Hugo Flink
Hugo Flink wurde am 16. August 1879 in Wien geboren, Nach seiner Ausbildung zum Schauspieler trat er am Theater auf, machte sich anfangs vor allem mit Rollen in Lustspielen einen Namen. Flink gehört zu den Pionieren des Stummfilm, erstmals wird er 1910 in dem Streifen "Das Geheimnis der Toten" an der Seite der legendären Henny Porten erwähnt, mit der er anschließend "Perlen bedeuten Tränen" (1911) drehte und deren Filmehemann mimte. Als Partner von Asta Nielsen tauchte er in "Im großen Augenblick" (1911), "Komödianten" (1912), "Die Kinder des Generals" (1912) und "Die Tochter der Landstraße" (1914) auf, weitere Filme bis Mitte der 10er Jahre waren unter anderem "Sklave der Liebe" (1912), "Der Thronfolger" (1913, "Das Töpfchen" (1913), "Der Prinzenraub" (1914), "Die Goldene Fliege" (1914) und "Der Silbertunnel" (1915). Ebenfalls 1915 entstand "Fluch der Schönheit" mit Maria Carmi.
Joe May besetzte ihn in der Geschichte um "Das Rätselhafte Inserat" (1916), in "Der Tod des Baumeisters Olsen" (1917) erschien er als Detektiv, gefolgt von einer berühmteren Ermittler-Rolle, der des Sherlock Holmes in "Der Schlangenring" (1917), von Carl Heinz Wolff für die "Kowo-Film" gedreht. In noch drei weiteren Filmen spielte Hugo Flink diese Figur, in "Die Kassette" (1917), "Der Erdstrommotor" (1917) und "Die Indische Spinne" (1918). Unter der Regie von Richard Oswald drehte Hugo Flink die Geschichte "Es werde Licht! 1. Teil" (1917), einem von Oswalds ersten umstrittenen sogenannten "Aufklärungsfilmen", der mit Unterstützung der "Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten" entstanden war und ein gesellschaftliches Tabu in der Beschäftigung mit den als "Volkskrankheit" verbreiteten Geschlechtskrankheiten brechen sollte.
  
Zu nennen sind weiterhin beispielsweise Flinks Auftritte in "Die Roten Schuhe" (1917), "Der Onyxknopf" (1917, aus Joe Mays "Joe Deebs"-Reihe), "Die Ehe der Lea Psantir" (1918), "Irrwahn" (1919) und "De Profundis" (1919). Hugo Flinks Filmografie der beginnenden 20er Jahre umfasst so aussagekräftige Streifen wie "Gefolterte Herzen – 2. Teil: Glück und Glas" (1920), deren Titel allein schon Programm waren, weiterhin Rudolf Biebrachs Victor Hugo-Adaption "Der Rote Henker" (1920), Reinhold Schünzels Historienepos "Katherina die Große" (1920), Urban Gads "Weltbrand" (1920) oder Johannes Guters "Der Mord in der Greenstreet" (1921). In dem abenteuerlichen Zweiteiler "Hapura, die tote Stadt" (1922: Der Kampf um das Millionenerbe/Der Streit um die Ruinen") war er ebenso mit einer Hauptrolle zu sehen wie in Willi Wolffs Dreiteiler "Die Frau mit den Millionen" (1923: Der Schuß in der Pariser Oper/Der Prinz ohne Land/Konstantinopel–Paris).
  
Danach konzentrierte sich Hugo Flink vermehrt auf seine Arbeit beim Theater, bereits seit Mitte der 20er Jahre hatte er seine Zeit zwischen Theater und Film geteilt. So trat er nur noch in wenigen Stummfilmen wie "Der Bettler vom Kölner Dom" (1927) oder "Der Zigeunerprimas" (1929) in Erscheinung. Im beginnenden Tonfilm blieb er ein beliebter Darsteller, wurde meist mit Nebenrollen besetzt. So beispielsweise in "Das Geheimnis um Johann Orth" (1932), "Kleiner Mann – was nun?" (1933), "Walzerkrieg" (1933), "Mein Leben für Maria Isabell" (1935), "Soldaten – Kameraden" (1936), "Fridericus" (1937), "Eine Kleine Nachtmusik" (1940), "Der Große König" (1942) oder "Die Goldene Stadt" (1942). Einen letzten Leinwandauftritt hatte er in Helmut Käutners "Romanze in Moll" (1943), danach stand er ausschließlich auf der Theaterbühne.
  
Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde Hugo Flink wegen seiner Mitarbeit an Nazi-Propagandafilmen mit zeitweiligem Berufsverbot belegt, erhielt auch nach der sogenannten "Entnazifizierung" kein Engagements mehr. Er überlebte das Ende des Krieges nur kurze Zeit, der Schauspieler, der während seiner Karriere in mehr als 80 Filmen mitgewirkt hatte, verstarb am 2. Mai 1947 im Alter von 67 Jahren in Berlin.
  
Siehe auch www.cyranos.ch; Filmografie bei der german.imdb.com
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