| Herbert Bötticher | ||
Auf der Leinwand tauchte der Charakterdarsteller des komisch-komödiantischen Fachs nur wenige Male auf: So unter anderem als "Stan" in "Morgens um Sieben ist die Welt noch in Ordnung" (1968), der von Kurt Hoffmann in Szene gesetzten Verfilmung des Bestsellers von Eric Malpass. In dem Rühmann-Film "Die Ente klingelt um halb acht" (1968) spielte er einen Verkäufer, im gleichen Jahr agierte er in "Bengelchen liebt kreuz und quer"; an der Seite von Lina Carstens in der Titelrolle sah man ihn als Heimleiter Johannes Körner in "Lina Braake" (1975). Herbert Bötticher, der seit den letzten Jahren den Schwerpunkt seines Schaffens fast ausschließlich beim Theater sah, stand regelmäßig auf der Bühne und begeisterte mit humorvollen Stücken das Publikum. So beispielsweise in jüngerer Zeit mit der Komödie "Vielleicht vielleicht auch nicht" von Bernhard Slade, das von Bötticher übersetzt wurde, bei dem er Regie führte und in dem er neben Doris Gallart, mit der er seit 1983 in zweiter Ehe sein Leben teilte, die Hauptrolle spielt. Darüber hinaus tourten beide seit Mitte der 80er Jahre sehr erfolgreich mit Lesungen durch Deutschland und Österreich und brachten Texte von Wilhelm Busch und Mark Twain sowie Märchen zu Gehör. Sowohl vom Publikum als auch den Kritikern wurden die Programme "Liebe ist besser als Krieg" (1985 1987), "Rettet Euch mit Wilhelm Busch!" (1988 1993), "Aus den Tagebüchern von Adam und Eva" von Mark Twain und "Wunderbare Märchenwelt Die Welt der Märchen" sowie das Weihnachtsprogramm "Es begab sich aber zu der Zeit " hoch gelobt. So schrieb unter anderem die Süddeutsche Zeitung: "Der ganz besondere Reiz der Aufführung ergibt sich aus der bewussten Konfrontation von Dichtung und Wirklichkeit Die begeisterten Zuhörer dankten den Künstlern immer wieder durch spontanen Beifall auf offener Szene und verabschiedeten Herbert Bötticher und Doris Gallart mit einem lang anhaltenden Schlussapplaus auf ihrer Tournee." Am 8. Oktober 2008 wurde der umtriebige Künstler mitten aus dem Leben gerissen, Herbert Bötticher erlag in einem Düsseldorfer Hotelzimmer seinem Herzleiden. Er hatte bis zuletzt am Düsseldorfer "Theater an der Kö" für das komödiantische Musical "Gigi" von Frederick Loewe und Alan Jay Lerner nach der gleichnamigen Novelle von Colette geprobt, bei dem er Regie führte und an der Seite seiner Frau Doris Gallart die Rolle des Honoré übernehmen sollte. Die für den 28. Oktober 2008 festgesetzte Premiere fand trotz des plötzlichen Todes von Bötticher statt, die Rolle des Honoré übernahm Volker Conradt. "Heute ist der traurigste Tag meines Lebens" sagte Doris Gallart nach der Premiere. Sie hatte das Erfolgsmusical im Sinne ihres Mannes zu Ende inszeniert. "Wir vollenden nur seine akribische Arbeit", betonte Gallart. Bötticher selbst habe sie wie im Eilschritt eigentlich schon fertig gestellt. "Ich musste sie nur noch polieren". (Quelle: Westdeutsche Zeitung, 29.10.2008) Eine Woche zuvor hatten am 20. Oktober 2008 die Familie, Fans und Kollegen in der Düsseldorfer Johanneskirche Abschied von Herbert Bötticher genommen. Neben Doris Gallart nahmen Böttichers Sohn und dessen Lebensgefährtin Abschied, auch einige Fans kamen in die Johanneskirche. Der Musiker Peter Horten hatte seinem Freund ein Gedicht geschrieben und spielte dazu auf der Gitarre. Auch Schauspielkollegen wie Bernd Herzsprung, Herbert Fritsch, Claus Wilke oder Dieter Prochnow waren gekommen sowie der Düsseldorfer Modeschöpfer Hans Friedrich. Der Sarg wurde nach der Trauerfeier vom Martin-Luther-Platz Richtung Hannover gebracht, dem Geburtsort von Herbert Bötticher. Dort sollen seine Überreste in einem Urnengrab beigesetzt werden. (Quelle: Westdeutsche Zeitung, 21.10.2008) Herbert Bötticher, der seit Jahrzehnten in München lebte, machte sich wegen seiner enormen künstlerischen Bandbreite nicht nur als Schauspieler, Regisseur und Rezitator einen Namen, auch als Sprecher, vor allem in zahlreichen Kinderhörspielen, wird er in Erinnerung bleiben. Darüber hinaus vermittelte er seine Erfahrungen dem schauspielerischen Nachwuchs, zwischen 1961 und 1969 unterrichtete er an der Falckenberg-Schule in München. Rund sechs Wochen nach seinem plötzlichen Tod konnten die Fernsehzuschauer den beliebten Künstler noch einmal in einer seiner letzten Fernsehrollen sehen. In der am 21. November 2008 ausgestrahlten Folge "Gute Geschäfte" aus der Dauerbrenner-Serie "Der Landarzt" mimte Bötticher den Bewohner einer Seniorenresidenz, der von einem Betrüger erpresst wird. |
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Siehe auch Wikipedia
sowie ein Interview (1988), veröffentlicht bei www.kultur-fibel.de Filmografie bei der german.imdb.com |
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