| Bruno Kastner |
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Bruno Kastner wurde am 30. Januar 1890 als Sohn eines
Steuereinnehmers in Forst (Lausitz) geboren. Zunächst nahm er Unterricht
bei dem Schauspieler Paul Biensfeld (1869 1933), der unter anderem
in Fritz Langs Stummfilmen "Harakiri" (1919) und "Der Müde
Tod" (1921) mitwirkte. Kastner erhielt nach seiner Ausbildung ein erstes Bühnenengagement in Harzburg, später
wirkte er an den Meinhard-und Bernauer-Biihnen in Berlin. 1914 wurde der blendend aussehende junge Mann vom dänischen Regisseur Urban Gad für den Film entdeckt und gab sein Leinwanddebüt an der Seite von Asta Nielsen in dem Lustspiel "Engelein" und auch in dem nachfolgenden Streifen "Engeleins Hochzeit" (1914) spielte er seinen Part. Eine Reihe von Stummfilmen schlossen sich an, Kastner agierte an der Seite vieler großer Stummfilmstars jener Zeit und wurde rasch zum Publikumsliebling vor allem der weiblichen Zuschauer. Mit Käthe Haack beispielsweise stand er für "Die Hochzeit im Excentricclub" (1917) vor der Kamera, Mia May war seine Partnerin in Joe Mays Horrorstreifen "Hilde Warren und der Tod" (1917) und Henni Porten in Carl Froelichs "Wehe wenn sie losgelassen" (1926). 1921 war Kastner zum beliebtesten deutschen Schauspieler gewählt worden noch vor Harry Liedtke und Max Landa. Bei der Männerwelt stieß er jedoch auf Ablehnung, Spitznamen wie "Kleiderbügel" oder "Chlorodontreklame" machten die Runde; in Filmzeitschriften entflammten Diskussionen pro und contra Kastner. Ein Jahr später gründete Kastner eine eigene Produktionsgesellschaft und schrieb sich auch einige Drehbücher "auf den Leib". Mit Beginn des Tonfilms ließ der Erfolg des Schauspielers auf der Leinwand nach, Kastner fand nicht so recht den Anschluss an das neue Medium, auch weil ihn ein Sprachfehler schwer beeinträchtigte. Bis Ende der 20er Jahre folgten noch Filme wie "Die Brüder Schellenberg" (1926), "Seine Hoheit, der Eintänzer" (1927) oder Hans Kysers "Luther" (1927), letztmalig stand Kastner an der Seite von Richard Tauber für "Das Land des Lächelns" (1930) vor der Kamera.
Danach zog er sich vom Filmgeschäft zurück, versuchte sich als Kabarett- und Variete-Star,
tingelte mit seiner zweiten Frau, der Kabarett-Sängerin Luise Tirsch eine Zeitlang mit Bühnensketchen
als Vorprogramm von Kinos und zuletzt mit eigenem Theaterprogramm durch die Provinz. Doch weder beim Theater noch beim Film
konnte er bedeutende Engagements bekommen.
Bruno Kastner spielte immer mit dem Herzen eines Casanovas; der
"schöne Bruno" des deutschen Stummfilms galt als der eleganteste
aller Stars. Deshalb konnte er es nicht verwinden, dass sein Image
nach 1930 vom Alter angekränkelt wurde und man ihm die Rollen
verweigerte, die er am liebsten spielte: den Bonvivant in Frack und Zylinder,
immer "Bel ami", eine liebenswert unschuldige Künstlerpostkarte
für Fans. ("Lexikon der deutschen Film- und TV-Stars" von
Adolf Heinzelmeier/Berndt Schulz) |
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Siehe auch wikipedia.org,
www.cyranos.ch Filmografie bei der german.imdb.com, Fotos bei film.virtual-history.com |
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