Hans Brausewetter wurde am 27. Mai 1899 als Sohn eines Arztes im spanischen
Málaga geboren, verbrachte seine Kindheit gemeinsam mit seinen zwei
Brüdern und der jüngeren Schwester Renate; Renate Brausewetter1) (1905 2006)
war ebenfalls Schauspielerin und spielte ab Mitte der 1920er Jahre
vereinzelt in Stummfilmproduktionen, bevor sie sich ins Privatleben
zurückzog.
Nach dem Besuch der deutschen Realschule
in Madrid kehrte Hans Brausewtter 1914 mit seiner Familie nach Deutschland zurück,
machte am Realgymnasium in Stralsund seinen Abschluss (Notabitur) und wurde
wenig später als Fahnenjunker zum
Kriegsdienst eingezogen. An der Westfront erlitt er gegen Kriegsende eine
Lungenentzündung, die ihn vom weiteren Dienst frei stellte. Nach Ende
des 1. Weltkrieges studierte Brausewetter zunächst Philosophie, nahm
dann Schauspielunterricht in Berlin bei Hubert Heinrich
und gab 1920 sein Theaterdebüt am "Deutschen Volkstheater" in
Wien. 1922 holte
ihn der Dramaturg und Regisseur Felix Holländer1) (1867 1931) nach Berlin, wo der Schauspieler in wechselnden
Engagements unter anderem am "Deutschen Theater" (19221928/19371945), dem
"Admiralspalast", dem "Lessing-Theater" und anderen Bühnen in
klassischen und modernen Rollen auftrat.
Foto: Hans Brausewetter 1928
Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber: Alexander
Binder1) (1888 1929)
Quelle: Wikipedia;
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Seit Anfang der 1920er Jahre war Brausewetter auch auf
der Leinwand präsent, spielte erstmals 1921 eine kleine Rolle in dem
Stummfilm "Der Marquis von Bolibar". In den nächsten Jahren
folgten weitere "stumme" Streifen wie "Lumpacivagabundus" (1922),
"Ein Glas Wasser" (1923), "Tragödie im Hause Habsburg" (1924),
"Faust" (1926) oder "Die Rothausgasse" (1928) und
auch im Tonfilm blieb Brausewetter ein vielgefragter Darsteller, avancierte rasch zu
einem umschwärmten Star. Brausewetter bediente viele Genres des
Unterhaltungskinos,
agierte in Komödien, Abenteuerstreifen oder Liebes- und Historienfilmen,
spielte neben einigen Hauptrollen überwiegend prägnante Nebenfiguren.
Zu seinen über 70 Filmen der Tonfilm-Ära
zählen unter anderem "Das Flötenkonzert von
Sanssouci" (1930), "Was
wissen denn Männer"2) (1933),
"Die Vier Musketiere"2) (1934), "Der Fall
Brenken" (1934),
"Mein Sohn, der Herr Minister"2) (1937),
"Paradies der Junggesellen"2) (1939),
"Das
Glück auf dem Lande"2) (1938), "Der Vorhang fällt" (1939),
"Alles
Schwindel"2) (1940), "Münchhausen"1) (1940) oder
"Was
geschah in dieser Nacht"2) (1941). Mit Marika Rökk
drehte er die musikalische Komödie "Hab'
mich lieb!"1) (1942), die Rolle des Freiherrn von Hartenfeld
in dem Albers-Film "Münchhausen" (1943) gehört zu einem seiner letzten Leinwandauftritte.
Brausewetter, der aus
seiner Abneigung gegen Hitler nie einen Hehl gemacht hatte, entging
nur knapp dem Konzentrationslager; er war zwar kurz deportiert worden,
kam jedoch auf Intervention der Schauspielerin Käthe Haack bei Goebbels wieder frei.
1944 wurde er zum Volkssturm eingezogen und wenige Tage vor
Kriegsende von einer Granate verletzt; der Schauspieler erlag seinen Verletzungen
am 29. April 1945 in Berlin einen Monat vor seinem 46. Geburtstag;
seine letzte Ruhestätte fand er auf dem auf dem Luisenfriedhof II in Berlin.
Hans Brausewetter, der 1939 zum Staatsschauspieler ernannt worden war,
verkörperte auf der Leinwand den "großen Jungen" des
deutschen Vorkriegsfilms, blond, aufrecht, unbekümmert,
hilfsbereit
und einfach sympathisch. Ein netter Kerl eben, der aber das Pech hatte,
dass ihm oft ein anderer die Dame seines Herzens
wegschnappte.3)
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