgenden Jahren dem Film treu, spielte neben seiner Arbeit am Theater viele herausragende Rollen und gehört bis heute zu den Giganten der klassischen Schauspielkunst auch in der Filmgeschichte. 1934 emigrierte der Schauspieler als 67-Jähriger in die Schweiz, da er sich von seiner jüdischen Frau Else Schiff1) (1878 1961), mit der er seit 1908 verheiratet war, nicht trennen wollte. Oft stand er gemeinsam mit ihr auf der Bühne, setzte meist bei Gastengagements auch ein solches für seine Frau als seine Partnerin durch, weil ihr Gegenspiel ihn zu höchster Entfaltung seines Könnens anreizte. Als Bassermann im April 1934 ein Gastspiel in Leipzig abschließen wollte, lehnte der Theaterdirektor Else Bassermann aus "rassischen Gründen" ab; darüber erzürnte ihr Mann derartig, dass er seinen Austritt aus der Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger erklärte, auch seine Ehrenmitgliedschaft niederlegte und sich nach Arosa in sein Landhaus zurückzog. In den nachfolgenden Jahren spielte Bassermann bis zur Annektierung Österreichs 1938 auf verschiedenen Bühnen Österreichs und der Schweiz, emigrierte dann 1939 mit seiner Frau in die USA, die dort als Schauspielerin nicht Fuß fassen konnte. Noch im hohen Alter erlernte ihr Mann die englische Sprache und erhielt 1940 die kleine Rolle des Dr. Robert Koch in Wilhelm Dieterles "Dr. Ehrlichs Magic Bullet Die Lebensgeschichte des Paul Ehrlichs" neben Edward G. Robinson in der Titelrolle. Von da ab folgte eine sieben Jahre andauernde Karriere in Amerika mit abwechslungsreichen Rollen, die meist einen positiven Charakter aufwiesen, eine Seltenheit für einen deutschen Schauspieler in den USA jener Zeit. Für seine Nebenrolle in Alfred Hitchcocks "Foreign Correspondent" (1940, Der Auslandskorrespondent) wurde Albert Bassermann für den "Oscar" nominiert. Man sah den charismatischen Schauspieler beispielsweise 1941 als Konsul Magnus Barring in George Cukors Krimi "Woman's Face" (Die Frau mit der Narbe) neben Joan Crawford, als Ludwig van Beethoven glänzte er in Reinhold Schünzels "New Wine" (1941, Die Unvollendete)", dem Biopic über den Komponisten Franz Schubert, gespielt von Alan Curtis. 1943 war er der Dr. Carl Hesser in "Good Luck, Mr. Yates", im gleichen Jahr der Professor Jean Perote in Mervyn LeRoys Biografie "Madame Curie" mit Greer Garson und Walter Pidgeon als Ehepaar Curie. 1945 gab er den sterbenden deutschen Musiklehrer Professor Frank in Irving Rappers Gershwin-Biografie "Rhapsodie in Blue", nach Ende des Krieges folgten nur noch wenige Arbeiten für den Film. Albert Lewin besetzte ihn in "The Private Affairs of Bel Ami" (1947, Die Privataffären des Bel Ami), Peter Godfrey in dem Errol Flynn-Melodram "Escape Me Never" (1947), seine letzte Leinwandrolle mimte Bassermann 1948 als eigenwilliger Bühnenbildner Ratow unter der Regie von Michael Powell in dem französisch-britischen Ballettfilm "The Red Shoes" (Die roten Schuhe). Neben seiner Arbeit für den Film spielte Bassermann in den USA an einem deutschsprachigen Theater am Broadway. In Europa war der Schauspieler erst nach Beendigung des zweiten Weltkrieges wieder auf der Theaterbühne zu sehen; so übernahm er noch als 83-Jähriger innerhalb einer Woche Rollen in Basel, Berlin und Amsterdam. Im November 1945 war der Schauspieler von der neuen Leitung des Deutschen Theaters in Berlin zur Rückkehr nach Deutschland gebeten worden, Bassermann folgte diesem Wunsch umgehend. 1946 stand er in Zürich in einer seiner Ibsen'schen Glanzrollen gemeinsam mit seiner Frau erstmals wieder auf einer europäischen Bühne. Ende Januar 1947 wurde dem großen Mimen, den die Stadt Wien bereits im Jahr zuvor durch Überreichung des Bürgerbriefes geehrt hatte, vom österreichischen Bundespräsidenten der Professortitel verliehen. Anfang Juli 1949 erfolgte dann in Hamburg das erste "Wiederauftreten Albert und Else Bassermanns in Deutschland nach 16-jähriger Abwesenheit" als "Pastor Manders und "Helene Alving" in Ibsens "Gespenster"; beide wurden sowohl von der Kritik als auch dem Publikum begeistert gefeiert. Ein Jahr später brillierte das Paar am Stadttheater in Heidelberg in den Rollen des "alten Goethe" und der "Charlotte Butt" in einer Dramatisierung von Thomas Manns "Lotte in Weimar"; im Juli 1951 erlebte das Stuttgarter Theaterpublikum den großen Bühnenkünstler noch einmal im "Kammertheater" des Württembergischen Staatstheaters mit einem Rezitationsabend. Albert Bassermann, seit 1911 Träger des Iffland-Ringes, verstarb am
15. Mai 1952 an den Folgen eines Herzanfalles während eines Fluges von New York,
kurz vor der Landung in Zürich . Er hinterließ seine Frau Else sowie
ein gemeinsames Kind. |
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| 1) Der Link führt zur Biografie bei www.deutsches-filminstitut.de | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Textpassagen der Biografie stammen von www.cyranos.ch sowie "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz Siehe auch wikipedia.org, Bilder bei film.virtual-history.com |
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