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1937 war Lil Dagover der Titel "Staatsschauspielerin" verliehen worden, um sich dem Einfluss der NS-Politik bzw. der Mitwirkung in Propagandafilmen zu entziehen, konzentrierte sie sich ab 1937 vermehrt auf ihre Arbeit am Theater. Sie spielte unter anderem in Schillers "Kabale und Liebe" und "König Ödipus" von Sophokles. Während des 2. Weltkriegs war sie auch als Truppenbetreuerin für die Wehrmacht unterwegs, gastierte mit einem eigenen Tourneetheater 1943 an der Ostfront und 1944 auf den von den Deutschen okkupierten Kanalinseln Jersey und Guernsey; für ihren Einsatz erhielt sie das Kriegsverdienstkreuz II. Klasse. Nach Kriegsende stand die Künstlerin zunächst wieder auf der Bühne, spielte an der "Berliner Komödie" am Kurfürstendamm und erreichte ein glänzendes Comeback an der Seite Otto Gebührs in Anton Tschechows Stück "Der Kirschgarten"; daneben war sie auch für den Hörfunk tätig. Doch schon bald gehörte Lil Dagover wieder zu den vielbeschäftigten Darstellerinnen im deutschen Nachkriegsfilm und konnte an ihre früheren Leinwanderfolge anknüpfen. Sie spielte zusammen mit Hans Stüwe unter der Regie von Rolf Meyer in "Die Söhne des Herrn Gaspary"4) (1948), mit dem das Auseinanderbrechen einer deutschen Familie während des Nationalsozialismus thematisiert wurde, auch Rudolf Jugerts historische Tragödie "Es kommt ein Tag"4) (1950, mit Dieter Borsche und Maria Schell) zieht Parallelen zur Nazi-Zeit und den Kriegsfolgen. Ab 1950 liegen die meisten ihrer folgenden Filme im Trend der Kinozeit: heiter-beschwingte, unkomplizierte und völlig unpolitische Heimatfilme, mit denen sie in das Rollenfach der älteren Dame hineinwuchs. In nachhaltiger Erinnerung ist Lil Dagover sicherlich als spinnerte Hofdame Gräfin Löwenjoul in Harald Brauns "Königliche Hoheit"1) (1954, nach dem Roman von Thomas Mann) an der Seite von Dieter Borsche und Ruth Leuwerik geblieben; für ihre grandiose Darstellung erhielt sie den Bundesfilmpreis ("Filmband in Silber") für die "Beste weibliche Nebenrolle". Es folgten Produktionen wie die Ganghofer-Verfilmung "Schloß Hubertus"1) (1954) mit der Figur der Baronin Gundi Kleesberg, in dem Heimatstreifen "Der Fischer vom Heiligensee"1) (1955) mimte sie die Baronin Hermine von Velden und in Rolf Jugerts "Rosen im Herbst"1) (1955), der Verfilmung des Romans "Effi Briest" von Theodor Fontane, spielte sie die Mutter von Effi Briest alias Ruth Leuwerik. In dem von Rolf Thiele inszenierten Familienepos "Die Barrings"4) (1955) gab sie die Thilde von Barring, in Rolf Jugerts "Kronprinz Rudolfs letzte Liebe"1) (1956) die Kaiserin Elisabeth und in Alfred Weidenmanns zweiteiligen Thomas Mann-Verfilmung "Buddenbrooks"1) (1959) die Elisabeth Buddenbrook, Ehefrau des Konsuls Jean Buddenbrook (Werner Hinz). Unvergessen ist Lil Dagover als "Die seltsame Gräfin"1) Eleanora Moron in dem von Josef von Báky in Szene gesetzten Edgar-Wallace-Krimi aus dem Jahre 1961 geblieben.
Neben den erwähnten Auszeichnungen erhielt sie 1962 das "Filmband in Gold" für "langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film", 1964 folgte ein "Bambi" für Verdienste um den deutschen Film". 1967 konnte sie das "Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland" entgegen nehmen. 1995 wurde in Berlin-Hellersdorf die "Lil-Dagover-Gasse" nach ihr benannt. Lil Dagover zählte zu den brillanten Schauspielerinnen des 20. Jahrhunderts sowohl auf der Bühne als auch im Film. Im Stummfilm war sie entrückte Schönheit, Urbild der geheimnisvollen Frau, das "Medium" oder die Irre, die indische Göttin, die Spanierin, Kokotte, Prinzessin. Später wandelte sich ihr Image zum Bild der Dame der besseren Gesellschaft, die sich mit leichtem Augenaufschlag und huldvollen Lächeln mitteilt. ( ) Kein Star drückte die bürgerliche Sehnsucht nach dem "Guten, Wahren, Schönen" so vollendet aus wie sie. (Quelle: "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz) Schon am 09.11.1938 schrieb die "Filmwelt" unter anderem: Das Gesicht von Lil Dagover ist in seiner eindrucksvollen Ausgeglichenheit und vornehmen Stille, in seinem unvergänglichen Scharm und seiner Beredtheit das gleiche geblieben. Was rein innerlich Anlass noch gesteigerter Bewunderung sein sollte, ist das ruhige Glänzen und die suggestive Ausstrahlung ihrer Persönlichkeit. Es scheint fast, als sei es bei Lil Dagover zu einer Reife gekommen, die nichts mit einer stilleren Vollendung ihrer künstlerischen Persönlichkeit zu tun hat, weil diese Persönlichkeit von allem Anfang an ausgeglichen war und feststand. Der heitere Ernst und die schmerzliche Verträumtheit, die überströmende Güte und die zarte Verhaltenheit, das tiefinnerliche Spiel und die ruhige und doch so eindrucksvolle Kraft ihres Ausdrucks sind die gleichen geblieben. Sie haben eine technische Vollendung erfahren, insofern, als das schauspielerische Können sich weitete. Sie sind aber im Erlebnis und von der Kraft der Begabung her von Anfang an gleich geblieben. Dies deutet auf die innere Ausgeglichenheit eines Wesens, das seine schönen menschlichen Werte sich bewahren konnte. Das ist auch das Geheimnis der Jugend, die sich in den Zügen dieses Gesichts und im tieferen Ausdruck ihres Spiels immer die gleiche geblieben ist. (Quelle: ns-archiv.national-socialism.org) |
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Union, die Vereinigten Staaten, Australien und alle weiteren Staaten mit
einer gesetzlichen Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers.
Link: 1) Wikipedia, 2) Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, 4) www.filmportal.de, 5) Kurzportrait innerhalb dieser HP 3) Quelle: Wikipedia |
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Das Kurzportrait enthält einige Passagen des LeMO-Projekts
(Deutsches Historisches Museum). Siehe auch Wikipedia, www.cyranos.ch Fotos bei film.virtual-history.com |
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Kinofilme (Auszug) Filmografie www.imdb.de (Links: Wikipedia, Murnau Stiftung)) |
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| 1916: Das Rätsel der Stahlkammer | 1916: Die Retterin |
| 1918: Das Lied der Mutter | 1918: Der Volontär |
| 1919: Der Tänzer | 1919: Der Tänzer 1. Teil |
| 1919: Die Maske | 1919: Harakiri |
| 1919: Die Spinnen, 1. Teil: Der Goldene See | 1919: Phantome des Lebens |
| 1920: Das Blut der Ahnen | 1920: Die Jagd nach dem Tode, 1. Teil, 2. Teil |
| 1920: Das Cabinett des Doktor Caligari | 1920: Die Kwannon von Okadera |
| 1920: Der Richter von Zalamea | 1920: Die Spinnen, 2. Teil: Das Brillantenschiff |
| 1920: Die Frau im Himmel | 1920: Spiritismus |
| 1921: Das Geheimnis von Bombay | 1921: Der Müde Tod (→ Murnau Stiftung) |
| 1921: Das Medium | 1921: Toteninsel |
| 1921: Der Mord in der Greenstreet | 1922: Dr. Mabuse, der Spieler |
| 1922: Luise Millerin | 1922: Phantom (→ Murnau Stiftung) |
| 1922: Macht der Versuchung | 1922: Tiefland |
| 1923: Die Prinzessin Suwarin | 1923: Seine Frau, die Unbekannte |
| 1924: Komödie des Herzens (→ Murnau Stiftung) | 1925: Der Demütige und die Sängerin |
| 1925: Liebe macht blind | 1925: Zur Chronik von Grieshuus |
| 1925: Wenn die Filmkleberin gebummelt hat | 1926: Der Veilchenfresser |
| 1926: Die Brüder Schellenberg | 1926: Herr Tartüff (→ Murnau Stiftung) |
| 1927: Der Anwalt des Herzens | 1927: Orientexpress |
| 1927: Nur eine Tänzerin | 1927: Die Lady ohne Schleier |
| 1928: Der Geheime Kurier | 1928: Le Tourbillon de Paris |
| 1928: La Grande Passion | 1928: Ungarische Rhapsodie |
| 1929: Der Günstling von Schönbrunn | 1929: Monte-Cristo |
| 1929: Die Ehe | 1929: Spielereien einer Kaiserin |
| 1929: Es flüstert die Nacht | 1930: Boykott |
| 1930: Das Alte Lied | 1930: Es gibt eine Frau, die dich niemals vergisst |
| 1930: Der Weiße Teufel | 1930: Va Banque |
| 1930: Die Große Sehnsucht | 1931: Der Fall des Generalstabs-Oberst Redl |
| 1931: Der Kongreß tanzt (→ Murnau Stiftung) | 1931: Le Congrès s'amuse |
| 1931: Elisabeth von Österreich | 1932: Das Abenteuer der Thea Roland |
| 1932: Das Schicksal einer schönen Frau | 1932: The Woman from Monte Carlo |
| 1932: Die Tänzerin von Sans Souci | 1933: Johannisnacht |
| 1934: Der Flüchtling von Chicago | 1934: Ich heirate meine Frau |
| 1934: Eine Frau, die weiß, was sie will | 1935: Der Höhere Befehl |
| 1935: Der Vogelhändler | 1935: Lady Windermeres Fächer (→ Murnau Stiftung) |
| 1936: August der Starke | 1936: Der Alte Fritz |
| 1936: Das Mädchen Irene | 1936: Schlussakkord |
| 1936: Das Schönheitsfleckchen | 1937: Die Kreutzersonate |
| 1937: Streit um den Knaben Jo | 1938: Dreiklang |
| 1938: Maja zwischen zwei Ehen | 1938: Rätsel um Beate |
| 1939: Umwege zum Glück | 1940: Bismarck (→ Murnau Stiftung) |
| 1940: Die Räuber | 1940: Friedrich Schiller Der Triumph eines Genies |
| 1942: Kleine Residenz | 1943: Wien 1910 |
| 1944: Musik in Salzburg | 1948: Die Söhne des Herrn Gaspary |
| 1949: Man spielt nicht mit der Liebe | 1950: Es kommt ein Tag |
| 1950: Vom Teufel gejagt | 1952: Das Geheimnis vom Bergsee |
| 1953: Königliche Hoheit | 1953: Rote Rosen, rote Lippen, roter Wein |
| 1954: Schloß Hubertus | 1955: Der Fischer vom Heiligensee |
| 1955: Ich weiß, wofür ich lebe | 1955: Rosen im Herbst |
| 1956: Die Barrings | 1956: Kronprinz Rudolfs letzte Liebe |
| 1956: Meine 16 Söhne | 1957: Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull |
| 1957: Unter Palmen am blauen Meer | 1958: Das gab's nur einmal |
| 1959: Buddenbrooks 1. Teil | 1959: Buddenbrooks 2. Teil |
| 1961: Die Seltsame Gräfin | 1973: Der Fußgänger |
| 1974: Karl May | 1975: Der Richter und sein Henker |
| 1977: Die Standarte | 1979: Geschichten aus dem Wienerwald |
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