|
||||||||||||||||||||||||||||
Mit Schünzel drehte sie als Partnerin von Hermann Thimig die amüsante Geschichte "Der Kleine Seitensprung"1) (1931), ein Jahr später erlebte man sie neben Georg Alexander in "Wie sag' ich's meinem Mann?"1) (1932) ebenfalls von Schünzel in Szene gesetzt; den Titelsong wie auch die Lieder "Eine Frau wie ich, bescheiden und still", "Jetzt bin ich so allein" und "Man ist zärtlich und lieb" hatte Theo Mackeben komponiert. Großen Erfolg verzeichnete Renate Müller mit der Hosenrolle in Schünzels musikalischen Verwechslungskomödie "Viktor und Viktoria"3) (1933), wenig später kam dessen Lustspiel "Die Englische Heirat" (1934) mit Adele Sandrock, Fritz Odemar und Georg Alexander in die Kinos, in der sie die attraktive Fahrlehrerin Gerte Winter mimte, die den englische Aristokrat Douglas Mavis (Georg Alexander) geheiratet hat. Eine erneute Hauptrolle spielte Renate Müller wieder an der Seite von Georg Alexander in Erich Waschnecks Krimikomödie "Eskapade" (1936) und agierte als polnische Spionin, die sich in einer schwierigen Situation behauptet. Willi Forsts Streifen "Allotria"3), unter anderem mit dem Peter Kreuder-Lied "Komm, spiel mit mir Blindekuh" wurde ihr vorletzter Film, letztmalig stand sie für den Propagandastreifen "Togger"1) (1937) vor der Kamera, zu dessen Mitwirkung man sie gezwungen haben soll. Das Privatleben des Ufa-Stars, der zu den herausragenden Interpretinnen des musikalischen Lustspiels der dreißiger Jahre zählte, war seit der Machtergreifung der Nazis weniger glamourös als auf der Leinwand;; so wurde 1933 ein Zusammenbruch aufgrund einer Abmagerungskur kolportiert, 1934 konnte sie wegen einer schweren Krankheit (man sprach damals von Epilepsie) die Hauptrolle in "Freut euch des Lebens" nicht übernehmen und legte in der folgenden Zeit immer wieder Drehpausen ein. Renate Müller starb am 1. Oktober 1937 mit nur 31 Jahren in einem Berliner Sanatorium. Um ihren frühen Tod rankten sich zahlreiche Gerüchte: In einigen Quellen findet man, Renate Müller sei aus dem Krankenhausfenster gestürzt, bei Wikipedia kann man nachlesen, sie sei von ihrer Freundin, der Schauspielerin Sybille Schmitz, mit einer Kopfverletzung auf der Terrasse ihrer Berliner Villa gefunden worden, nachdem sie betrunken aus dem 1. Stock gestürzt sei. Gerüchte, sie habe sich aus dem Krankenhausfenster gestürzt oder sie sei von der Gestapo umgebracht worden, erwiesen sich als falsch. Schauspielkollegen war es verboten, an der Trauerfeier teilzunehmen, die von der Gestapo gefilmt wurde. Der gesamte Besitz der Schauspielerin wurde enteignet und öffentlich versteigert, obwohl die Eltern und die Schwester noch lebten. Renate Müller wurde auf dem Parkfriedhof Lichterfelde in Berlin , Thunerplatz 2-4 , beigesetzt.4) 1960 drehte Gottfried Reinhardt das Biopic "Liebling der Götter", in dem Ruth Leuwerik die Rolle der Renate Müller und Peter van Eyck deren jüdischen Freund, den Staatssekretär Dr. Hans Simon, spielte. "Der taufrische Star war nach Vamp und Charleston-Baby der "Idealtyp des jungen Mädchens", sie hatte Herz, ohne herzig zu sein, war gescheit, ohne immer recht haben zu wollen. Selbstbewusst und geradlinig ging sie ihren Weg, trennte sich von Männern, wenn es sein musste, wurde nie das Opfer. Auch ohne Schlitz im Kleid kam sie ans Ziel ihrer Wünsche, sie flirtete nicht lange, wurde immer gleich geheiratet."5) Renate Müller, die in ihren Filmen glückliche Menschen so überzeugend verkörpern konnte, hatte in ihrem privaten Leben wenig Glück. Krankheit, Drogen und Alkohol zogen sie wie eine nicht aufzuhaltende Lawine in den Abgrund. Nachdem die Nazis in Deutschland die Macht ergriffen hatten, geriet Renate Müller auch ins Fadenkreuz der Geheimen Staatspolizei. Ihre Tätigkeiten und Aktionen wurden überwacht. Warum? Der "Schirmherr des deutschen Films", Propagandaminister Dr. Joseph Goebbels, hatte Renate Müller die als leibhaftig gewordenes Rassenideal: blond, blauäugig, fraulich, schön, galt zunächst ausersehen, sie mit dem Reichskanzler Adolf Hitler zu verkuppeln. Renate hatte kein Interesse und lehnte ab. Mit ihrer Absage an private Treffen mit der Macht in der Reichskanzlei zog sie den Zorn des Ministers und des "Führers" auf sich. Die Gestapo fand den Grund für ihre Weigerung heraus: Renate Müller, die als Inbegriff der "deutschen Frau" galt, hatte ein Verhältnis mit einem Juden. (Zitat: Vorwort zum Buch "Ihr Leben ein Drahtseilakt" von Uwe Klöckner-Draga) Die Biografie über Renate Müller "Ihr Leben ein Drahtseilakt" stammt von Uwe Klöckner-Draga, der als Schauspieler und Regisseur in Berlin und Paris lebt. Hier zeichnet Klöckner-Draga den Werdegang einer couragierten Künstlerin nach: von der behüteten Kindheit und Jugend in München und Danzig, über Lehrjahre der Bühnenschauspielerin in Berlin, bis zu ihrem ersten internationalen Erfolg in "Die Privatsekretärin" (1931) und schließlich ihre Verstrickungen mit den Nazis, die mit ihrem frühzeitigen Tod enden. Intensive Recherchen, Interviews mit Renate Müllers Freunden und Bekannten, zeichnen ein intimes Porträt der Künstlerin und engagierten Kosmopolitin. (Zitat Uwe Klöckner-Draga; der Link führt zur Homepage des Autors). |
||||||||||||||||||||||||||||
|
Link: 1) Murnau Stiftung, 2) Kurzportrait innerhalb dieser
HP, 3) Wikipedia Quelle: 4) Wikipedia (abgerufen Juni 2011), 5) "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz, Ausgabe 2000, S. 255 Lizenz/Genehmigung Foto Renate Müller: Dieses Medium (Bild, Gegenstand, Tondokument, ) ist gemeinfrei, da das Urheberrecht abgelaufen ist und die Autoren unbekannt sind. Das gilt in der EU und solchen Ländern, in denen das Urheberrecht 70 Jahre nach anonymer Veröffentlichung erlischt. |
||||||||||||||||||||||||||||
|
Textbausteine des Kurzportraits aus "Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz (Ausgabe 2000, S. 255/256) Siehe auch www.cyranos.ch, Wikipedia, www.cyranos.ch Fotos bei film.virtual-history.com |
||||||||||||||||||||||||||||
|
||||||||||||||||||||||||||||
|
Um zur Seite der Leinwandstars zurückzukehren bitte dieses Fenster
schließen. Home: www.steffi-line.de |