Hans Brausewetter
Hans Brausewetter wurde am 27. Mai 1899 als Sohn eines Exportkaufmannes im spanischen Malaga geboren. Nach dem Besuch der deutschen Realschule in Madrid kehrte er 1914 mit seinen Eltern nach Deutschland zurück, wurde zum Kriegsdienst eingezogen und erlitt an der Westfront eine Lungenentzündung, die ihn vom weiteren Dienst frei stellte. Nach Ende des 1. Weltkrieges studierte Brausewetter zunächst Philosophie, nahm dann Schauspielunterricht in Berlin bei Hubert Heinrich und gab 1920 sein Theaterdebüt am Volkstheater in Wien. 1922 holte ihn Felix Holländer nach Berlin, wo der Schauspieler in wechselnden Engagement unter anderem am "Deutschen Theater", dem "Admiralspalast", dem "Lessing-Theater" und anderen Bühnen in klassischen und modernen Rollen auftrat.

Seit Anfang der 20er Jahre war Brausewetter auch auf der Leinwand präsent, spielte erstmals 1921 eine kleine Rolle in dem Stummfilm "Der Marquis von Bolibar". In den nächsten Jahren folgten weitere "stumme" Streifen wie "Lumpacivagabundus" (1922), "Ein Glas Wasser" (1923), "Tragödie im Hause Habsburg" (1924), "Faust" (1926) oder "Die Rothausgasse" (1928) und auch im Tonfilm blieb Brausewetter ein vielgefragter Darsteller, avancierte rasch zu einem umschwärmten Star. Brausewetter bediente viele Genres des Unterhaltungskinos, agierte in Komödien, Abenteuerstreifen oder Liebes- und Historienfilmen, spielte neben einigen Hauptrollen überwiegend prägnante Nebefiguren. Zu seinen über 70 Filmen der Tonfilm-Ära zählen unter anderem "Das Flötenkonzert von Sanssouci" (1930), "Was wissen denn Männer" (1933), "Die Vier Musketiere"1) (1934), "Der Fall Brenken" (1934), "Mein Sohn, der Herr Minister"1) (1937), "Paradies der Junggesellen"1) (1939), "Das Glück auf dem Lande"1) (1938), "Der Vorhang fällt" (1939), "Alles Schwindel"1) (1940) oder "Was geschah in dieser Nacht"1) (1941). Mit Marika Rökk drehte er die musikalische Komödie "Hab' mich lieb!"1) (1942), die Rolle des Freiherrn von Hartenfeld in dem Albers-Film "Münchhausen" (1943) gehört zu einem seiner letzten Leinwandauftritte.

Brausewetter, der aus seiner Abneigung gegen Hitler nie einen Hehl gemacht hatte, entging nur knapp dem Konzentrationslager; er war zwar kurz deportiert worden, kam jedoch auf Intervention der Schauspielerin Käthe Haack bei Goebbels wieder frei. 1944 wurde er zum Volkssturm eingezogen und wenige Tage vor Kriegsende von einer Granate verletzt; der Schauspieler erlag seinen Verletzungen am 29. April 1945 in Berlin – einen Monat vor seinem 46. Geburtstag. Seine jüngere Schwester Renate Brausewetter2) (1905 – 2006) war ebenfalls Schauspielerin.

Hans Brausewetter, der 1939 zum Staatsschauspieler ernannt worden war, verkörperte auf der Leinwand den "großen Jungen" des deutschen Vorkriegsfilms, blond, aufrecht, unbekümmert, hilfsbereit und einfach sympathisch. Ein netter Kerl eben, der aber das Pech hatte, dass ihm oft ein anderer die Dame seines Herzens wegschnappte. (Quelle: "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz)
  

1) Der Link führt zur Filmbeschreibung der Murnau-Stiftung - 2) Der Link führt zu Wikipedia
Siehe auch wikipedia.org, www.cyranos.ch
Filmografie bei der german.imdb.com
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