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Reinhold Schünzel besetzte sie neben Liane Haid als Kammerzofe in "Der Roman eines Dienstmädchens" (1921), Georg Jakobi als Partnerin von Harry Liedtke in "Die Sünden der Mutter"1) (1921), Carl Boese in "Kubinke, der Barbier, und die drei Dienstmädchen" (1926) neben Werner Fuetterer in der Titelrolle. In Joe Mays Rührstück "Tragödie der Liebe 1. Teil"1) (1921/23) unter anderem mit Rudolf Forster, Marlene Dietrich und Emil Jannings gab sie eindrucksvoll verrucht die Halbweltdame Musette, die ihren Zuhälter Ombrade (Emil Jannings) voll im Griff hat. Zur Szene, in der sie Ombrade zum Stehlen eines Pelzes animiert, schrieb Kurt Tucholsky unter dem Pseudonym Peter Panter in "Die Weltbühne" (Nr. 43, S. 406) am 25.10.1923 unter anderem: Sie hat ihn betrogen, er hat sie erwischt, und sie ist ihm davongelaufen. Nun wird er in der Zwischenzeit seinen Nebenbuhler totschlagen. Das weiß sie nicht sie ist nach Hause geflitzt. Und findet da o treue Liebe! den geklauten Pelz. Und tanzt herum und will ihn gleich, auf der Stelle, anprobieren und hopst auf den Tisch, auf dem die Petroleumlampe steht, vor den kleinen Spiegel und hebt die Röcke hoch (eine Masche am Strumpf ist gefallen) und spiegelt sich. Da schiebt er sich zur Tür herein. Herunter vom Tisch kann sie nicht mehr. Sie erstarrt. Wird er sie schlagen? Oder töten? Vielleicht. Er schnauft heran wie ein Bär dumpf und wütend. Und will schon zupacken da fliegt irgendetwas von ihr zu ihm herüber, er setzt sich an den kleinen Tisch, sieht herauf zu ihr, mit einem Blick unter ihre Röcke, sie hat eine irrsinnige Angst, außerdem kippelt der Tisch, in ihm wogen merkwürdige Sachen durcheinander, und dann kann er nicht mehr und bricht an dem Tisch zusammen und umklammert ihre Beine und schmilzt weg und verzeiht gar nicht denn es ist nichts mehr zu verzeihen und gehört ihr. Und oben steht sie, die Siegerin, die Frau, das Stück Fleisch und lächelt und lacht und feixt ave victrix femina! Je suis la femme on me connaît! (Quelle: www.textlog.de) Zu Glässners letzten Stummfilmauftritten, in denen sie mit einer Hauptrolle glänzen konnte, zählt Jaap Speyers Berliner Milieu-Stück "Die Blumenfrau vom Potsdamer Platz" (1925), in Gerhard Lamprechts Drama "Menschen untereinander" (1926) mit Alfred Abel musste sie wieder mit einer kleineren Aufgabe vorlieb nehmen. Bis zum Ende der Stummfilmära stand Erika Glässner neben ihrer Arbeit für Bühne und Kabarett für zahlreiche Kinoproduktionen vor der Kamera, blieb auch im Tonfilm eine vielbeschäftigte Leinwanddarstellerin, der jedoch meist nur prägnante Nebenfiguren wie Zofen, strenge Tanten, Schwiegermütter oder Ehefrauen vegönnt waren. Die Schauspielerin stand unter anderem für Hans Steinhoffs Komödie "Madame wünscht keine Kinder" (1933) neben Liane Haid und Georg Alexander vor der Kamera, an der Seite von Heinz Rühmann sah man sie in Robert A. Stemmles "Heinz im Mond"1) (1934) als Filmehefrau von Oscar Sima, der einen Börsenmakler mimte. Erich Engel gab ihr die kleine Rolle der Hausdienerin Betsy in seiner Shaw-Adaption "Pygmalion" (1935, mit Gustaf Gründgens und Jenny Jugo), für Veit Harlan mimte sie die Angetraute des Protagonisten Weiß-Ferdl in "Der Müde Theodor" (1936). Weitere Streifen, in denen Erika Glässner mitwirkte, waren etwa der Musikfilm "Gern hab' ich die Frau'n geküsst"1) (1934), die Komödien "Zwei Krawatten"1) (1930), "Der Hochtourist"1) (1931), "April, April"1) (1935), "Punks kommt aus Amerika"1) (1935, "Die Pfingstorgel"2) (1938) und "Gastspiel im Paradies"1) (1938), die Literaturadaption "Kater Lampe"1) (1936), das Abenteuer "Frauen für Golden Hill"1) (1938) oder die Melodramen "Was wissen denn Männer"1) (1933) und "Ein Mädchen geht an Land"1) (1938). Während des 2. Weltkrieges übernahm Erika Glässner nur sporadisch Aufgaben für den Film wie beispielsweise in Fritz Kirchhoffs heiteren Geschichte "Warum lügst du, Elisabeth?"1) (1944) mit Carola Höhn in der weiblichen Hauptrolle. Nach Kriegsende sah man die Schauspielerin lediglich zwei Mal auf der Leinwand, so in den DEFA-Produktionen "Corinna Schmidt"3) (1951) und "Karriere in Paris" (1952), wo sie distinguierte Damen aus gehobenen Kreisen spielte. Danach zog sie sich endgültig vom Filmgeschäft zurück. Verheiratet war Erika Glässner seit 19. November 1926 mit dem deutschen Offizier, Diplomat und Politiker Arnold Kalle2) (1873 1952), nach dem Tod ihres Mannes verließ die Schauspielerin die ehemalige DDR und ließ sich im März 1956 in Gießen nieder. Dort nahm sie sich am 21. Juli 1959 im Alter von 69 Jahren das Leben. Die Medien nahmen keine Notiz vom Ableben des ehemaligen Filmstars, über die Ursachen des Freitodes wurde nichts bekannt. |
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| Link: 1) Murnau Stiftung, 2) Wikipedia, 3) www.defa-sternstunden.de | ||
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Siehe auch Wikipedia,
www.cyranos.ch,
www.film-zeit.de
und www.defa-sternstunden.de; Filmografie bei www.imdb.de |
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